1915-01-01-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Es besteht keine Verbindung mehr zum Hauptquartier der 3. Armee.
1915-01-01-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Vorkehrungen zur Verlegung der Hauptstadt sollen den Gegnern die Kampfbereitschaft zeigen, so Wangenheim.
1915-01-02-DE-001     Grosses Hauptquartier (Jagow) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Jagow erklärt sein Einverständnis mit dem Wangenheim-Entwurf.
1915-01-02-DE-002     Auswärtiges AmtBotschaft Konstantinopel (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel
Änderungen am Text der Begleitnote.
1915-01-02-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Österreich-Ungarns in Berlin
Der casus foederis dürfe solange nicht eintreten, wie Rumänien mit Deutschland verbündet ist.
1915-01-02-DE-004     Zentralstelle für Auslandsdienst (Jäckh) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Jäckh gibt einen Übernblick über seine Eindrücke von Reisen nach Rumänien, Bulgarien und in die Türkei.
1915-01-02-DE-005     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Die Verbindung mit Konsul Schwarz sowie zum Hauptquartier der III. Armee sei abgebrochen.
1915-01-02-DE-006     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Vorbereitungen zum Umzug von Sultan, Regierung und Botschaftern werden getroffen, obwohl die Gefahr eines Angriffs auf Konstantinopel als gering eingestuft wird.
1915-01-02-DE-009     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Major Stange habe im Verein mit Irregulären Ardahan eingenommen, so Liman von Sanders.
1915-01-03-DE-001     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Förmlich habe das Abkommen zwischen Bulgarien und der Türkei Mängel, aber beide Seite gingen davon aus, daß es gültig sei.
1915-01-03-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Armenische Freischärler, die vom jungtürkischen Komitee empfohlen waren, hätten Brückensprengungen gegen russischen Vormarsch angeboten.
1915-01-03-DE-004     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Die türkische Armee stünde bei Sarikamisch in heftigem Kampf. Aus Persien werden Erfolge über die Russen gemeldet.
1915-01-03-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Nur wenn die Russen zu einer längeren Unterbrechung ihrer Operationen gezwungen würden, könnten deutsche Truppen für Serbien zur Verfügung gestellt werden. An den Dardanellen reiche die Munition höchstens bis März, dafür müßte die Kaukasusarmee aber sparen. Admiral Usedom sagt Widerstand für einen Dardanellenangriff zu, nicht aber für mehrere.
1915-01-04-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Kress von Kressenstein hofft am 25. Januar am Suezkanla einzutreffen.
1915-01-05-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Ein Korrespondent und Mitarbeiter beschreiben die allgmein prekäre Lage und die militärischen Spannungen auch unter den Verbündeten.
1915-01-06-DE-003     Botschaft Wien (Tschirschky und Bögendorff) an Auswärriges Amt
Die französische Agentur Havas meldet aus Petersburg eine große Niederlage der Türkei bei Sarikamisch, bei der das 9 türkische Korps völlig vernichtet sei. Der Generalstab des Korps sowie 100 Offiziere seien gefangen genommen. Die Türken würden aus Ardahan fliehen.
1915-01-06-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Enver habe nach Erzerum Kriegsbeute gemeldet und daß die Schlacht andaure, so Liman. Seither keine Nachrichten mehr. .
1915-01-06-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der englische Kreuzer Doris hat eine Brücke der Bagdadbahn beschossen.
1915-01-07-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Enver meldete von der Russland-Front noch militärische Erfolge, danach fehlten weitere Nachrichten von ihm.
1915-01-07-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Zimmermann berichtet dem Großen Hauptquartier, daß der russische Generalstab eine vollständige Niederlage der türkischen Kaukasusarmee gemeldet habe, diese Nachricht aber einstweilen unterdrückt würde.
1915-01-07-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Said Halim war durch seinen Botschafter unterrichtet, daß Deutschland Serbien nicht angreifen wolle. Er wandte sich an Colmar von der Goltz, der ihm versicherte, daß das nicht stimme.
1915-01-07-DE-004     Auswärtiges Amt (Christoffel) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Aus Peterburg sei die vollständige Niederlage der türkischen Kaukasusarmee gemeldet. Wangenheim möge den Sachverhalt klären.
1915-01-07-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die drei Korps der 3. Armee sind erheblich getrennt. Beim 9. Korps kein deutscher Offizier.
1915-01-07-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Das 11. Armeekorps der 3. Armee ist zurückgedrängt, vom 9. und 10. fehlen Nachrichten.
1915-01-08-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim fragt, ob er den Vertrag auch ohne Vollmacht unterzeichnen soll.
1915-01-08-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Zimmermann ermächtigt Wangenheim den Vertrag zu unterzeichnen, die Vollmacht werde nachgereicht.
1915-01-08-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Die Lage der türkischen Truppen an der Kaukasus-Front scheine bedenklich. Enver verlange als Nachschub ein Armeekorps, das selbst die türkische Heeresleitung wohl nicht abzugeben bereit sei, meldet Wandenheim.
1915-01-08-DE-004     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Berichte von der Kriegsfront im Kaukasus, an der das 11. Armeekorps zurückgedrängt sei, vom 9. und 10 Nachrichten fehlen. Enver verlange weiteres Armeekorps. Das Detachement Stange habe Ardahan aufgeben müssen.
1915-01-08-DE-005     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Die Türkei drängt darauf, daß Deutschland durch Angriff auf Serbien den Weg nach Konstantinopel für notwendige Waffentransporte frei macht. Dann könne die Türkei weitere 500000 Mann aufstellen.
1915-01-08-DE-006     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Die drei Armeekorps der 3. Armee sind bei Sarikamisch versprengt. Ardahan mußte wegen russischen Angriffs geräumt werden.
1915-01-08-DE-007     Türkische Botschaft Berlin (Mahmut Mukhtar) an Generlastab des Feldheeres (Falkenhayn)
Botschafter Mukhtar drängt auf einen Feldzug gegen Serbien. Da er den Österreichern einen Sieg nicht zutraut, bittet er um eine Beteiligung deutscher Truppen.
1915-01-08-DE-008     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die vagen Nachrichten aus dem Kaukasus ließen die Lage dort als bedenklich erscheinen.
1915-01-08-DE-009     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Das türkische Hauptquartier hat keine genauen Nachrichten, doch könne es an der russischen Front nicht gut stehen, Enver sei aufgefordert worden, reinen Wein einzuschenken. Liman von Sanders hatte vor dem Feldzug gewarnt.
1915-01-08-DE-010     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Keine Nachrichten vom 9. und 10. Korps, wo Enver zuvor war.
1915-01-08-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Englische Marinetruppen haben Waggons der Bagdadbahn in Brand gesteckt.
1915-01-09-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Liman von Sanders hatte die Kaukasus-Kampagne als zu gewagt bekämpft, von der Goltz hätte sich ihr widersetzt, wenn er bei der Vorbereitung mitgewirkt hätte.
1915-01-09-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Enver telegraphiert über den Kampf des 1.. Korps der 3. Armee bei Sarikamisch, nicht aber über das 9. und 10. Korps, wo er zuvor war.
1915-01-09-DE-004     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Vom 9. Korps der 3. Armee sei nichts bekannt. Die russische Nachricht stimme wohl.
1915-01-09-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Das 11. Korps ist lokalisiert worden, das 9. bleibt verschwunden. Liman glaubt deshalb, russische Meldungen enthielten "viel Wahres".
1915-01-09-DE-006     Konsulat Alexandrette (Hoffmann- Fölkersamb) an Auswärtiges Amt
Der englische Kreuzer Doris beschießt Bagdadbahnstrecke.
1915-01-10-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Offene türkische Städte würden von der englischen Flotte nicht bombardiert, versichert Edward Grey (via Henry Morgenthau) der türkischen Regierung.
1915-01-10-DE-002     Ungenannter Informant an Auswärtiges Amt
Nachdem die Serben schon geschlagen zu sein schienen, rafften sie sich nochmals auf und verjagten die Österreicher. Viele österreichische Soldaten waren zum Beispiel Kroaten, sprachen die Landessprache und wurden nicht als Feinde angesehen. Es gibt genügend Lebensmittel im Land und auch die Staatskasse ist noch gut gefüllt.
1915-01-10-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
US-Botschafter in Konstantinopel, Henry Morgenthau, habe seinem Freund, Präsident Wilson, geraten, die durch den Weltkrieg beschädigten amerikanischen Interessen als Anlaß für eine Friedensinitiative zu nehmen, berichtet Wangenheim nach einem Gespräch mit seinem Kollegen. Allerdings hebt er die vornehmlich deutsche Sicht hervor, daß in erster Linie England dazu gebracht werden müsse, seinen Handelskrieg einzuschränken.
1915-01-10-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Grey erklärte. offene türkische Städte nicht anzugreifen. Er wolle die Türkei schonen, vermutet Wangenheim, und wolle wohl auch nicht die Dardanellen forcieren.
1915-01-10-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Djemal will die Führung der Ägypten-Expedition übernehmen.
1915-01-10-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Enver kehre zurück, aber von dem 9. Armeekorps sei keine Rede mehr. Es sei wohl, so Laffert, größtenteils vernichtet.
1915-01-11-DE-001    

1915-01-11-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Hawis Hakki habe das Kommando der 3. Armee übernommen. Das 9. Korps sei wohl vernichtet, so Laffert.
1915-01-11-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der Vertrag sei unterzeichnet.
1915-01-11-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Djemal will die Führung an der Front gegen Ägypten übernehmen.
1915-01-11-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Verstärung für die 3. Armee wird erst in zwei Monaten ankommen.
1915-01-12-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Liman empfiehlt, die Division Halil von Diarbekir in den Nordosten zu dirigieren, von der Goltz plädieren dafür, das V. Korps in Konstantinopel zu belassen.
1915-01-12-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Begleitbrief
1915-01-12-DE-003     Hohe Pforte an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Großwesir Said Halim bestätigt Wangenheim, daß der "casus foederis" von der Türkei nicht gegen Italien und Rumänien verlangt werden kann, solange diese Staaten einen Bündnisvertrag mit Deutschland hätten.
1915-01-12-DE-004     Admiralstab der Marine (Hugo von Pohl) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Ein Korvettenkapitän plädiert beim Admiralstab für Öffnung des Munitionsweges auf der Donau.
1915-01-12-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Versuche des türkischen Botschafters in Wien gekaufte bulgarische Donauschiffe durchzubringen scheiterten.
1915-01-13-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Die III. Armee verschanzt sich und versucht Verluste zu ergänzen.
1915-01-13-DE-003     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Bussche sieht in Rumänien keine Möglichkeiten mehr Munition durchzubringen.
1915-01-14-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Said Halim habe angeregt, den Bündnisvertrag vom 2. August nunmehr zu kündigen, was Wangenheim befürwortet, um dadurch die Klausel loszuwerden, die die Integrität der Türkei garantiert.
1915-01-14-DE-002     Großes Hauptquartier (Jagow) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn sieht eine Öffnung des Weges noch im März.
1915-01-14-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die Militärkolonne macht sich in Biresse auf den Marsch zum 270 Kilometer entfernten Suezkanal.
1915-01-14-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim schlägt vor, die deutschen Kolonisten unter den russischen Kriegsgefangenen freizulassen.
1915-01-15-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Rußland greife seit drei Tagen das 11. Armeekorps der III. Armee an.
1915-01-15-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Das VIII. türkische Armeekorps will in 12 Tagen den Suezkanal erreichen.
1915-01-16-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinope (Wangenheim)
Zimmermann schickt die Vollmacht an Wangenheim und macht darauf aufmerksam, daß er es als selbstverständlich ansehe, daß der im alten Vertrag festgeschriebene Einfluß der deutschen Militärmission auf die türkische Heerführung auch in Zukunft gelte.
1915-01-16-DE-002     Admiralstab der Marine (Pohl) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Das französische U-Boot "Saphir" sei von den Küstenbatterien versenkt worden.
1915-01-16-DE-003     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Die bulgarische Regeirung selbst habe die Donaudampfer eingesetzt, doch der Fluß war unpassierbar gemacht worden.
1915-01-19-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Serbien hat den mit der Türkei abgeschlossenen Friedensvertrag aufgekündigt.
1915-01-19-DE-002     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Überlegungen hinsichtlich Irreführung der Russen durch Falschmeldungen über deutsche Truppenbewegungen in Galizien.
1915-01-19-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Trotz seines Widerspruchs, so Liman von Sanders, habe Enver die 15. Division nach Trapezunt beordert, obgleich kein Geleitschutz möglich ist.
1915-01-20-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Enver hat Befehl gegeben, die 15. Division nach Trapezunt zu transportieren.
1915-01-20-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Beobachtung und Versenkung französischer Kriegsschiffe.
1915-01-20-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Major Lange berichtet aus seiner Sicht über den Verlauf der Schlacht um Sarikamisch.
1915-01-21-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Majow Lange schildert seine Beobachtungen des Ablaufes der Schlacht von Sarikamisch.
1915-01-21-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Bericht über Truppenansammlungen in Ägypten.
1915-01-21-DE-005     Zentralstelle für Auslandsdienst (Jäckh) an Auswärtiges Amt
Ernst Jäckh berichtet über eine Reihe von Informationen, die er erhalten habe.
1915-01-23-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Liman fordert Bronsart auf, sein Amt niederzulegen. Enver erklärt seinem Generalstabschef, wenn einer gehen müsse, dann Liman.
1915-01-23-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Generalstabschef Bronsart von Schellendorff schildert die Schlacht von Sarikamisch und seine Differenzen mit Enver.
1915-01-23-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Bronsart von Schellendorff schildert die Schlacht von Sarikamisch aus seiner Sicht.
1915-01-24-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim übermittelt den Vertrag, den die Türkei mit Bulgarien am 19. August 1914 abgeschlossen hat.
1915-01-24-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Es gäbe wenig schwere Artillerie für die Expedition an den Suezkanal, für die Front wäre man aber nicht besorgt.so Liman von Sanders.
1915-01-24-DE-005     Gesandtschaft Athen (Quadt zu Wikradt und Isny) an Auswärtiges Amt
Quadt versuchte bei Venizelos herauszubekommen, was Griechenland im Falle eines Angriffs auf Serbien zu tun gedenkt.
1915-01-26-DE-001     Gesandtschaft Athen (Quad zu Wykradt und Isny) an Auswärtiges Amt
Erörterungen über das Verhalten Griechenlands, wenn die Entente größere Versprechungen machen würde. Spekulationen über einen rumänischen Angriff auf Siebenbürgen und die österreichische Reaktion darauf.
1915-01-26-DE-002     Gesandtschaft Athen (Quadt zu Wikradt und Isny) an Auswärtiges Amt
Der griechische König sei verlockt, den Gebietstand seines Landes um das Fünffache zu erhöhen, wie die Entente wohl versprochen habe, so Quadt.
1915-01-26-DE-003     Gesandtschaft Athen (Quadt zu Wikradt und Isny) an Auswärtiges Amt
König wünsche Einigung Österreich-Ungarns mit Rumänien, um der Entente nicht nachgeben zu brauchen.
1915-01-27-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Das Verhältnis zwischen Liman, Enver und Bronsart habe sich etwas entspannt, so Wangenheim.
1915-01-27-DE-002     Gesandtschaft Athen (Quadt zu Wikradt und Isny) an Auswärtiges Amt
Quadt versuchte im Gespräch mit Venizelos Griechenlands Haltung bei verschiedenen Situationen auf dem Balkan herauszufinden.
1915-01-27-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die Kolonne sei 40 Kilometer vor dem Suezkanal angekommen.
1915-01-28-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Begleitbrief
1915-01-28-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Djemal und Kress berichteten, daß die Ägypten-Expedition ohne Verlust 40 km vor dem Suezkanla ständen.
1915-01-28-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Das 10. Armeekorps der III. Armee rücke wieder vor, so Konsulat Erzerum.
1915-01-28-DE-004     Gesandtschaft Athen (Quadt zu Wikradt und Isny) an Auswärtiges Amt
Der König fühle, daß Venizelos der Stärkere sei und er sich ihm fügen müsse. Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen.
1915-01-29-DE-001     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Der rumänische Premier Bratianu sehe noch keine Einigung zwischen England und Rußland über Konstantinopel oder die Meerengen.
1915-01-29-DE-002     Gesandtschaft Athen (Militärattache Falkenhausen ) an Kriegsministerium
Falkenhausen zeigt die Möglichkeiten und Grenzen Griechenlands auch auf militärischem Gebiet auf.
1915-01-31-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Enver gibt einen Überblick über die verschiedenen Armeen bzw. Armeecorps in der Türkei.
1915-01-31-DE-002     Gesandtschaft Athen (Quadt zu Wikradt und Isny) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Quadt schränkt die sehr optimistischen Aussagen seines Militärattachés ein und macht darauf aufmerksam, daß Venizelos in Griechenland das Sagen hat, ob als Ministerpräsident oder in der Opposition, und daß seine Sympathien eindeutig England gehören und niemals Deutschland.
1915-01-31-DE-003     Gesandtschaft Athen (Quad zu Wykradt und Isny) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der beanstandete Aufenthalt des französischen Panzerkreuzers sei sehr wohl gemeldet worden. Allerdings könne nicht jede Zeitungsmeldung weitergegeben, weil nicht überprüft werden.
1915-02-02-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die türkische Regierung habe die Verträge mit den Generalinspektoren Hoff und Westenenk gekündigt und die in den Verträgen vorgesehene Entschädigung bei der Filiale der Deutschen Bank mit der Bitte um Weiterleitung an beide eingezahlt. Im Falle einer türkischen Niederlage, habe ihm Talaat gesagt, würde sich die armenische Bevölkerung auf die Seite der Sieger schlagen, ungeachtet aller Zugeständnisse in der Reformfrage. Deshalb sei es für die Kündigung der richtige Augenblick. Dabei mögen auch fiskalische Gründe eine Rolle gespielt haben, vermutet der deutsche Botschafter, denn die Pforte sei unwillig, die hohen Gehälter "ohne Gegenleistung" während des ganzen Krieges zu zahlen.
1915-02-02-DE-002     Großes Hauptquartier (Falkenhayn) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn ist mit Envers Planung einverstanden, bittet besonders die Ägypten-Operation zu fördern, auch wenn es zunächst nur zu einer dauerhaften Bedrohung des Kanals käme.
1915-02-02-DE-003     Gesandtschaft Athen (Quadt zu Wikradt und Isny) an Auswärtiges Amt
Der König ziehe es vor, ihn, Quadt, via Baron Schenk zu informieren, weil dies unauffälliger sei. Letzterer habe ihm nach dem Gespräch mit dem König dessen Vorstellungen mitgeteilt hinsichtlich der Angebote, die Deutschland Griechenland machen könne als Gegengewicht zu den Vesprechungen de Entente.
1915-02-02-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim meldet die Kündigung der Verträge von Hoff und Westenenk und sieht keine Hoffnung auf Wiederanstellung nach Kriegsende.
1915-02-04-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Der Oberrabiner in Bochara Salomon Tagger habe eine Aufzeichnung über die Haltung der Armenier im Kaukasus vorgelegt. Mordtmann berichtet nach einem Gespräch mit dem Patriarchen, der habe keinen Kontakt zu den Armeniern im Kaukasus.
1915-02-05-DE-001     Gesandtschaft Athen (Quadt zu Wikradt und Isny) an Auswärtiges Amt
Die Entente bemühe sich hauptsächlich deshalb um Rumänien und Griechenland, um Russland militärisch in Galizien zu entsetzen.
1915-02-08-DE-001     Gesandtschaft Athen (Quadt zu Wikradt und Isny) an Auswärtiges Amt
Die Lage habe sich beruhigt, Venizelos würde an Neutralität festhalten, zumindest wenn Bulgarien sich heraushalte.
1915-02-08-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die Reuter-Meldung über die türkischen Verluste aus Kairo sei doppelt übertieben, so Wangenheim
1915-02-08-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Militärattaché Leipzig schildert die Schlacht am Suezkanal aus türkischer Sicht.
1915-02-08-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die Besatzung der "Emden" sei in Hodeida gelandet und mache sich auf den Landweg nach Konstantinopel.
1915-02-09-DE-001     Gesandtschaft Kristiania (Oberndforff) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Hoff sprach auf der deutschen Gesandtschaft in Kristiania vor, teilte seine Entlassung mit und gab an, die niederländische Botschaft in Konstantinopel mit der Regelung der finanziellen Frage beauftragt zu haben.
1915-02-09-DE-002     Admiralstab der Marine (Behncke) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Die rumänischen Behörden hätten russische Schiffen, die ein Sturm in den Hafen von Sulina gezwungen hätte, nach 24 Stunden zur Weiterfahrt gezwungen und damit die Neutralität des Landes bewiesen, so das deutsche Kommando der Mittelmeerdivision.
1915-02-10-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim hat nunmehr Bedenken, ganz auf den alten Vertrag zur Gänze zu verzichten, weil dadurch auch die Klausel vom Einfluß der deutschen Militärmission auf die türkische Heerführung wegfiele, die Enver eh ein Dorn im Auge sei. Außerdem nehme die kaiserliche Vollmacht auf diesen Vertrag Bezug.
1915-02-11-DE-002     Auswärtiges Amt (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt (Treutler)
Die Mißstimmung zwischen Österreich und Deutschland beschränkten sich auf Nichtigkeiten wie der Bezahlung der Einheimischen in Schlesien durch die Truppen beider Länder.
1915-02-11-DE-003     Gesandtschaft Athen (Quadt zu Wikradt und Isny) an Auswärtiges Amt
Griechenland braucht Geld. Die Entente wäre zu einer Anleihe bereit, wenn Griechenland auf ihrer Seite kämpft.
1915-02-11-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die Türkei sei im Besitz der griechischen Chiffres, so der Grosswesir, und könne so nachweisen, daß Griechenland für Russland spioniere.
1915-02-12-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärriges Amt
Erst wenn der Weg durch Serbien frei sei, so Wangenheim, könnten die Baulücken in der Bagdadbahn geschlossen und der Suezkanal angegriffen werden, allerdings nicht vor November 1915. Größeres Interesse bestünde an der Vertreibung der Engländer aus Mesopotamien, so der Botschafter.
1915-02-12-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Eine neue Suezkampagne könne ert im Herbst stattfinden. Deutschland hätte, so Wangenheim, ein größeres Interesse daran, die Engländer aus Mesopotamien zu vertreiben, als an der Ägypten-Expedition.
1915-02-13-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Mutius) an Auswärriges Amt
Drei Flugzeuge seien in Bulgarien gelandet, drei weitere zum Abflug bereit.
1915-02-14-DE-002     Gesandtschaft Athen (Quadt zu Wikradt und Isny) an Auswärtiges Amt
König Konstantin I. äußert sich über die politische Einstellung von Venizelos und seine eigenen Hoffnungen.
1915-02-15-DE-001     Gesandtschaft Athen (Quadt zu Wikradt und Isny) an Auswärtiges Amt
Venizelos stört sich nach wie vor an Deutschlands Unterstützung für Bulgarien.
1915-02-16-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Griechenland würde Bulgarien angreifen, wenn es gegen Serbien oder Rumänien vorgehen würde, so der Sohn Filipescos.
1915-02-16-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Umbesetzungen deutscher Offiziere besonders in Syrien.
1915-02-18-DE-001     Gesandtschaft Athen (Basewitz) an Auswärtiges Amt
England habe auf Tenedos und einer der von Griechenland besetzten Inseln Hydroplanstationen eingerichtet bzw geplant.
1915-02-19-DE-001     Zentralstelle für Auslandsdienst (Jäckh) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Jäckh teilt diverse Ereignisse mit.
1915-02-19-DE-002     Gesandtschaft Athen (Bassewitz) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der französische General Pau ließ sich von den Griechen feiern und versprach ihnen unveränderte Wertschätzung.
1915-02-22-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Bei einen Besuch des armenischen Patriarchen habe dieser die Lage in den armenischen Provinzen als "verhältnismäßig befriedigend" bezeichnet. Er habe seinem Gast bedeutet, so der deutsche Botschafter, daß der Krieg "allen Teilen der Bevölkerung große Opfer auferlege und gelegentliche Härten nicht zu vermeiden seien", aber auch versichert, daß sich die deutschen Beamten "soweit angängig" der Armenier in den Provinzen annehmen würden.
1915-02-23-DE-001     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der König will die Neutralitätsspolitik fortsetzen.
1915-02-23-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Unter den englischen Schiffen befinden sich auch die von der Türkei bestellten Dreadnoughts.
1915-02-24-DE-001     Deutsche Bank Konstantinopel an Auswärtiges Amt
Die Deutsche Bank teilt mit, daß die für Hoff und Blehr gedachten Beträge der Legationskasse des Auswärtigen Amts gezahlt werden und bittet um Mitteilung, ob die Beträge durch eigene Korrespondenten oder per Legationskasse an die Empfänger gezahlt werden sollen
1915-02-24-DE-002     "Vorwärts"
Der "Vorwärts" referiert die Meinung russischer und armenisch-russischer Politiker zum Thema "Selbstständigkeit Armeniens nach dem Krieg". Die russischen Politiker erregt, daß sich die meisten Armenier nicht für einen Anschluß Türkisch-Armeniens an Rußland ausgesprochen haben oder zumindest für eine gründliche Erörterung dieser Frage, sondern für einen Fortbestand Türkisch-Armeniens im Osmanischen Reich.
1915-02-24-DE-003     Nachrichtenstelle für den Orient (Oppenheim) an Auswärtiges Amt
Nach Meldungen russischer Zeitungen sei eine große Anzahl Armenier von Türkisch-Armenien in den Kaukasus geflohen. Die Armenier Europas hätten sich stets auf die Seite der Entente gestellt und dienten sowohl in der russischen wie auch in der französischen Armee.
1915-02-24-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Er wolle auf keinen Fall an diesem Weltkrieg teilnehmen, so Venizelos.
1915-02-25-DE-001     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Konstantin I. erwartet von Deutschland Einluß auf Bulgarien, Manöver nicht stattfinden zu lassen. Zimmermann bittet Sofia nicht um Intervention, aber um eine beruhigende Antwort.
1915-02-25-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Bussche) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die von Souchon gemeldeten Aufenthalte russischer Schiffe in Sulina habe es nie gegeben.
1915-02-25-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Enver erklärt es als unmöglich weiterhin mit Liman von Sanders zusammenzuarbeiten, weil der ihn als vorgesetzte Stelle nicht anerkenne.
1915-02-26-DE-001     Gesandtschaft Kristiania (Oberndorff) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die türkische Regierung stellt richtig, daß nicht die niederländische Gesandtschaft in Konstantinopel für die Regelung der Zahlungen an Hoff und Blehr zuständig ist sondern die deutsche Botschaft.
1915-02-26-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die deutschen Banken sollen nach Konia verlegt werden und deshalb ihre Bestände angeben.
1915-02-26-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Es werden dringend Geschützmunition und Minen gebraucht, die "ohne jede Rücksicht auf Kosten", so Wangenheim, herbeigeschafft werden müssen.
1915-02-26-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wegen der relativ geringen Menge an Munition ist bei längerer Dauer eine Forcierzung möglich, Sultan denkt an Umzug nach Kleinasien.
1915-02-27-DE-001     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Über die Manöver läge zur Zeit nur ein Beschluß des Ministerrats vor.
1915-02-27-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim fragt, welcher Nation die Vertretung deutscher Interessen übertragen werden soll, wenn Konstantinopel erobert wird.
1915-02-27-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Kurzes Telegramm über den Angriff der Alliierten auf die Dardanellen, die Frage von Standortwechsel der westlichen Gesandtschaften, den Mordversuch auf Talaat und über internen Widerstand gegen den Krieg.
1915-02-28-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärriges Amt
Militärmission, türkisches Hauptquartier und von der Goltz, so Wangenheim, befürworten möglichst schnelle Herstellung der Bagdadbahnstrecke Konstantinopel-Aleppo nach dem Riese-Plan III.
1915-02-28-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Serbien sei über Russland enttäuscht und erhoffe jetzt englische Hilfstruppen. Jagow verlangt von Griechenland, keine Truppen über Saloniki nach Serbien gelangen zu lassen, weil damit die Neutralität gebrochen würde.
1915-02-28-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim und Österreichs Botschafter Pallavicini wollen auch nach Forcierung der Dardanellen in Konstanitnopel bleiben.
1915-02-28-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die Deutsche Bank transferiert ihre Bestände nach Konia.
1915-02-28-DE-005     Konsulat Damaskus (Padel) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Nach der Zerstörung des Reisewegs über Alexandrette durch englische Kriegsschiffe und durch den Kohlenmangel ist die Logistik für eine Ägypten-Expedition zusammengebrochen. Djemal verfolgt nur eigene Ziele. Die Ägypter aber lehnen eine neue türkische Herrschaft entschieden ab. Allenfalls mit dem Khediven könnten die Ägypter gewonnen werden.
1915-03-01-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim legt drei Gutachten militärischer Stellen (Liman von Sanders, Obrerstleutnant Boettrich, Colmar Freiherr von der Goltz) zum Ausbau der Bagdadbahn vor. Darin sind die Vorbedingungen für eine Kampagne an den Suezkanal und die Wiedereroberung Mesopotamiens aufgeführt.
1915-03-01-DE-002     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Frankreich bittet Griechenland, Material auf der Insel Lemnos zu deponieren.
1915-03-01-DE-003     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Aus Petersburg wurde berichtet, daß 100 Schiffe erwartet werden, um Truppen nach Konstantinopel einzuschiffen.
1915-03-01-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Griechenland könne von England angesichts seiner Haltung keine finanziellen Zuschüsse erhalten, so Gesandter Elliot. König und Venizelos wünschen über Deutschland erneut Garantien von der Türkei in Bezug auf den Inselbesitz sowie das Unterbleiben der bulgarischen Manover.
1915-03-01-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Rumänien solle die Verteidigung der Meerengen in eigenstem Interesse unterstützen und auch U-Boote über die Donau durchlassen.
1915-03-01-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Bei Entente-Landungen von beiden Meeren aus wäre europäische Türkei nicht zu halten.
1915-03-02-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der norwegische Außenminister Ihlen bitte Wangenheim um Vermittlung im Fall der Entschädigungsansprüche von Hoff und Blehr. Zimmermann antwortet: Keine Bedenken.
1915-03-02-DE-002     Deutsche Bank an Auswärtiges Amt
Deutsche Bank hält auf Weisung für Hoff und Blehr vorgesehenen Beträge einstweilen zurück.
1915-03-02-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärriges Amt
Kammerpräsident Halil feiert Erfolge türkischer Waffen.
1915-03-02-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Liman und Enver verkehren nur noch schriftlich miteinander, obgleich sie im selben Gebäude sind. Bronsarts Verhältnis sei doppelt schwierig, weil er Envers Generalstabschef ist und gleichzeitig in der Militärmission Liman untersteht.
1915-03-02-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Liman schreibt an das Militärkabinett und den Kaiser, daß Befehle in seinem Bereich ohne jegliche Rücksprache mit ihm erteilt werden.
1915-03-02-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Zwei österreichische U-Botte aus Pola könnten die Lage an den Dardanellen verändern, ein begleitendes Handelsschiff ist schon gefunden.
1915-03-03-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärriges Amt
Beschuß durch feindliche Linienschiffe unbedeutend.
1915-03-03-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Korrektur britischer Meldungen über die Dardanellen. Enver rechnet damit, daß die Ententeflotte Durchbruch erzielen will, dann sei auch der Bosporus gefährdet und die türkischen Truppen in Europa seien von denen Asiens abgeschnitten. Enver drängt auf Übersendung größerer U-Boote, notfalls Kauf österreichischer.
1915-03-03-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Liman beschwert sich, daß er von nahezu allen Entscheidungen ausgeschlossen sei.
1915-03-03-DE-005     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Enver ist nicht bereit, sich von seinem Generalstabschef Bronsart von Schellendorff zu trennen. Allenfalls sei er mit der Abberufung Liman von Sanders einverstanden.
1915-03-03-DE-006     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Französische Truppen stünden in Toulon zum Angriff auf die syrische Küste bereit.
1915-03-03-DE-007     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Durch die Sperrung des serbischen Weges sei es nicht möglich, deutsche U-Boote zu den Dardanellen zu schicken. Nur eine Entsendung österreichischer Boote sei möglich, doch sei auf eine Bitte Souchons in dieser Hinsicht keine Antwort erfolgt.
1915-03-03-DE-008     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
König wie Venizelos seien nur noch mit dem Phänomen "Byzanz" beschäftigt und bereit mit der Entente zu gehen, um die Wiedereroberung von Konstantinopel zu betreiben.
1915-03-03-DE-009     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Versprechungen der Entente auf den Erwerb von "Byzanz" (Konstantinopel) hätten selbst den griechischen König völlig verwirrt.
1915-03-03-DE-010     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Zwar behauptete Venizelos, nicht den Erwerb Konstantinopels anzustreben, verwies aber auf Volksmeinung, die ein solches Ziel verlangen könnte.
1915-03-03-DE-011     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Die Armenier im Vilajet Bitlis sowie in Kaisarie, so der neue stellvertretende deutsche Konsul in Erzerum, seien bewaffnet gegen Militärs und Gendarmen vorgegangen. Die Militärbehörden hätten scharfe Maßnahmen angeordnet und die Armenier nicht zum Dienst mit der Waffen zugelassen.
1915-03-03-DE-012     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Sein österreichischer Kollege, so Mirbach, sei ermächtigt, förmlich zu erklären, daß Österreich-Ungarn Saloniki weder zu besetzen noch zu annektieren beabsichtige.
1915-03-03-DE-013     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Wien
Größere Truppeneinschiffungen in Marseille lassen Jagow auf einen Angriff auf dem Balkan fürchten, der dann "für uns verloren" wäre.
1915-03-03-DE-014     Generalstabchef (Falkenhayn) an Auswärtiges Amt
Der Generalstab gibt einen Überblick über die Kämpfe an den Dardanellen zwischen dem 13. Dezember 1914 und dem 7. März 1915.
1915-03-04-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Jagow befürchtet, daß England bereit sei, militärisch alles auf die Dardanellen und die Einnahme von Konstantinopel zu konzentrieren, das dann sogar an Rußland abgetreten werden könnte. Deshalb seit ein Angriff auf Serbien und die Freimachungs des Donau-Weges vonnöten.
1915-03-04-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Planung eines Munitionszugs von Ungarn nach Bulgarien.
1915-03-04-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärriges Amt (Bethmann Hollweg)
Der Feldzug sei gelungen, so Djemal nach dem Rückzug vom Suezkanal, aber Ägypten nicht erobert. In der Umgebung Djemals soll die Vermutung geäußert worden sein, Deutschland wolle Palästina für sich erobern.
1915-03-04-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
König Konstantin I. verlange von Wilhelm II. förmliche Garantien, daß ein neutrales Griechenland beim Friedensschluß Nordepiräus und die ihm zugesprochenen Inseln erhält sowie, daß die Griechen in der Türkei beschützt werden. Ferner dürfe Bulgarein Serbien nicht angreifen, weil sonst der Bündnisfall einträte.
1915-03-04-DE-005     Aufwärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Jagow warnt Falkenhayn vor den Folgen einer Eroberung der Meerengen durch die Entente und verlangt Angriff auf Serbien und Herstellung eines sicheren Transports in die Türkei.
1915-03-04-DE-006     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Wilhelm II drängt seinen Schwager, sich auf kein Abenteuer einzulassen, denn weder Engländer noch Russen würden für den unwahrscheinlichen Fall der Dardanellen zulassen, daß Konstantinopel an Griechenland fällt.
1915-03-04-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Bei einem eigenen Sieg und griechischer Neutralität bis zum Kriegsende, so Wangenheim, könne Deutschland in der INselfrage viel machen und auch für den Schutz der Griechen. Träte Griechenland in den Krieg ein, "so würden die ottomanischen Griechen die ersten Opfer eines solchen Schrittes und schutzlos der türkischen Rache preisgegeben sein".
1915-03-05-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die Inselfrage habe ihre Bedeutung verloren, so der Großwesir, "seitdem das kleinasiatische Litoral seine griechische Bevölkerung im wesentlichen verloren habe."
1915-03-05-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Dem König Konstantin könne erklärt werden, daß Bulgarien nicht angreifen würde, solange Griechenland neutral bleibe.
1915-03-05-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Nur bei strikter Neutralität könne Griechenland Schutz durch Deutschland erhoffen, so Wilhelm II. an den griechischen König.
1915-03-05-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Falkenhayn zweifelt, ob Österreich zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen Serbien bereit sei. Außerdem ginge eine solche Offensive auf Kosten der Aktionen Hindenburgs im Osten. Auch würde Italien einen Angriff auf Serbien nicht zulassen.
1915-03-05-DE-005     Gesandtschaft Sofia (Bussche) an Auswärtiges Amt
25 Waggons mit Munition werden von Rumänien festgehalten. Bussche gelang es trotz Bestechung nicht, sie freizubekommen.
1915-03-05-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der Kapitän des Frachters "Ekbatana" berichtet über Kriegshandlungen auf und an den Flüssen.
1915-03-06-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Die Türkei bittet um Mörser 30;5 plus Munition.
1915-03-06-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Für den Fall des Durchbruchs der Entente würde von der Goltz von der asiatischen und Leipzig von der europäischen Seite aus berichten.
1915-03-06-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärriges Amt
Die Ententemächte hätten der Türkei Separatfrieden angeboten, so Said Halim, weil nur der eine Garantie gegen die Besitznahme Konstantinopels durch die Russen darstellen würde - vielleicht aber auch nur, weil er den Russen den Weg ins Mittelmeer versperren würde.
1915-03-06-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Venizelos habe seine Zusage, die Neutralitätspolitik zu unterstüzen, zurückgenommen.
1915-03-06-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Venizelos ist zurückgetreten.
1915-03-06-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Enver teilt Wangenheim mit, Sabaheddin habe über Venizelos und griechische Gesandtschaft in Konstantinopel eine Verschwörung zu organisieren versucht, die aber aufgedeckt sei. Nunmehr würde der Schriftverkehr von den Jungtürken manipuliert werden.
1915-03-07-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Zwei schwache Landungsversuche auf beiden Dardanellenufern seien zurückgeworfen worden.
1915-03-07-DE-002     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Gegensätze zwischen König und Venizelos führten dazu, daß letzterer sich vorläufig zurückziehen wolle.
1915-03-07-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Humann) an Admiralstab
Noch hätten die Entente-Schiffe die Minensperren nicht erreicht, so Humann. Ein Landungsversuch an der Spitze der Dardanellen sei gescheitert.
1915-03-07-DE-011     Konsulat Alexandrette (Hoffmann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Bei den örtlichen Christen, vor allem den Armeniern, so der deutsche Vizekonsul, seien Hausdurchsuchungen durchgeführt worden. Er erkläre sich das Mißtrauen der Armenier und deren "panikartige Stimmung" durch Ereignisse in Dörtjol, wo nach seinen Informationen Razzien stattgefunden hätten. Sämtliche arbeitsfähigen Leute sollen zum Wegebau abgeführt worden seien. Der Ort sei militärisch eingeschlossen. Hoffmann berichtet über die deutschfeindliche Stimmung der Armenier, die dadurch Nahrung bekommen habe, daß angeblich ein Deutscher als Engländer verkleidet durch Befragungen herausgefunden habe, daß die Armenier der Region einer Besetzung durch die Engländer freudig zugestimmt hätten. Dies habe der fragliche Deutsche den türkischen Behörden gemeldet.
1915-03-07-DE-011     Konsulat Alexandrette (Hoffmann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Bei den örtlichen Christen, vor allem den Armeniern, so der deutsche Vizekonsul, seien Hausdurchsuchungen durchgeführt worden. Er erkläre sich das Mißtrauen der Armenier und deren "panikartige Stimmung" durch Ereignisse in Dörtjol, wo nach seinen Informationen Razzien stattgefunden hätten. Sämtliche arbeitsfähigen Leute sollen zum Wegebau abgeführt worden seien. Der Ort sei militärisch eingeschlossen.
1915-03-08-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die Ratifikationsurkunden seien ausgetauscht worden.
1915-03-08-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Liman von Sanders bittet um Vernehmung aller Beteiligten unter Leitung des Oberst Erich Paul Weber.
1915-03-08-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Smyrna, Städte am Bosporus und die Hauptstellungen der Dardanellen seien beschossen worden.
1915-03-08-DE-004     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Gelänge der Entete die Dardanellenoperation, so Franz G. Günther von der Bagdadbahn, würde nach Auskunft des bulgarischen Gesandten in Bukarest, sich Rumänien der Entente anschließen und Bulgarien in eine kritische Lage geraten.
1915-03-08-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die türkische Regierung ist bereit, dem König das abgefangene kompromittierende Material zur Benutzung zur Verfügung zu stellen.
1915-03-09-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim berichtet, aus einer Äußerung des Patriarchen ginge hervor, daß tatsächlich eine Anzahl Armenier aus dem Kriegsgebiet in den Kaukasus geflohen seien, wohl um sich der Aushebung oder anderen Kriegslasten zu entziehen. In Kaissarie seien Bomben gefunden worden, in der Provinz Bitlis habe es gelegentlich Ausschreitungen gegeben, doch dies seien vereinzelte Vorgänge und keine organisiert Bewegung. Nüchtern denkende Armenier versicherten, daß die türkischen Armenier an keinen Aufstand denken, es allerdings auch nicht bedauern würden, wenn Landesteile mit armenischer Bevölkerung in russische Hände fiele.
1915-03-09-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Enver drängt darauf, Serbien zu schlagen und den Transportweg frei zu bekommen.
1915-03-09-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn wehrt sich gegen die Kritik Bussches, Serbien hätte längst erobert sein können.
1915-03-09-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Er habe Serbien weiter im Auge, so Falkenhayn.
1915-03-10-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Fünf russische Divisionen sollen in Odessa für Angriff auf Konstantinopel bereitstehen. Eine Meldung, die der Generalstab für eine Ente hält.
1915-03-10-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Im Augenblick sei kein Angriff auf Serbien möglich, so der deutsche Generalstabschef, die Dardanellen seien aber auch mit vorhandenen Mitteln zu verteidigen.
1915-03-10-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Halil (Mentese) reise nach Deutschland, um Djavid zu sekundieren. Botschafter Mukhtar Pascha sei beunruhigt, weil die Besitzungen seiner Frau in Ägypten gefährdet seien.
1915-03-10-DE-004     Generalstab des Feldheeres (Falkenhayn) an Reichkanzler (Gruenau)
Zusammenfassung des deutschen Generalstabs über die Ereignisse an den Dardanellen bis zur derzeitigen militärischen Lage.
1915-03-10-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Die Dardanellen, so Kapitän Kühlwetter, seien schwer zu forzieren, der Munitionsmangel aber bedenklich. Die türkische Kaukasusarmee sei durch Fehler Envers untergegangen, durch die Russen sei nur ein kleiner Teil gefallen.
1915-03-10-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichszkanzler (Bethmann Hollweg)
Ein Sonderfrieden mit Rußland sei - auch nach Gesprächen mit Giers - auf der Basis möglich, so Wangenheim, daß Deutschland Rußland den freien Zugang zum Mittelmeer garantiert, den England verweigern würde, und dafür in der Türkei militärisch und wirtschaftlich freie Hand bekäme.
1915-03-10-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Wandel berichtet darüber, wie das CUP erfolgreich mehr und mehr Macht zu Lasten des osmanischen Parlaments an sich reißt. Der Widerstand gegen diese Maßnahmen ist begrenzt und kommt hauptsächlich von Ahmed Riza und einigen christlichen Parlaments-Mitgliedern.
1915-03-11-DE-002     Großes Hauptquartier (Treutler) an Außenministerium
Es geschähe alles denkbare, um Munitionsnachschub zu garantieren, so Wilheml II. Gute Stimmungslage in der Türkei sei notwendig.
1915-03-11-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Solange Przemysl nicht entsetzt sei, könne Österreich keine Truppen abstellen, so Conrad.
1915-03-11-DE-004     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Generalstab des Feldheeres (Falkenhayn)
Zimmermann teilt die Kritik von Bussche, daß ein frühzeitiger Angrifff auf Serbien mit deutschen Truppen möglich gewesen wäre.
1915-03-11-DE-005     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der Gesandte Michahelles schildert die Konsequenzen, die eine Niederlage an den Dardanellen aus Munitionsmangel für die Balkanstaaten haben würde. Der Militärattaché schildert die sanitäre und militärische Lage in Serbien.
1915-03-12-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
In Zeitun, meldet Rößler, sei eine Revolte ausgebrochen; dem Konsulat Adana ist von einem Aufstand nichts bekannt, es handele sich wohl nur um Widerstand gegen die Rekrutierung.
1915-03-12-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim und Militärattaché Leipzig gaben einen Passus von Falkenhany an Enver nicht weiter, weil der für Verstimmung gesorgt hätte.
1915-03-12-DE-003     Feldmarschall Comlar on der Goltz an König von Reupen (Wilhelm II)
Von der Goltz weist auf die Folgen einer möglichen Niederlage an den Dardanellen hin, die infolge von Munitionsmangel eintreten kann, und drängt auf Niederwerfung Serbiens, um den Transportweg freizubekommen.
1915-03-12-DK-001     Konsulat Smyrna (Alfred van der Zee) an Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel)
Alfred van der Zee berichtet über die Bombardierung von Smyrna durch die Entente, darüber, wie Staatsbürger der Alliierten als menschliche Schutzschilde in der Stadt mißbraucht werden und über Verhandlungen zwischen den Alliierten und der Stadtverwaltung.
1915-03-13-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Zimmermann leitet zwei Gutachten des Bagdadbahnbau-Chefs Riese weiter,
1915-03-13-DE-012     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Der armenische Hilfsbeamte des Konsulats, Simon Agabalian, habe einen Bericht über die Ereignisse in Dörtjol verfaßt, den der deutsche Konsul als "im Ganzen zutreffend" bezeichnet, auch wenn er nicht die Meinung seines Untergebenen teilen könne, daß Deutschland als Schutzmacht für die einheimischen Christen in Betracht käme.
1915-03-14-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim riet Großwesir zu versöhnlicher Haltung gegenüber Griechenland.
1915-03-15-DE-001     Gesandtschaft Kristiania (Oberndorff) an Auswärtiges Amt
Der deutsche Gesandte in Kristiania dringt auf Bitten des norwegischen Außenministers darauf, die Gehaltsansprüche von Hoff und Blehr zu regeln. Antwort Zimmermann: Wangenheim sei zu Vermittlungen ermächtigt.
1915-03-15-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Die Stimmung in der Türkei sei vorzüglich, so Halil, die Herstellung einer Verbindung durch Serbien aber notwendig.
1915-03-15-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Überlegungen Falkenhayns, österreichische Truppen nach dem Fehlschlag des Entsatzes von Przemysl gegen Serbien einzusetzen und Bulgarien für den gleichzeitigen Einmarsch in Serbien zu gewinnen. Wenn nach dem Fall von Przemysl auch noch die Dardanellen erobert würden, so Bethmann Hollweg in seiner Antwort, würde es heißen, daß sich Deutschland als zu schwach erwiesen habe, seinen Bundesgenossen zu schützen. Danach würden sich auch die Balkanstaaten der Entente anschließen. Weil England diese Chance erkannt habe, konzentriere es sich jetzt auf die Türkei. In der rechtzeitigen Öffnung des Weges in die Türkei sähe er "ein entscheidendes Moment für den Ausgang des ganzen Krieges".
1915-03-15-DE-004     Vertrauensmann in Sofia an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Bei einer förmlichen Zusicherung der Zugeständnisse sei Bulgarien bereit sich den Zentralmächten anzuschließen, so ein Informant.
1915-03-15-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die türkische Regierung würde im Fall des möglichen Verlustes von Konstantinopel Wert darauf legen, daß Wangenheim und der österreichische Botschafter Pallavicini mit der Regierung nach Kleinasien umziehen.
1915-03-16-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Möglicherweise, so Wangenheim nach einem Gespräch mit seinem italienischen Kollegen, gäbe es einen italienisch-amerikanischen Vermittlungsversuch mit der Türkei, dem England insgeheim zustimmt.
1915-03-16-DE-005     Generalstab des Feldheeres an Auswärtiges Amt
Bericht der Nachrichtenabteilung des Generalstabes über die Kriegsschauplätze in der Türkei.
1915-03-17-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Auch ohne Absprache mit Österreich denkt Falkenhayn den Angriff auf Serbien innerhalb eines Monats zusagen zu können.
1915-03-17-DE-004     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Bulgarien würde nur in Serbien einmarschieren, so die Einschätzung von Michahelles und (Horst) von der Goltz, wenn Deutsche die Nordostecke und Österreicher die Westgrenze Serbiens angriffen.
1915-03-18-DE-001     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Für einen Aufstand der Armenier in Zeitun würden alle Vorbedingungen fehlen, so Büge. Die Feindseligkeit sei eher Ausdruck von Verbitterung gegenüber der türkischen Regierung.
1915-03-18-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Rußland habe nachgefragt, ob 250000 Mann Truppen über den Hafen Burgos nach Türkisch-Thrazien transportiert werden könnten, was abgelehnt wurde. Falkenhayn hält die Zahl für einen "ungeheuren Bluff".
1915-03-18-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Französische und englische Truppen bereiteten sich auf eine Landung an den Dardanellen vor.
1915-03-18-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Wilhelm II. lobt seine Schwester und den König für die Trennung von Venizelos.
1915-03-18-DE-005     Oscar Wassermann an Auswärtiges Amt
Die Sperrung der Munitionstransporte durch Rumänien stört Talaat mehr als die Gefahr einer Forcierung der Dardanellen.
1915-03-18-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Heftige Beschießungen an den Dardanellen - der schließlich entscheidende Tag.
1915-03-19-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Wangenheim bittet um Glückwunsch Wilhelm II an Enver für die Erfolge bei den Dardanellen.
1915-03-19-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Vor Beginn von Verhandlungen müsse die Türkei die Dardanellen öffnen, so der englische Unterhändler, worauf der Grosswesir gar nicht antwortete.
1915-03-19-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
14 feindliche Schiffe hätten die Dardanellen angegriffen, sich aber am Nachmittag zurückgezogen.
1915-03-19-DE-005     Auswärtiges Amt (Bethmann Hollweg) an Generalstab des Feldheeres (Falkenhayn)
Die vom Chef der Bagdadbahnbau-Gesellschaft Riese im November und Dezember 1914 erstellten Fertigungspläne für die Bagdadbahn von Haidar Pascha über Aleppo nach Bagdad.
1915-03-19-DE-006     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhany sei mit Auskunft aus Sofia sehr zufrieden, bitte aber weiterhin um Geheimhaltung auch Österreich gegenüber.
1915-03-19-DE-007     Generalkonsulat Budapest (Hentsch) an Auswärtiges Amt (Rosenberg)
Die österreichische Armee sei viel zu schwach, um einen Angriff auf die Nordostecke Serbiens zu starten.
1915-03-19-DE-008     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
US-Botschafter Henry Morgenthau sei an den Dardanellen wohl von Usedom "sehr geschickt geführt worden", so Wangenheim. Denn dessen Eindrücke haben möglicherweise die britische Regierung bewogen, die Angriffe an den Dardanellen einzustellen.
1915-03-19-DE-009     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Mehrere englische und französische Schiffe wurden am 18. März versenkt oder schwer beschädigt.
1915-03-19-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim distanziert sich teilweise von seinem Konsul in Smyrna.
1915-03-19-DE-012     Bronsart von Schellendorff an Botschaft Konstantinopel
Die Mannschaft der versenkten "Emden" habe sich nach Sumatra retten können und sei nun in Sana angekommen. Dort würde sie mit Kleidung und Verpflegung versorgt.
1915-03-20-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Jagow)
Auflistung der Verluste der Entente in den Dardanellen.
1915-03-20-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Halil (Mentese) kündigte in Berlin an, daß Botschafter Mukhtar abberufen von Hakki Pascha ersetzt werden solle.
1915-03-20-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Halil (Mentese) drängt auf eine Offensive gegen Serbien, um den Transportweg freizubekommen. Die Munition reiche vielleicht noch für einen Monat.
1915-03-20-DE-004     Großes Hauptquartier (Jagow) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wenn der Transportweg frei werde, so Halil, könne die Türkei noch lange durchhalten.
1915-03-21-DE-001     Generalstab (Falkenhayn) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Falkenhayn hält die Herstellung einer leistungsfähigen Verbindung zum Suezkanal nach Plan Riese IV (Bagdadbahn) für geboten.
1915-03-21-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Über die vorgeschlagene Aktion sollen Kriegsminister und MInisterpräsident informiert werden und dann dem König Vortrag halten.
1915-03-21-DE-003     Gesandtschaft Sofia (Bussche) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Es war falsch, so Bussche, daß Deutschland nicht gleich mit Österreich in Serbien einmarschiert war, dann wäre der Weg in die Türkei frei gewesen. Jetzt aber würde ein Ultimatum an Rumänien zum Krieg führen.
1915-03-21-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der englische Seebefehlshaber bietet an, die Flotte zurückzuziehen, wenn Smyrna sich verpflichtet, nicht als Basis für maritime Operationen genutzt zu werden.
1915-03-22-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
England und Frankreich hätten zugesagt, Russland würde Konstantinopel und die Dardanellen nicht erhalten.
1915-03-22-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Der englische Seebefehlshaber verlangt Garantien, um die Seeblockade aufzuheben.
1915-03-24-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Reichskanzler x (Bethmann Hollweg)
Der französische Gesandte in Kopenhagen, Bapst, so Außenminister Scavenius, halte die Dardanellen für nicht zu forcieren.
1915-03-24-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Das türkische Hauptquartier regt an, Munition durch Luftschiffe nach Adrianopel zu transportieren.
1915-03-24-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Liman von Sanders erhält das Oberkommando für beide Seiten der Dardanellenverteidigung.
1915-03-24-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn hofft auf eine Entscheidung in Bulgarien für Offensive.
1915-03-24-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die großen türkischen Zeitungen feiern den Dardanellensieg - freilich ohne Erwähnung des deutschen Anteils.
1915-03-25-DE-001     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der bulgarische König will sich informieren, bevor er eine Entscheidung fällt.
1915-03-25-DE-002     Botschaft Rom (Bülow) an Auswärtiges Amt
Die Türkei drängt auf die Öffnung des Transportweges, weil die Munition an den Dardanellen knapp wird.
1915-03-25-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Liman habe den Oberbefehl über alle Landtruppen an den Dardanellen bekommen.
1915-03-25-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Auf welche Weise sich Deutschland einen Friedensschluß vorstelle, wollte der Sultan wissen.
1915-03-26-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Konsul Rößler aus Aleppo habe aus Zeitun berichtet, daß armenische Deserteure einige türkische Gendarmen erschossen hätten. Nach Einsetzung eines Kriegsgerichts hätte sich die muslimische Bevölkerung von Marasch wieder beruhigt. Rößler bäte darum, "strengste Befehle zur Verhütung von Ausschreitungen" zu erwirken, empfehle aber andererseits: "Der Schlag gegen Zeitun müßte kurz und mit Übermacht geführt werden, um Ausbreitung des Aufruhrs zu verhindern."
1915-03-26-DE-002     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die Lage in Zeitun sei ernster geworden.
1915-03-26-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Begleitbrief
1915-03-26-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Begleitbrief
1915-03-26-DE-004     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Zimmermann drängt auf Einsatz von Luftschiffen zur Munitionsbeförderung.
1915-03-26-DE-005     Generalstab (Falkenhayn) an Auswärriges Amt
Der Transport von Munition per Luftschiffe sei aussichtslos, so Falkenhayn.
1915-03-26-DE-006     Auswärtiges Amt (Jagow) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der Fall von Przemysl beunruhigt die Türken.
1915-03-26-DE-007     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Der Journlist Long von der Westminister Gazette berichtete seinem schwedischen Kollegen, die Engländer hätten Konstantinopel keineswegs den Russen überlassen sondern selbst behalten wollen. Die Absicht, die Dardanellen zu durchbrechen, sei aber aufgegeben worden.
1915-03-26-DE-008     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Der Sultan ließ Wangenheim zu sich kommen und war besorgt, Deutschland könne einen Separatfrieden abschließen.
1915-03-26-DE-009     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Von der Goltz hätte vermutlich selbst gern das Oberkommando an den Dardanellen übernommen, so Wangenheim.
1915-03-26-DE-010     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn drängt die bulgarische Regierung zu einer Entscheidung für einen Angriff auf Serbien.
1915-03-26-DE-011     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Die türkische Botschjaft in Berlin drängt Deutschland schleunigst Munition zu den Dardanellen zu schaffen, notfalls mit Zeppelinen.
1915-03-26-DE-012     Stellvertretender Generalstab (Nadolny) an Auswärtiges Amt
Weder den Diplomaten der Zentralmächte noch den mazedonischen Banden gelinge es , die Militärtransporte über Serbien und Rumänien nach Russland zu unterbinden.
1915-03-26-DE-013     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Nur wenn Bulgarien vor rumänischem Angriff geschützt und neben Mazedonien mit altserbischem Gebiet bis zur Morava entschädigt wird, ist es nach Ansicht des Militärattachés zum Angriff auf Serbien bereit.
1915-03-26-DE-014     Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt
Österreich erbittet dringend Entsendung weiterer deutscher Truppen in die Karpathen.
1915-03-26-DE-015     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Die Besetzung des Donauufers entscheidet, die Lage auf dem Balkan, so Bussche.
1915-03-26-DE-016     Albert Ballin an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Nach dem Fall von Przemyls ist die Stimmung in Wien auf dem Tiefspunkt.
1915-03-27-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
In Zeitun hätten blutige Kämpfe stattgefunden.
1915-03-27-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Der von König Ferdinand I. geschätzte Oberst von Leipzig soll in Sofia die Verhandlungen weiterbringen.
1915-03-27-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Dem König müßte ein Plan vorgelegt werden, so Michahelles, aus dem klar hervorgeht, daß Bulgarien kein großes Risiko trägt. Auch müßten feste Zusagen gemacht werden.
1915-03-27-DE-005     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Jagow prüft eine vertragliche Lösung zwischen der Türkei und Russland über die Meerengen.
1915-03-28-DE-002     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Oberst Leipzig soll seinen bulgarischen Freunden klar machen, daß sie von Anfang an mit von der Partie sein müßten, sonst könnten ihre Forderungen später nicht mehr voll erfüllt werden.
1915-03-28-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Rom
Die Entente, so Zimmermann, habe Griechenland Epirus, Dodekanes und Rhodos zugesagt.
1915-03-28-DE-004     Stellvertretender Generalstab (I.V. Salzer) an Auswärtiges Amt
Franz Karl Endres, Generalstabschef von Liman von Sanders, erkundete die Aussichten einer Ägypten-Expedition. Er erhob schwere Vorwürfe gegen die Organisation und behauptete, die Türken seien unfähig - zumal mit arabischen Soldaten - jemals Ägypten wieder zu erobern. Das Land sei durch die CUP dabei, das Land auszubeuten.
1915-03-29-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Nach Angaben des Innenministers sei es in Zeitun zu Zusammenstößen zwischen armenischen Deserteuren und türkischen Gendarmen gekommen sei, bei denen es Tote auf beiden Seiten gegeben habe. Der Grund sei wohl Widerstand gegen die Aushebung zum Kriegsdienst. Der armenische Patriarch stelle eine organisierte Aufstandsbewegung in Abrede. Die Spannung zwischen Türken und Armeniern, so der deutsche Botschafter, nehme aber zu, weshalb seit einigen Wochen armenische Dienstpflichtige nicht mehr zum Dienst mit der Waffe, sondern nur noch für Wegebauten eingesetzt würden.
1915-03-29-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Gesandtschaft Sofia (Michahelles)
Die Entente habe Bulgarien ein Angebot gemacht, das weit hinter dem Deutschlands zurückbliebe, so Zimmermann.
1915-03-29-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn übermittelt Leipzig in Sofia den Strategieplan für das gemeinsame Vorgehen Deutschlands, Österreichs und Bulgariens gegen Serbien.
1915-03-29-DE-004     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Trotz Drucks der Entente wird Rumänien nichts gegen Bulgarien unternehmen, so die Einschätzung von Bussche.
1915-03-29-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim antwortet auf die Fragen Jagows zu einer eventuellen Vereinbarung zwischen der Türkei und Russland über die Meerengen.
1915-03-30-DE-001     Konsulat Damaskus (Padel) an Botschaft Konstantinopel
Graf Wolffskeel habe mitgeteilt, die Militärbehörde halte eine Reise von Rößler nach Zeitun für "außerordentlich bedenklich" und bäte, davon Abstand zu nehmen. Die Botschaft möge eine entsprechende Weisung an Rößler ergehen lassen.
1915-03-30-DE-002     Amerikanischer Konsul in Aleppo (Jesse B. Jackson) an Deutsche Botschaft Konstantinopel
Die Situation in Zeitun sei so ernst, daß Djelal Bey kommen müsse.
1915-03-30-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Treutler)
In der Türkei herrsche nach den Siegen an den Dardanellen Begeisterung, so Wangenheim in einem Privatbrief, aber der Munitionsmangel berge die Gefahr, daß die Entente die Meerengen doch noch erobern. Dann wäre die Türkei für Deutschland verloren. Selbst wenn sie in Kleinasien weiter kämpfe würde sie kaum noch Truppen auf sich ziehen.
1915-03-30-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Sofia
Das AA hat keinen Einspruch gegen die Auszahlung der 1. Rate der 2. Vorschußhälfte.
1915-03-30-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Treutler berichtet über den gesamten Telegrammwechsel zwischen Falkenhayn und Conrad zum Thema Angriff auf Serbien.
1915-03-30-DE-006     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Proteste der Entente wegen des Transports von Flugzeugen und Kriegsmaterial hätten die Besprechungen verzögert.
1915-03-31-DE-001     Großes Hauptquartier (Treutler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Nach Auskunft des für die Lustschiffahrt im Generalstab verantwortlichen Major Thomsen sind Zeppeline für den Munitionstransport nicht sehr geeignet. Möglich seien Freiballons, die aber ebenfalls Nachteile haben.
1915-03-31-DE-002     Botschaft Österreich-Ungarns in Berlin an Auswärtiges Amt
Österreich bemängelt Deutschlands Zahlungen an Bulgarien ohne Gegenleistung. Österreich-Ungarn sei vor dem Ende der Gespräche mit Italien nicht zu einer militärischen Aktion bereit.
1915-03-31-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Bericht über die Beschießung des Klosters von Zeitun, in dem sich Deserteure aufgehalten hätten.
1915-04-01-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Rößler telegraphiert, daß weitere Kämpfe in Zeitun nicht erwartet werden.
1915-04-01-DE-002     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Österreich-Ungarn reklamiert den Oberbefehl über den Angriff auf Serbien für sich und will auch die Truppen stellen. Dagegen würden, so Falkenhayn, sowohl Bulgarien als auch Türkei Einspruch erheben.
1915-04-01-DE-003     Botschaft Wien (Tschirschky) an Auswärtiges Amt
Der Bulgarische Vertreter in Wien macht auf die zunehmenden Schwierigkeiten aufmerksam, die durch die Verzögerung der Entscheidung über Serbien enstehen würde.
1915-04-01-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Jagow möchte für den Fall, daß Rußland einen Vorstoß für eine separate Verständigung macht, die Meinung des Großwesirs zum Thema einer Übereinkunft über die Durchfahrtsrechte in den Meerengen erfahren.
1915-04-01-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Djemal Pascha habe bekanntgegeben, daß ein Moslem, der einen Armenier angreife, vors Kriegsgericht gestellt würde.
1915-04-02-DE-002     Deutsch-Armenischen Gesellschaft (Liparit Nasariantz) an Botschaft Konstantinopel
Der Vertraute von Johannes Lepsius ergänzt seinen ersten Bericht über Vorfälle gegen Armenier.
1915-04-02-DE-002     Deutsch-Armenischen Gesellschaft (Liparit Nasariantz) an Botschaft Konstantinopel
Der Vertraute von Johannes Lepsius ergänzt seinen ersten Bericht über Vorfälle gegen Armenier.
1915-04-02-DE-003     Generastab des Feldheeres (Falkenhayn) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Von der Goltz will sich dafür einsetzen, daß zwei türkische Armeekorps unter bulgarischem Oberbefehl im Kampf gegen Serbien eingesetzt werden.
1915-04-02-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Venizelos sei bereit gewesen, Bulgarien Kavalla und Drama abzutreten, wenn es mit Griechenland zur Entente übertrete.
1915-04-03-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Laut Rößler seien die rebellierenden Armenier aus dem Kloster aufgebrochen und in die Berge geflüchtet. Kämpfe gegen die Stadt schienen nicht bevorzustehen, in Zeitun hätten sich 125, in Marasch 450 Dienstpflichtige gestellt. In Marasch habe es Hausdurchsuchungen gegeben. Djemal habe angeordnet, daß jeder Moslem, der einen Armenier angreife, vor ein Kriegsgericht gestellt würde.
1915-04-03-DE-002     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärriges Amt
Von der Goltz will die Türkei für eine Kooperation mit Italien gewinnen.
1915-04-03-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Die Entsendung von Munition mit Ballons hält Deutschlands Vertreter in Sofia für sehr bedenklich.
1915-04-03-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Von der Goltz will die Türkei dazu bringen, Bulgarien zwei Armeekorps zur Verfügung zu stellen.
1915-04-03-DE-005     Gesandtschaft beim Vatikan (Mühlberg) an Auswärtiges Amt
Die Entente hätte Italien für den Kriegseintritt, so der Kardinal-Staatssekretär, außer dem Trentino, Triest und der damaltinischen Küste auch Inseln im Ägägischen Meer und eine Zone um Smyrna versprochen.
1915-04-03-DE-006     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Meldungen über einen Separatfrieden Österreichs führen Treutler und Falkenhayn auf Indiskretionen zurück.
1915-04-04-DE-001     Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn berichtete von einem Gespräch mit Conrad über österreichische Vorstellungen zu einem Separatfrieden mit Russland, das Vorgehen gegen Serbien und die möglichen Abwehrmassnahmen gegen Italien.
1915-04-05-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Um den Munitionstransport per Ballon zu kaschieren, solle Bulgarien selbst Freiballons bestellen, so Zimmermann, die dann auf dem Luftweg kostenlos geliefert würden.
1915-04-05-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Reichstag
AA-Staatssekretär gibt im Reichstag Auskunft über die Lage der verschiedenen Verbündeten und Gegner Deutschlands sowie der Neutralen.
1915-04-06-DE-001     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Die Verhandlungen zwischen Österreich-Ungarn und Italien haben sich verschärft. Treutler empfiehlt deutsche Vermittlung.
1915-04-07-DE-001     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Ob er einem aus Deutschland geschickten Herrn Kuremetis die gewünschten Kontakte verschaffen soll, fragt Mirbach. Ihm solle jede Unterstüzung gegeben werden, so die Antwort des AA.
1915-04-07-DE-002     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der König habe in einem Communique erklärt, entgegen der Behauptung Venizuelos niemals seine Zustimmung zur Abtretung griechischen Gebietes an eine fremde Macht gegeben zu haben. Daraufhin habe Venizuelos den König gebeten, den Sachverhalt richtigzustellen.
1915-04-08-DE-001     Deutsche Bank an Auswärtiges Amt
Die Deutsche Bank erbittet Weisung in der Angelegenheit Auszahlung an Hoff und Blehr.
1915-04-08-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
König und Ministerpräsident im Prinzip mit Angriff auf Serbien einverstanden, wenn auch erst zu einem späteren Zeitpunkt und mit weniger Truppen.
1915-04-10-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Nach türkischen Informationen würden sich bis zu 150000 russische Soldaten in Odessa aufhalten, um durch Bulgarien nach Thrazien zu marschieren.
1915-04-10-DE-002     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Engand wolle griechische Dampfer für Truppentransporte aufkaufen und ein Truppenlager bei Mytilene Stadt anlegen.
1915-04-11-DE-001     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Colmar von der Gotlz
Der Kanzler weicht Bemerkungen über Belgien (dessen Gouverneur von der Goltz war) aus, meint aber, daß selbst England sich mit einem deutschen Besitz von Lüttich abfinden würde. Die Haltung Italiens bereite ihm große Sorge, ausschlaggebend aber dürfte die Kriegslage im Osten sein.
1915-04-11-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
König Ferdinand und Radoslawoff, so Oberst Leipzig, sähen sorgenvoll auf Italien. Bei einem Abschwenken zur Entente befürchteten sie ein Eingreifen Rumäniens auf Russlands Seite. Beide seien über die Inaktivität der österreichischen Flotte enttäuscht, die in Pola "die Zeit vergeude".
1915-04-12-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Auswärtiges Amt
Ausführliche Berichterstattung über die Ereignisse in Zeitun und ihre Auswirkungen auf Marasch. Der deutsche Konsul gibt die Meinung des Valis von Aleppo, Djelal Bey, wieder, "daß bei der türkischen Regierung eine Strömung die Oberhand gewonnen zu haben scheine, welche die Armenier im ganzen als verdächtig oder gar als feindlich anzusehen geneigt sei". Der Vali ließ der deutschen Botschaft in Konstantinopel über Rößler anheimstellen, dieser Bewegung entgegenzutreten.
1915-04-12-DE-002     Generalstabschef (Falkenhayn) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Enver sei bereit, Bulgarien zwei Armeekorps gegen Serbien zur Verfügung zu stellen.
1915-04-12-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Die bulgarischen Spitzenpolitiker stehen türkischen HIlfstruppen sehr skeptisch gegenüber, so Militärattaché Oberst Leipzig, sehen sie allenfalls als Deckung an bei einem griechischen Angriff.
1915-04-12-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Frankreich garantiere der Türkei die Integrität, wenn sie französischen Handelssschiffen einen Weg durch die Minensperren in den Meerengen eröffne.
1915-04-12-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn wünscht Druck auf die Österreicher, damit sie Italien gegenüber nachgeben.
1915-04-12-DE-006     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Sofia
Da mit Bulgariens Kooperation gerechnet werden darf, wird am 15. April die fällige Rate gezahlt.
1915-04-12-DE-007     Botschaft Rom (Bülow) an Auswärtiges Amt
An den Dardanellen stünde es gut, so der türkische Botschafter in Rom, England hätte gehofft, die türkische Regierung würde darüber stürzen, habe aber den Angriff hauptsächlich unternommen, um Russland zu beschwichtigen. Das Eingreifen Rumäniens, so Bülow, sei entschieden. AA-Staatssekretär de Martino habe gesagt, der Herr der Schlachten entscheide, wann Italien in den Krieg eingreife.
1915-04-12-DE-008     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Als einzige Bedingung für die Anerkennung der Integrität der Türkei verlange Frankreich die Öffnung der Dardanellen für Handelsschiffe.
1915-04-13-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Er wisse nicht, worauf Djavid seinen Eindruck, die deutschen Spitzenmilitärs würden das Bündnis als überflüssig ansehen, gründe, schreibt Jagow, vermutlich sei es die Unerfahrenheit mancher deutscher Offiziere im Umgang mit Ausländern, die zu Mißverständnissen geführt habe.
1915-04-13-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Djavis habe seinen Freunden in der Türkei mitgeteilt, daß das deutsche Auswärtige Amt zwar zur Türkei stünde, die Offiziere aber häufig Kritik an der Türkei übten.
1915-04-13-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Enver sei bereit, Bulgarien 2 Armeekorps gegen Serbien zur Verfügung zu stellen.
1915-04-13-DE-004     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der bulgarische König zögere noch mit Zusagen, deshalb solle auch von österreichischer Seite aus die Mitwirkung Bulgariens gegen Serbien beantragt werden, vorhergehende Einigung mit Italien vorausgesetzt.
1915-04-13-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Offensive gegen Serbien könne frühestens Mitte Mai stattfinden.
1915-04-13-DE-006     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Griechenland sorgt sich um die Tätigkeit mazedonisch-bulgarischer Banden in Serbien.
1915-04-13-DE-007     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Jagow bewilligt Geld für die Finanzierung bulgarischer Banden im serbischen Mazedonien, möchte aber dadurch provoziertes vorzeitiges Einschreiten Griechenlands und der Entente vermieden sehen.
1915-04-14-DE-001     Grosses Hauptquartier (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt
Bethmann Hollweg bittet Wangenheim zu sondieren, welche Zugeständnisse die Türkei den Italienern machen könnte, um sie zu weiterer Neutralität zu verpflichten. Außerdem solle ein Feldpostbrief mit für die Türke schmeichelhaftem Inhalt verfaßt werden, um Envers Unmut über negative Äußerungen deutscher Offiziere zu dämpfen.
1915-04-14-DE-002     Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt
Wangenheim solle sondieren, inwieweit die Türkei zu Konzessionen an Italien bereit sei.
1915-04-14-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der Großwesir sei mit seinen Freunden über die "präzisen Formulierungen" einer Meerengen-Vereinbarung mit Russland im Gespräch.
1915-04-14-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel
Er habe zwar mit von der Goltz über die Möglichkeit eines Meerengenvertrages zwischen der Türkei und Rußland gesprochen, so Jagow, möchte aber nicht, daß von der Goltz darüber mit den türkischen Machthabern spricht.
1915-04-15-DE-001     Gesandtschaft Kopenhagen (Rantzau) an Auswärtiges Amt
Die Angriffe der Engländer und Franzosen auf die Dardanellen seien nicht mit letzter Kraft erfolgt, weil Mißtrauen gegen Rußland geherrscht habe, so Enver.
1915-04-15-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der Botschafter in Konstantinopel berichtet über die zunehmenden Spannungen zwischen der türkisch-moslemischen und der armenischen Bevölkerung. Die russische Sektion der Daschnakzutiun habe die "Vernichtung" der moslemischen Bevölkerung in den abzutretenden Gebieten verlangt und deutsche Offiziere hätten bestätigt, daß armenische Mannschaften "ihre Waffen gegen die Türken gekehrt" hätten. Allerdings sei er davon überzeugt, "daß die Armenier seit Einführung der Konstitution den Gedanken an eine Revolution aufgegeben haben, und daß keine Organisation für eine solche besteht". Besonders in den Provinzen Erzerum, Bitlis und Van würde die armenische Bevölkerung hauptsächlich von türkischen Irregulären sowie mit dem Komité Union et Progrès affilierten Klubs bedrängt in einigen Distrikten sei es zu "förmlichen Metzeleien" gekommen. Das von armenischer Seite geforderte Eintreten deutscher Beamter für die Armenier lehne er ab, weil Deutschlands Gefahr laufe, "durch das Eintreten für eine vielleicht aussichtslose Sache wichtigere und uns näher liegende Interessen aufs Spiel zu setzen".
1915-04-15-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Der Sultan habe von der Goltz das Oberkommando über die I. Armee erteilt.
1915-04-15-DE-010     Botschaft Kopenhagen (Rantzau) an Auswärtiges Amt
Die Alliierten hätten den Angriff auf die Dardanellen nicht mit letzter Kraft durchgeführt, so der Eindruck Envers.
1915-04-16-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim berichtet über die Person und Arbeitsweise von Liparit Nasariantz, der weitgehend die Meinungen der Daschnakzutiun und die des der Partei Ramgavar nahestehenden Patriarchen wiedergebe.
1915-04-16-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim berichtet über die Person und Arbeitsweise von Liparit Nasariantz, der weitgehend die Meinungen der Daschnakzutiun und die des der Partei Ramgavar nahestehenden Patriarchen wiedergebe.
1915-04-16-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Auf die Besatzung der Emden sei ein Überfall erfolgt.
1915-04-16-DE-003     Geesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Nach vertraulichen Informationen Mirbachs verhandelt Griechenland mit der Entente über eine Allianz gegen die Türkei.
1915-04-16-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Griechenland könne nicht abseits stehen, so Zorographos, wenn die Entente stark genug sei, Konstantinopel zu erobern.
1915-04-16-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Liman meine, daß laut seinem Vertrag die türkische Regierung von der Goltz kein Kommando übertragen könne.
1915-04-16-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der Feldmarschall werde die Sondierung mit Enver unterlassen, berichtet Wangenheim.
1915-04-16-DE-007     Auswärtiges Amt (Jagow) an Grosses Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Djavid bittet, dem Großen Hauptquartier einen Besuch abstatten zu dürfen, was Jagow unterstützt, um den schlechten Eindruck der Äußerungen des Generals von der Goltz zu mildern.
1915-04-17-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Liman verträte die Ansicht, daß nach seinem Vertrag die Übertragung einer Kommandostelle im türkischen Heer an von der Goltz ausgeschlossen sei. Der Vertrag habe jedoch nur privatrechtlichen Charakter, so Wangenheim, und jedenfalls keine Kriegsgeltung.
1915-04-17-DE-003     Militärkabinett (Lyncker) an Botschaft Konstatninopel (Wangenheim)
Wilhelm II hält Übernahme der 1. türkischen Armee durch von der Goltz für sehr erwünscht.
1915-04-17-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Wangenheim und Italiens Botschafter Garroni besprachen Konzessionsmöglichkeiten, mit denen die Türkei sowie Österreich-Ungarn Italiens Anschluß an die Entente verhindern könnten.
1915-04-17-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Königin Sophie bittet erregt um Unterstützung durch ihren Bruder, weil ihr Mann auf das Entente-Angebot einzugehen scheint.
1915-04-17-DE-006     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Wilhelm II. hat Genehmigung erteilt, daß von der Goltz den Oberbefehl über die 1. türkische Armee übernimmt.
1915-04-18-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Ein Angriff auf den arabischen Teil der Türkei hält Wangenheim für möglich, schon wegen der dortigen türkenfeindlichen Bevölkerung,
1915-04-18-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Englische Verstärkungen rücken in Mesopotamien vor.
1915-04-18-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Major Klein meldet den Rückzug der türkischen Truppen aus Basra.
1915-04-18-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die bisherigen Meerengenverträge müßten fallen, dann sei die Türkei bereit, mit Rußland über die Durchfahrtrechte auch von Kriegsschiffen - "unter gewissen Kautelen" - zu verhandeln.
1915-04-19-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Sollte Russland bei Deutschland einen Friedensvertrag sondieren, könne ihm zu verstehen gegeben werden, so der Grosswesir, dass die Türkei einen Anspruch auf freie Benutzung der Meerengen anerkennt, dieser müsse aber mit einer souveränen Türkei genau ausgehandelt werden.
1915-04-19-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Die Entente plane wohl einen Angriff auf die südlichen Teile der Türkei, Arabien und Palästina. England und Frankreich hofften wohl, so Wangenheim, daß den Russen ein Angriff auf Konstantinopel mißlingt.
1915-04-19-DE-003     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt
Conrad bittet um Mitteilung, ob auf deutsche Hilfe gerechnet werden kann, wenn die Italiener auf Wien zumarschieren.
1915-04-19-DE-004     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt
Nach Niederwerfung der russischen Truppen in den Karpathen soll Serbien in der zweiten Hälfte Mai angegriffen werden.
1915-04-19-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Griechenland wolle auf keinen Fall die Chance verpassen, so Regierungschef Zographos, bei der Eroberung der Meerengen und Konstantinopels nicht mit dabei zu sein.
1915-04-19-DE-006     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der bulgarische MInisterpräsident hält es für unwahrscheinlich, daß Griechenland seine Neutraltiät aufgibt.
1915-04-19-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København
Wandel leitet Briefe des norwegischen Konsuls in Konstantinopel, Theodor Richard Reppen und eines dänischen Schiffskapitäns weiter.
1915-04-20-DE-001     Deutsch-Armenische Gesellschaft an Botschaft Konstantinopel
Ein weiterer Bericht zur Lage in den östlichen Provinzen.
1915-04-20-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Der Stimmung der armenischen Bevölkerung gegen die türkische Regierung solle, so der Vorschlag eines Armeniers auf dem Handelsministerium, durch einer armenisch-türkisch-deutsche Kommission begegnet werden.
1915-04-20-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärriges Amt
Djavis Bey wird in allen Ehren im Großen Hauptquartier empfangen und bewirtet, um den schlechten Eindruck der Goltz'schen Indiskretionen zu verwischen.
1915-04-20-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
König Konstantin I. steht trotz des Rücktritts von Venizelos noch immer zu dessen Politik.
1915-04-20-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Aus Verzweiflung über die Fucht der arabischen Hilfstruppen habe sich Kommandant Askeri das Leben genommen.
1915-04-20-DE-013     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Nach Angaben des amerikanischen Vorstehers des Kollegs in Aintab werde die armenische Bevölkerung von Zeitun, Marasch sowie allen Dörfern bis hinunter nach Hassanbeili deportiert.
1915-04-21-DE-001     Auswärtiges Amt an Großes Hauptquartier (Treutler)
Begleitbrief
1915-04-21-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Bussche) an Auswärtiges Amt
Der griechische Gesandte verkehre nur mit Entente-Gesandten, daher seine einseitige Berichterstattung. Nach Bussches Einschätzung werde Rumänien neutral bleiben.
1915-04-21-DE-003     Gesandtschaft Kopenhagen (Rantzau) an Auswärtiges Amt
Der griechische Prinz Georg habe die Stellung der französischen Armee als glänzend bezeichnet. Schon Venizelos hatte gesagt, lieber mit Frankreich untergehen als mit Deutschland siegen.
1915-04-21-DE-004     Wilhelm II. an Sophie von Griechenland
Wilhelm II teilt seiner Schwester die militärischen Erfolge im Osten mit.
1915-04-21-DE-005     Türkische Botchaft Berlin an Auswärtiges Amt
Die türkische Botschaft beschwert sich über die negative Berichterstattung durch den bayrischen Major Franz Karl Endres.
1915-04-21-DE-006     Gesandtschaft Athen (Falkenhausen (Militärattaché)) an Kriegsministerium
Militärattaché Falkenhausen berichtet über die wechselnde Stimmung in Athen, ob das Land sich nun mit der Entente verbünden soll oder nicht.
1915-04-22-DE-001     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärriges Amt
Die in Bulgarien stehenden Flugzeuge könnten in die Türkei weiterreisen, so die Anweisung der bulgarischen Regierung.
1915-04-22-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim habe Enver über die Goltzschen Äußerungen aufgeklärt. Der Feldpostbrief sei nicht mehr nötig.
1915-04-22-DE-003     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Entente fände Griechenlands Note mit zu vielen Bedingungen belastet.
1915-04-22-DE-004     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Österreich-Ungarn hat seinen Gesandten in Sofia noch nicht instruiert.
1915-04-22-DE-005     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
In einer Denkschrift soll der griechische Ministerrat den Anschluß an die Entente empfohlen haben.
1915-04-23-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Griechenland, so Wangenheim, müsse der Entente gegenüber eine vorsichtige Sprache führen, wie es auch in Konstantinopel immer noch Kontakt zu den Agenten der Entente halte. Im Ernst aber werde die Entente nicht auf griechische Truppen zurückgreifen.
1915-04-23-DE-002     Botschaft Rom (Schweinitz (Militärattaché)) an Kriegsministerium
Militärattaché Schweinitz über Italiens Angst vor den Slaven und England sowie die Gefährdung der englischen Besitzungen durch Aufstände.
1915-04-23-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Englische Gefangene seien in türkischen Mänteln durch Stambul geführt worden.
1915-04-24-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
In Van seien nach Mitteilung des Konsulats Erzerum Armenierunruhen ausgebrochen.
1915-04-24-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Das türkische Innenministerium habe seine Version der Vorgänge in Van wiedergegeben.
1915-04-24-DE-003     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Der armenische Katholikos (von Sis) bitte darum, über die deutschen Stellen einen Bericht über Zeitun ans Patriarchat in Konstantinopel zu schicken. Wangenheim erklärt sich damit einverstanden.
1915-04-24-DE-004     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Der Aufstand in Van sei niedergeschlagen, gegen 400 Armenier getötet, die übrigen seien nach Rußland geflüchtet. Auch Kurden hätten sich am Aufstand beteiligt.
1915-04-24-DE-005     Grosses Hauptquartier (Treutler) an Auswärriges Amt
Der Generalstab erkundigt sich nach dem Verbleib der Flugzeuge für die Türkei.
1915-04-25-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Endres habe einen für die Türkei kritischen Bericht an den Generalstab geschickt, den er, Zimmermann, an Wangenheim zur Beurteilung weitergeschickt habe. Dessen Urteil könne er sich nur anschließen.
1915-04-25-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Zimmermann bittet Treutler dem Stellvertretenden Generalstab Mitteilung von der Beurteilung durch das AA und Wangenheim zu machen-
1915-04-25-DE-003     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Verhandlungen zwischen Griechenland und der Entente würden wohl erst zum Abschluß kommen, so der griechische Unterhändler in Paris, wenn sich Italien der Entente angechlossen hätte.
1915-04-26-DE-001     Zentralstelle für Auslandsdienst (Jäckh) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Jäckh gibt einen Überblick über verschiedene Aspekte der Kriegslage in der Türkei.
1915-04-26-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die offiziöse englische Kairoer Zeitung "Mokattam" beschreibt ausführlich den Ablauf der Schlacht am Suezkanal.
1915-04-26-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Der Patriarch übermittelte dem Armenien-Experten in der deutschen Botschaft Konstantinopel, Mordtmann, Details der Ereignisse in Erzerum und den Plan der Armenier, eine "Beruhigungskommission" ins Innere zu schicken, die die Türken die Loyalität der Armenier versichere. General Posseldt bestätigte andererseits die armenierfeindlichen Aktionen in Erzerum.
1915-04-26-DE-012     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Der armenische Bischof von Erzerum bäte den Patriarchen um Auskünfte über die Ereignisse in Van. Der Patriarch wiederum teile mit, er habe nur vertrauliche Mitteilung von Enver, daß die Armenier in Van sich erhoben hätten.
1915-04-26-DE-013     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Die Regierung in Van habe, nach Privatnachrichten, vor Ausbruch der Unruhen Armenier verhaftet und vier von ihnen ermordet.
1915-04-26-DE-014     Konsulat Adana an Botschaft Konstantinopel
Begleitbrief.
1915-04-27-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Nach amtlichen Angaben aus Erzerum sei der Aufruhr in Van unterdrückt, 400 Armenier seien getötet worden und die übrigen nach Rußland entflohen.
1915-04-27-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Rößler berichtet über die Vertreibung der armenischen Bevölkerung von Zeitun, Marasch bis nach Hassanbeili, "soweit sie wohlhabend oder einflußreich ist", und bezeichnet die Maßregeln als "ein Unglück für das Land und auf den systematischen Ruin eines Bevölkerungsteiles berechnet".
1915-04-27-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Die Ausweisungen der Armenier seien angeblich vom Kriegsminister angeregt und vom Ministerrat gebilligt.
1915-04-27-DE-004     Chef des Admiralstabs der Marine (Bachmann) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Landungsversuche der Engländer und Franzosen an den Dardanellen.
1915-04-27-DE-005     Auswärtiges Amt (Jagow) an Reichszkanzler (Bethmann Hollweg)
Jagow geht davon aus, daß das österreichische Vorgehen in Sofia mit Falkenhayn verabredet wurde, um Widerspüche zu vermeiden hinsichtlich des Antrags auf Mitwirkung Bulgariens.
1915-04-27-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Türkische Bataillone warfen gelandete englische Truppen zurück bzw. überwältigten sie.
1915-04-28-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Weber)
Als Begründung für die Verhaftungen am 24. und 25. April habe der Großwesir und Talaat dem Patriarchen gesagt, die armenischen Parteien würden die öffentliche Ordnung gefährden.
1915-04-28-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Entgegen gewöhnlichem diplomatischen Brauch gewährte der Sultan dem deutschen Botschafter am Tage der Thronbesteigung eine Audienz.
1915-04-28-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der griechische König bittet um Aufklärung, wie es um die Haltung Rumäniens und Italiens stünde.
1915-04-28-DE-012     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Konsulat Erzerum
Wangenheim weist das Konsulat in Erzerum an, Ausschreitungen und Massaker zu verhindern und auf ein regelgerechtes Verfahren gegen die politisch verdächtigen Personen hinzuwirken. Es sei der Schein zu meiden, "als ob wir ein Schutzrecht über die Armenier ausüben und in die Tätigkeit der Behörden eingreifen wollen".
1915-04-29-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Beschreibung der militärischen Lage an den Dardanellen.
1915-04-29-DE-003     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Radoslawoff betone die Notwendigkeit der Antragstellung durch Österreich auf Mitwirkung Bulgariens, da die mazedonischen Banden vorbereitet werden müßten.
1915-04-29-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Militärattaché Leipzig macht genaue Angaben zur Lage an den Dardanellen und beklagt Mangel an Artillerie-Munition und Kohlen.
1915-04-30-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der Konsul aus Erzerum melde, daß die Behörden schon vor dem Ausbruch der Kämpfe in Van und Umgebung Armenier hätten verhaften lassen. Das Innenministerium, so Wangenheim, würde melden, in Van "sei das Schlimmste überstanden". Wangenheim zitiert sodann aus einem Bericht der Daschnakzutiun, die in einem Bericht für den Sozialistenkongreß 1910 geschrieben habe, sie hätte "bis 1908 die ganze waffenfähige Landbevölkerung, welche in politischen Gruppen organisiert war, unter unserer Fahne". Im Jahr 1908 seien nach diesem Bericht in Van "1000 Gewehre, eine Million Patronen und Massen von Explosivstoffen angesammelt" worden, die damals von der Regierung beschlagnahmt worden seien.
1915-04-30-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
In der Nacht vom 25. auf den 26. April seien in Konstantinopel armenische Politiker und Intellektuelle verhaftet worden. Gegenüber der Botschaft habe Innenminister Talaat geäußert, es sei dem Zustand ein Ende zu bereiten, daß jede Religionsgemeinschaft ihre besondere Politik mache; in der Türkei solle künftig nur osmanische Politik gemacht werden.
1915-04-30-DE-004     Konsulat Alexandrette (Hoffmann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Der Kommandant der Stadt habe Befehl erhalten, gegen armenische Umtriebe ohne jegliche Schonung vorzugehen. Im Innern seien an verschiedenen Orten die Armenier schon ersetzt worden. In Alexandrette aber gäbe es keine armenischen Umtriebe.
1915-04-30-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Grosses Hauptquartier (Treutler)
Militärattaché Leipzig bitte um Sendung des deutschen Fachmannes Niemöller, um die schwierige Kohlenversorgung zu regeln.
1915-04-30-DE-006     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn habe Conrad daran erinnert, Bulgarien zur Mitwirkung an gemeinsamem Vorgehen gegen Serbien zu drängen und in Sofie entsprechenden Antrag zu stellen.
1915-04-30-DE-007     Zentralstelle für Auslandsdienst (Jäckh) an Auswärtiges Amt (Zimmermann )
Enver beschwert sich Jäckh gegenüber darüber, daß nur die Verantwortlichen im Auswärtigen Amt voll zum Türkei-Bündnis stünden, die deutschen Offiziere die Türkei jedoch als Klotz am Bein empfinden würden.
1915-04-30-DE-014     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
In Erzinjian verübe der dortige Mutessarrif Halid Bey Ausschreitungen gegen die Armenier.
1915-05-01-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Geldzahlungen an die Türkei sollen wegen der Unmöglichkeit eines Transports durch Rumänien über die Dette Publique laufen.
1915-05-01-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Wangenheim macht den Generalstab darauf aufmerksam, daß Liman von Sanders die Lage an den Dardanellen offenbar falsch einschätzt.
1915-05-02-DE-001     Großes Hauptquartier (Treutler) an Botschaft Konstatninopel (Wangenheim)
Falkenhayn bitte Liman um eine kurze Stellungsnahme zur Lage in Sidilbahr, so Treutler.
1915-05-02-DE-002     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Der bulgarische General Sawoff wünsche sofortigen Abschluß eines Vertrages mit Deutschland.
1915-05-02-DE-003     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Sawoff und Radislawoff wünschten dringend Militärkonvention mit Deutschland abzuschließnen.
1915-05-02-DE-004     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt
In Galizien seien die deutschen Truppen an mehreren Stellen durch die russischen Reihen gestoßen.
1915-05-03-DE-001     Deutsche Bank an Auswärtiges Amt
Die Deutsche Bank teilt mit, daß das türkische Finanzministerium weitere Beträge für Hoff und Blehr eingezahlt habe und bittet um Weisung für die Auszahlung. Das Auswärtiges Amt bittet die Deutsche Bank, die Zahlungen an Hoff und Blehr selbst vorzunehmen.
1915-05-03-DE-002     Firma Otto Scheffels an Botschaft Konstantinopel
Die deutsche Firma Otto Scheffels in Konstantinopel bittet die deutsche Botschaft, zugunsten ihres Prokuristen Veraner Mardigauian zu entervenieren, der am 24. Apri 1915 grundlos verhaftet wurde. Die Botschaft lehnt ab, weil sie nicht in die innertürkischen Angelegenheitn eingreifen könne.
1915-05-03-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg)
Bericht über die militärische Lage an den Dardanellen.
1915-05-03-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Humann) an Reichsmarineamt
Marineattaché Humann berichtigt angebliche Lügenmeldungen der Engländer und Franzosen.
1915-05-03-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die Armenier von Zeitun seien durch moslemische Flüchtlinge aus Mazedonien ersetzt worden.
1915-05-04-DE-001     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt
Vor einem Beistand Österreich-Ungarns im Krieg mit Italien will Bethmann Hollweg eine Erklärung, daß die k.u.k.-Monarchie keinen Separatfrieden mit Russland schließt.
1915-05-04-DE-011     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
In Van würden die Kämpfe fortdauern. In Erzerum seien Verhaftungen vorgenommen worden, doch keine Massaker zu befürchten.
1915-05-05-DE-001     "Le Temps"
In Konstantinopel, berichtet "Le Temps", hätten sich etwa 20 armenische Notabeln beim Leiter der "Sabah" konspirativ getroffen; die Polizei habe sie festgenommen und Dokumente beschlagnahmt. 3000 Armenier Konstantinopels seien ins Innere Anatoliens geschickt worden.
1915-05-05-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Die feindlichen Schiffe würden ungestört die eigenen Truppen beschießen können, da diese nur Feldgranaten hätten, so Liman, und gibt die Zahl der Verluste und Verwundeten mit 20000 an.
1915-05-05-DE-011     Deutsche Missionsstation in Mamuret-ul-Aziz (Johannes Ehmann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
In Kharput, so der Leiter des deutschen Waisenhauses, Johannes Ehmann, hätten Verhaftungen und Hausdurchsuchungen stattgefunden. Die Mehrzahl der Bevölkerung habe sich loyal zur Regierung verhalten. Der Vali hoffe, daß es zu keinen ernsten Ereignissen kommen werde, trotzdem bestünde die Gefahr, daß starke armenierfeindliche Elemente die Oberhand bekommen würden.
1915-05-06-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Bei den Kämpfen in Van hätten die türkischen Truppen 600 Mann verloren. Größere Bombenfunde habe es in Diarbekir und Kaisarie gegeben.
1915-05-06-DE-003     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Nach der Besetzung Serbiens würden die Zentralmächte den Orient dominieren, so die Meinung von Batzaria.
1915-05-06-DE-004     Bayrisches Staatsministerium des Aussern (Hertling) an Preußische Gesandtschaft München (Schoen)
Der bayrische Hauptmann Endres verwahre sich gegen die Behauptung der türkischen Botschaft Berlin, daß er sich in der angegebenen Weise geäußert habe und bitte um Aufklärung.
1915-05-07-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel
In der Cyrenaika hätten türkische und deutsche Offiziere zu Aufständen angestachelt.
1915-05-07-DE-002     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Entente mache erhöhten Druck auf Griechenland, die Neutralität aufzugeben.
1915-05-08-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die armenische antitürkische Bewegung sei weiter verbreitet, als bisher angenommen. Landweit hätten die armenischen Komitees, insbesondere die Daschnakzutiun, agitiert und die Bevölkerung auch mit Waffen versorgt, angeblich, um sich gegen die Kurden zu wehren. In Kaisarie seien beispielsweise insgesamt 400 Bomben gefunden worden. "Es läßt sich nicht leugnen", so der deutsche Botschafter, "daß die armenische Bewegung in den letzten Wochen einen besorgniserregenden Charakter angenommen hat, der die Regierung zu scharfen Repressivmaßregeln veranlaßt hat."
1915-05-08-DE-003     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
Im Vilajet Van würden Christen revoltieren.
1915-05-08-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Österreich müsse Italien gegenüber einlenken, so die Meinung der Türken, weil es die Türkei in den Krieg gezogen habe.
1915-05-08-DE-005     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Österreich hat sich für Ende Mai zum Angriff auf Serbien festgelegt.
1915-05-08-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Unruhen in Libyen seien entstanden, so Garroni, weil Italien kein Getreide lieferte.
1915-05-08-DE-007     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn läßt Bulgaren und Türken darauf hinweisen, daß die militärischen Aktionen in Galizien Voraussetzung für die Freimachung des Weges durch Rumänien seien.
1915-05-08-DE-008     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim übersendet ein von der Botschaft zusammengestelltes Memoir, beteffend den Verschwörungsplan, den das Pariser Bügerkomitee zusammen mit Venizelos zum Sturz der Jungtürken und der Türkei ausgearbeitet haben soll.
1915-05-08-DE-009     Reichs-Marineamt (Tirpitz) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Frankreich und England hätten nach Berichten eines Agenten die Angriffe auf die Dardanellen verschoben, bis Russland Truppen landen und Konstantinopel erobern kann.
1915-05-08-DE-010     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die Russen seien an verschiedenen Stellen der Kaukasusfront durchgebrochen, so Konulat Erzerum.
1915-05-08-DE-011     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
England und Frankreich wollen angeblich die Angriffe auf die Dardanellen verschieben, bis die Russen Truppen landen und Konstantinopel erobern können.
1915-05-09-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Bulgarien bittet um energisches Vorgehen gegen Serbien.
1915-05-09-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Bulgarien verlangt von Deutschland die Zusicherung, ihm den Besitz von Serbisch-Mazedonien zu garantieren, selbst wenn Bulgarien das Gebiet zwar nicht besetzen aber bis zum Friedensschluß neutral bleiben würde.
1915-05-09-DE-003     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der österreichische Gesandte habe jetzt den Antrag auf Kooperation Bulgariens gegen Serbien gestellt.
1915-05-09-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
In der griechischen Innenpolitik herrsche zur Zeit ein nervöser Dilletantismus.
1915-05-09-DE-011     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Bei den Unruhen in Van hätten die Türken 1000, die Armenier 3000 Tote gehabt.
1915-05-10-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Das Konsulat Mossul habe Straßenkämpfe in Van gemeldet. Gleichzeitig hätte sich der Nestorianer-Stamm der Tiari im Bezirk Baschkale erhoben
1915-05-10-DE-002     Deutsche Bank an Auswärtiges Amt
Die Deutsche Bank bestätigt, daß sie die Auszahlung für Hoff und Blehr nunmehr vornehmen wird.
1915-05-10-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Durch die Veröffentlichung der abgefangenen, vor allem durch Venizelos vemittelten Korrespondenz der türkischen Opposition in Paris seien etliche Pesonen, darunter Kitchener, Venizelos und der griechische Gesandte Panas bloßgestellt.
1915-05-10-DE-005     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
In Bulgariens Kriegsministerium sei die Mitteilung des österreichischen Militärattachés über die Bereitschaft, zusammen mit Deutschland einzumarschieren, mit Genugtuung entgegengenommen worden.
1915-05-10-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Liman meldet heftige Nahkämpfe an den Dardanellen.
1915-05-10-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Nach den Armeniern Zeituns würden nunmehr auch die aus Marasch deportiert.
1915-05-11-DE-001     "Le Temps"
"Le Temps" meldet Kämpfe in Van und beschreibt die strategische Bedeutung der Stadt.
1915-05-11-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim berichtet über Verluste der Regierungstruppen und der Armenier in Van sowie über Verhaftungen in Erzerum.
1915-05-11-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Österreich-Ungarn sei auf fast alle Vorstellungen der Italiener eingegangen, so Jagow, aber Italien wolle offenbar den Krieg.
1915-05-11-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wenn durch Österreichs Schuld Italien an der Seite der Entente in den Krieg eintritt, habe das Rückwirkungen auf die Türkei, so der Großwesir.
1915-05-11-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der Großwesir beschwert sich über kritische Äußerungen deutscher Offiziere.
1915-05-12-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Aus geheimen Papieen folgt, daß die türkische Opposition in Paris die Ermordung Talaats, deutscher Offiziere und die Zerstörung der "Göben" plane. Die Operation laufe über Venizelos und griechische Kanäle, so Wangenheim.
1915-05-13-DE-001     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn teilt mit, daß nach den Ereignissen in Galizien die österreichisch-ungarische und deutsche Heeresleitung nunmehr bereit ist, gegen Serbien vorzugehen und deshalb darum bitte, daß ein bulgarischer Offizier ins Große Hauptquartier geschickt werde.
1915-05-13-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Mit den Tanin-Veröffentlichungen schüre die Türkei einen Konflikt mit Griechenland und schaffe den Zentralsmächten noch mehr Feinde.
1915-05-13-DE-003     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Die russischen Niederlagen in Galizien haben die Bereitschaft der Rumänen geschwächt, so Bussche, Italien in den Krieg zu folgen.
1915-05-13-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhany wünsche ein persönliches Treffen mit dem italienischen Generalstabschef Cadorna.
1915-05-13-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der Tanin setze seine Enthüllungen nicht fort, angeblichm weil die Klisches von Ukunden nicht fertig wurden.
1915-05-13-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der Großwesir sei bereit, Italien alle Konzessionen zu machen, denn es käme vor allem darauf an, den Krieg zu gewinnen.
1915-05-13-DE-007     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Die heimkehrenden Offiziere sollen sich zur Empfangnahme besonderer Vorschriften im Kriegsministerium melden.
1915-05-13-DE-008     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Girechenlands Neutralität sei nunmehr sichergestellt, versicherte AA-Chef Zographos und kündigte seinen Rücktritt an.
1915-05-13-DE-009     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Russland habe vor bei Anschluß Rumäniens an die Entente nach Bulgarien zu marschieren, so der griechische Gesandte in Petersburg.
1915-05-14-DE-002     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der Vertrag zwischen der Entente und Italien sähe keine Teilnahme an der Eroberung der Dardanellen vor, so der griechische Gesandte in Paris. Die Truppen Englands und Frankreichs reichten aus.
1915-05-14-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Französischer Kreuzer beschoß das deutsche Konsulat in Alexandrette, weil es die Konsulatsflagge gehißt hatte.
1915-05-14-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Militärattaché Leipzig unterrichtet über die Truppenverstärkungen für die Dardanellen.
1915-05-14-DE-011     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
Chalil Bey, so der deutsche Konsul in Mossul, marschiere mit seinen Truppen nach Van.
1915-05-15-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
England habe zunächst Angebote machen, dann aber erst von der Türkei Vorschläge hören wollen, was der Großwesir abgelehnt habe.
1915-05-15-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Konsulat Mossul
Der Innenminister habe bestätigt, daß die Kämpfe in Van anhielten.
1915-05-15-DE-012     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Der russische Einfluß in Van sei immer groß gewesen und die Armenier sähen in Rußland ihren natürlichen Beschützer. Der deutsche Einfluß auf die Armenier sei gering, die meisten von ihnen sähen in Deutschland den Komplizen der Türkei. Selbst bei den auf Missionen erzogenen Armeniern habe Deutschland wenig Sympathie. Das habe sich bei den Armeniern von Erzerum seit Ausbruch des Krieges insofern geändert, als sie es dem deutschen Konsul zuschreiben, daß es in Erzerum nicht zu Massakern gekommen sei. Ein Aufstand der Armenier von Erzerum sei nicht zu erwarten, wozu auch die maßvolle Haltung des Valis von Erzerum beigetragen habe, der im Gegensatz zu den der türkischen Militärs vor Ort stünde, die den Augenblick einer Abrechnung mit den Armeniern für gekommen hielten.
1915-05-15-DE-013     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Die armenische Bevölkerung der umliegenden Dörfer würde ausgewiesen.
1915-05-16-DE-001     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn drängt auf Beschleunigung der Vereinbarung mit Bulgarien
1915-05-16-DE-002     Großes Hauptquartier (Falkenhayn) an Auswärtiges Amt (Treutler)
Falkenhayn versucht Rumänien auf die deutsche Seite zu ziehen und bittet sogar um Durchmarschrechte.
1915-05-16-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der "Tanin" setze seine Serie über die Verschwörungspläne fort, weil Talaat und das Konitee es wünschen.
1915-05-16-DE-011     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Die Armenier der Umgebung von Erzerum würden auf Befehl des Armee-Oberkommandos nach Mamakatun verschickt. Da ein Aufstand der Armenier von Erzerum nicht anzunehmen sei, riefen die Maßnahmen bei den Armeniern Erzerums Erbitterung hervor. Die Zivilverwaltung sei unbeteiligt und lehne Verantwortung ab. Mordtmann gibt zu den Akten, daß nach Rücksprache mit Wangenheim keine Schritte zu unternehmen seien.
1915-05-17-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Weber)
In Van hätte der Vali versucht, einen Kontaktmann zum Prediger Spörri zu schicken, doch sei von Seiten der Armenier auf ihn geschossen worden.
1915-05-17-DE-002     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Aus Erzerum würden die Armenier deportiert, was zu deren wirtschaftlichen Ruin führen müsse und vielleicht auch solle.
1915-05-17-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Wien
Da griechisches Volk befüchten würde, trotz weiterer Neuralität bei Friedensschluß von der "Teilung des Raubes, namentlich in der Türkei", so Jagow, ausgeschlossen zu bleiben, sollte ihm, falls Italien losschlägt, in Aussicht gestellt werden, sich von Albanien so viel zu nehmen wie es wolle.
1915-05-17-DE-004     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Bethmann Hollweg erkundigt sich nach der militärischen Strategie im Falle eines Krieges mit Italien und drängt auf die Aktion gegen Serbien.
1915-05-17-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Um Verwundetentransporte der Entente über Saloniki zu verhindern wurden die Gesandten Österreich-Ungarns und Deutschlands beim Ministerpräsidenten vorstellig.
1915-05-17-DE-006     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Im Falle des Kriegseintritts Italiens interessiere sich Griechenlands Premier Gunaris hauptsächlich für den Dodekanes.
1915-05-17-DE-013     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Die Armenier bäten darum, den Patriarchen über die Ereignisse in Erzerum zu informieren. Mordtmann macht Zaven Mitteilung und empfiehlt ihm, sich ans Kriegsministerium zu wenden.
1915-05-18-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Das Konsulat Erzerum habe berichtet, Van sei von den Russen besetzt und 80000 Moslems seien nach Bitlis geflohen.
1915-05-18-DE-003     Deutsche Missionsstation in Mamuret-ul-Aziz (Johannes Ehmann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Zwar sei die Abgabefrist für Waffen verlängert worden, so der deutschen Waisenhausleiter, doch die Lage der einheimischen Christen verschlechtere sich zusehends.
1915-05-18-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Bulgarien, so der türkische Außenminister Halil, werde bei erfolgeichem Beginn der Aktion gegen Serbien ebenfalls einmarschieren, möchte aber den Anschein erwecken, dabei selbstständig zu handeln und nicht in Kooperation mit den Zentralmächten.
1915-05-18-DE-005     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Bussche rät von Konzessinen an Rumänien in der Bukowina und in Form von Autonomie in Siebenbürgen ab, weil nur Abtretung von Siebenbürgen Eindruck machen würde. Wichtig sei die schleunige Besetzung der serbischen Nordostecke.
1915-05-18-DE-006     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der König wünsche erst klare Zusagen, bevor er einen Offizier ins Hauptquartier schickt.
1915-05-18-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Major Endres, so Liman von Sanders, werde nicht wieder in seine dienstliche Stellung zurückkehren.
1915-05-18-DE-011     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
In Adana, so der deutsche Konsul, habe es Verbannungen und Hinrichtungen gegeben. Speziell die Deutsche Orientbank bitte, die Deportationen einzustellen. Wangenheim weist in seiner Antwort auf den Aufstand in Van und andere Vorgänge hin und sieht sich nicht in der Lage, die Maßregeln zu hindern.
1915-05-18-DE-012     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Das Elend der vertriebenen Armenier sei fürchterlich. Er erbäte Instruktion, ob er deswegen bei dem Oberkommandierenden Schritte unternehmen könne.
1915-05-18-DE-014     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
Der Oberherr der Nestorianer teile mit, daß Moslems im Bezirk Amadia Christen Massaker planten. Der Vali von Mossul verhalte sich passiv. Der deutsche Vizekonsul erbitte Order an die Regierung in Mossul. Mordtmann gab Inhalt des Telegramms an das osmanische Innenministerium weiter.
1915-05-19-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Er habe vergeblich versucht, telegraphischen Kontakt zu dem Anstaltsleiter Spoerri in Van aufzunehmen. Der Vali habe berichtet, er hätte mittels eines Boten mit weißer Fahne versucht, das Telegramm zu übermitteln, die armenischen Aufständischen hätten aber auf den Parlamentär gefeuert.
1915-05-19-DE-004     Botschaft Wien (Tschirschky) an Auswärtiges Amt
Wien ist damit einverstanden, Griechenland für Neutralität Albanien anzubieten.
1915-05-19-DE-005     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Bukarest
Die militärische Leistung der österreichisch-ungarischen Truppen habe sich in Galizien erheblich verbessert, was auch in Rumänien hervorgehoben werden sollte.
1915-05-19-DE-006     Reichkanzler (Bethmann Hollweg) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Bulgarien werde in Serbien eingreifen, so Bethmann Hollweg, wenn deutsche Truppen dort intervenieren. Nur so könne verhindert werden, daß die Türkei wegen Munitionsmangelns zusammenbricht.
1915-05-19-DE-007     Türkischer Kriegsminister (Enver) an Deutscher Generalstab (Falkenhayn)
Der türkische Kriegsminister Enver hält den Feldzug gegen Russland im Augenblick für wichtiger als die Öffnung des Transportweges zur Türkei.
1915-05-19-DE-008     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Weitere Meldungen über die Kämpfe in den Dardanellen und neuerdings in Van.
1915-05-19-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Missionsstation Mamuret-ul-Aziz (Johannes Ehmann )
Er sei befriedigt, so der deutsche Botschafter, daß zu Besorgnissen in Mamuret ul Aziz vorläufig kein Grund sei. Er gäbe zu bedenken, daß die Regierung aufgrund der Ereignisse in Van Vorsichtsmaßregeln ergreifen müsse, unter denen gelegentlich auch die friedliche Bevölkerung zu leiden habe. Immerhin habe es bislang noch nirgends Massaker gegen die Armenier gegeben.
1915-05-19-DE-015     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter)
Vizekonsul Scheubner-Richter sei ermächtigt, beim Oberkommando in Erzerum wegen der vertriebenen Armenier vorstellig zu werden und, wenn eine Zurücknahme der Maßnahme nicht möglich, auf humane Behandlung zu dringen. Allerdings wolle er sein Einwirken "in den Grenzen eines freundschaftlichen Rat halten" und "den Charakter einer amtlichen Demarsche vermeiden".
1915-05-20-DE-001     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Der deutsche Konsul berichtet von der Deportation der Armenier aus der Passin-Ebene und den Ernte-Verlusten, die auch türkische Grossgrundbesitzer treffen. Klagen über die Unmöglichkeit von Hilfen und Eigeninitiativen, die Armenier mit Brot zu versorgen, kommentiert der deutsche Generalstabschef in osmanischen Diensten Bronsart von Schellendorff mit bissigen Bemerkungen.
1915-05-20-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Sofia (Michahelles)
Der Konflikt zwischen Österreich-Ungarn und Italien könnte zur Folge haben, daß sich Österreich mit Serbien verständigt, so Jagow. Wenn die Mazedonier "ihre Ideale verwirklicht sehen wollen", so der deutsche AA-Chef, müßten sie jetzt Druck auf die bulgarische Regierung ausüben.
1915-05-20-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Jagow fragt, ob die Türkei den Kampf fortsetzen könne, wenn der Transportweg dorthin noch nicht freigemacht werden könne.
1915-05-20-DE-005     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Ohne Angriff auf Serbien bestünde die Gefahr, so Halil, daß sich Bulgarien gegen die Türkei wende, was diese nicht aushalten könne.
1915-05-20-DE-006     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Erst müsse der Sieg in Galizien gefestigt sein, so Falkenhayn, dann könne der Balkan befriedet werden.
1915-05-20-DE-007     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Die bulgarische Öffentlichikeit erwarte keinen deutschen Angriff mehr auf Serbien. Erst wenn deutsche Truppen wirklich einmarschieren, könne an ein Bündnis gedacht werden.
1915-05-20-DE-008     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Details über Kämpfe an den Dardanellen.
1915-05-21-DE-001     Großes Hauptquartier (Treutler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Falkenhayn bittet den Reichskanzle um seine Einschätzung der Rolle Rumäniens, die Bethmann Hollweg in seine Antwort als ungeklärt bezeichnet.
1915-05-21-DE-002     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Erst müsse Russland völlig geschwächt sein, so Falkenhayn an Enver, ehe die Operation Serbien beginnen könne. Der Kriegseintritt Italiens werde daran nichts ändern.
1915-05-21-DE-003     Matthias Erzberger an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Der US-Jounarlist Swing über die Lage auf dem Balkan und in der Türkei sowie die Absichten der Entente nach Friedensschluß.
1915-05-21-DE-004     Botschaft Rom (Bülow) an Auswärtiges Amt
Der türkische Botschafter stellt Überlegungen für den Fall eines Kriegseintritts Italiens an.
1915-05-21-DE-005     Botschaft Rom (Bülow) an Auswärtiges Amt
Sir Edward Grey, so der Aupenpolitiker des Vatikans, Kardinal Benedetto Lorenzelli, ginge es um die wirtschaftliche und politische Niederwerfung Deutschlands und die Zertrümmerung des Deutschen Reichs unter preußischer Führung, während er Österreich und selbst ein katholisches deutsches Staatengebilde dulden würde.
1915-05-21-DE-006     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Gunaris wollte sich nicht zum deutschen Vorschlag äußern, fand aber Gebietszuwachs bis zum Durazzo als etwas reich bemessen.
1915-05-21-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim schickt die vom Tanin veröffentlichten Dokumente eines Konstantinopler leitenden Komitees von Oppositionellen, die durch griechische diplomatische Kanäle nach Athen und Paris transportiert worden sind
1915-05-22-DE-001     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Den Platz der vertriebenen Armenier würden die Muhadschirs einnehmen, was, so der Verweser, "vielleicht von Anfang an der Zweck der Aussiedlung war". Das Verhalten der begleitenden Gendarmen könne "Untertanen feindlicher Staaten gegenüber auch nicht schroffer sein". Wangenheim verteidigt jedoch das Vorgehen der Türken.
1915-05-22-DE-002     "L'Humanité"
Bericht über die Massaker in Türkisch-Armenien; Flucht der Armenier nach Russisch-Armenien, wo sich bereits 100000 geflohene Armenier befinden sollen.
1915-05-22-DE-004     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantintopel
Der Katholikos von Sis bittet Konsulat Adana um Beförderung eines Schreibens an Djemal.
1915-05-22-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die Dardanellen könnten nur verteidigt werden, wenn genug Munition zur Verfügung steht, so die türkische Führung. Von Österreich müsse verlangt werden, notfalls durch Konzessionen den Transportweg von Deutschland in die Türkei freizubekommen.
1915-05-22-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Humann) an Admiralstab der Marine
Enver listet auf, unter welchen Umständen sich die Türkei halten kann und was sie von Deutschland und Österreich-Ungarn erwartet.
1915-05-22-DE-007     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Sobald deutsche Truppen an der Grenze erschienen, würde Bulgarien mobilisieren, so Generalstabshef Boyadjiew.
1915-05-22-DE-008     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Möglich, daß Italien nach Kriegsbeginn gegen Österreich die Türkei solange schont, bis alle Italiener das Land verlassen haben.
1915-05-22-DE-009     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Rumänien verhindere die Durchfahrt, so der rumänische Geschäftsträger in Konstantinopel, um Druck auf Deutschland aufrechtzuerhalten.
1915-05-22-DE-010     Reichkanzler (Bethmann Hollweg) an Botschaft Rom
Ein Angriff auf Österreich, so Bethmann Hollweg, wäre ein Angriff auf deutsche Truppen, die in allen österreichischen Heeresverbänden vertreten sind. Dies solle Sonnino klar gemacht werden. Damit brauche Deutschland im Fall eines Angriffs auf Österreich nicht mehr formell Italien den Krieg zu erklären.
1915-05-22-DE-011     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Er habe mit der Armee die Vertreibung der Armenier telefonisch besprochen. Die Dörfer der vertriebenen Armenier würden von moslemischen Emigranten besetzt.
1915-05-23-DE-001     Botschaft Rom (Bülow) an Auswärtiges Amt
Italiens König Victor Emanuel III versichterte dem Schweizer Gesandten von Planta, er werde alles tun, damit Deutschen und deutschen Instituten in Italien kein Schaden durch die Kriegserklärung entstünde. Wilhelm II dazu: "Verrath vergiebt kein Deutscher!"
1915-05-23-DE-002     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Generalstab des Feldheeres (Falkenhayn)
Der Eintritt Italiens in den Krieg auf Seiten der Entente sei nunmehr sicher, so Bethmann Hollweg, nun müßten die Konsequenzen für den Balkan bedacht werden. "Nur militärische Maßnahmen können die Lage noch retten." Rumänien und selbst Bulgarien gingen an die Entente verloren, wenn Deutschland nicht schnell Serbien angreife.
1915-05-23-DE-003     Großes Hauptquartier (Falkenhayn) an Auswärtiges Amt (Bethmann Hollweg)
Ein Angriff auf Serbien kann bestenfalls in vier Wochen begonnen werden, so Falkenhayn. Bis dahin müssten politische Lösungen mit den diversen Balkanstaaten und der Türkei gesucht werden.
1915-05-23-DE-004     Gesandrtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Zehn Tage nach Einmarsch der Deutschen würden sie in Mazedonien Aufstände durchführen, so das mazedonische Komitees in Sofia.
1915-05-23-DE-005     Großes Hauptquartier (Falkenhayn) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Österreichische und deutsche Vorstellungen über einen Kriegzustand zwischen der Türkei und Itlaien divergieren völlig.
1915-05-23-DE-006     Auswärtiges Amt (Jagow) an Matthias Erzberger
Offenes Gespräch über die Bedeutung verschiedener Balkanstaaten für Deutschland.
1915-05-23-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Ein stundenlang mit Feuer der Schiffe und Landungsartillerie vorbereiteter Angriff wurde mit großen Verlusten für den Feind (mehr als 2000 Tote) bei 43 eigenen Toten zurckgewiesen.
1915-05-24-DE-001     Konsulat Sofia (Podewitz) an Botschaft Konstantinopel
Ein Dr. Liparit sei beim Konsulat nicht bekannt.
1915-05-24-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der Schlüssel für die Gesamtlage auf dem Balkan läge bei Rumänien, so der bulgarische Geschäftsträger in Konstantinopel. Ihm müssten wichtige Konzessionen gemacht werden. Sein österreichischer Kollege aber, so Wangenheim, "will von Konzessionen an Rumänien absolut nichts wissen."
1915-05-24-DE-003     Botschaft Wien (Tschirschky) an Auswärtiges Amt
Der Großwesir hätte volles Verständnis für die Abtretung des linken Maritza-Ufers an Bulgarien, so Pallavicini, um dadurch ein Bündnis zwischen der Türkei und Bulgarien zustandezubringen.
1915-05-24-DE-004     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Bulgarien würde auch ohne Militär-Konvention in Serbien eingreifen, wenn deutsche Truppen dort eingedrungen seien.
1915-05-24-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Rumänien soll sich auf einen Angriff vorbereiten.
1915-05-24-DE-006     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Die Entente mache hier mit ihren Versprechungen ebenso wie in Italien Eindruck, so Bussche.
1915-05-24-DE-011     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Die amerikanische Mission bäte den Leiter der Konstantinopler Bibelgesellschaft, Mr. Peet, den Armeniern mit Geldmitteln zu helfen.
1915-05-25-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel
Die französische Agence Havas habe die Note Frankreichs, Großbritanniens und Rußlands veröffentlicht, in der die Regierungen der Entente die Mitglieder der osmanischen Regierung persönlich für die begangenen Verbrechen verantwortlich machen. Die Meldung solle nur gleichzeitig mit der türkischen Erwiderung veröffentlicht werden, verfügt Zimmermann.
1915-05-25-DE-002     Auswärtiges Amt an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Der Sekretär des Konsulats in Signapur, Lerch, berichtet über seine Beobachtungen in Ägypten, über die australischen und neuseeländischen Truppen sowie über einen Attentatsprozeß.
1915-05-25-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Ohne Konzessionen Österreich-Ungarns könne Rumänien für die Zentralmächte nicht gewonnen werden, so Wangenheim, doch dafür bestünde offenbar bei dem Bundesgenossen keinerlei Einsicht.
1915-05-25-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Jagow rät der Türkei zu Scheinverhandlungen über ein Neutralitätsabkommen.
1915-05-25-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Türkische Presse schweige über Italien, verlange aber die Sicherung des Transportweges über Serbien.
1915-05-26-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Bukarest (Bussche-Haddenhausen)
Jagow weist den rumänischen und bulgarischen König darauf hin, daß die Italiener voraussichtlich mehrere nicht verteidigte Städte erobern und daraus übertriebene Siegesmeldungen fabrizieren, um die Kriegsstimmung im Lande zu heben.
1915-05-26-DE-002     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Die Spitzen der deutschen Truppen gegen Serbien seien bereits an der Donau und Save angekommen.
1915-05-26-DE-003     Generalkonsul Budapest (Fürstenberg) an Auswärtiges Amt
Die Türkei könne über eine halbe Million guter Soldaten für oder gegen Rumänien einsetzen, so Botschafter Osman Nizami Pascha..
1915-05-26-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Aus militärischer Sichtr, so Falkenhayn, brauche er Rumänien nur, um den Transportweg in die Türkei sicherzustellen.
1915-05-26-DE-005     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Sofia (Bussche-Haddenhausen)
Die zur serbischen Grenze transportierten Truppen seien nur der Grenzschutz.
1915-05-26-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Die Türkei habe noch kein Angebot der Italiener erhalten, würde aber nur in Abstimmung mit Wangenheim vorgehen.
1915-05-26-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Türkische Presseberichte nach der italienischen Kriegserklärung.
1915-05-26-DE-012     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Aus dem Sandjak Marasch und dem östlichen Teil der Provinz Adana seien etwa 10000 Armenier verbannt worden. Unschuldige würden für Schuldige bestraft. Es sei Zeit einzuhalten. Talaat behaupte, notiert Armenien-Spezialist Mordtmann, über die Deportationen aus Marasch nicht unterrichtet zu sein.
1915-05-26-DE-013     Amerikanisches Bibel Haus in Konstantinopel (William W. Peet) an Deutsche Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Peet unterrichtet Mordtmann davon, daß Gelder für Erzerum bereitstünden.
1915-05-27-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
An die Übersendung eines Zeugenberichts des deutschen Missionars Blank knüpfe er die Bedingung, so der deutsche Botschafter, daß dieser Bericht nicht der Presse übergeben würde.
1915-05-27-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Große Siege gegen Italien seien zu Anfang nicht zu erwarten.
1915-05-27-DE-004     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Besetzung Triests würde einen verheerenden Eindruck machen.
1915-05-27-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Österreichs Generalstabchef Conrad möchte die Gründe wissen, weshalb Deutschland der Türkei rät, nicht in den Krieg mit Italien einzutreten, während Conrad das Gegenteil wünscht.
1915-05-27-DE-006     Gesandtschaft Kopenhagen (Rantzau) an Auswärtiges Amt
Italien habe sich gegenüber der Entente wohl nicht zum Einschreiten gegen die Türkei verpflichtet, so der dänische Außenminister Scavenius.
1915-05-27-DE-007     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Sofia
Die Aktion gegen Serbien könne erst nach Beendigung der Karphatenoperationen beginnen, es würden aber bereits Grenzschutztruppen zur Grenze transportiert.
1915-05-28-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Enver bittet Falkenhayn, sich dafür einzusetzen, daß der in Deutschland weilende Djavid eine größere Anleihe bekommt, weil die Türkei die Ausgaben für ihre Armee nicht mehr decken kann.
1915-05-29-DE-001     Konsulat Alexandrette (Hoffmann) an Botschaft Konstantinopel
Die Regierung werde hart gegen die Armenier vorgehen, wie auch der General Fakhri Pascha angekündigt habe.
1915-05-29-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der Kriegseintritt Italiens und die unklare Haltung Rumäniens lasse es richtig erscheinen, so Michahelles, die bugarische Führung derzeit nicht zu Entscheidungen zu drängen.
1915-05-29-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Talaat, so der Armenien-Spezialist der deutschen Botschaft Mordtmann in einer Aufzeichnung, habe die angeregte Milderung für die Armenier Erzerums abgelehnt, da gegen sie Belastendes zutage getreten sei. Man habe sie mit den Deportationen vor Schlimmerem, nämlich Massaker schützen wollen.
1915-05-29-DE-013     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann) an Konsulat Erzerum
Der Leiter des American Board of Commmissioners for Foreign Missions in Konstantinopel, Peet, ermächtige die amerikanische Mission in Erzerum, 250 Pfund auf ihn zu ziehen.
1915-05-30-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Konsulat Erzerum
Talaat behaupte, die Armenier von Erzerum seien durch Bombenfunde stark belastet und die Deportationen seien in ihrem eigenen Interesse, um Massaker zu verhindern.
1915-05-31-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Enver Pascha beabsichtige, strenger gegen die Armenier vorzugehen und "alle nicht ganz einwandfreien Familien in Mesopotamien anzusiedeln". Der deutsche Botschafter bittet, die Maßnahmen grundsätzlich nicht zu hindern und Lepsius sowie andere deutsche armenische Komitees entsprechend zu informieren.
1915-06-01-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Weitergabe von Beobachtungen zur Person Liparits.
1915-06-01-DE-002     Gesandtschaft Kopenhagen an Auswärtiges Amt
Russische und finnische Zeitungen berichten über Massakern an Armeniern in verschiedenen Regionen der Türkei.
1915-06-01-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Deutsche Divisionen seien, so Falkenhayn, bereit, in Serbien einzumarschieren. Bulgarien müsse jedoch zuvor mobilisieren.
1915-06-01-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die türkische Regeirung fragt an, ob Deutschland wünsche, dass die Türkei die Beziehungen zu Italien abgricht. Jagow empfiehlt, zunächst Neutralität beizubehalten.
1915-06-02-DE-001     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Die armenische Bevölkerung erblicke in ihm als einzigem Vertreter christlicher Macht ihren natürlichen Beschützer. Die Lage sei peinlich und er bitte um Schritte bei der Pforte, die Wangenheim jedoch ablehnt.
1915-06-02-DE-002     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Türkische Freischärler bedrängten die armenische Bevölkerung von Erzerum und zwängen Armenier, ein russischens Grabmahl niederzureißen.
1915-06-02-DE-003     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Enten dränge Griechenland immer mehr, Untersuchungsrechtete zuzugestehen, damit die Versorgung deutscher U-Booote unterbunden werden kann.
1915-06-02-DE-012     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Die Rücksprache mit dem Oberkommandierenden habe zu keinem Ergebnis geführt. Alle Armenier sollten nach Deir-es-Zor deportiert werden, was einem Massaker gleichkomme, da mangels Transportmittel kaum die Hälfte lebend den Bestimmungsort erreichen dürfte. Zum Islam übergetretene Armenier seien nicht ausgewiesen worden. Die von ihm besuchten armenischen Dörfer seien ausgeplündert, desgleichen das Kloster Kizilwang.
1915-06-02-DE-014     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
In Erzerum seien keine Bomben gefunden, was auch der Vali bestätigt habe.
1915-06-03-DE-002     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Übersendung eines Schreibens des Katholikos von Kilikien an den Patriarchen in Konstantinopel. Mordtmann bat den Patriarchen, nichts darüber zu verlautbaren, daß die Anlage über deutsche diplomatische Kanäle übermittelt sei.
1915-06-03-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn regt bei Bethmann Hollweg an, nach der Rückeroberung von Przemysl Russland ein Friedensangebot zu machen. Bethamnn Hollweg lehnt ab, hauptsächlich, weil Bulgarien und Rumänien darin eine Schwäche sehen und zur Entente übertreten würden.
1915-06-03-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die Armenier des Vilajets Adana sollen auf moslemische Dörfer des Vilajets Aleppo verteilt werden. Dort müßten sie zugrunde gehen. Außerdem sei der für eine milde Politik einstehende Vali Djelal Bey entmachtet worden. Ein besonderer Beamter - Eyub Bey - sei geschickt worden.
1915-06-04-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim referiert einen Bericht des Pfarrers Johannes Ehmann, daß die Hausdurchsuchungen der Armenier kein belastendes Material zutage gefördert hätten; die Regierung ginge aber gegen die Parteien Daschnak und Hintschak vor, obgleich die offiziell anerkannt seien. Die Armenier hätten sich Waffen zugelegt und damit das Mißtrauen der Moslems erzeugt, der Eifer zum Waffenkauf hätte allerdings in den letzten Jahren sehr nachgelassen oder ganz aufgehört.
1915-06-04-DE-002     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Die Weitergabe des von Scheubner-Richter an den Patriarchen in Konstantinopel übermittelten Telegramms des Bischofs Sembat lehnt Wangenheim ab, läßt dem Patriarchen aber inhaltlich Mitteilung machen.
1915-06-04-DE-003     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Der Direktor der Banque Ottoman in Erzerum schlägt vor, eine Kommission zu bilden, die Eigentum und Warenvorräte der deportierten Armenier erfaßt. Die Generaldirektion in Konstantinopel stimmt dem Vorschlag zu.
1915-06-04-DE-004     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
160 armenische Notabeln mit ihren Familien seien ausgewiesen worden. Ihre Verbindlichkeiten betrügen etwa 100000 Pfund.
1915-06-04-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die türkische Regierung, so Wangenheim, verlange die Öffnung des Verkehrsweges von Deutschland in die Türkei. Enver hingegen meine, Deutschland dürfe sich militärisch nicht verzetteln.
1915-06-05-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim berichtet über das Kommuniqué der Regierung, das über seinen Entwurf hinausgegangen sei und Einzelheiten enthalte, (so die Tätigkeit Pasdirmadjans und Surens), die "den Schlüssel zu der von der Regierung verfügten Ausweisung" enthielte.
1915-06-05-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Englische Truppen hätten Amara eingenommen.
1915-06-05-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der amerikanische "diplomatic agent" Einstein entfalte eine feindliche Agitarion, so Wangenheim.
1915-06-05-DE-005     Konsula Aleppo (Rössler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Jakob Künzler berichtet über die politische und wirtschaftliche Lage in Urfa.
1915-06-06-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Lepsius wünsche nach Konstantinopel zu reisen, so Zimmermann, um "dortige armenischen Führern Notwendigkeit der Loyalität gegenüber der türkischen Regierung klar zu machen".
1915-06-06-DE-003     Nachrichtenstelle für den Orient (Oppenheim) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Oppenheim bezweifelt, daß der Groß-Scherif von Djedda hinter dem Überfall auf die Besatzung der Emden gestanden hat. Im Anhang berichtet der "Emden"-Kapitän Mücke ausführlich über den langen Rückmarsch der Emden-Mannschaft dürch Süd-Arabien, ihren Problemen mit den türkischen Behörden und und ihren Kämpfen mit Arabern.
1915-06-06-DE-012     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Ob es nicht möglich sei, so der deutsche Konsul, wenigstens die Frauen und Kinder zu verschonen. Talaat habe zugesagt, so die Antwort aus Konstantinopel, wegen der Verhältnisse der Armenier Aleppos beim dortigen Vali nachzufragen. Er habe die Sache bei Talaat "in einer Form vorgetragen, die ein Mißverständnis der Demarche ausschloß", notierte Mordtmann in einer Notiz. Talaat habe ihm in dem Gespräch klargemacht, daß die türkische Regierung den Weltkrieg benutzen wolle, "mit ihren innern Feinden - den einheimischen Christen aller Konfessionen - gründlich aufzuräumen".
1915-06-07-DE-001     "Wolffs Telegraphisches Büro"
Es sei absolut unwahr, so das Kommuniqué, daß im Osmanischen Reich Massaker gegen die Armenier stattgefunden hätten. Es habe keinerlei Aktionen gegen die Armenier gegeben, denn diese hätten nichts unternommen, um die öffentliche Ordnung zu stören.; vielmehr seien es die Agenten vor allem Rußlands und Englands, die zur Revolte aufriefen; die Konsuln dieser Länder hätten in Bulgarien und Rumänien osmanische Armenier in den Kaukasus geschickt, die von dort als Agenten ins Osmanische Reich eingeschleust worden seien, um Aufstände anzufachen. Die Briten hätten in Kilikien separatistische Armenier eingeschleust und in der Folge hätten sich die Armenier Zeituns erhoben. Gegen diese Aufständischen sei die osmanische Regierung maßvoll vorgegangen, ohne jedwede Beteiligung der Bevölkerung. Von den 77835 Armeniern Konstantinopels seien nur 235 verhaftet worden seien; ansonsten wären nur Armenier in Kriegszonen betroffen. Die einzigen Massaker hätten auf russischer Seite stattgefunden, wo Moslems in der Gegend von Kars von Armeniern umgebracht worden seien, ebenso türkische Kriegsgefangenen. Nicht die türkische, sondern die Regierungen der Entente müßten deshalb haftbar gemacht werden.
1915-06-07-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Wandel berichtet über zunehmende Zensur der Medien und wachsenden Chauvinismus, über Sprachreinigungen und die Propaganda der CUP in Konstantinopel.
1915-06-09-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim hält eine Reise von Lepsius nach Konstantinopel "für inopportun", zumal auch die osmanische Regierung sie nicht wünscht.
1915-06-09-DE-002     Deutscher Hülfsbund für christliches Liebeswerk im Orient (Friedrich Schuchardt ) an Auswärtiges Amt
Der Direktor des Deutschen Hülfsbundes für christliches Liebeswerk im Orient weist auf die Verfolgungen der Armenier hin und mahnt, daß der Aufbau eines deutschen Schulwesens nach dem Krieg erschwert würde, "wenn durch ungerechte Behandlung die christlichen Kreise ausgeschlossen wären".
1915-06-09-DE-003     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Rößler erbittet Anfrage beim örtlichen Vali über das Schicksal der Armenier. Mordtmann lehnt weitere Intervention ab.
1915-06-09-DE-004     Konsulat Konstantza (Fendt) an Auswärtiges Amt
In Rumänien würden Armenier Freiwillige anwerben und nach Rußland schicken.
1915-06-10-DE-001     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Er habe auf die Bitten armenischer Kreise um Hilfe darauf hingewiesen, daß die deutsche Regierung für sie nicht eintreten kann, da die Aussiedlung militärisch eine notwendige Folge der Vorgänge in Van sei.
1915-06-10-DE-002     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Der armenische Bischof habe um Begleitung der Deportierten durch Mitglieder des Konsulats gebeten. Er habe ablehnen müssen.
1915-06-10-DE-011     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
614 aus Diarbekir verbannte Armenier seien auf der Floßreise sämtlich abgeschlachtet worden. Seit Tagen trieben Leichenteile den Euphrat entlang. Der Vali habe sein Bedauern ausgesprochen und die Verantwortung dem Vali von Diarbekir gegeben.
1915-06-11-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Enver rechtfertigt die Ausweisung der Italiener von Adalia.
1915-06-11-DK-001     Konsulat Smyrna (Alfred van der Zee) an Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel)
Alfred van der Zee berichtet über Blockade und Beschießung von Smyrna sowie der Verhaftung von Entente-Bürgern in Smyrna, ferner darüber, wie örtliche Bürger und Konsulate versuchen, den Gefangenen zu helfen.
1915-06-12-DE-001     Johannes Lepsius an Auswärtiges Amt (Rosenberg)
Lepsius übermittelt dem Auswärtigen Amt den von Liparit erstellten militärischen Lagebericht.
1915-06-12-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Der armenische Patriarch teilte Mordtmann in einem Gespräch mit, daß er als das Ziel der armenierfeindlichen Politik die Vernichtung der Armenier sehe und sich nichts mehr von den Deutschen verspräche.
1915-06-12-DE-003     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Er bitte Monsignore Terzian mitzuteilen, daß er die Abreise aller Schwestern für notwenig halte und schlägt Tage drauf vor, sie einer österreichischen Delegation mitzugeben, um dann doch zu entscheiden, daß Wege zu unsicher seien.
1915-06-12-DE-004     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Ihm habe ein bulgarischer Gesandter gesagt, so Bussche, Bulgarien werde das Anerbieten der Entente nicht annehmen. Einem befreundeten russischen Korrespondenten jedoch habe der gleiche Gesandte mitgeteilt, die bulgarische Regierung prüfe die Angebote und werde sie vermutlich akzeptieren.
1915-06-12-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Englische Unterseeboote hätten Handels- bzw. Lazarettschiffe torpedeirt.
1915-06-12-DE-013     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Etwa 30000 Armenier seien bisher verbannt worden, habe der Katholikos von Sis angegeben, in der Regel die ganze Bevölkerung der betroffenen Gebiete. Die Regierung ginge weit über notwendige Vorbeugungsmaßnahmen hinaus und riskiere beim Friedensvertrag beträchtliche Nachteile.
1915-06-13-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Zimmermann ersucht Wangenheim, die Widerstände der Pforte gegen eine Reise von Lepsius nach Konstantinopel zu überwinden. Lepsius, ein, so Zimmermann "leicht lenkbarer Herr", würde in Konstantinopel nichts unternehmen, was nicht die Billigung Wangenheims und der deutschen Staatsmänner fände; andererseits würde er damit die Besorgnisse der Armenier in Deutschland mildern, selbst wenn er "nichts ausrichtet".
1915-06-13-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Auswärtiges Amt (Treutler)
Die Türkei dringt auf Öffnung des Transportweges Deutschland-Türkei. Deutschland solle notfalls mit mit militärischen Maßnahmen gegen Rumänien drohen.
1915-06-13-DE-011     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
Die Armeniermassaker im Vilajet Diarbekir, berichtet der deutsche Vizekonsul, könnten unabsehbare Folgen haben. Christen seien nahezu vogelfrei. Der altehrwürdige chaldäische Patriarch sei ohne Begründung von einem einfachen Polizisten vor das Kriegsgericht zitiert worden. Die Christenverfolgungen allgemein und die Armeniermassaker im besonderen müßten unbedingt aufhören.
1915-06-14-DE-001     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Scheubner-Richter möchte, daß sich Mechitaristen und Schwestern einer österreichischen Mission anschließen.
1915-06-14-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Ein unarmierter Dampfer von englischem U-Boot torpediert.
1915-06-15-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim berichtet über Verstärkungen an den Dardanellen und an der Ostfront; russische Angriffe auf die III. Armee seien total gescheitert.
1915-06-15-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Armee-Reorganisation im Osten.
1915-06-16-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Zwei türkische Handelsschiffe, eines mit 700 Passagieren, wurden von englischen U-Booten angegriffen.
1915-06-17-DE-001     Johannes Lepsius an Auswärtiges Amt (Rosenberg)
Lepsius übersendet dem Auswärtigen Amt Kopien zweier Briefe an Wangenheim.
1915-06-17-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Ein Geheimagent berichtete Wangenheim, die Daschnakzutiun und die Hintschak habe in Rumänien armenische Freiwillige für die russische Armee angeworben. Auch türkische Untertanen befänden sich unter den etwa 2000 Armeniern, die nach Rußland gegangen seien.
1915-06-17-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die Deportationen würden schonungslos fortgeführt. Auch läge zutage, daß die Deportation "nicht allein durch militärische Rücksichten motiviert" sei. Talaat habe Mordtmann gegenüber geäußert, die Eliminierung der Armenier "sei auch im Interesse der mit der Türkei verbündeten Deutschen, da die Türkei auf diese Weise gestärkt würde".
1915-06-17-DE-004     Bethmann Hollweg) Tisza)
In einem Gespräch mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Tisza weist Bethmann Hollweg darauf hin, daß es bereits kriegerische Aktionen deutscher mit italienischen Truppen gab. Um Österreich-Ungarn zu Hilfe zu kommen, habe Deutschland die Westfront riskant entblößt.
1915-06-18-DE-001     Johannes Lepsius an Auswärtiges Amt
Der Vorsitzende der Deutschen Orientmission übergibt dem Auswärtigen Amt ein Telegramm aus Sofia über Kriegsgerichtsprozesse gegen prominente Armenier sowie die Hinrichtung von 20 Hintschaken.
1915-06-18-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Der Unterstaatssekretär im Berliner Auswärtigen Amt informiert Wangenheim, daß loyalen Daschnakenführern Kriegsgericht droht und plädiert für vorläufigen Aufschub etwaiger Todesurteile. Mordtmann machte Vorstellungen bei Djanbulad Bey, der rechten Hand Talaats, der vorgab, einen der Hingerichteten, Framar, selbst verhört zu haben, der dabei gestanden habe, mit der Ermordung von Talaat beauftragt worden zu sein. Mordtmann habe den Eindruck gehabt, daß seine Demarche ihren Zweck nicht erreichte.
1915-06-18-DE-003     Auswärtiges Amt (Wesendonk)
Wesendonk teilt mit, daß Greenfield eine armenische "Rechtfertigungsschrift" über die Vorgänge in Van übersetze und sie dem Auswärtigen Amt zustellen werde; danach hätten sich die Armenier gegen die Kurden erhoben, nicht gegen die Türken, und die Russen als Beschützer gegen die Kurden bei sich aufgenommen.
1915-06-18-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim berichtet über die Hinrichtung von 20 Hintschakisten in Konstantinopel.
1915-06-18-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Konsulat Adana
Der katholische Patriarch erbitte Nachricht über den Bischof Keklikian. Es ginge ihm gut, antwortete Büge.
1915-06-18-DE-006     Deutsche Missionsstation in Mamuret-ul-Aziz (Johannes Ehmann)
Zwar seien Sprengmittel gefunden worden, die armenisch-evangelische Gemeinde aber stehe politischen Umtrieben fern.
1915-06-18-DE-007     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Eine erste Gruppe Notabler habe Erzerum am 16. verlassen.
1915-06-18-DE-008     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn befürchtet, daß drei starke englische Divisionen für die Dardanellen in Wirklichkeit in Dedeagatsch landen würden, um Druck auf Bulgarien auszuüben, sich der Etntente anzuschließen.
1915-06-18-DE-013     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Die deportierten Armenier aus Erzerum, so der deutsche Verweser, seien von Kurden überfallen und zumeist getötet worden. Er bäte um Instruktionen, "welche Schritte ich in dieser Angelegenheit und zur Verhinderung weiterer Abschlachtungen unternehmen soll".
1915-06-18-DE-016     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Es gingen Gerüchte über einen Aufstand der Armenier in Adana um, meldet der deutsche Vizekonsul. Dort, so die Recherchen der deutschen Botschaft in Konstantinopel, sei von einem Armenier-Aufstand nichts bekannt.
1915-06-19-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Rößler schickt einen geschlossenen Brief des Katholikos von Sis an den armenischen Patriarchen in Konstantinopel, Neurath akzeptiert nur geöffnete Briefe.
1915-06-19-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Militärische Lage an der Ostfront
1915-06-19-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann) an Missionsstation Mamuret-ul-Aziz (Johannes Ehmann)
Die Ausweisung der armenischen Bevölkerung von Mamuret ul Aziz sei nach Auskunft des Innenministeriums nicht beabsichtigt.
1915-06-20-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Schönberg)
Der Ingenieur der Anatolischen Eisenbahn Antréassian setzt sich für zwei Armenier (Armenag Parseghian und Krikor Balakian) ein , die am 24. April 1915 verhaftet worden seien. Beide hätten in Deutschland studiert und seien deutsch gesinnt.
1915-06-20-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die (muslimischen) Einwohner des Kaukasus wünschten, daß alle Armenier wegen der von ihnen begangenen Grausamkeiten getötet würden, so der türkische Botschafter in Teheran.
1915-06-21-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Der Vali von Diarbekir gehe mit besonderer Schärfe gegen die Armenier vor.
1915-06-21-DE-002     Deutsches Rot-Kreuz-Lazarett in Ersindschan (Dr. Theodor Colley) an Botschaft Konstantinopel
Colley beschwert sich darüber, daß die beiden Missionarinnen Elvers und Wedel-Jarlsberg in dem Lazarett alarmierende angebliche Gerüchte über Greuel an den Armeniern verbreitet hätten und berichtet über die Umstände ihres Verlassens von Erzinjian.
1915-06-21-DE-012     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter)
Der deutsche Vizekonsul solle dem Vali eindringlich vorstellen, daß Niedermetzelung der wehrlosen Bevölkerung unterbleiben müsse, weil das Racheakte der Russen und Armenier in den besetzen Gebieten zu Folge haben könnte. Im gleichen Sinne, so Wangenheim, werde er bei der Pforte Vorstellungen erheben.
1915-06-21-DE-013     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Der gemäßigte Vali von Aleppo, Djelal Bey, würde nach Angora versetzt.
1915-06-22-DE-001     Johannes Lepsius an Auswärtiges Amt
Lepsius unterrichtet das Auswärtige Amt über das volle Ausmaß der Deportationen und warnt davor, daß die bislang loyalen armenischen Komitees unter dem Druck der Ereignisse der Entente zuwenden könnten. Den deutschen Unternehmern würden beispielsweise durch die Evakuierungen in Kilikien sämtliche Arbeitskräfte entzogen. Nur die deutsche Regierung, hätten die von den Armeniern angesprochenen amerikanischen, bulgarischen und griechischen Konsuln geantwortet, sei imstande, "den Übeln zu steuern, weil sie allein Einfluß auf die türkische Regierung besitze".
1915-06-22-DE-002     Johannes Lepsius an Auswärtiges Amt (Rosenberg)
Lepsius weist darauf hin, daß Verhandlungen mit Russisch-Armeniern möglich seien; gegen Freilassung der 120 verhafteten armenischen Führern und Intellektuellen sowie Verzicht auf weitere Deportationen sei Einstellung der Kämpfe um Van vorstellbar und ein Verzicht der russischen Armenier, auf ihre türkischen Landsleute einzuwirken.
1915-06-22-DE-003     Armenisch-Katholischer Bischof von Adana (Keklikian) an Armenisch-Katholischen Patriarchen in Konstantinopel
Der armenische katholische Bischof von Adana berichtet über die Lage seiner Landsleute.
1915-06-22-DE-013     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Etwa 300 Familien seien ausgewiesen. Der Vali habe ihnen auf seine Intervention hin 100 Gendarmen beigegeben.
1915-06-22-DE-014     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Der Vali habe "Schmachvolles der Vorgänge" zugegeben und Armee-Oberkommando auf die Unsicherheit der Weg hingewiesen. Das jedoch bestünde auf Fortsetzung der Deportationen.
1915-06-23-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Zu einem Ergebnis bei den anstehenden türkisch-bulgarischen Verhandlungen würde es nur kommen, so Wangenheim, wenn Bulgarien etwas anbieten könne: Turppen an den Dardanellen oder Druck auf Rumänien, um den Transitweg Berlin-Konstantinopel freizumachen.
1915-06-23-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Militärattaché Leipzig berichtet von schweren Kämpfen an den Dardanellen.
1915-06-24-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Eine Reise von Lepsius nach Konstantinopel würde vom armenischen Patriarchat begrüßt und dürfte dazu beitragen, auf die armenischen Kreise günstig einzuwirken. Der Innenminister gestatte aber keine Reise ins Innere.
1915-06-24-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Liman von Sanders spricht von schweren Kämpfen an den Dardanellen und beklagt den großen Munitionsmangel.
1915-06-24-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Konsul Büge ist erstaunt, daß die Entente die praktisch unbewachte Küste der Provinz Andana und die dortigenEisenbahnbrücken kaum angegriffen hat.
1915-06-25-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim berichtet über die hingerichteten Hintschakisten und beruft sich bei seinen Angaben auf das armenische Patriarchat.
1915-06-25-DE-002     Matthias Erzberger) an Generalstab des Feldheeres (Falkenhayn)
Wenn die Zentralmächte Serbien angreifen, um die Nordostecke SErbiens und damit die Transitstrecke freimachten, wäre Bulgarien wohl bereit, ebenfalls anzugreifen. Auf dem Balkan sei, so Erzberger, der volle Sieg uns so gut wie sicher und die Frucht dieses Sieges" sei "von welthistorischer Bedeutung."
1915-06-25-DE-003     Zentralstelle für Auslandsdienst (Jäckh) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Häckh's Konfident in Konstantinopel (vermutlich Hans Humann) gibt hautpsächlich die Einschätzung Envers wieder. Über die Kriegsführung an den Dardanellen berichtet er, daß die Türken praktisch keine Gefangenen machen. Gegenüber dem deutschen Flottenchef Souchon herrsche eine gewisse Mißstimmung, was an Souchons Umgehensweise liegen würde.
1915-06-25-DE-012     Konsulat Trapezunt (Bergfeld) an Botschaft Konstantinopel
In Karahissar, so der deutsche Konsul, habe es Ausschreitungen gegen die Armenier gegeben habe und in Trapezunt hätten Verhaftungen "zwecks Abtransports" begonnen. Der Vali habe ihm "die bestimmtesten Versicherungen" gegeben, daß die Ausweisungen nur von den Behörden durchgeführt würden, unter Ausschaltung der jungtürkischen Komitees oder Privatpersonen. Damit sei der Gefahr von Ausschreitungen vorgebeugt.
1915-06-25-DE-013     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Konsulat Trapezunt (Bergfeld)
Dem Vali solle der Konsul "in freundschaftlicher Form aber eindringlich" Schutz der Deportierten empfehlen. Bergfeld antwortet, daß der Vali für die Wege durch das Gebiet der Dersim-Kurden keine Garantie geben könne. Ferner sei bekanntgegeben worden, daß mit Ausnahme der Kranken alle Armenier ausgewiesen würden.
1915-06-26-DE-001     Konsulat Erzerum (Scheubner- Richter) an Botschaft Konstantinopel
Scheubner-Richter leitet ein Telegramm des persischen Generalkonsuls weiter, wonach persische Armenier Erzerum bis zum 28. zu verlassen hätten. Auch wird um Aufschub von 3 Wochen gebeten. - Mordtmann notiert, der persische Botschafter habe bereits einen 8-tägigen Aufschub erlangt.
1915-06-26-DE-002     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Heute hätte die dritte Gruppe Erzerum verlassen, berichtet Scheubner-Richter. Er würde die Bevölkerung beruhigen, um Vorfälle wie in Bitlis, wo sich Armenier der gewaltsamen Ausweisung widersetzt hätten, zu verhindern.
1915-06-26-DE-013     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Der Oberkommandierende habe Anweisung gegeben, alle Armenier aus Erzerum auszuweisen. Diese "nur auf Rassenhaß zurückzuführende Anordnung" dürfte für die Armee bedenklich Folgen haben, da alle Militärhandwerker Armenier seien.
1915-06-26-DE-014     Missionsstation Mamuret-ul-Aziz (Johannes Ehmann) an Botschaft Konstantinopel
Der Leiter des deutschen Waisenhauses bittet um Gnade für die Unschuldigen unter den Deportierten.
1915-06-27-DE-001     Armenisches Komitee in Sofia an Johannes Lepsius
Das Komitee bittet um Hilfe für die Rettung namentlich genannter prominenter Armenier.
1915-06-27-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim berichtet über die Verurteilung und Hinrichtung von Armeniern in Kaissarié.
1915-06-27-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Auswärtiges Amt (Treutler)
Die Entente mache Bulgarien ein größeres Angebot, so Jagow, einzig wirksamer Gegenzug sei der Kriegsbeginn in Serbien. Dazu sei er augenblick außerstande, so Falkenhayn.
1915-06-27-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Angeblich sollendie von Deutschland zugesagten zwei Divisionen den Rumänen zu wenig sein. Falkenhayn sagte zu, sie "den Erfordernissen entsprechend" zu vermehren, wenn das notwendig sein sollte.
1915-06-27-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
60 Griechen seien in die Türkei übergesetzt, um dort zu stehlen, habe der Polizeichef von Samos berichtet. Dort seien zehn von ihnen in einen türkischen Hinterhalt geraten.
1915-06-27-DE-011     Konsulat Samsun (Kuckhoff) an Botschaft Konstantinopel
Die Regierung habe "wegen allgemeiner Verschwörung und Verrat wie Verwüstung einiger Städte Anatoliens und Tötung von deren muselmanischen Bevölkerung" die Ausweisung der gesamten armenischen Bevölkerung angeordnet. Da bei Armeniern große deutsche Guthaben ausstünden, ersuchte der deutsche Vizekonsul um Schritte zur Sicherstellung.
1915-06-27-DE-013     Konsulat Trapezunt (Bergfeld) an Botschaft Konstantinopel
Allein im Vilajet Trapezunt würden rund 30000 Personen von den Deportationen betroffen. Unter den Frauen und Kindern seien ungeheure Opfer zu befürchten, weil 300 Kilometer der Wege durch Flecktyphus verseucht seien. Der Vali berufe sich auf Weisungen aus Konstantinopel.
1915-06-28-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt unterrichtet Wangenheim, daß nach Auskunft von Lepsius der Abgeordnete Wramiam nach Konstantinopel zur Hinrichtung gebracht werden solle. Lepsius bäte um Intervention.
1915-06-28-DE-002     Missionsstation Mamuret-ul-Aziz (Ehmann) an Botschaft Konstantinopel
Der Generalgouverneur habe ihm gesagt, daß der Ausweisungsbefehl für alle Armenier der Provinz ohne Ausnahme gelte. Ehmann bittet daher den Botschafter, sich für die Personen des Waisenhauses einzusetzen.
1915-06-28-DE-003     Gesandtschaft Sofia (Hoesch) an Auswärtiges Amt
Mit italienischem Eingreifen an den Dardanellen versuche die Entente schon lange auf Bulgarien einzuwirken. Bulgarien werde nichts gegendie Zentralmächte unternehmen.
1915-06-28-DE-004     Konsulat Jaffa (Brode) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Ententeschiffe brachten Handelssegler auf.
1915-06-29-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Deutscher Hülfsbund für christliches Liebeswerk im Orient (Friedrich Schuchardt)
Neurath teilt dem Direktor des Deutschen Hülfsbundes mit, daß er sich wegen des Schutzes der Missionsstation in Van mit der amerikanischen Botschaft in Berlin in Verbindung setzen solle. Die Umsiedlung der armenischen Bevölkerung in Ostanatolien sei "von der türkischen Regierung hauptsächlich aus militärischen Gründen" erfolgt, "um die Insurgierung derjenigen Bezirke zu verhindern, in denen die Armenier in dichten Massen wohnen“.
1915-06-29-DE-002     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Rößler berichtet über "die grausamsten Dinge gegen die Armenier" in Urfa und Diarbekir; lediglich im Vilayet Aleppo herrsche noch Ruhe.
1915-06-29-DE-003     Botschaft Konstantinopel an Konsulat Samsun (Kuckhoff)
Die Botschaft teilt mit, daß sie sich um Verlängerung der Deportationsfrist bemühe. Der Konsul solle einen Weg finden, um die Waren der Deportierten im Interesse der Eigentümer und ihrer Gläubiger sicher zu stellen.
1915-06-29-DE-004     Konsulat Trapezunt (Bergfeld) an Botschaft Konstantinopel
Der hiesige Vali habe katholische Armenier, Witwen, Waisen usw. von der Verschickung ausgenommen. Bergfeld meint, daß dies böses Blut mache, falls die katholischen Armenier mit den übrigen gemeinsame Sache gemacht hätten. Die anderen Ausnahmen würden die von ihm gemachten Bedenken nicht zerstreuen.
1915-06-29-DE-005     Deutsches Rot-Kreuz-Lazarett in Ersindschan (Neukirch)
Ein deutscher Arzt, vermutlich Neukirch, berichtet über eigene Wahrnehmungen während der Ausweisung der Armenier aus Erzinjian und darüber, was ihm von einem türkischen Soldaten über die Niedermetzelung von etwa 3000 Frauen und Kindern in der Kemach-Schlucht berichtet wurde. Er gibt außerdem wieder, was ihm der Mutessarif über die Aufstände der Armenier in Van und Karahissar erzählt habe.
1915-06-29-DE-016     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die armenischen Abgeordneten Zohrab und Wartkes sollten nach Diarbekir geschickt werden, berichtet der deutsche Konsul, was "ihren sicheren Tod" bedeute. In Diarbekir, notiert Mordtmann, gehe es nach Aussagen des Konstantinopeler Patriarchen schlimm zu, ein Dutzend Armenier seien in der Voruntersuchung zu Tode geprügelt.
1915-06-29-DE-017     Konsulat Trapezunt (Bergfeld) an Botschaft Konstantinopel
Er teile die Ansicht seiner sämtlichen Kollegen, so der deutsche Konsul, daß die Deportation von Frauen und Kindern an Massenmord grenzt. Er bemühe sich um Ausnahmen.
1915-06-30-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Mordtmann erinnert daran, daß mit den Deportationen nach den Worten Talaats die Vernichtung der Armenier angestrebt werde. Er entwirft ein Memorandum an die türkische Regierung. In seiner Aufzeichnung hält er fest, daß die türkische Regierung die Ausdehnung der Ausweisungen anstrebt, die nicht mehr durch militärische Gründe gerechtfertigt sei. Dies wolle er der türkischen Regierung in dem Memorandum klarmachen und ihre Aufmerksamkeit besonders auf die deutsch-armenischen Anstalten lenken.
1915-06-30-DE-002     Katholikos der Armenier in Cilicien (Sahag II) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Der Katholikos erklärt dem Botschafter, daß der Verdacht, die Armenier würden die Deutschen nicht hochschätzen, falsch sei. Er und das armenische Volk seien Deutschland für seine Wohltätigkeitsanstalten sehr dankbar und haben diese Dankbarkeit auch dem Kaiser bei seinem Besuche ausgedrückt.
1915-06-30-DE-003     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter)
Die Verhaftung des Hausbesitzers und Hausverwalters des Konsulats Solikian sowie die Ausweisung des Stalldieners sei als Eingriff in die Rechte des Konsulates zu betrachten.
1915-06-30-DE-004     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Auch mit der Ausweisung des früheren Ehrendragomanns des Konsulats solle gezeigt werden, daß das Konsulat nicht mehr in der Lage sei, die Leute zu schützen.
1915-06-30-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Liman von Sanders fürchtet, daß wegen Munitionsmangel die Dardanellen nicht gehalten werden können, wenn dem nicht sehr schnell abgeholfen werden kann. Jagow hofft auf Munitionslieferungen der Bulgaren an die Türkei, die Bethmann Hollweg für unmöglich hält, solange keine freie Verbindung mit Österreich hergestellt worden ist. Die Türkei schließlich könne gezwungen werden, einen Separatfrieden abzuschließen.
1915-06-30-DE-006     Festungskommandant Dardanellen (Usedom) an Admiralstab
Wenn die Armee auf den Dardanellen weiter so viel Artillerieuinterstützung verlangt, könnte die Festung beim Fall der Halbinsel nicht mehr das Fahrwasser und die Minensperren verteidigen.
1915-06-30-DE-013     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Die Zahl der unterwegs ermordeten Armenier betrage 3000.
1915-07-01-DE-001     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Die Regierung habe die Handwerker von der Deportation befreit.
1915-07-01-DE-002     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstanitnopel
Chulussi Bey, der in Mamachatun Armenier massakriert habe, ginge provokatorisch vor. Der Vali scheine ihm gegenüber machtlos zu sein und könne seine Versprechen nicht halten. Formell hätte, nach Auskunft Talaats, so Neurath, Deutschland kein Recht, die Deportation armenischer Angestellter deutscher Konsulate verhindern zu wollen.
1915-07-01-DE-003     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaf Konstantinopel
Der amerikanische Missionar in Ezerum, Stapleton, bittet iin einem von den Deutschen verschüsselt übermitteltem Telegramm seine Botschaft, sich für den Verbleib des armenischen Personals einzusetzen.
1915-07-01-DE-004     Konsulat Samsun (Kuckhoff) an Botschaft Konstantinopel
Ein Teil der armenischen Schuldner habe den Glauben gewechselt, der größere Teil sei deportiert. Kuckhoff sammelt Besitztitel der deutschen Unternehmen ein.
1915-07-01-DE-005     Admiralstab der Marine (Nachmann) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Munitionsmangel wird dazu führen, so Admiral Usedom, daß die Festung nach dem Fall von Gallipoli Fahrwasser und Minensperren nicht mehr verteidigen kann.
1915-07-02-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim befürchtet, daß eine Reise von Lepsius "uns schwere Ungelegenheiten namentlich auch durch Einblick in die schlimme Lage der Armenier bereiten und unsere anderweitigen wichtigeren Interessen schädigen kann" und rät, Lepsius von der Reise abzuraten. Lepsius sei nicht zu bewegen, auf seine Reise zu verzichten, so Zimmermanns Antwort, werde aber den Weisungen der Botschaft strikt folgen.
1915-07-02-DE-002     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Solikian sei noch in Haft. Es solle ihm wenigstens genügend Zeit für Reisevorbereitungen gewährt werden.
1915-07-02-DE-003     Colmar von der Goltz an Kriegsministerium
Colmar von der Goltz sieht keine Möglichkeit, die Engländer aus Mesopotamien wieder zu vertreiben, wenn nicht die Eisenbahn-Verbindung mit Deutschland hergestellt werden kann, um namentlich schwere Artillerei und Munition herbeizuschaffen. Die Türken verließen sich darauf, daß Deutschland die Wiederherstellung des Osmanischen Reichs zugesagt habe, was Mesopotamien einschlösse. Bulgarien verlange Geländegewinne. Die von der Türkei gesteigerte Munitionsproduktion auf 820 Geschosse pro Tag genüge nicht und die Vorräte würden mit Ablauf des Juli erschöpft sein, wenn weiter gekämpft werde.
1915-07-02-DE-011     Konsulat Trapezunt (Bergfeld) an Botschaft Konstantinopel
Der deutsche Kriegsfreiwillige Schlimme habe auf seinem Weg von Erzerum über Erzingjan eine "etwa 400 Mann starke Bande unter französisch sprechenden Führern" angetroffen, die offensichtlich auf die Armenier aus Erzerum warteten. Die Armenier Erzingjans seien in den Bergen hinter der Stadt ermordet worden.
1915-07-03-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die Konstantinopler Vertretung Österreich-Ungarns, so Wangenheim, würde "lieber die Türkei zu Grunde gehen lassen, als durch Konzessionen an Rumänien die Freigabe der Munitionsdurchfuhr zu erlangen und dadurch die Situation an den Dardanellen zu retten."
1915-07-03-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der Admiralstab fragt nach. ob es sich noch lohne, U-Boote nach den Dardanellen zu schicken, wenn die eh zu fallen drohen. Wangenheims Antwort: unbedingt.
1915-07-03-DE-003     Chef der türkischen Flotte (Souchon) an Admiralstab der Marine
Der Munitionsmangel wird dazu führen, so Flottenchef Wilhelm Souchon, daß die Dardanellen bei weiteren heftigen Angriffen der Entente nur noch zwei Wochen gehalten werden können.
1915-07-03-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Wandel berichtet über den zunehmenden Haß der Jungtürken auf Ausländer im allgemeinen und Christen im besonderen seit dem Ausbruch des Kriegs und der Aufhebung der Kapitulationen. Er erwähnt, daß armenisch-katholische Institutionen von der Verwaltungen übernommen werden und die Jungtürken einen Rat geschaffen haben, um über ihn die armenisch-katholische Kirche im Osmanischen Reich und katholischen Besitz völlig zu kontrollieren. Der deutsche und österreich-ungarische Botschafter bestätigen die radikale und unkluge Art der jungtürkischen Regierung und ihre Aktionen, behaupten aber, nichts dagegen tun zu können.
1915-07-04-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel
Zimmermann teilt mit, daß der Versuch, Lepsius zurückzuhalten, erfolglos gewesen sei und er in einigen Tagen in Konstantinopel eintreffen werde. Lepsius habe versprochen, sich strikt an die Weisungen der Botschaft zu halten.
1915-07-05-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Der Armenien-Experte der Botschaft notiert Angaben des Katholikos von Sis über Deportierte
1915-07-05-DE-002     Tyszka) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Der Aufwand der Türkei für die Verteidigung der Dardanellen sei das äußerste, zu dem die Türkei in der Lage sei, so ein Vertrauter Talaats zu Tyszka. Kompensationen könnte die Türkei anBulgariennicht machen, schon gar nicht in Adrianopel, der Geburtsstadt von Talaat.
1915-07-05-DE-006     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Scheuner-Richter setzt sich wiederum für Solikian und Elfasian ein und die Botschaft teilt mit, daß das Ministerium des Innern erst jetzt an den Vali von Erzerum wegen Berichterstattung telegrraphiert habe. Inzwischen seien beide nach Baiburt geschafft worden, teilt Scheubner-Richter mit.
1915-07-06-DE-001     Deutscher Hülfsbund für christliches Liebeswerk im Orient (Friedrich Schuchardt) an Auswärtiges Amt
Der Direktor des Deutschen Hülfsbunds für christliche Liebeswerk im Orient berichtet, daß bei der Einnahme Vans durch russische Truppen die deutsche Missionsstation unter türkisches Feuer geraten sei. In der Antwort teilt des Auswärtige Amt mit, die Deportation der Armenier aus Musch solle am 12. Juli beginnen und Wangenheim habe dem weiblichen Personal des deutschen Waisenhauses die Ausreise nach Mamuret ul Aziz empfohlen.
1915-07-06-DE-002     "Gazette de Lausanne"
Die Zeitung berichtet über Armenier, die tagelang Waffen für die Armee transportieren müssen und häufig dabei den Tod fänden, über die Beschlagnahme von Lebensmitteln und die Einberufung der armenischen Wehrpflichtigen, über die Verhaftung von armenischen Ärzten, Anwälten, Ingenieuren und Händlern, über die Ermordung armenischer Abgeordneter und Hinrichtung.
1915-07-06-DE-003     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Auf der Straße bei Terdschan und Baiburt-Erzinghian herrsche vollständige Anarchie.
1915-07-06-DE-004     Konsulat Trapezunt (Bergfeld) an Botschaft Konstantinopel
Bergfeld meldet, daß die Deportation fast durchgeführt sei und die meisten Ausnahmen wieder aufgehoben seien.
1915-07-06-DE-006     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt (Bethmann Hollweg)
Ein Angriff auf Serbein sei nicht möglich, da Östereich-Ungarn als Alliierter ausfalle, so Falkenhayn. Bulgarien und Rumänien werden sich Deutschand erst anschließen, wenn Beute zu erwarten ist. Die deutsche Diplomatie solle den Türken raten, weiterzukämpfen, selbst wenn die Dardanellen fallen sollten.
1915-07-06-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Versuche, die Truppen der Entente auf Gallipoli zu vertreiben, waren erfolglos.
1915-07-07-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der deutsche Botschafter schildert die weiteren Aussiedlungen und macht auf die negativen Folgen der Deportationen auf die Wirtschaft des Landes und damit auch auf deutsche Interessen aufmerksam. Mit einem Memorandum wolle er sicherstellen, "daß wir die Deportationen der armenischen Bevölkerung nur insofern billigen, als sie durch militärische Rücksichten geboten ist und zur Sicherung gegen Aufstände dient."
1915-07-07-DE-002     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Scheubner-Richter berichtet von beunruhigenden Nachrichten, wonach wieder erneute Armeniermassaker eingesetzt hätten, die seiner Ansicht nach unter Duldung bzw. Förderung durch das Komitee geschehen, dessen namentlich genannte Mitglieder eine sehr üble Rolle als eine Art Nebenregierung spielen.
1915-07-07-DE-003     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Den armenischen Angestellten des deutschen Konsulats Erzerum sei eine Ausnahme von der Deportation nicht gewährt worden.
1915-07-07-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Der Botschaftsbedienste Stepan Tabokian darf nach einer Verfügung des Innenministeriums in Amasia bleiben.
1915-07-07-DE-006     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Beide armenischen Angestellten (Elfasian und Solikian) seien nach Baiburt deportiert worden.
1915-07-08-DE-001     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Trotz schärfster Proteste, so Scheubner-Richter, seien seine armenischen Angestellten deportiert worden, obgleich gegen sie nichts vorgelegen habe. Das zeige auch, wie die Türkei nach der Abschaffung der Kapitulationen selbst mit Verbündeten umspringe. Die Botschaft lehnte jede Intervention zugunsten der armenischen Angestellten ab und machte sich die türkische Argumentation zu eigen, die türkischen Angestellten hätten den Konsul "zu Gunsten der Armenier beeinflußt". Eine Intervention zugunsten der armenischen Angestellten wäre "unter Umständen sogar geeignet das Los der Genannten zu verschlimmern".
1915-07-08-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Das armenisch-katholische Patriarchat bittet um Übermittlung eines Schreibens an den armenisch-katholischen Bischof von Adana.
1915-07-08-DE-012     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Djemal Pascha habe strenge Befehle gegeben, um Massaker zu verhindern. Der Konsul stelle anheim, im gleichen Sinne für den Bereich der übrigen Armeen zu wirken.
1915-07-09-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die Konsuln hätten aus Aleppo und Erzerum von Massakern an Armeniern und Zerstörungen armenischer Dörfer und Einrichtungen berichtet, so der Botschafter. In Erzerum würden die Mitglieder des Komitees für Einheit und Fortschritt eine Art Nebenregierung bilden.
1915-07-09-DE-002     Konsulat Trapezunt (Bergfeld) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Nach dem Aufstand von Van, so der deutsche Konsul, habe die Hohe Pforte Maßnahmen gegen die Armenier ergriffen. Am 24. Juni seien die örtlichen Führer der armenischen Komitees verhaftet, sodann etwa 30000 Armenier deportiert worden. In den beiden ersten Tagen hätten die Behörden viele Ausnahmen zugelassen, sie dann jedoch, "anscheinend auf Weisungen aus Konstantinopel" zurückgenommen. Das jungtürkische Komitee sei "treibende Kraft für das Vorgehen gegen die Armenier." Hierbei spiele auch Bereicherung eine Rolle. Viele Türken seien mit der Ausweisung nicht einverstanden. Andererseits hätten die Armenier, allen voran die Geistlichen, "einen sehr wenig anziehenden Charakter" gezeigt.
1915-07-09-DE-003     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Scheubner-Richter teilt mit, daß allgemein der Polizeichef Chulussi als der Haupturheber der Massaker bei Terdschan gehalten werde. Ausserdem spiele das Komitee Union et Progrès eine unheilvolle Rolle als Nebenregierung.
1915-07-09-DE-004     Andréssian an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Antréassian bedankt sich für die Intervention, doch die Botschaft meldet ihm, daß Armenag Parseghian nach Tokat ausgewiesen und über Krikoris Balakian noch nicht entschieden sei. Die Botschaft könne nichts weiteres tun.
1915-07-09-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der österreichisch-ungarische Militärattaché in Konstantinopel, Pomiankowski, hat sich an den Dardanellen davon überzeugen lassen, daß die Halbinsel nicht zu halten sei, wenn die Türkei weiterhin nur auf ihre eigene Munitions-Produktion angewiesen ist.
1915-07-10-DE-011     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
Reschid Bey, der Vali von Diarbekir, schrieb Vize-Konsul Holstein, wüte in seinem Vilajet "wie ein toller Bluthund" gegen die Christen, habe ihm der frühere Mutessarrif von Mardin mitgeteilt. In einer Nacht habe er 700 Armenier "wie Hammel abschlachten" lassen, darunter den Bischof. Gegen Reschid, so der Vizekonsul, müßten sofort energische Maßnahmen ergriffen werden.
1915-07-11-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim bitte Schuchardt mitzuteilen, daß das weibliche Personal des Waisenhauses in Musch evakuiert würde.
1915-07-11-DE-002     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Begleitschreiben, in welchem Büge ein vermittelndes Eingreifen der Botschaft, wie es Dobbeler wünscht, für unwahrscheinlich hält und daher auch nicht weiter auf Einzelheiten eingeht.
1915-07-11-DE-003     Martha Koch an Botschaft Konstantinopel
Martha Koch bittet um Einflußnahme, daß die beiden Abgeordneten Vartkes und Zohrab nicht in Diarbekir, sondern in Aleppo abgeurteilt werden. In der Antwort an das Konsulat teilt die Botschaft mit, daß die Haltung der türkischen Regierung immer schroffer werde und die Botschaft deshalb zur Zeit keine weiteren Schritten unternehmen werde.
1915-07-11-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim hat den Eindruck, daß Bulgarien gar nicht ernsthaft mit der Türkei verhandelt, sondern nur die Bedingungen mit denen der Entente vergleichen und ein Maximum herausholen will. Die von der Türkei fabrizierte Munition, so die neuesten Erkenntnisse, würde noch lange reichen.
1915-07-12-DE-001     Dagavarian, A. an Frau Wangenheim
Zwei Ehefrauen von verhafteten armenischen Intellektuellen baten um eine Unterredung. Mordtmann empfahl, der Botschafter solle sich dafür einsetzen, auf die vor ein Kriegsgericht gestellten Armenier aufmerksam zu machen, Botschaftsrat Neurath lehnte ab.
1915-07-12-DE-002     Deutsche Missionsstation in Mamuret-ul-Aziz (Johannes Ehmann) an Botschaft Konstantinopel
Ehmann bittet inständig die Botschaft, die türkische Regierung zu veranlassen, den letzten Rest der Frauen, Kinder und Greise durch einen Gnadenerlaß vor der Deportation zu retten. Die Botschaft antwortet, daß das Ministerium des Innern dies mit der Begründung abgelehnt habe, daß Witwen, Kranke und Krüppel generell schon von der Ausweisung ausgenommen seien.
1915-07-12-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Liman von Sanders fordert deutsche Offiziere und Unteroffiziere für die Küstenbatterien an den Dardanellen an, da keine türkischen Offiziere mehr vorhanden seien.
1915-07-12-DE-012     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Türkisches Innenministerium
Die deutsche Botschaft verlange Maßnahmen gegen Reschid Bey, den Vali von Diarbekir, weil sonst die Gefahr bestünde, daß die unteren moslemischen Klassen ihrerseits Christenmassaker verüben würden.
1915-07-13-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim fügt einen Bericht der deutschen Augenzeugin Frieda Wolf Hunecke bei und macht darauf aufmerksam, daß dieser Bericht sowohl bei den Amerikanern als auch im armenischen Patriarchat hinterlegt worden sei und deshalb "weite Verbreitung finden werde". Frau Wolf Hunecke habe Waffen der Armenier in Everek versteckt und dieses gegenüber der Botschaft offen eingestanden.
1915-07-13-DE-002     Konsulat Samsun (Kuckhoff) an Botschaft Konstantinopel
Der deutsche Gutsbesitzer Zimmer bittet darum, die Deportation seiner Arbeiter zurückzunehmen. Die Botschaft verweist auf die Lokalbehörden.
1915-07-13-DE-003     H. Andréassian an Botschaft Konstantinopel (Neurath)
H. Antréassian bittet um Hilfe gegen die Ausweisung seiner Eltern. Da sei nichts zu machen, so Neurath.
1915-07-13-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die bulgarischen Unterhändler suchten Wangenheim auf, um seine Meinung zu den verlangten Konzessionen zu hören. Würde Bulgarien ein Bündnis mit den Zentralmächten schließen, könne er, Wangenheim, sich türkischen Konzessionen "in largester Weise" vorstellen. Munition zur Verteidigung könne die Türkei selbst herstellen, wenn auch nicht genug, um die Entente von der Halbinsel zu vertreiben.
1915-07-13-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Nach schweren Artilleriegefechten beider Seiten gelang den Briten auf Gallipoli ein Geländegewinn von etwa 100 Metern.
1915-07-14-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Liman habe den General Weber abberufen, weil der es für unausführbar hielt, die Ententetruppen von der Halbinsel Gallipoli zu vertreiben. Wangenheim bittet darum, Obert von Lossow so schnell wie möglich zu schicken, weil bei den Türken, selbst bei Enver, ein immer stärkerer Nationalismus auftrete und sie die Abberufung Webers dahingehend auslegen, daß die Verwendung deutscher Offiziere immer unnötiger sei. Wangenheim: "Dieser Chauvinismus ist die Gefahr für unsere jetzigen und späteren Aufgaben in der Türkei."
1915-07-14-DE-002     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
In Mudros kämen täglich erschöpfte alliierte Truppen von Gallipoli an und würden neue dothin geschickt.
1915-07-15-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wenn die Küstenbatterien nicht Tag und Nacht schießen, so Liman von Sanders, könnten die Ententetruppen nicht zurückgeworfen werden. Die MUnitionsfrage werde immer dringlicher.
1915-07-15-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Dragoman Prüfer berichtet über die Lage am Suezkanal, wo niemand mehr mit einem türkisch-deutschen Angriff rechnet, über die Verlegung des Oberkommandos nach Ddamaskus sowie über Djemals Umgebung und seine fehlenden Kontakt zur Bevölkerung.
1915-07-15-DE-011     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
Das von chäldäischen Christen bewohnte Dorf Feinauruschabur sei von Kurden überfallen wurde, die sämtliche Christen massakrierten.
1915-07-16-DE-001     Deutscher Hülfsbund für christliches Liebeswerk im Orient (Friedrich Schuchardt) an Auswärtiges Amt
Der Direktor des Deutschen Hülfsbundes für christliches Liebeswerk im Orient teilt mit, daß die Schwestern der Station in Musch vermutlich bleiben wollten und fügt eine Liste des Personals des Hülfsbundes bei.
1915-07-16-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Aus dem angefügten Bericht des Vizekonsuls in Samsun ginge hervor, daß "einerseits eine armenische Verschwörung in der Tat bestand, aber andererseits die rigorosen Maßnahmen der türkischen Regierung nicht gerechtfertigt erscheinen können". Er wolle vorbeugen, so der deutsche Botschafter, daß die feindliche Presse den Deutschen dereinst eine Mitschuld zuschreibe.
1915-07-16-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die von Lepsius gegebene Lagebeurteilung müsse er bestätigen, schreibt der deutsche Botschafter. Er bedaure, daß die Pforte die Armenier trotz deutscher Proteste "der Vernichtung" preisgäbe.
1915-07-16-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Konsulat Samsun (Kuckhoff)
Er danke Kuckhoff für die Ausführungen, so der deutsche Botschafter, und erkläre sich mit dessen Haltung einverstanden. Die Bemühungen, das Schicksal der ausgewiesenen Armenier zu mildern, versprächen nur geringe Aussicht auf Erfolg.
1915-07-16-DE-012     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
Der Vali von Mossul habe ihm berichtet, so der deutsche Vizekonsul, daß der Vali von Diarbekir (Reschid Bey) den Kaimakam von Midiat ermorden ließ, weil der sich weigerte, Christen zu massakrieren. Zwar habe der hiesige Vali für das Vilajet Mossul Maßnahmen getroffen, daß "keine Christenmassaker vorkommen", doch fürchte er, daß es schon zu spät sei.
1915-07-17-DE-001     Deutsche Missionsstation in Mamuret-ul-Aziz (Johannes Ehmann ) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Ehmann dankt für den erteilten Schutz seiner Anstalten und bittet um Fürsprache für den kleinen Rest der Armenier.
1915-07-17-DE-002     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Rößler berichtet von Deportationszügen der Armenier und grassierenden Krankheiten; ferner berichtet er, daß Armeniern Begräbnisse verweigert werden. Die harten Befehle gingen offensichtlich von Fakhri Pascha aus. Auch würden Flugschriften mit Armenierhetze verteilt, die den Deutschen in die Schuhe geschoben würden.
1915-07-17-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Er habe dem Vertreter des Patriarchats, Davitian, gesagt, so der Armenien-Spezialist in der Botschaft, daß die türkischen Machthaber die Folgen der Maßregeln wahrscheinlich reiflich erwogen hätten. Die Fortsetzung der Deportationen deute darauf hin, daß dies ein unabänderlicher Entschluß sei, gegen den anzugehen unnütz sei. Der armenisch-katholische Patriarch wiederum habe ihm gesagt, daß auch in Marzovan und in Malatia alle Armenier umgebracht würden. Er habe erwidert, daß dagegen nichts zu machen sei.
1915-07-17-DE-004     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Rößler bittet um Überreichung eines verschlossenen Schreibens Sahak II an Zaven II, was Neurath ablehnt. Rößler solle um ein offenes Schreiben bitten.
1915-07-17-DE-005     Gesandschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Ein englischer Offizier beurteilt die Lage der Ententetruppen auf Gallipoli als hoffnungslos.
1915-07-18-DE-001     Botschaft Washington (Bernstorff) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Begleitbrief Bernstorffs
1915-07-18-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Ernst Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg hatte eine Unterredung mit dem bulgarischen König. Der wolle an der bulgarischen Neutralität festhalten, denn ein Sieg der Entente sei das Ende seiner Herrschaft. Aktiv gedenke ernicht gegen Serbien vorzugehen, selbst wenn die Zentralmächte es angriffen. Munitionstrnasöorte in die Türke scheiterten an dem Widerstand Rumäniens. Während der König auswich, befürwortete der bulgarische Ministerpräsident die von Hohenlohe angeregte Entsendung bulgarischer Generalstabsoffiziere ins deutsche Hauptquartier.
1915-07-19-DE-001    
Auf Bitten des Armenisch-Katholischen Patriarchen erkundigt sich Neurath nach dem Verbleiben armenisch-katholischer Priester und Schwestern in Samsun.
1915-07-20-DE-001     Walther Berghaus an Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Walther Berghaus bittet um Hilfe für seinen Platzreisenden Kevork Terdjemanian. Er habe sich "auf Tagesereignisse bezügliche Aufzeichnungen gemacht", habe Bedri Bey als Grund der Verhaftung angeführt, und Kontakte zu den Daschnaken unterhalten. Mordtmann rät zu einer Eingabe ans Innenministerium.
1915-07-21-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Der Armenien-Experte gibt ein Gespräch mit den beiden Pflegerinnen Thora von Wedel-Jarlsberg und Eva Elvers wieder, sowie deren und seine eigene Einschätzung in Bezug auf die Haltung des Rot-Kreuz-Arztes Dr. Theodor Colley.
1915-07-21-DE-002    
Die Deutsche Bank macht auf die drohenden Verluste aufmerksam, die bei der Deportation der armenischen Eigner der Firma Ipranossian Frères entstehen.
1915-07-21-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Bern (Romberg)
Deutschland werde den Krieg fortführen. In einem geheimen Abkommen habe England Konstantinopel und die Dardanellen Rußland überlassen. Bulgarien und Rumänien hätten kürzlich geheime Abmachungen mit den Zentralmächten getroffen. Die Munitionskrise sei behoben.
1915-07-21-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Alle Versuche, Armenier in deutschen Diensten oder armenische Angehörige deutscher Staatsbürger von den Deportationen auszunehmen, so der Generalkonsul und Armenien-Experte der Botschaft, seien gescheitert. Im Fall der armenischen Arbeiter Zimmers habe Talaat entschieden: "Man könne des bösen Beispiels wegen keine Ausnahme zulassen".
1915-07-21-DE-012     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
Das Elend der Vertriebenen sei unbeschreiblich. Er habe 300 Pfund an die Regierung überwiesen, so der deutsche Vizekonsul, um die Not zu lindern.
1915-07-22-DE-001     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Die deutschen Firmen in Adana hätten durch die Deportationen einen Gesamtschaden von mehr als einer Million Mark.
1915-07-22-DE-002     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Konsul Büge macht auf die Schädigungen der deutschen Banken und Firmen seiner Region durch die Deportationen aufmerksam. Die Deutsche Orientbank listet ihre gesamten Ausfälle in der Region auf. Deutsche Banken und Unternehmen hätten viel zur wirtschaftlichen Entwicklung Kleinasiens beigetragen. Deutschland müsse die türkische Regierung für diese Schäden voll verantwortlich machen.
1915-07-22-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
An den Dardanellen sei mit einem Angriff zu rechnen, So Falkenhayn, und Munition zu sparen.
1915-07-24-DE-001     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Büge beschreibt die wirtschaftlichen Folgen der Armenierdeportationen, die zur Vernichtung der gesamten Provinz um Adana führen würden. Er glaubt, daß die türkische Regierung sich dieser Folgen bewußt ist, sie aber in Kauf nimmt, um sich "gegenüber einem von ihr anscheinend gefürchteten Element durch dessen allmähliche Vernichtung" zu schützen.
1915-07-24-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Ein amerikanisches Schiff habe italienische Diplomaten und ausgewählte Italiener abgeholt, reichen Italienern und Griechen aber Mitreise verweigert.
1915-07-25-DE-001     Konsulat Trapezunt (Bergfeld) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Bergfeld ritt, um Gerüchten nachzugehen, der Deirmendere Fluß schwemme große Mengen Leichen ins Meer, mit seinem amerikanischen Kollegen vier Stunden den Fluß ab und fand nur wenige Leichen. Weil nach seinen Informationen die in den ersten Tagen deportierten Armenier "ohne Verlust auch nur einer Person" in Erzinghian angekommen seien, hielt Bergfeld "alle Gerüchte über Übeltaten gegen die aus Trapezunt ausgewiesenen Armenier für unbegründet"; die Toten des Flusses seien, so seine Vermutung, unterwegs durch Selbstmord oder Krankheit geendet. Komitee-Mitglieder hätten sich aber wohl - so in der gestrichenen Passage seines Berichts - bereichert.
1915-07-25-DE-002     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Der deutsche Generalstabschef im türkischen Großen Hauptquartier, Bronsart von Schellendorff, schlägt vor, den Armeeführer der V. Armee, Liman von Sanders, durch von der Groltz zu ersetzen und Oberst von Lossow als seinen Stabschef zu ernennen. Ein Militärattaché in der Botschaft sei zur Zeit nicht nötig, da er mit der Botschaft engste Führung halte. Liman solle zur Berichterstattung ins deutsche Große Hauptquartier gebeten werden. Die Idee für diese Absetzung sei von Lossow selbst gekommen, vertraute Falkenhayn Treutler an, offensichtlich in Absprache mit Enver.
1915-07-26-DE-001     Konsulat Lausanne (Filsinger) an Botschaft Konstantinopel
Der deutsche Konsul bat um Vermittlung im Fall Roupen Tschilinguirian. Mordtmann sprach mit dem Polizeipräsidenten von Konstantinopel, Bedri Bey, der praktisch jede Hilfe ablehnte.
1915-07-26-DE-002     Konsulat aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Rößler schickt einen ungeöffneten Brief von Shak II an Zaven, den Neurath zurückgehen läßt.
1915-07-26-DE-003     Auswärtiges Amt (Botho von Wedel) an Großes Hauptquartier (Treutler)
In der geschlossenen Welt des Großen Hauptquartiers habe man den Realitäts-Sinn für viele Dinge verloren, so Botho von Wedel in seinem Privatbrief an Treutler. Was dort al höchst geheim gehändelt würde, pfiffen in Berlin die Spatzen von den Dächern - gut informiert auch von den Türken. Rumänien würde seine Neutralität scon aus Angst vor Rußland nicht aufgeben, Bulgarien seine Passivität nie aufgeben, wenn Deutschland sich nicht direkt engagiere und vor allem Serbien angreife. Auf keinem Kriegsschauplatz seien Erfolge so gut zu erringen wie auf dem Balkan, zumal der Orient, die Bagdadbahn und Kleinasien inzwischen das Lieblingskind der Deutschen geworden sei, die sich dort die Schätze von Tausend und einer Nacht erhofften. Der U-Boot-Krieg gegen England brächte nichts, höchstens in Ägypten wären die Engländer angreifbar. Er sähe überhaupt kein Ende des Krieges", so Botho von Wedel, "wenn nicht die Entscheidung im Orient erzwungen würde. Gerade die führenden Männer im Parlament und der Presse würden den Widerstand der Heeresleitung kennen, der mit sienem Angriff auf Serbien gebrochen werden müsse.
1915-07-27-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Berichte von Zeugen, deren Authentizität er garantiere, würden die Deportationen aus dem Südosten der Türkei belegen. Um die Maßnahmen zu verschärfen, würden teilweise Tscherkessen und Kurden gegen die Armenier eingesetzt. Es bestände kein Zweifel daran, daß die Armenier Zohrab und Wartkes umgebracht worden sind. Nach Meinung "von weiten Kreisen der Bevölkerung, auch der muhammedanischen" seien die Deutschen die Urheber der Maßnahmen. Er frage, ob es nicht möglich sei, "weiteren Greueln Einhalt zu tun und wenigstens die Armenier aus dem Küstenstrich des Wilajets Aleppo noch zu retten", deren Deportation noch nicht begonnen hätten. Über die amtliche Mitteilung, wonach die osmanische Regierung ihren Schutz "auf alle ehrlichen und friedlichen in der Türkei lebenden Christen" erstrecke, schreibt der deutsche Konsul in Aleppo: "Ich finde keinen Ausdruck, um den Abgrund ihrer Unwahrheit zu kennzeichnen."
1915-07-27-DE-002     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Bei Baiburt und Kemach hätten große Massaker unter den Armeniern stattgefunden, die auf Trapezunt und Ersindschan stammten.
1915-07-27-DE-003     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter ) an Botschaft Konstantinopel
Die Straßen seien sicher, nicht jedoch für Armenier. Die Regierung könnte bei ernstem Willen den Räubereien der Tschetes ein Ende machen.
1915-07-27-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Treutler und Bethmann Hollweg drängten Falkenhayn, der Türkei konkretere Zusagen zu machen für die Öffnung des Weges nach Konstantinopel. Falkenhayn verwies auf die Unsicherheiten des Krieges Österreichs mit Italien und einer eventuellen deutschen Hilfe am Isonzo und wollte sich erst nach den Verhandlungen mit den Bulgaren festlegen, denn Österreich habe sämtliche Truppen von der serbischen Grenze abgezogen und sich möglicherweise mit Serbien verständigt. Allerdings würde Falkenhayn, so Treutler, mehr und mehr die Notwendigkeit einer Aktion gegen Serbien einsehen. Nach Auskunft Hohenlohes nach seinen Erkundigungenin Wien, so Jagwo, gäbe es keine Übereinkunft Österreichs mit Serbien. Der Kaiser wie auch Burian seinen für eine Aktion gegen Serbien.
1915-07-27-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Weitere Leichen, zumeist Frauen und Kinder, trieben den Euphrat herab und würden von Hunden und Geiern gefressen. Das Auswärtige Amt solle benachrichtigt werden, damit amtliche türkische Dementis nicht in der deutschen Presse erscheinen. Antwort Hohenlohes: Es sei bereits alles mögliche getan und das AA informiert.
1915-07-28-DE-001     Thora von Wedel-Jarlsberg
Die Schwester berichtet über die Umstände, unter denen die Ausweisung der Armenier aus der Erzinjian und Umgebung vor sich gehe. Auch beschwert sie sich über das Verhalten des Stabsarztes Colley, der sich weigerte, Armeniern zu helfen.
1915-07-28-DE-002     Konsulat Smyrna (Humbert) an Botschaft Konstantinopel
Humbert fragt an, ob der Botschafter auf Bitte des Erzbischofs hin sich für die sieben zum Tode verurteilten Armenier, bei denen man Bomben gefunden habe, beim Sultan einsetzen wolle. Hohenlohe-Langenburg antwortet, daß er sich selbstverständlich nicht für Personen, die landesverräterischer Handlungen überführt seien, verwenden könne.
1915-07-28-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Konsulat Mossoul (Holstein)
Konsul Holstein möge feststellen, ob der massakrierte armenische Bischof von Mardin identisch mit Maloyan sei.
1915-07-28-DE-004     Osmanischer Lloyd (Schrader) an Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Der "Osmanische Lloyd" ersucht um eine Reisegenehmigung für einen armenischen Mitarbeiter, die abgelehnt wird.
1915-07-28-DE-005     H. von Tyszka an Auswärtiges Amt
Der deutsche Journalist H. von Tyszka gibt seine Beurteilung der militärischen Lage an den Dardanellen und den türkischen Küsten wieder. Die Ursachen der an verschienenen Stellen ausgebrochenen Brände, schreibt Tyszka, seien nicht geklärt. Griechen und Armeniern würden aber einen förmlichen Boykott gegen die Muslime ausüben.
1915-07-28-DE-014     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
Es gäbe einen Aufstand der chaldäischen und syrischen Bevölkerung zwischen Mardin und Midiat sowie einen der Jesiden von Sindschar.
1915-07-28-DE-015     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Nachdem zuerst eine Nebenregierung die bis dahin vergleichsweise humanen Deportationen verschärft habe, griffe nun auch der Oberkommandierende der III. Armee zu scharfen Ausweisungen. Der wörtliche Ausspruch einer maßgeblichen Persönlichkeit sei gewesen, daß es nach dem Krieg "keine Armenier mehr in der Türkei" geben werde. Fast alle Militär- und Regierungsbeamte seien zu der extremen Richtung zu zählen. Das Volk fürchte hingegen die hereinbrechende wirtschaftliche Not.
1915-07-29-DE-003     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Wegen der noch ungeklärten Unruhen zwischen Nisibin und Mossul seien sogar Munitionstransporte der Regierung angehalten worden.
1915-07-29-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Enver dränge auf Angriff Bulgariens und Deutschlands auf Serbien, wozu Bulgarien nach seinen Inormationen bereit sei. Bulgarien brauche die Öffnung des Donauweges.
1915-07-29-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Liman von Sanders weigert sich, ins Große Hauptquartier zu reisen, was gleichbedeutend mit seinem Abschied sei, es sei denn, der Kaiser befehle es ausdrücklich.
1915-07-30-DE-001     "The Times"
Lord Cromer schreibt, daß die deutschen Offiziellen in der Türkei gegenüber den Massakern an den Armeniern eine zynische Mißachtung an den Tag legten und warnt davor, daß Deutschland nach einem Sieg im gegenwärtigen Krieg die Türkei zu Lasten der dortigen Christen und Moslems dominieren würde.
1915-07-30-DE-002     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn hoffe, in zwei bis drei Wochen 6 Divisionen zum Angriff auf Serbien bereitstellen zu können, falls es zum Bündnis mit Bulgarien komme.
1915-07-30-DE-003     Reichkanzler (Bethmann Hollweg) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Nach Rücksprache mit Wangenheim lehnt Bethmann Hollweg eine Absetzung Liman von Sanders zum jetzigen Zeitpunkt ab. Allerdings solle Oberst von Lossow sofort zum Stabchef der V. Armee ernannt werden.
1915-07-30-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Für Deutschland behalte die Operation Suezkanal große Bedeutung, so Falkenhayn. Die Absicht einer Verschiebung müsse verborgen bleiben.
1915-07-30-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Es habe weitere Räumungsbefehle gegeben, so der deutsche Konsul, der die türkische Regierung darum bitten läßt, die Deportationen wenigstens aufzuschieben. Auch seien die Armenier mehrerer Städte bereit, sich durch eine Zahlung von je 10000 Pfund von der Verfolgung freizukaufen oder wenigstens die Erlaubnis zur Auswanderung zu erhalten. Der Patriarch in Konstantinopel, fügt Mordtmann in einer Notiz hinzu, habe vor einiger Zeit dem Großwesir ähnliche Vorschläge gemacht und daraufhin zur Antwort erhalten: Sie wollen uns wohl bedrohen?
1915-07-31-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Bericht über Aufstände der christlichen Bevölkerung im Vilajet Diarbekir, Verfolgungen der Jesiden und Aufstände der Schamm-Araber und Kurden.
1915-07-31-DE-002     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Ein nach Der-es-Zor entsandter Priester berichtet über das Los von etwa 15000 Deportierten, für deren Verpflegung kaum Geld zur Verfügung stehe. Rößler berichtet von neuen Deportationen, die nunmehr nach Syrien geschickte würden. Die deutsche Orientmission in Urfa, so Rößler, habe gemeldet: "Frauen und Kinder ziehen hier vorbei - eine neue Art Todesgang. Völlige Vernichtung sicher."
1915-07-31-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
In armenischen Kreisen wird befürchtet, daß die armenische Kaufmannschaft vernichtet werden solle. Bedri Bey behauptet, das sei nicht beabsichtigt.
1915-07-31-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Der griechische König halte sich wohl verpflichtet, wie nach den Balkankriegesn vertraglich vereinbart, zu Serbien zu stehen, so der griechische Gesandte in Berlin, Theotiki. Es sei denn, der Angriff der Zentralmächte erfolge vor einem Eingreifen Bulgariens, dann wäre die "Balkanfrage", auf die sich der Vertrag bezieht, nicht berührt.
1915-07-31-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn strebe nunmehr mit Bulgarien schleunigen Angriff auf Serbien an. Möglicherweise sei eine Voraussetzung, daß sich die Türkei mit Bulgarien über die Maritzegrenze geeinigt habe, so Treutler. Nur die Chance auf Gewinnung Mazedoniens, ergänzt Zimmermann, habe Bulgarien bislang davon abgehlaten, sich mit der Entente zu verbünden.
1915-07-31-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Der türkische Außenminister Halil macht sich gegenüber seinen Kollegen für die Abtretung des ganzen linken Maritza-Ufers stark. Bulgarien habe gar nicht nötig, gegen Serbien vorzugehen, weil ihm von Deutschland Mazedonien auch bei Neutralität verprochen worden sei. Diese Version, so Jagow, sei ausdrücklich nur als Argument gegenüber der Entente gedacht gewesen, aber keine reale Konzession. Der bulgarische Unterhändler in Konstantinopel solle von seinen "orientalischen" Praktiken ablassen.
1915-07-31-DE-007     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Lossow sie bereits zum Stabchef der V. Armee ernannt, so Falkenhayn. Die Ernennung eines stellvertretenden Militärattachés wolle er mit Liman persönlich besprechen.
1915-08-01-DE-001     Konsulat Mossul (Holstein) an Deutsche Botschaft
Der entmachtete Mutessarif von Mardin habe ihm bestätig, daß der in Mardin massakrierte Bischof Maloyan gewesen sei.
1915-08-01-DE-002     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Der Katholikos von Sis macht Angaben über die Deportationen.
1915-08-01-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Vertragsentwurf Falkenhayns für die Militärkonvention zwischen den Zentralmächten und Bulgarien.
1915-08-01-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Enver möchte einen anderen deutschen Offizier an die Dardanellen schicken, fügt sich aber dem Wunsch des Kaisers, Liman zu belassen.
1915-08-01-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Major Klein betrachtet die militärische Lage bei Bagdad als kritisch und nennt die türkische Militär- und Zivilverwaltung "unfähig".
1915-08-01-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Die Araberstämme in Mesopotamien müßten mit Gold bestochen werden, um auf Seiten der Türkei gegen die Engländer zu kämpfen. Kanitz schlägt dafür eine Goldanleihe vor.
1915-08-01-DE-007     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Enver will auf keinen Fall von der Goltz als Armeechef für die Dardanellen und plädiert für die Belassung Limans.
1915-08-02-DE-001     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
An einzelnen Stellen würden die Armenier aus Verzweiflung Widerstand leisten. Einzelheiten seinen noch nicht bekannt.
1915-08-02-DE-002     Chemin de Fer Ottoman d’Anatolie (Günther) an Botschaft Konstantinopel (Neurath)
Der Generaldirektor der Anatolischen Eisenbahn setzt sich für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Deutsch-Levantinischen Baumwollgesellschaft in Adana ein, die auch von Talaat unterstützt werde. Der Erste Dragoman der deutschen Botschaft wies Talaat auf die wirtschaftlichen Folgen der Armeniervernichtungen für die deutschen Unternehmern aber auch für die osmanische Wirtschaft insgesamt hin. Die Türkei, so der Innenminister, sehe die Härten durchaus, aber die Sache sei jetzt beschlossen u. erledigt, die Folgen müßten so gut wie möglich ertragen werden. Als Weber zu diesem Ausspruch einwarf „leider Gottes!“, entgegnete Talaat sofort: „Gott-sei-Dank!“.
1915-08-02-DE-003     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Bulgariens Einfall in Mazedonien würde sofort zu Kämpfen mit seribschen Truppen führen, was Bulgarien Anlaß geben würde, altserbisches Gebiet anzugreifen.
1915-08-02-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Konsulat Aleppo (Rößler)
Alle Schritte zugunsten der Christen in den östlichen Provinzen hätten sich als unwirksam erwiesen, so der deutsche Botschafter, er müsse deshalb von weiteren Schritten speziell zugunsten der Armenier absehen.
1915-08-03-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt (Bethmann Hollweg)
Falkenhayn berichtet Bethmann Hollweg über die erste Unterhaltung mit dem bulgarischen Verhandlungführer Gantschew. Danach möchte er keine Garantie übernehmen, daß Bulgarien ehrlich zu einem Bündnis entschlossen sei. Militärische Fragen würden kaum Problem aufwerfen, politische hingegen schon. Neben einer Aneihe von 200 Millionen Franken, verlangt Bulgarien die Abtretung größerer griechischer Gebeite, sollte Griechenland mobilisieren. Bulgarien verlange ganz Mazedoneien und große Gebeite bis zur Morawa, mindestens den Negoniner Kreis. Die Türkei solle sich verpflichten, bei einem Landungsversuch der Entente in Dedeagatsch militärisch Hilfe zu leisten, bei einem Landungsversuch Rußlands deutsche Truppen aufhalten. Bethmann Hollweg will auf jeden Fall einen Krieg gegen Griechenland zu vermeiden suchen.
1915-08-03-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die Zahl der bisher aus dem westlichen Klein-Asien verschickten Armenier dürfte etwa 40000 betragen, würden jetzt auch die großen Städte und Küstenstriche hinzukommen, stiege die Zahl auf 150000. Wenn keine Hilfsaktionen von außerhalb der Türkei eingeleitet würden, müßten Tausende verhungern.
1915-08-04-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Zimmermann weist Wangenheim an, für ein möglicherweise notwendiges Weißbuch "zur Rechtfertigung unserer Haltung" geeignetes Material zu sammeln, wobei es darauf ankäme "darzutun, daß tatsächlich eine weitverzweigte staatsfeindliche armenische Bewegung in der Türkei bestanden hat, deren Unterdrückung für die Pforte ein Gebot der Selbsterhaltung war". Ferner solle nachgewiesen werden, was von deutscher Seite getan worden sei, um "die Not der Betroffenen zu lindern".
1915-08-04-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Der Armenien-Experte der Botschaft zeichnet Einzelheiten über die Armenierdeportationen im Bezirk Izmid sowie von der Schwarzmeerküste auf.
1915-08-04-DE-003     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter ) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Mahmud Kiamil Pascha habe versprochen, die beiden armenischen Mitarbeiter des Konsulats in Ersindjan in einem Haus unterzubringen, auf jeden Fall aber dafür zu sorgen, daß sie nicht nach Urfa, sondern nach Aleppo gebracht würden. Die Maßnahmen, für die er sich entschuldige, seien auf keinen Fall gegen das deutsche Konsulat gerichtet. Polizeibeamte, die Scheubner-Richter wegen Vergehen benenne, würden streng bestraft.
1915-08-04-DE-004     Aufwärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Athen (Mirbach )
Jagow kündig Aktion gegen Serbien an, das Deutschland schließlich den Krieg erklärt habe. Deshalb könne Griechenlands Vertrag mit Serbien nicht greifen, auch weil er auf die "Balkanfrage" beschränkt sei. Griechenland, so Jagows Anweisung an Mirbach, dürfe nicht mobilisieren, weil das Krieg mit Bulgarien bedeuten könnte. Fall Griechenland neutral bleibe, würde sich Deutschland bei der Türkei dafür einsetzen, daß Griechenland den Dodekanes erhält.
1915-08-04-DE-005     Großes Hauptquartier (Luckwald) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Luckwald legt einen Bericht über die militärische Lage in West, Ost und Südwest vor. Hier nur ein Ausschnitt über die Dardanellen.
1915-08-05-DE-002     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Seine Proteste habe er weisungsgemäß in der Form eines freundschaftlichen Rats gehalten. Der Vali habe ihm zugestimmt, sei aber machtlos gewesen, weil er unter dem Befehlt des türkischen Oberkommandos gestanden habe. Von "vernünftig denkenden weiten Kreisen der türkischen Bevölkerung" sei die Ausrottungspolitik mißbilligt worden. Hätten die Armenier sich wehren wollen, wäre der geeignete Augenblick im Januar 1915 gewesen, als die Russen nur 35 Kilometer vor Erzerum standen und in Erzerum nur wenige Hundert türkische Polizisten stationiert waren, aber drei- bis viertausend Armeniern in Arbeiter-Bataillonen. Die hätten sich aber ruhig verhalten, wie später auch die meisten Deportierten, die sich "mit Gottergebenheit" hätten abschlachten lassen.
1915-08-05-DE-003     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Es gelte als sicher, daß der Bischof von Kharput (Stepan Israelian) mit einigen Priestern und einer Schwester von einem Priester zwischen Diarbekir und Urfa ermordet worden sei. Die Schwester hatte die silbernen Kirchengeräte bei sich, die Beute der Gendarmen geworden seien. Die Botschaft teilte dies mündlich Monsignore Sayeghian mit, der bei Verwendung der Nachricht die Quelle verschweigen sollte.
1915-08-05-DE-004     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Botschaft Konstantinopel
Der örtlichen Banque Ottoman sei es gelungen, zur Sicherung deutscher Kredite die Waren der deportierten Armenier in der armenischen Kirche zu deponieren, meldet Scheubner-Richter. Doch dann wurden die Waren von den Lokalbehörden versiegelt und die Bankbelege entfernt. Die Botschaft macht darauf aufmerksam, daß die hinterlegten Waren bis zu einem neuen Gesetz ein freies Depot der Bank bleiben müssen, da es der Sicherstellung aller Gläubiger dient. Diesem Standpunkt habe auch Finanzminister Djavid Bey in einem Gespräch zugestimmt.
1915-08-05-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Militär-Bevollmächtigter Lossow berichtet nach Reise nach Sofia und Rücksprache mit Enver, daß über die Maritza-Grenze mit Bulgarien Einigkeit herrsche. Bulgarien würde erst dann in den Krieg mit Serbien eintreten, wenn der erste deutsche Kanonenschuß gefallen sei. Wichtig für Bulgarien sei die Besitznahme der Donaustrecke Orsowa-Widin, um Gettreide exportieren zu können. Türkische Hilfe bei dem Feldzug halte er für ausgeschlossen.
1915-08-05-DE-006     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn geht davon aus, daß die Türkei Bulgarien beispringt, wenn die Entente einen Landungsversuch bei Dedeagatsch unternimmt.
1915-08-06-DE-001     Botschaft Konstantinopel an Generalkonsulat Smyrna
Johannes Lepsius habe Briefe an zwei Armenier in Smyrna übergeben. Die Empfänger sollten über den Übermittlungsweg schweigen und wissen, daß die Botschaft nicht in der Lage sei, sie vor Verfolgungen zu schützen.
1915-08-06-DE-002     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Der Innenminister habe Anweisung gegeben, das deutsche Internat in Harunije nicht zu belästigen. Neurath empfiehlt Dobbelers Klagen "bei der Pforte energisch zur Sprache zu bringen". Schulleiter Dobbeler solle das Konsulat Adana und die Botschaft über weitere mögliche Beeinträchtigungen auf dem Laufenden halten.
1915-08-06-DE-012     Botschaft Konstantinopel (Humann)
Enver habe in einem Interview gesagt, so der deutsche Marineattaché und Enver-Freund Hans Humann, man habe die Armenier nicht ausgerottet, was noch nicht das Schlimmste gewesen wäre, denn dabei "bliebe immer noch ein kleiner Stamm übrig", sondern man habe sie über die Türkei verteilt, "so daß sie wohl oder übel in das türkische Element des Landes aufgehen müssen". Enver habe die Warnungen an den Patriarchen angeführt und die Rede des russischen Außenministers in der Duma, der von den "treuen" Armeniern gesprochen habe. Die Armenier hätten so gründlich gegen die osmanische Bevölkerung gewütet, daß von den 150000 Türken im Vilajet Van nur noch 30000 Mohammedaner am Leben seien. Im Ministerrat habe er den Standpunkt vertreten, daß man versuchen müsse, mit den Armeniern gut und friedlich auszukommen, allerdings müsse er "beim geringsten Vorkommnis in den östlichen Armenierzentren mit den drakonischen Maßnahmen einschreiten", denn das Heer müsse die Gewißheit haben, daß im Rücken kein Feind stünde.
1915-08-07-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Rößler berichtet von Deportationszügen aus mehreren Orten, die nach Aleppo kamen und über ihr Schicksal berichteten. Desgleichen erwähnt er mehrere armenische bekannte Persönlichkeiten, die durch Aleppo in Richtung Diarbekir zogen und dort vermutlich ermordet worden sind. Außerdem berichtet er über Aufständische, die sich in der Nähe des Dorfes Fundadschak gesammelt hätten. Sie seien von Truppen vernichtet worden. Ein anderes Dorf sei "der nichtmilitärischen Vernichtung nicht entgangen".
1915-08-07-DE-002     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Er habe bei den Armeniern eine starke Aufklärungsarbeit entfaltet, meldet Scheubner-Richter, und sei dafür eingetreten, die Waren der Ottomanbank zu übergeben, womit auch Forderungen deutscher Banken sichergestellt worden seien.
1915-08-07-DE-003     Botschaft Konstantinopel
Die Aufzeichnung enthält eine kurze Charakterisierung der Tätigkeit von Boghos Nubar Pascha, der als reicher und einflußreicher General die armenische Unabhängigkeit unterstütze und mit seiner bevorstehenden Reise nach London die Entente-Mächte dazu bewegen möchte, in dem Sinne Druck auf die Türkei auszuüben, daß diese die Armenierverfolgungen einstelle, andernfalls die offenen türkischen Häfen bombardiert werden würden.
1915-08-07-DE-004     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Armenische Schätzungen der bislang umgebrachten Armenier beliefen sich auf 80000. Die protestantischen Armenier würden bitten, wie die katholischen Armenier ebenfalls von der Verschickung ausgenommen zu werden. - In seiner Notiz hält es Mordtmann für günstig, sich dafür einzusetzen, um sich neben Amerika einigen Einfluß auf die protestantischen Armenier zu verschaffen.
1915-08-07-DE-005     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Der Wali habe ein Telegramm der Regierung bezüglich der Auswanderung der armenischen Frauen und Kinder unter 17 Jahren erhalten. Dieses ist jedoch unklar, so daß er eine Rückfrage nach Konstantinopel gerichtet habe.
1915-08-07-DE-006     Mechitaristen Konstantinopels an Deutsche Botschaft Konstantinopel
Die Mechitaristen teilen mit, was ihnen über die Armenierdeportationen vor allem am Schwarzen Meer durch Augenzeugen, unter anderem durch einen Türken, aber auch aus anderen Regionen berichtet worden ist.
1915-08-07-DE-007     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Die Türkei gestattet Italienern die Ausreise ohne Beschränkungen. Sonst, so Botschafter Garroni, hätte er der Türkei den Krieg erklärt.
1915-08-07-DE-008     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Enver wünsche nicht, daß die Araberstämme um Bagdad mit Geld versorgt würden.
1915-08-07-DE-009     Gesandtschaft Den Haag (Kühlmann) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Nur die praktische Vernichtung Serbiens, so der spätere Außenminister KÜhlmann, könne den Balkan für die Zentralmächte sichern und Konstantinopel und die Dardanellen retten. Direkte Folge eines Sieges über Serbien wäre ein freier Transitweg nach Konstantinopel.
1915-08-08-DE-002     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Bericht über Kampfhandlungen auf den Dardanelle. Deutsche U-Boote sind nicht aktionsfähig
1915-08-09-DE-002     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Künftig sollen über das Konsulat Adana nur übersetzte Berichte des Katholikos von Sis an den Patriarchen geschickt werden.
1915-08-09-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Lossow analysiert die militärische Lage an den Dardanellen.
1915-08-09-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Von Lossow berichtet über die militärische Lage auf den Dardanellen.
1915-08-10-DE-001     Konsulat Erzerum (Scheubner-Richter) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die Armenier, so der deutsche Vizekonsul in Erzerum, wären das wirtschaftlich und kulturell höchststehende Volk im östlichen Anatoliens, das stark unter französischem Einfluß stehe. Besonders Rußland habe durch Propaganda die Armenier auf ihre Seite ziehen können, dem Deutschland bislang wenig entgegensetzen konnte. Als beste Lösung des Armenier-Problems hätte er es angesehen, "wenn es den Türken mit Unterstützung auch der russischen Armenier gelungen wäre, die von Armeniern bewohnten Grenzgebiete zu erobern und so die unter russischer wie türkischer Oberhoheit stehenden Teile Armeniens zu vereinen. Nunmehr sei eine solche Einigung wohl kaum mehr möglich, wobei die Probleme eher auf türkischer als auf armenischer Seite lägen.
1915-08-10-DE-002     Chemin der Fer Ottoman d’Anatolie (Günther) an Botschaft Konstantinopel (Neurath)
Nachdem die türkische Regierung die Kontrolle der Banken über die konfiszierten Güter ihrer Gläubiger abgelehnt habe, müssten die betroffenen Firmen wenigstens, so Günther, als Selbstkäufer der Liegenschaften auftreten können.
1915-08-11-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Rößler legt einen Bericht Künzlers aus Urfa vor und beschreibt seinen Einsatz für den armenischen Apotheker des deutschen Hospitals in Urfa.
1915-08-11-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
In Killis hätten viele Armenier die Absicht geäußert, zum Islam überzutreten.
1915-08-11-DE-003     Generalkonsulat Konstantinopel (Mertens) an Botschaft Konstantinopel
Schwester Marie Hoffmann bittet um Schonung der Armenier in Mouradja. Talaat sagt sie zu.
1915-08-11-DE-004     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Rößler bittet, die Testamente von Zohrab und Vartkes dem armenischen Patriarchen zu übergeben.
1915-08-11-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Von Lossow gibt eine Übersicht über die militärische Lage auf den Dardanellen. Täglich würden von türkischer Seite etwa 10000 Artilleriegranaten verschossen, vorrätig seien nicht einmal mehr 100000 Schuß.
1915-08-11-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Konsulat Trapezunt; Konsulat Erzerum; Konsulat Aleppo; Konsulat Adana; Konsulat Mossul
Die Armeniergreuel hätten ein solches Ausmaß erreicht, daß "unsere entschiedene Mißbilligung" zum Ausdruck gebracht worden sei. Der von verschiedenen Seiten ausgesprochenen Vermutung, Deutschland sei Urheber dieser Greuel, sei energisch entgegenzutreten.
1915-08-12-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Gegen die "systematische Niedermetzelung" der Armenier seien bei der Hohen Pforte eindringliche Vorstellungen zu erheben, zumal auch andere Christen davon betroffen seien und neuerdings auch die Armenier Izmids. Darüber sei besonders die armenische Bevölkerung Konstantinopels erregt. Bei seiner Überreichung des Memorandums habe Talaat versichert, "daß die Armenier von Konstantinopel nicht verschickt werden sollten". Die deutsche Presse solle klarzustellen, so die Empfehlung des deutschen Botschafters, daß die deutsche Regierung "den Zwangsmaßregeln gegen die Armenier durchaus fernstehe"; weil in der türkischen Bevölkerung immer häufiger die Meinung herrsche, "daß die deutsche Regierung mit der Ausrottung der Armenier einverstanden sei und sie sogar geradezu veranlaßt habe".
1915-08-12-DE-002     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Von der Niederwerfung eines Armenieraufstandes in der Nähe von Marasch sei der Vali Hakki Bey, der, nach dem Urteil eines türkischen Offiziers für derartige Geschäfte besonders "brauchbare" Eigenschaften Besitz, zurückgekehrt. Der Regierung sei der Anlaß zu dieser Strafexpedition zweifellos "ausserordentlich erwünscht". Der Wunsch, "alles Armenische auszurotten" sei einer Regierung zuzutrauen, die "für das Vorhandensein dieser Gesinnung vor 6 Jahren so blutigen Beweis geliefert" habe.
1915-08-12-DE-004     Generalkonsulat Konstantinopel (Mertens) an Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Der deutsche Handelssachverständige Renner macht auf die Folgen der Deportationen für den deutschen Handel und die deutschen Unternehmen in der Türkei aufmerksam.
1915-08-12-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Liman von Sanders beklagt das schwere Schiffsfeuer des Gegners und verlangt zur Bekämpfung dringend deutsche U-Boote.
1915-08-12-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die Zahl der umgekommenen Armenier würde von Armeniern Aleppos auf mindestens 200000, vermutlich aber mehr geschätzt. Die Männer seien zumeist von Gendarmen getötet, nicht von Kurden. Trotz des Befehls Djemals würden auf Druck des Komitees die Verbannten auch im Vilajet Aleppo umgebracht.
1915-08-13-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Nach Auskunft des Valis Beschir Bey würden nunmehr auch katholische Armenier nicht mehr von der Deportation ausgenommen.
1915-08-13-DE-002     Deutsche Bank ((Filiale Konstantinopel)) an Botschaft Konstantinopel
Die Konstantinopler Filiale der Deutschen Bank bittet die Botschaft, ihr bei der Eintreibung von Schulden der beiden armenischen Geschäftsleute Herbekian und Atamian zu helfen, die verhaftet worden seien. Sie seien auf Verlangen der Behörden von Ismidt verhaftet und dorthin gebracht worden, so Bedri Bey, die Deutsche Bank solle ihre Forderungen bei deren Prokuristen eintreiben.
1915-08-13-DE-003     Militärstation Osmanié in Konstantinopel (Schlee) an Botschaft Konstantinopel
Der deutsche Offizier Schlee von der Militärmission Osmanié befürwortet eine Auslandsreise des Armeniers Guessarian, der für die Deutschen arbeitet. Allerdings dürften Armenier, die ins Ausland reisen, so das Innenministerium, nicht wieder zurückkehren.
1915-08-13-DE-004     Gesandtschaft Athen (Grancy (Marineattaché)) an Admiralstab der Marine
Grancy warnt vor den Problemen, die ein bulgarischer Angriff auf Serbien für Griechenland hätte.
1915-08-13-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Das Kriegsgericht in Konstantinopel lade Boghos Nubar Pascha vor. Das Verfahren sei nicht ernst zu nehmen, doch sei darin ein verdeckter Vorwurf gegen Deutschland enthalten, weil auch Nubars Tätigkeit in der Reformfrage zur Sprache komme, wo er von Deutschland unterstützt worden sei.
1915-08-14-DE-001     Pastor Strahl an Botschaft Konstantinopel
Pfarrer Strahl erbittet Schonung der armenischen Protestanten in Eski Schehir. Daraufhin versprach Dschambulat , diese Protestanten von der Deportation auszunehmen.
1915-08-14-DE-003     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Admiralstab der Marine
Wenn Meldungen in Berichten des Marineattachés Athen "aus sicherer Quelle" genannt werden, so sind sie von der griechischen Königin (und Schwester Wilhelm II) zur Verfügung gestetllt worden.
1915-08-14-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Enver und Bronsart beschwerten sich erneut über die militärische Berichterstattung durch die Konsulate und drohten mit Entzug des Chiffrierschlüssels.
1915-08-14-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Lossow beklagt, daß die deutschen U-Boote seit Wochen dienstunfähig sind und verlangt 10 weitere U-Boote zu schicken, damit immer 2 bis 3 U-Boote dinestfähig sind - auch für das Schwarze Meer zum Schutz der KOhlentransporte notwendig.
1915-08-14-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Konsulat Damaskus
Der Konsul in Damaskus, so der deutsche Botschafter, möge Djemal an seine Befehle erinnern, denn im Vilajet Aleppo würden wieder Ausschreitungen gegen Armenier stattfinden.
1915-08-14-DE-012     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
Ihm sei nicht zu Ohren gekommen, so der deutsche Vizekonsul, daß die Deutschen Urheber der Christengreuel seien. Hingegen sie die Ansicht verbreitet, daß Deutschland nichts tue, damit die Schuldigen bestraft würden. Jeder wisse, daß der Vali von Diarbekir "die Seele der in seinem Vilajet vorgekommenen entsetzlichen Verbrechen" sei. "Erst wenn wir die Pforte gezwungen haben, die in Diarbekir, Mardin, Seert etc. in Beamtenstellungen sitzenden Verbrecher rücksichtslos zur Rechenschaft zu ziehen, und zwar schleunigst, erst dann fallen die Verdächtigungen gegen uns fort." Die Welt habe Greueltaten wie die im Vilajet Diarbekir begangenen noch nie erlebt.
1915-08-14-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Ein detaillierter Bericht über den systematischen und weitreichenden Versuch der Jungtürken, das Osmanische Reich auf allen Stufen der Gesellschaft zu türkifizieren, über die weitverbreitete antichristliche Haltung und Fremdenfeindlichkeit der CUP, über die Islamisierung, die Politik der „Türkei für die Türken“ und die generelle Verfolgung von Armeniern und Griechen.
1915-08-14-DK-002     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Eric Scavenius)
Wandel berichtet von der osmanische Zensur der diplomatischen Korrespondenz und den Gegenmaßen der dänischen Gesandtschaft.
1915-08-15-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Van soll wieder von türkischen Truppen besetzt sein.
1915-08-15-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Bulgarien käme mit neuen Grenzkorrekturen, so der deutsche Botschafter, die aber wohl zugestanden werden würden.
1915-08-15-DE-012     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die Armenier des Ostens seien "schon heute so gut wie völlig vernichtet", so der deutsche Konsul, das Schicksal derer aus dem Westen sei noch unklar, denn "die mit der Ausführung beauftragten Beamten wissen selbst nicht, was die Regierung will".
1915-08-16-DE-001     Gesandtschaft Bern (Romberg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Viele Alttürken, die Romberg benennt, hielten sich in der Schweiz auf. Militärattaché Leipzig habe, nach türkischen Quellen, nicht Selbstmord begangen, sondern sei von einem Türken erschossen worden. Nach dem Fall von Przemysl sei Rumänien bereit gewesen, sich Italien anzuschließen.
1915-08-16-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die Deportationen aus Marasch hätten begonnen, berichtet der Konsul und bittet um Ausnahme für die dortigen Lehrer und Schüler des deutschen Hülfsbunds.
1915-08-17-DE-001     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Die Massaker von 1909 hätten auf Befehl der Regierung und unter Heranziehung des aktiven Militärs stattgefunden. schreibt Konsul Büge. Dafür habe sich ein schlüssiger Beweis nicht erbringen lassen, entgegnete Armenienspezialist Mordtmann. Schadensersatzansprüche deutscher Reichsangehöriger, so Büge, seien gegenüber der türkischen Regierung niemals geltend gemacht worden. Gespräche darüber seien nur durch den Krieg unterbrochen, entgegnete Mordtmann.
1915-08-17-DE-002     Anatolische Eisenbahngesellschaft (Günther) an Botschaft Konstantinopel (Neurath)
Begleitbrief
1915-08-17-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Enver hält Einigung mit Bulgarien innerhalb von 2 Tagen für möglich, möchte aber wissen, ob für den Fall, daß sich Bulgarein doch noch für die Entente entscheidet, die Türkei mit Entlastung seitens Deutschlands rechnen könne. Denn in dem Falle könne die Türkei ihre Stellungen an den Dardanellen nicht mehr lange halten.
1915-08-17-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Nach Gesprächen mit Admiral MÜller sollen nun doch weitere U-Boote zu den Dardanelle geschickt werden.
1915-08-17-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Wenn Bulgarien mit den Zentralmächten geht, könne die Operation gegen Serbien in 3 bis 4 Wochen starten. Wenn sich Bulgarien gegen die Türkei wendet, könne Deutschland dieTürkei nicht mehr wirksam unterstützen.
1915-08-17-DE-006     Gesandschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der griechische König würde, so Mirbach, den casus foederis Serbien gegenüber bei gleichzeitigem Kriegsanfang Deutschland und Bulgariens wohl nicht fallen lassen, vermutlich aber, wenn der bulgarische Angriff dem deutschen folgen würde.
1915-08-17-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Konsulat Aleppo (Rößler)
Die Behörden hätten Schutz des Personals und der Schüler der deutschen Anstalten in Marasch zugesagt, so der deutsche Botschafter.
1915-08-18-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Michahelles berichtet über ein Gespräch mit Hakki Pascha, der mitteilte, daß viele Hunderte von Armeniern hingerichtet seien und die Armenier aus vielen Ortschaften "aus Gründen militärischer Sicherheit" vertrieben worden seien. Die Armenier hätten die Maßnahmen "durch ihr eigenes Verschulden hervorgerufen".
1915-08-18-DE-003     Gesadntschaft Sofia (Michahelles) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Michahelles untersucht die verschiedenen Möglichkeiten, durch Abtretungen und Grenzveränderungen die Beziehungen zwischen Griechenland und Bulgarien zu verbessern.
1915-08-19-DE-001     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der griechische König wolle sich vom drückenden serbischen Bündnis freimachen, so Mirbach. Nach einem Sieg Deutschlands hoffe er auf einen größeren Gebietsanteil als im griechisch-serbischen Vertrag vorgesehen.
1915-08-19-DE-012     Ein Armenier) an Botschaft Konstantinopel
In einem von päpstlichen Delegaten Monsignore Dolci überreichter Brief schildert ein Armenier die Deportation der katholischen Armenier aus Ismidt. Besonders die ärmeren Klassen litten und müßten ihre Kinder für etwa eine Mark und ihre 15 - 20jährigen Mädchen zu vier Mark verkaufen. Der Armenier bittet darum, drei katholische Priester und fünf Nonnen, die im Bahnhof zurückgeblieben sind, nach Konstantinopel kommen zu lassen. Mordtmann erfuhr beim Innenministerium, daß Vergünstigungen für katholische Armenier wieder aufgehoben worden seien.
1915-08-20-DE-001     Deutscher Hülfsbund für christliches Liebeswerk (Friedrich Schuchardt) an Auswärtiges Amt
Der Direktor des Hülfsbundes übersendet dem Auswärtigen Amt sechs Berichte ausschließlich von deutschen Augenzeugen des Genozids und bittet um Hilfe, damit den deutschen Schulen die Lehrkräfte erhalten bleiben. Ferner wünscht er nach Konstantinopel zu reisen, wozu ihm die Botschaft dringend abrät.
1915-08-20-DE-003     Pfarrer Strahl an Botschaft Konstantinopel
Pfarrer Strahl bittet, zwei armenische Familien von den Deportationen auszunehmen und für 50 armenisch-protestantiche Familen von Außerhalb etwas zu tun, die auf freiem Feld lagern.
1915-08-20-DE-004     Deutsche Bank Filiale Konstantinopel an Deutsche Botschaft Konstantinopel
Die Filiale der Deutschen Bank in Konstantinopel legt der Botschaft eine Liste ihrer armenischen Angestellten vor, ohne die sie nicht weiterarbeiten könne, da 30 Angestellte eingezogen worden seien. Botschaftsrat Neurath weist Mordtmann an, "bei Talaat vorstellig zu werden, daß für diese Bankangestellten, auch die der Orientbank u. ihre Familien besondere Vessikas ausgestellt u. sie hier belassen werden, da sonst die Banken ihren Betrieb einstellen müssen."
1915-08-20-DE-005     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Vali habe Befehl der Regierung, daß Protestanten in Aleppo bleiben dürften.
1915-08-20-DE-006     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Gesandtschaft Athen (Mirbach)
Zimmermann zitiert Bethmann Hollwegs Redeim Reichstag, wonach England wohl kaum den Krieg wegen Belgien erklärt hat, wenn man sieht, wie es jetzt neutrale Länder wie Griechenland behandelt.
1915-08-20-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Italiens Botschafter in Konstantinopel hat der Pforte eine Note überreicht, daß sich Italien mit der Türkei im Kriegszustand befinde.
1915-08-20-DE-008     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Botschafter Garroni hat die Gründe für die Kriegserklärung angegeben. Die Vertretung Italiens in der Türkei übernehmen die USA.
1915-08-20-DE-009     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Hohenlohe-Langenburg schickt einen Bericht mit Aussagen englischer Gefangener.
1915-08-21-DE-001     Deutscher Hülfsbund für christliches Liebeswerk im Orient (Friedrich Schuchardt) an Auswärtiges Amt
Schuchardt übersendet einen weiteren Zeugen-Bericht über die Ereignisse in Ersindjan.
1915-08-21-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Die Russen hätten Van wieder besetzt und die türkischen Behörden seien nach Bitlis geflüchtet.
1915-08-21-DE-003     Société de Transport Internationaux an Botschaft Konstantinopel
Die Schweizer Firma Société de Transports Internationaux möchte ihrem deportierten Mitarbeiter Murad Khérian Geld zukommen lassen und bittet die deutsche Botschaft um Mithilfe.
1915-08-21-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Lossow schildert die Lage an den Dardanellen.
1915-08-21-DE-005     Gesandtschaft Bern (Romberg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Romberg berichtet nach Gesprächen mit Informanten über Haltung Italiens zur Türkei.
1915-08-21-DE-011     Bagdad-Eisenbahn-Gesellschaft (Franz Johannes Günther) an Botschaft Konstantinopel (Neurath)
Begleitbrief. Mordtmann referiert Aussagen der Deutschen Zabel und Hollbach, die Deportationszüge beobachtet haben und ihre Wege nachzeichneten.
1915-08-22-DE-001     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Deutschland schickt U-Boote und Flugzeuge in die Türkei.
1915-08-22-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Lossow berichtet über die Lage der Engländer auf Gallipoli.
1915-08-22-DE-003     Gesandtschaft Athen (Grancy (Marineattaché)) an Admiralstab
Marineattaché Grancy berichtet über italienische Truppen auf griechischen Inseln.
1915-08-23-DE-001     Rudolf Zabel an Johannes Mordtmann
Von dem Korrespondenten der "Täglichen Rundschau", Rudolf Zabel, in der Botschaft hinterlegte Aufstellungen enthielten, so Mordtmann, "genaue Angaben über den Exodus der Armenier aus Izmid und Umgegend".
1915-08-23-DE-002     Deutsche Orientbank Zweigniederlassung Konstantinopel an Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Durch das ungesetzliche Vorgehen gegen die Armenier sei die Orientbank schwer geschädigt. Die türkische Gesetzgebung sähe eine Veräußerung des Eigentums von ausgewiesenen Personen nicht vor.
1915-08-23-DE-003     Reichstag (Erzberger (Matthias)) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Ein Reisender durch die Türkei berichtet Erzberger von der Verfolgung der Armenier und Griechen sowie dem Versuch, den Völkermord an den Armeniern den Deutschen in die Schuhe zu schieben.
1915-08-23-DE-011     Ein Mechitaristenpfarrer an Botschaft Konstantinopel
Auf die Eingabe eines Mechitaristenpaters zugunsten der protestantischen und katholischen Armenier von Izmid und Baktchedjik, denen Schonung zugesagt worden war, die aber bereits nach Eskischehir und Konia deportiert worden waren, habe Mordtmann bei Talaat zu intervenieren versucht. Talaat sei ausgewichen und hätte keinerlei Zusagen gemacht. Aziz habe bezweifelt, ob er die entsprechenden Order geben würde.
1915-08-23-DE-012     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Der armenisch-katholische Bischof Keklikian habe angefragt, ob die katholischen und protestantischen Armenier von der Verschickung ausgenommen seien. Mordtmann antwortet, die Pforte habe kürzlich das Verbleiben zugesagt, es dann aber für Angora und Adana zurückgezogen. Weitere Schritte würden zwar unternommen, ihr Erfolg erscheine aber zweifelhaft.
1915-08-23-DE-013     Stange an Deutsche Militärmission in der Türkei
Der deutsche Oberstleutnant Stange berichtet über die Ausweisungen aus Erzerum, über seine Erkenntnisse von Deportationen aus anderen Städten und gibt seine Beurteilung der Verantwortlichen in Erzerum. Seine Schlußfolgerung: "Die Austreibung und Vernichtung der Armenier war vom jungtürkischen Komitee in Konstantinopel beschlossen, wohl organisiert und mit Hilfe von Angehörigen des Heeres und von Freiwilligenbanden durchgeführt."
1915-08-24-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantnopel
Der offizielle Befehl beziehe sich nur auf den Schutz der Deutschen, nicht auf das armenische Personal und die Schulkinder.
1915-08-24-DE-002     Generalkonsulat Konstantinopel (Mertens) an Botchaft Konstantinopel
Marie Hoffmann setzt sich für die protestantischen Armenier im Dorf Muraddje ein.
1915-08-24-DE-003     Gesandschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Serbien wolle sich mit Bulgarien verständigen und bieteTeile Mazedoneins an.
1915-08-25-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Auf Gallipoli herrsche Ruhe, Bulgarien soll die Türkei mit Munition versorgen, so Lossow.
1915-08-25-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Die Entente verhängt über die Küste von Alexandrette bis zur ägyptischen Grenze eine Blockade.
1915-08-25-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Großwesir und Halil möchten wisen, ob Deutschland und Italien im Krieg stünden. Jagow: Offiziell nein, in Wahrheit ja. BEiden sei diese Unklarhiet recht. Italien wolle nicht Truppen nach Frankreich schicken und Deutschland wünsche das auch nicht, weil die deutschen Truppen dort so verdünnt seien.
1915-08-25-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Türkische Presseberichte zum Kriegszustand mit Italien.
1915-08-25-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Djemal Pascha ließe auch protestantische Armenier deportieren - gegen den Befehl des Ministers.
1915-08-26-DE-002     Franz Apell-Dörr an Deutsche Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Der Schwiegervater von Roupen Tschilinguirian bittet die Botschaft, seiner Frau und Schwiegertochter bei der Suche nach Roupen Tschilinguirian zu helfen. Die Botschaft antwortet, daß Tschilinguirian Ende August auf dem Wege von Kianghri nach Angora ermordet worden sei. Vier der Täter seien gefaßt worden.
1915-08-26-DE-003     Heinrich Jansen an Botschaft Konstantinopel
Der deutsche Ingenieur Janson teilt seine kirchliche Eheschließung mit einer Armenierin mit und sucht um Schutz für seine Schwiegereltern, den zu gewähren sich die Botschaft vor der standesamtlichen Beurkundung außerstande sieht.
1915-08-26-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Anatolische Eisenbahn (Günther)
Die Banque Impériale Ottomane erbittet Hilfe bei der Suche nach Ihrem armenischen Leiter der Filiale Angora, Chenorkain.
1915-08-26-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
In Urfa habe am 19. August ein Armenier drei Polizisten getötet. Daraufhin seien etwa 200 Armenier und Syrer vom Pöbel erschlagen worden.
1915-08-26-DE-012     Konsulat Damaskus (Loytved Hardegg) an Botschaft Konstantinopel
Der deutsche Konsul berichtet über seine Bemühungen, mit Djemal Pascha in Kontakt zu kommen. Insgesamt sollen 60000 Armenier in die Provinz Damaskus deportiert werden.
1915-08-27-DE-002     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Der armenische Lehrer der deutschen Schule Sinanian, meldet Büge, würde Sonnabend deportiert werden. Eine Vermittlung sei "schroff zurückgewiesen" worden.
1915-08-27-DE-003     Konsulat Trapezunt (Bergfeld) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Bergfeld berichtet, daß nunmehr die letzten Armenier deportiert und vermutlich unmittelbar vor der Stadt ermordet würden. Der Wali sei wohl bestrebt, die Maßnahmen gegen die Armenier abzuschwächen, aber offensichtlich hilflos gegenüber seinen Beamten und den Polizeiorganen, die sich "auf das schamloseste" bereichern würden.
1915-08-27-DE-004     Firma Société de Transports Internationaux an Botschaft Konstantinopel
Die Société de Transports Internationaux gibt an, daß Herrn Mourad Khérian noch erheblich grössere Beträge zur Verfügung gestellt würden.
1915-08-27-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Reichkanzler (Bethmann Hollweg)
Von der Goltz sieht nach den russischen Niederlagen im Osten Europas verstärkte Möglichkeiten des Zarenreichs, die Türkei anzugreifen, sowohl im Kaukasus als auch am Bosporus, von wo aus das alte Ziel Konstantinopel angegriffen werden kann. Engländer und Russen werden in Persien die Türkei vom Persischen Golf abdrängen und "allen Plänen von einem Vordringen türkische Streitkräfte nach Osten ein Ende" zu machen versuchen. "Ein Expeditionskorps von 40000 Mann vermag Russland trotz aller Verluste immer noch in kurzer Zeit aufzubringen und auch einzuschiffen. Die türkische Flotte, die im Beginn des Krieges das Schwarze Meer fast völlig beherrschte, ist heute nicht mehr in der Lage, die Expedition zu verhindern, ehe nicht mehr deutsche U-Boote eingetroffen sind." Einzig der Rückzug der Entente von den Dardanellen würde die militärische Lage entschärfen.
1915-08-27-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Konsulat Jerusalem
Durch Verfügung der Pforte seien die protestantischen Armenier von der Ausweisung ausgenommen. Der deutsche Konsul möge bei Djemal Pascha einen Gegenbefehl gegen die tatsächlich durchgeführte Deportation erwirken.
1915-08-27-DE-012     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Konsulat Aleppo
Er habe das Konsulat Jerusalem gebeten, bei Djemal Pascha vorstellig zu werden. Die Ausnahmen für katholische und protestantische Armenier bezögen sich, laut Pforte, nur auf die Armenier der Stadt Aleppo, nicht die des Vilajets. Das Vilajet, so Talaat, solle wieder türkisiert werden.
1915-08-27-DE-013     Konsulat Trapezunt (Bergfeld) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Nunmehr würden auch die letzten Armenier aus Trapezunt vertrieben, so der deutsche Konsul. Der Vali sei machtlos und der frühere Inspektor des Komitees, Nai Bey, abgelöst worden. Die Beamten und Polizisten würden sich bei der Räumung der armenischen Häuser auf das schamloseste bereichern und es sei zu befürchten, daß sie im gegebenen Moment in gleicher Weise gegen die griechische Bevölkerung vorgehen werden.
1915-08-28-DE-002     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die von Marasch nach Aintab deportierten Protestanten seien zurückgeschickt worden.
1915-08-28-DE-003     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Konsul Büge in Adana kämpft um seine armenischen Mitarbeiter.
1915-08-28-DE-004     Deutsche Bank Filiale Konstantinopel an Botschaft Konstantinopel
Nachdem die neue türkische Regierung Gleichheit und Freiheit für alle Bevölkerungselemente in der Verfassung garantiert hat, habe die Deutsche Bank einen großen Teil ihrer Kredite armenischen Kunden zur Verfügung gestellt, die den Handel in Konstantinopel beherrschten.
1915-08-28-DE-005     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Bulgariens Ministerpräsident Radoslawoff hätte gegen eine griechische Besetzung der Orte Doiran und Gewgeli nichts auszusezten, müsse das aber erst mit dem König besprechen.
1915-08-28-DE-006     Auswärtiges Amt (Jagow)
Jagow berichtete über ein Gespräch mit dem türkischen Botschafter in Rom über Lage und Stimmung in Italien.
1915-08-28-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der „Tasfir-i-Efkiar“ fordert zum wiederholen Mal die Herstellung der freien Verbindung Deutschland-Türkei.
1915-08-28-DE-011     Konsulat Trapezunt (Bergfeld) an Botschaft Konstantinopel
Anfangs zurückgebliebene Armenier wie Beamte der Ottomanbank, der Regie und alleinstehende Frauen würden nunmehr auch deportiert und anscheinend am Stadtrand ermordet, so der Konsul. Er stelle anheim, die Errichtung eines Kriegsgerichts anzuregen.
1915-08-29-DE-001     Nachrichtenstelle für den Orient (Oppenheim, Max Baron von) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
In seiner Darstellung der armenischen Frage ist Oppenheim der Auffassung, dass die Türkei zu den getroffenen Maßregeln gegen die Armenier aufgrund deren Verhalten berechtigt sei, auch wenn es dabei zu Grausamkeiten gegen Unschuldige gekommen sei.
1915-08-29-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Bulgarien schlägt nunmehr vor, die Ortschaften Doiran und Gewgeli nicht zu berstzen, sie aber nach Friedensschluß Griechenland zu überlassen.
1915-08-29-DE-003     Gesandtschaft Den Haag (Kühlmann) an Reichkanzler (Bethmann Hollweg)
Es komme jetzt sehr auf den Balkan, die Dardanellen und Rumänien an, soll der englische Gesandte in Den Haag geäußert haben.
1915-08-29-DE-004     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Österreich-Ungarns und Deutschland haben den Rumäenen zugesagt, die Eisenbahnverbindung nach Saloniki für sie freizuhalten. Im Falle eines Krieges wäre diese Zusage ohnehin obsolet.
1915-08-30-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Beim Konsulat Aleppo seien keine aus Reichsfonds bezahlte Armenier beschäftigt.
1915-08-30-DE-002     Konsulat Trapezunt (Bergfeld) an Botschaft Konstantinopel
Beim Konsulat Trapezunt sei kein Armenier beschäftigt.
1915-08-30-DE-003     Konsulat Mossul (Hostein) an Botschaft Konstantinopel
Im Konsulat Mossul seien zwei Mitarbeiter Armenier. Nach Auskunft der Pforte lebten im Valjet Mossul nur wenige Armenier und deshalb sei deren Deportation nicht beabsichtigt.
1915-08-30-DE-004     Deutsche Orientbank Filiale Konstantinopel an Botschaft Konstantinopel
Die deutsche Orientbank erkundigt sich nach dem Verbleiben ihrer armenischen Mitarbeiter Haig Mitchikian und Nourdijian Bahtarian
1915-08-30-DE-005     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Neutralität Griechenlands gegenüber den kriegführenden Mächten, aber besonders dem Alliierten Serbien gegenünber, Sorge um die Griechenverfolgungen in der Türkei und Rücksichtnahme auf jene Mächte, die Griechenland maritim beherrschten, das seien die Grundzüge der Politik von Venizelos, mit dem Mirbach eine Aussprache hatte. Venizelos erkannte an, daß Deutschland in Einzelfällen zugunsten von Griechen in der Türkei interveniert hätten, nicht aber generell gegen das jungtürkische Ausrottungssystem.
1915-08-31-DE-001     Pfarrer Strahl an Botschaft Konstantinopel
Protestantische Armenier aus Eski Schehir seien ausgewiesen, weil sie nicht als Protestanten anerkannt würden. Zwei Pfarrer und Katholiken seien zwischen Ismidt und Eski Schehir hin- und hergeschoben worden. Das Innenministerium habe angeblich Befehl ausgegeben, Katholiken und Protestanten in ihre Heimat zurückkehren zu lassen. Die Botschaft bittet Strahl um Nachrichten dazu.
1915-08-31-DE-002     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Rößler nahm Khosref Missakian, den Sohn des früheren deutschen Konsularagenten in Antiochien, nach dessen Zusammenbruch bei sich auf, nachdem er durchgesetzt hatte, daß der sehr beleibte Herr mit dem Wagen nach Aleppo gebracht wurde.
1915-08-31-DE-003     Deutsche Orientbank Filiale Konstantinopel an Botschaft Konstantinopel
Die Filiale Konstantinopel der Deutschen Orientbank bitte um Schutz für ihren armenischen Mitarbeiter Baptist Devlet Bey.
1915-08-31-DE-004     Deutsche Orientbank Filiale Konstantinopel an Botschaft Konstantinopel
Die Deutsche Orientbank übergibt der Botschaft die Liste ihrer armenischen Mitarbeiter, die an das Innenministerium weitergeleitet wurde. Die Mitarbeiter der Provinz sollen, so Djanbulat Bey, aus Städten zurückgezogen werden, wo sonst keine Armenier mehr seien.
1915-08-31-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
An den Dardanellen große Verluste für die Engländer. Deutsche Truppen für den Angriff auf Serbien seien bereits unterwegs.
1915-08-31-DE-006     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
In einem Telegramm an den Kaiser stellt Griechenlands König einen Kataloge von Forderungen für weitere Neutralität seines Landes auf. Jagow geht die Summe der Forderungen zu weit, einige, wie den Besitz von Monastir und Ochrida, hält er für ausgeschlossen und weigert sich generell, die Verhandlungen mit Bulgarien durch neue Ansprüche zu gefährden.
1915-08-31-DE-007     Gesandschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die montenegrinische Königsfamilie sei ganz gegen ihren Willen in den Konflikct geraten.
1915-08-31-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Göppert)
Am 30. August 1915 habe der Botschafter dem Großwesir einen Besuch abgestattet, um dort gegen das Vorgehen gegen die Armenier Vorstellungen zu erheben. Anderntags habe der armenisch-katholische Patriarch den Botschafter aufgesucht und einen Ausweisungsbefehl des Gouverneurs von Adana übergeben. Talaat sei in die Botschaft gekommen, um mitzuteilen, der Ausweisungsbefehl sei rückgängig gemacht worden, die Maßnahmen gegen die Armenier überhaupt eingestellt worden, denn "la question arménienne n'existe plus."
1915-08-31-DE-012     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die Deportation protestantischer Armenier sei unter der Hand um eine Woche verschoben.
1915-09-01-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Nach Angaben des deutschen Hülfsbunds seien die Anstalten in Mamuret-ul-Aziz, Marasch und Harunije gefährdet. Zimmermann bittet darum, dafür einzutreten, daß die Anstalten nicht geschlossen und die Waisenkinder nicht entfernt würden.
1915-09-01-DE-002     Deutsche Orientbank Konstantinopel an Deutsche Botschaft Konstantinopel
Der Armenier Garabed Malkassian der Deutschen Orientbank sei verhaftet worden. Nach Auskunft der Poliziepräfektur sei er nicht ausfindig zu machen.
1915-09-01-DE-003     Firma Schenker & Co an Botschaft Konstantinopel
Im Auftrag der Schweizer Firma Société de Transports Internationaux sind der deutschen Botschaft der Gegenwert von 2000 Schweizer Franken ausgezahlt worden. Sie sollen dem Geschäftsfreund Mourad Khérian zugestellt werden, der aus Samsun deportiert wurde.
1915-09-01-DE-004     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die vom englischen Gesandten in Sofia dem bulgarischen Ministerpräsidenten gezeigte Depeche von Grey sei glatt erfungen, so der griechische König.
1915-09-02-DE-002     Deutscher Hülfsbund für christliches Liebeswerk im Orient (Friedrich Schuchardt) an Auswärtiges Amt
Begleitschreiben, worin Schuchardt den Aufstand der Armenier einen Akt der Verzweiflung nennt. In seiner Antwort lehnt Zimmermann die erbetenen Empfehlungsschreiben ab.
1915-09-02-DE-003     Wahlkonsulat Mersina (Christmann) an Konsulat Adana (Büge)
Wahlkonsul Christmann bittet darum, den seit 30 Jahren im Konsulat angestellten Armenier Hostirian von der Deportation auszunehmen.
1915-09-02-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Am 27. August 1915, so eine Mitteilung des armenisch-katholischen Patriarchen, seien alle Armenier Angoras festgenommen und die Männer in einiger Entfernung ermordet worden. Auch Erzbischof Gregoire Bakaban sei darunter.
1915-09-02-DE-005     Armenisch-katholisches Patriarchat (Terzian XIII)
Der armenisch-katholische Patriarch Terzian XIII berichtet über die Gesamtlage der armenisch-katholischen Kirche in der Türkei und führt die Verluste einzeln aus.
1915-09-02-DE-006     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Der Vali in Adana habe zwar die telegraphische Weisung erhalten, die beiden armenischen Mitarbeiter des Konsulats nicht auszuweisen, dächte aber gar nicht daran, sich an diese Weisung zu halten. Die Deutschen sollten sich nicht in innere Angelegenheiten der Türkei einmischen. Nach einer Note Verbal, in der sich die Botschaft über die rüde Art des Valis beschwerte, konnte Mordtmann im Innenministerium Einblick in den Briefwechsel nehmen und fand, daß Talaat an den ablehnenden Bescheid seines Valis "bravo!" geschrieben hatte.
1915-09-02-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Von der Goltz gibt einen Überblick über die Verteidigungsmöglichkeiten am Bosporus, die sehr engagiert betrieben werden, aber völlig ungenügend sind. Goltz: "Man kann also mit Recht sagen, dass die Hauptstadt nach dem Schwarzen Meere hin zurzeit gegen einen ernsten Angriff schutzlos ist, da auch die Flotte diesen Schutz nicht wird übernehmen können."
1915-09-02-DK-001     Konsulat Smyrna (Alfred van der Zee) an Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel)
Der dänische Konsul in Smyrna, Alfred van der Zee, berichtet über die allgemeine Lage in der Region Smyrna und über die Nicht-Verfolgung der dortigen Armeniern, die er auf den Widerstand des Gouverneursgeneral Rahmi Bey zurückführt, der sich weigert, Befehle auszuführen.
1915-09-02-DK-002     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København
Die dänische Tabakgesellschaft E. Nobel bittet die dänische Gesandtschaft in Konstantinopel um Hilfe, damit Mikael Missirian, ein osmanisch-armenischen Kaufmann aus Samsun, die Genehmigung bekommt, das Osmanische Reich zu verlassen. Wandel rät aus verschiedenen Gründen davon ab, die Gesandtschaft einzubeziehen, einer bestünde darin, daß die osmanische Regierung keinem Armeniern erlaubt, das Land aus politischen Gründen zu verlassen. Über die Familie der Missirians siehe auch Dok. 1915-09-03-DE-003.
1915-09-03-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Konsulat Adana (Büge)
Der im Konsulat Adana angestellte Armenier Simon Agabalian, so die Anweisung der Botschaft, solle nur bei Anwendung von Gewalt ausgeliefert werden.
1915-09-03-DE-002     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Rößler berichtet über die Fortsetzung der Deportationen und Morde nicht nur an Armeniern, sondern auch andere Christen. Er listet anhand der im Anhang wiedergegebenen Berichte die Vorgänge nach Regionen auf. Eine Ausreiseerlaubnis von Djemal für Armenier habe sich als Finte erwiesen.
1915-09-03-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Konsulat Samsun (Kuckjhoff)
Die Botschaft erkundigt sich nach dem Verbleib mehrerer Familien aus Samsun.
1915-09-03-DE-004     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Für Bulgaren sei Monastir überwiegend bulgarisch, für Griechen hingegen ganz griechisch besiedelt.
1915-09-03-DK-001     Konsulat Smyrna (Alfred van der Zee) an Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel)
In Fortsetzung des Berichts 1915-09-02-DK-001 berichtet Alfred van der Zee kurz darüber, wie der Generalgouverneur von Smyrna, Rahmi Bey, nach Konstantinopel gereist ist, um sich - unter anderem - über die Armenier zu erkundigen.
1915-09-03-DK-002     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København
Wandel berichtet, die dänische Tabakgesellschaft E. Nobel habe die dänische Gesandtschaft nachgesucht, von den zuständigen Behörden die Bestätigung zu bekommen, daß die im Schwarzmeereshafenstadt Samsun gelagerten Waren der Gesellschaft gehören. Diese Waren sind in Lagerhäusern verwahrt, die der armenischen Familie Missirian gehören, (siehe Dok. 1915-09-02-DK-002; 1915-09-03-DE-003), und die dänische Gesellschaft fürchtet, daß ihre Waren von den osmanischen Behörden im Zug der allgemeinen Konfiskation armenischen Eigentums, die mit der physischen Vernichtung einhergehen, beschlagnahmt werden.
1915-09-04-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Talaat habe ihm die beigefügten Telegramme vorgelegt, so der deutsche Botschafter, die belegen sollten, daß die deportierten Armenier gut behandelt und verpflegt werden, weitere nicht mehr verschickt werden sollten. Die Berichte der Konsuln sprächen vom Gegenteil. Die Telegramme sollten deshalb nicht der Presse übergeben werden. Aus den Aufzeichnungen Mordtmanns geht hervor, daß die Telegramme nur unvollständig verschickt worden seien. Auf Bitten des armenischen Patriarchen, die Deportationen einzuschränken und Hilfsaktionen zuzulassen, notiert Neurath, die Punkte könnten gelegentlich zur Sprache gebracht werden, häufige Interventionen schwächten aber ihre Wirkung.
1915-09-04-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an den Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Talaat habe ihm die beigefügten Telegramme vorgelegt, so der deutsche Botschafter, die belegen sollten, daß die deportierten Armenier gut behandelt und verpflegt werden, weitere nicht mehr verschickt werden sollten. Die Berichte der Konsuln sprächen vom Gegenteil. Die Telegramme sollten deshalb nicht der Presse übergeben werden. Aus den Aufzeichnungen Mordtmanns geht hervor, daß die Telegramme nur unvollständig verschickt worden seien. Auf Bitten des armenischen Patriarchen, die Deportationen einzuschränken und Hilfsaktionen zuzulassen, notiert Neurath, die Punkte könnten gelegentlich zur Sprache gebracht werden, häufige Interventionen schwächten aber ihre Wirkung.
1915-09-04-DE-002     Helene Maria Anna Tschilinguirian an Deutsche Botschaft Konstantinopel
Sie habe in Sofia einen Bekannten getroffen, so die Frau des armenischen Arztes Roupen Tschilinguirian, der ihr berichtet habe, ihr Mann sei lebend in Eskichehir eingetroffen.
1915-09-04-DE-003     Deutsche Orientbank Filiale Konstantinopel an Botschaft Konstantinopel
Die beiden armenischen Beamten der Orientbank in Brussa, Haig Mitchikian und Nouridjian Bahtiarian durften auf Grund der Interventionen nach Brussa zurückkehren.
1915-09-04-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Deutsche Orientbank Filiale Konstantinopel
Die Orientbank in Erzerum werde Auskunft geben, ob die konfiszierten Waren in den armenischen Kirchen den Banken als Sicherheiten wieder zur Verfügung stünden.
1915-09-04-DE-005     Gesandtschaft Athen (Falkenhausen (Militärattaché)) an Kriegsministerium
Militärattaché Falkenhausen beschreibt detailliert die Entwicklung der verschiedenen Allianzen und Ambitionen aus der Sicht Griechenlands, der griechischen militärischen Führung bzw. des griechischen Generalstabs.
1915-09-04-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Rohmaterialien aus der Türkei müssen über die militärische Zentralstelle laufen.
1915-09-04-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Der erste Bericht, in dem Wandel vollauf bestätigt, daß die Politik der Jungtürken in der Tat darauf abzielt, die osmanischen Armenier vollständig auszurotten. Unter Berufung auf das armenisch-katholischen Patriarchat, den spanischen Botschafter in Konstantinopel, del Arroyo und andere Quellen berichtet Wandel über Deportationen und Massaker besonders von katholischen Armeniern im ganzen Land und legt die vollständige französische Übersetzung eines öffentlichen Deportationsbefehls aus Adana bei. Auch befaßt sich der der Bericht mit der deutschen Mitverantwortung und den Verfolgungen der osmanischen Griechen als Bestandteil der, wie er es nennt, fremdenfeindlichen und chauvinistische Politik der Jungtürken. Weiterhin berichtet Wandel, daß die Genozidkampagne, die von den wirklichen Führern des Reichs, also den Jungtürken, in Kooperation mit den Provinzverwaltungen durchgeführt wird - ohne Zustimmung oder Wissen von Teilen der Zentralregierung.
1915-09-05-DE-001     Korrespondent der "Kölnischen Zeitung" an Auswärtiges Amt
Der Korrespondent [sehr wahrscheinlich Harry Stürmer] beschreibt die Unterschiede in den Deportationen je nach Region und die versucht, den politischen Zusammenhang herzustellen. Es seien keineswegs nur Übergriffe, selbst die türkenfreundlichen Deutschen würden bestätigen, „dass es auf die Armenier als Ganzes abgesehen ist“. Die Vernichtung der Armenier sei „ein drastisches Symptom für den herrschenden türkischen Geist“. Die Türkei seien entschlossen, „einen rein türkischen Nationalstaat zu schaffen“. Ins westliche Ausland hätten die Armenier nicht abgeschoben werden können, weil sie „alles wissen, was im Innern vorgeht“.
1915-09-06-DE-001     Konsulat Alexandrette (Hoffmann) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Hoffmann berichtet von der Deportation der Armenier aus Alexandrette und den umliegenden Dörfern, die Bedingungen der Deportation, die Verbindungen zu Deserteuren der umliegenden Bergregion und macht auf die mit der Deportation verbundenen wirtschaftlichen Probleme aufmerksam.
1915-09-06-DE-002     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Bei Ulu-Kischla seien 7, bei Caesarea 120 Armenier ermordet und 62 junge Frauen verschleppt worden, und die Behörden benützten diese Gelegenheit, um sich zu bereichern.
1915-09-06-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Der apostolische Delegat Dolci und die Patriarchen regen bei der deutschen Botschaft eine aktive Mithilfe für die Christen in Angora an, die Mordtmann und der 1. Dragoman Weber aber ablehnen.
1915-09-06-DE-004     Konsulat adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Bischof Keklikian aus Adana würde diesen Mittwoch deportiert, Lehrer Sinanian gleichfalls.
1915-09-06-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Wenn es eine gemeinsame Aktion gegen Serbien geben sollte, so Falkenhayn an Mirbach in Athen, wird der bulgarische Angriff deutlich später als der deutsche erfolgen.
1915-09-06-DE-006     Botschaft Wien (zu Stolberg-Wernigerode) an Auswärtiges Amt
Österreich habe die Benutzung der Eisenbahn nach Saloniki im Dezember vorigenJahres Rumänien zugesprochen, weil damals die Aussicht bestand, daß das Territorium an Österreich-Ungarn fiele. Jetzt sei es Bulgarien zugesprochen worden.
1915-09-06-DE-007     Konsulat Alexandrette (Hoffmann-Fölkersamb) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Alexandrette sei praktisch unverteidigt, so der deutsche Konsul. Die Bevölkerung sei, letzlich auch durch die Deportation der armenier, stark geschrumpft. Auch im Hinterland sei kaum etwas für die Verteidigung im Falle einer Landung getan, die allerdings woh auch wenig bringen würde.
1915-09-07-DE-001     Missionsstation in Mamuret-ul-Aziz (Johannes Ehmann) an Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Ehmann bittet die Botschaft, sich für die gregorianischen Armenier um die gleichen Vergünstigungen zu bemühen wie für die protestantischen. Im Antwort-Telegramm wird erklärt, daß die Protestanten nur dann Anspruch auf Verwendung hätten, wenn sie ihren Austritt aus der gregorianischen und ihren Eintritt in die protestantische Gemeinde nachweisen würden.
1915-09-07-DE-002     Konsulat Adana (Büge) an Konsulat Aleppo (Rößler)
Büge bittet seinen Kollegen in Aleppo, sich zweier ausgewiesener armenischer Geistlicher anzunehmen und gibt weiteren Armeniern Empfehlungsschreiben mit.
1915-09-07-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel
Jagow plädiert an die Türkei, einer Abtretung des von Italien okkupierten und von Griechen bewohnten Dodekanes an Griechenland zu akzeptieren, "nachdem griechisches Element auf kleinasiatischem Festland sehr reduziert ist".
1915-09-07-DE-004     Militärmission Türkei (Berno) an Auswärtiges Amt
Der Weg durch Bulgarien sei für deutsche Flugzeuge frei.
1915-09-07-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Angriff auf Serbien stünde bevor, Rumänien hätte das Durchfuhrverbot für Munition aufgehoben, so die Meldungen von einer Seite; die andere behauptet das Gegenteil.
1915-09-07-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Konsulat Trapezunt
Die Pforte habe den meisten Vilajeten eröffnet, daß Gewalttaten gegen Armenier gerichtlich geahndet würden.
1915-09-08-DE-003     Deutscher Hülfsbund für christliches Liebeswerk im Orient (Friedrich Schuchardt) an Auswärtiges Amt
Schuchardt teilt mit, daß Prediger Spörri aus Van über Persien in Tiflis eingetroffen sei und Van durch eine Feuersbrunst zerstört sei.
1915-09-08-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Bulgarien wird Doiran und Gewgeli nicht besetzten, wenn Griechenland es auch nicht tut. Nach dem Krieg sollen beide Orte dann, griechische Neutralität während des Krieges vorausgesetzt, an Griechenland fallen.
1915-09-08-DE-005     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Radoslawoff wie auch der bulgarische König stimmten den deutschen Vorschlägen auf Neutralisierung der Distrikte Doiran und Gewgeli zu. Allerdings würden die Mazedonier schwerlich zurückzuhalten sein, wenn Griechen das Gebiet besetzten.
1915-09-09-DE-001     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
Wie von türkischen Truppen berichtet und vom chaldäischen Patriarchen bestätigt wurde, seien vor einer Woche in Djezireh alle Christen massakriert worden von Kurden, die von Feyzi Bey, dem Deputierten von Diarbekir, gedungen worden seien.
1915-09-09-DE-002     Konsulat Samsun (Kuckhoff) an Botschaft Konstantinopel
Die türkischen Behörden würden alle Erkundigungen seitens des Konsulats wie nach den Patres oder den katholischen Schwestern als Einmischung in innere Angelegenheiten ansehen. Die Nachrichten aus dem Inneren seien haarsträubend: wer nicht zum Islam übertrete, würde getötet oder komme an Entbehrungen um. Ein über ein weites Land verstreutes Volk innerhalb weniger Wochen so vollständig auszumerzen, hätten weder Nebukadnezar, noch Abdul Hamid, Timor Leng oder Dschingis Khan fertiggebracht.
1915-09-09-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Konsulat Adana (Büge)
Die türkische Regierung stellt der Botschaft Gegenbefehle zu, nach der die Deportatierten human zu behandeln, Katholiken und Protestanten auszunehmen seien.
1915-09-09-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Athen (Mirbach)
Der griechische König zeigte sich sehr erfreut über die Mitteilung Falkenhayns, daß der deutsche Angriff auf Serbien klar vor einem bulgarischen erfolge. Damit sei für ihn das Vertrags-Problem mit Serbien erledigt. In der venizelistischen Partei gäbe es eine wachsende Unzufriedenheit mit dem Ministerpräsidenten.
1915-09-09-DE-005     Franz Apell-Dörr an Auswärtige Amt
Der Schwiegervater von Roupen Tschilinguirian bittet das Auswärtige Amt um Hilfe bei der Suche nach seinem Schwiegersohn.
1915-09-09-DE-011     Konsulat Trapezunt (Bergfeld) an Botschaft Konstantinopel
Von Schritten beim Vali, so der Konsul, verspräche er sich keinen Erfolg.
1915-09-09-DE-012     Generalkonsulat Jerusalem (Schmidt) an Botschaft Konstantinopel
Der Oberkommandierende habe mitgeteilt, daß er lediglich für die militärischen Ausführungen der erlassenen Verfügungen zu sorgen habe.
1915-09-09-DE-013     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die Regierung scheine Befehl erteilt zu haben, die Armenier in ihren Wohnsitzen zu belassen, berichtet der Konsul. Allerdings werde die Not immer größer und Hilfe beispielsweise durch das Patriarchat immer dringlicher. Der Patriarch habe schon nachfragen lassen, merkt Mordtmann an, ob die deutschen Konsulate die Verteilung von Hilfeleistungen übernehmen könnten. Das werde den Konsulaten Unannehmlichkeiten bereiten. Deshalb solle eine Vermittlung besser unterbleiben, womit Neurath sich einverstanden erklärte.
1915-09-09-DK-001     Gesandtskabet Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Aufgrund von Berichten des dänischen Konsul in Smyrna, Alfred van der Zee, beschreibt Wandel die Lage in der Stadt Smyrna und im Vilayet Aidin. Die Lage im Vilayet ist kritisch, besonders was die Wirtschaft und Sicherheit anbelangt, hervorgerufen durch die Seeblokade der Alliierten und durch osmanischer Deserteure. Aber anders als im übrigen Kleinasien weigert sich der Vali, Rahmi bey, die zentral geplanten Verfolgungen der Armenier auszuführen.
1915-09-10-DE-002     J. Belart-Lanz an Botschaft Konstantinopel
Herr Belart-Lanz setzt sich ohne Erfolg für armenische Geschäftsfreunde ein.
1915-09-10-DE-003     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Bulgarien, so Michahelles, müsse seine Bevölkerung auf den Krieg gegen Serbien vorbereiten. Deutschland stellt dafür Geld zur Verfügung.
1915-09-10-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Italien habe die Aktion gegen Dardanellen aufgegeben, erfuhr Rosenberg in Sofia, und der französische General Sarrail übernehme das Kommando eines französischen Expeditionsheeres, das in Saloniki landen würde.
1915-09-10-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Deutsch-österreichische Truppenkonzentrationen an der rumänischen Grenze. Rumänien soll sich gegenüber Russland verpflichtet haben, keine Munitin mehr in die Türkei durchzulssen.
1915-09-10-DE-006     Konsulat Alexandrette (Hoffmann- Fölkersamb) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der deutsche Vizekonsul in Alexandrette schildert die Lage der Stadt erst als Etappenort für den Durchzug der deutschen und österreichischen Militärpflichtigen und später für die türkische IV. Armee. Nach der Beschießung durch französische Schiffe und Vertreibung der etwa 1000 Armenier des Ortes verminderte sich die Bevölkerung auf etwa ein Drittel. Eine von Djemal Pascha angeordnete Erschießung englischer Geiseln konnte der Konsul verhindern. Wirtschaftlich wurde der Hafen bedeutungslos trotz der einige Zeit sogar noch möglichen Seetransporte entlang der Küste, Verteidigungsmaßnahmen gegen Landeunternehmungen fehlen fast vollständig.
1915-09-10-DE-011     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Die Befehle zur besseren Versorgung der Armenier sei eine dreiste Täuschung, so der deutsche Konsul in Adana. Der entsandte Inspektor Ali Munif Bey habe Gegenbefehle gebracht, nach denen sich die Behörden selbstverständlich richten würden.
1915-09-10-DK-001     Gesandtskabet Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Wandel berichtet darüber, wie die osmanische Regierung versucht, inmitten der Wirtschaftskrise an Gelder zu kommen: aufgrund von Bombardierungen der Entente, die als Verletzung internationalen Rechts angesehen werden, nehmen die osmanischen Behörden russische Staatsbürger fest, um von ihnen einen Ausgleich für Sachschäden von Entente-Bürgern im Reich zu erzielen.
1915-09-11-DE-001     Franz Apell-Dörr an Botschaft Konstantinopel
Der Schwiegervater von Roupen Tschilinguirian erkundigt sich nach dem Aufenthalt seiner Frau, die sich auf der Suche nach ihrem Schwiegersohn in Konstantinopel aufhielt.
1915-09-11-DE-002     Wiener Bank-Verein Filiale Konstantinopel an Botschaft Konstantinopel
Dank für die Zuschrift.
1915-09-11-DE-003     Walther Berghaus an Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Der Unternehmer Walther Berghaus erkundigt sich nach dem Verbleiben seines Mitarbeiters Kevork Terdjemanian, der von Ayasch nach Angora gebracht worden sei und seither verschwunden ist.
1915-09-11-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Athen
Jagow wiederholt die deutschen Zusagen an Griechenland: Schutz der Griechen in der Türkei, soweit möglich; Finanzielle Unterstützung; Erhalt der griechischen Integrität, aber keine formele Garantie; Neutralität Doirans und Gewgelis während des Krieges, Zugehörigkeit zu Griechenland nach Friedensschluß; Annexion albanischen Gebiets; gegenüber der Türkei Einsatz für Zessione des Dodekanes an Griechenland - jedoch alles nur bei wohlwollender griechischer Neutralität während des Krieges.
1915-09-11-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Konsul Holstein habe gemeldet, daß vom Deputierten von Diarbekir, Feyzi Bey, angeworbene Kurden die gesamte christliche Bevölkerung der Stadt Djeziré, die 1891 etwa 10000 Seelen betragen habe, niedergemetzelt hätten.
1915-09-12-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Pfarrer Ehmann habe gedrahtet, daß die Waisenarbeit ohne Störungen weiterlaufe. Auch die deutschen Anstalten in Marasch, so das Konsulat Aleppo, arbeiteten reibungslos.
1915-09-12-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Armenier Bulgariens geben in Eingaben Details über die Verfolgung der Armenier in der Türkei. Bulgariens Ministerpräsident habe sie empfangen und Schritte in Konstantinopel zugesagt.
1915-09-12-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Der Vali habe die Instruktionen so verstanden, daß nur die protestantischen und katholischen Armenier aus Aleppo selbst nicht verschickt werden sollten. Für die anderen gelte der Stopp nicht. Das stimme, so die Antwort aus Konstantinopel, die Instruktionen der Pforte seien nur in Übersetzung mitgeteilt worden, "die stellenweise unklar waren".
1915-09-13-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Hohe Pforte
Deutsche Banken und Unternehmen hätten viel zur wirtschaftlichen Entwicklung Kleinasiens beigetragen. Die Deportationen der Armenier würden ihnen großen Schaden zufügen, für den Deutschland die türkische Regierung voll verantwortlich macht.
1915-09-13-DE-002     Deutsche Orientbank an Botschaft Konstantinopel
Die Deutsche Orientbank bedankt sich für die Angaben zu Garabed Malkassian.
1915-09-13-DE-011     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Die Maßnahmen gegen die Armenier seien verschärft worden.
1915-09-14-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Konsul Büge aus Adana habe die Telegramme der Hohen Pforte zur guten Behandlung der Armenier "eine dreiste Täuschung der Botschaft " genannt, weil Inspektoren die Verfügungen nachher wieder aufhoben. Die Zahl der ermordeten Armenier hätte die Zahl der Opfer von 1909 bereits überstiegen. Der Komiteeführer Ismail Safa habe mit allgemeinen Massakern gedroht, wenn die Armenier nicht deportiert würden. Richtig sei, schreibt Hohenlohe-Langenburg, daß bestimmte Vergünstigungen nachträglich wieder eingeschränkt worden seien. Es habe den Anschein, als ob die Provinzbehörden oftmals unter dem Einfluß von nicht verantwortlichen Führern des Komitees stünden. Keine Beweise würden vorliegen, daß die Mitteilungen "eine dreiste Täuschung" der Botschaft seien.
1915-09-14-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
General Pieper bittet darum, fertige Munitionszüge für Transport in die Türkei bereitzuhalten.
1915-09-14-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Trotz der Befehle der Pforte verhungerten die Armenier, so Konsul Rößler. Er stelle anheim, nochmals zu intervenieren, damit wenigstens Protestanten und Katholiken bleiben könnten; "geht nicht", notierte Mordtmann.
1915-09-15-DE-002     Anatolische Eisenbahn an Botschaft Konstantinopel (Neurath)
Im Auftrag des Generaldirektors Günther übermittelt die Anatolische Bahn einen Brief Winklers.
1915-09-15-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Sondierungen über den Dodekanes würden verstimmend wirken, so Hohenlohe-Langenburg, schon die Abtretungen an Bulgarien hätten im Volk Stimmen laut werden lassen, der Kampf an der Seite der Zentralmächte brächte nur Nachteile. Wangenheim, der sich auf die Rückkehr nach Konstantinopel vorbereite, halte die Gespräche darüber nicht für aussichtslos, wenn sich herausstellen werde, daß die Abtretungen an Bulgarien Nutzen brächten.
1915-09-15-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Konsulat Adana (Büge)
Talaat habe versprochen, Adana anzuweisen, die erwähnten Kreise von der Deportation auszunehmen.
1915-09-16-DE-001     Anatolische Eisenbahn-Gesellschaft an Botschaft Konstantinopel
Nach einer Absprache mit Innenminister Talaat und dem deutschen Generalstabschef Bronsart von Schellendorff gibt Bahnchef Guenther einen authorisierten Verhaltenskodex heraus, nachdem die armenischen Angestellten und ihre Familien von den Deportationen ausgenommen werden, denn für "Betrieb und Weiterbau" der Bagdadbahn "gibt es keine armenische Frage".
1915-09-16-DE-002     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Die Anstalt in Harunije sei beständigen Schikanen ausgesetzt.
1915-09-16-DE-003     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Büge bezweifelt, daß eine von der Anstalt in Harunije verlangte "sichere Garantie" für den Fortbestand zu erhalten sei.
1915-09-16-DE-004     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der griechische König kann sich nicht entschließen, die verlangte Neutralitätserklärung abzugeben. Mirbach: "Der König beharrt darauf, dass jede vertragliche Abmachung mit Bulgarien überhaupt zwecklos ist." Wenn nicht reguläre bulgarische Truppen die beiden Städte besetzten, dann eben irreguläre. Jagow fragt seinen Gesandten in Sofia, ob die Befürchtungen des griechischen Königs begründet seien.
1915-09-16-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
König Konstantin habe recht ungehalten auf die deutschen Forderungen reagiert, so Mirbach. Die Sprache des Auswärtigen Amts stimme nicht mit der des Kaisers überein. Im März seien ihm die Versprechungen ohne Bedingungen gemacht worden, jetzt verlange Deutschland wohlwollende Neutralität, was für ihn schärferes Vorgehen gegen die Entente und möglichweise den Ruin seines Landes bedeute. Die Worte des griechischen Königs, so Mirbach, klängen beinahe schon wie eine Absage an Deutschland.
1915-09-16-DE-006     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Epirotenführer lehtn Einsatz von Banden gegen Valona ab.
1915-09-16-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Konsulat Aleppo
Er habe den Notstand der armenischen Deportierten erneut zur Sprache gebracht, meldete der deutsche Botschafter, Talaat habe materielle Hilfe zugesagt, aber Verbleiben von Katholiken und Protestanten abgelehnt.
1915-09-17-DE-001     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Die Vermutung der Frau des Roupen Tschilinguirian, ihr Mann sei noch am Leben, habe sich, so Neurath, als falsch herausgestellt.
1915-09-17-DE-002     Gesandschaft Sofia (Bussche) an Auswärtiges Amt
Ein Anschluß an die Zentralmächte sei zur Zeit nicht möglich, so der rumänische König. Die Truppen an den grenzen beunruhigten ihn nicht. Munition könne nicht durchgelassen werden, Grenzschikanen seien eine Folge der Schmuggelversuche mit Lazarettwagen und Doppelböden.
1915-09-17-DE-003     Gesandschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Wenn sich Griechenland im weiteren Verlauf der Ereignisse den Zentralmächten gegenüber sehen würde, dann würde es "durch dsie Macht der Tatsache" in das Lager der Entente getrieben.
1915-09-17-DK-001     Konsulat Smyrna (Alfred van der Zee) an Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel)
Bericht über die Rückkehr von Rahmi Bey nach Smyrna. Vergleiche Dok. 1915-09-02-DK-001; 1915-09-03-DK-001.
1915-09-18-DE-001     Deutscher Reichstag (Matthias Erzberger) an Auswärtiges Amt (Bergen)
Erzberger schickt dem AA einen Bericht der "Humanité".
1915-09-18-DE-002     Franz Apell-Dörr an Botschaft Konstantinopel
Der Schwiegervater von Roupen Tschinlinguirian bittet um Weiterleitung eines Briefes an seine Frau.
1915-09-18-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Das Innenministerium bezeichnet den armenischen Mitarbeiter im Konsulat Adana, Simon Agabalian, als Intrigant, der die Berichterstattung über die Armeniergreuel in regierungsfeindlichem Sinne beeinflusse. Er müsse daher Adana verlassen, könne aber nach Syrien oder Mossul gehen. Die Botschaft bitte Konsul Büge um Stellungnahme, empfiehlt aber, zur Vorsicht Agabalian ins Konsulatsgebäude aufzunehmen.
1915-09-18-DE-004     Gesandrtschaft Sofia (Bussche) an Auswärtiges Amt
Die deutschen Truppenbewegungen seien gegen Serbien und nicht gegen Rumänien gerichtet, so Bussche gegenüber Miniterpräsident Bratianu, der zugesagt habe, die rumänischen Truppen von der Grenze zurückzuziehen.
1915-09-18-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
In der gegenwärtigen Lage mit Venizelos als Premier sei die von Deutschland erwartete Erklärung einer wohlwollenden Neutralität unmöglich. Der Kaiser müsse sich auf Konstantins früher gegebenes Wort verlasen.
1915-09-18-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Die Engländer hätten türkische Stellungen überrannt. Türken hätten aber Verstärkung bekommen.
1915-09-18-DE-007     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Aus Serbien seien 70000 waffenfähige Mazedonier nach Bulgarien geflüchtet, aus denen die mazedonische Legion gebildet wird.
1915-09-18-DE-008     Gesandtschaft Athen (Grancy (Marineattaché)) an Admiralstab der Marine
Griechenland erwartet Druck von der Entente, die Türkei anzugreifen. Aus der Provinz Adana werden alle Armenier nach Mesopotamien deportiert, in Mersina herrsche große Niedergeschlagenheit, weil Italien die ganze Provinz Aidin zugesprochen worden sei.
1915-09-19-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Der griechische König könne wegen Venizelos nur eine persönliche Garantie abgeben, Doiran und Gewgeli nicht zu besetzen. Jagow erhofft sich eine analoge Erklärung des bulgarischen Königs, um dengriechischen König zu entlasten.
1915-09-19-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Wandel berichtet, daß nach den Verfolgungen der osmanischen Griechen und Armeniern die osmanischen Juden sehr wohl die nächsten sein könnten. Die Jungtürken stören besonders die Zionisten in Palästina und sie leiteten Deportationen von Juden aus Jaffa ein, die aber durch gemeinsamen Intervention des deutschen und des amerikanischen Botschafters in Konstantinopel, Wangenheim und Morgenthau, eingestellt werden. Wandel glaubt, daß dies nicht das Ende der Verfolgungen der osmanischen Juden - ob Zionist oder nicht - sein wird, da es in der CUP und allgemein in der Bevölkerung eine Mißstimmung gegen die osmanische Juden gibt, begründet in der radikalen Natur der CUP und weil Juden schnell als Sündenböcke für die ökonomische Misere im Reich herhalten müssen.
1915-09-20-DE-001    
Die Botschaft Österreich-Ungarns beklagt in einem Aide memoire die beträchtlichen Schädigungen der österreichischen und ungarischen Industriellen durch die Deportationen der Armenier.
1915-09-20-DE-002     Botschaft Konstantinopel an Patriarchen Terzian XIII
Die Botschaft teilt dem armenisch-katholischen Patriarchen Terzian XIII mit, daß die Auskünfte aus Samsun negativ waren.
1915-09-20-DE-003     Journalist Kutschbach an Auswärtiges Amt
Der deutsche Journalist, Serbienexperte und ehemalige Reichstagsabgeordnete Albin Hugo Kutschbach berichtet über die Lage in Serbien und die vor allem russischen Hilfslieferungen.
1915-09-20-DK-001     Geandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Wandel erhält einen Bericht des dänischem Konsuls in Smyrna, Alfred van der Zee, über das versuchte Attentat auf Enver Pascha in Afion Karahissar. Wandel nutzt diesen Vorfall, um über Envers militärische Leistungen während des Balkankriegs und des Ersten Weltkriegs zu berichten, sowohl als Feldherr wie auch als Reformer. Er stellte heraus, worin er die entscheidende Rolle Enver Paschas für das Osmanische Reich sieht.
1915-09-21-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Die Ausweisung der Armenier aus Konstantinopel beschränke sich auf jene, die aus den anatolischen Provinzen zugewandert sind und in Konstantinopel keine Familie besitzen.
1915-09-21-DE-002     Botschaft Österreich-Ungarns an Türkisches Aussenministerium
In einer Verbalnote stellt die österreich-ungarische Botschaft die Schädigungen der eigenen Gewerbetreibenden, Banken und Versicherungen durch die Deportation der Armenier fest und läßt Schadensersatzforderungen durchblicken.
1915-09-21-DE-003     Hohe Pforte an Deutsche Botschaft Konstantinopel
Nur aus besonderer Rücksichtnahme gegenüber der deutschen Botschaft befasse sich die türkische Regierung mit dem Fall der Herren Sinanian und Agabalian.
1915-09-21-DE-004     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Agabalian habe in dienstlichem Interesse Erkundigungen eingeholt und damit nach seinen Weisungen gehandelt, schreibt Konsul Büge. In Wahrheit habe Agabalian Kenntnisse über Bestechungen des Valis und anderer Beamten durch den Armenier Agop Ohanian.
1915-09-21-DE-005     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Die Filiale Adana der Deutschen Orientbank bittet Konsul Büge die Botschaft einzuschalten, um an die Warenlager ihrer deportierten armenischen Kunden zu kommen, die von denen als Sicherheit für Kredite ganz oder teilweise abgetreten worden waren.
1915-09-21-DE-006     Auswärtiges Amt an Botschaft Konstantinopel
Begleitschreiben
1915-09-21-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
In Fortsetzung eines früheren Berichts über das versuchte Attentat auf Enver Pascha erwähnt Wandel, anderer Attentate auf CUP-Mitglieder und schließt daraus, daß diese Vorfälle versteckte Verschwörungen und eine allgemeine Unzufriedenheit in Teilen der Bevölkerung widerspiegeln.
1915-09-22-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Zimmermann bittet den Botschafter, die Ausschreitungen bei Djesiré bei der Pforte zur Sprache zu bringen. Die Ausführung der erlassenen Weisungen sei streng zu überwachen.
1915-09-22-DE-002     Konsulat Basel (Wunderlich) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wunderlich berichtet über Artikel der Basler Nachrichten und nunmehr auch der Neuen Zürcher Zeitung "über sogen. Armeniergreuel". Diese Artikel seien "zweifellos deutschfeindlich". "Haupttriebkraft dieser Agitation" sei "ein Herr Lepsius in Berlin", der kürzlich in der Schweiz berichtet habe, "im Auswärtigen Amt in Berlin sei man völlig unterrichtet über den Verlauf und Umfang der Armenierverfolgungen", habe auch versucht, den Verfolgungen Einhalt zu gebieten, aber die Türken, besonders Enver, ließen sich nicht in ihre inneren Angelegenheiten hineinreden. Lepsius versuche, in der neutralen Presse "gehörig Lärm gegen Deutschlands Bundesgenossen schlagen zu lassen". Lepsius würde nur eine Schädigung Deutschlands bewirken.
1915-09-22-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Athen
Das Mazedonische Komitee arbeite strikt nach den Vorgaben der bulgarischen Regeirung, so Michahelles. Nun müsse auchsichergestellt werden, daß nicht griechische Freischärler querschießen würden.
1915-09-22-DE-004     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Bulgarien würde durch die deutschen Zusagen einen Bevölkerungszuwachs von zwei Millionen haben, Griechenland nur um 250000, so der griechische König an den deutschen Kaiser. Er erbitte genaue Orientierung über die deutschen Garantien an Bulgarien.
1915-09-22-DE-005     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der griechische König bedenkt sich bei Wilhelm II für dessen Telegramm. Er verlange lediglich "eine strategisch sichere Grenze unter Berücksichtigung der Integrität" seines Landes.
1915-09-22-DE-006     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
König Konstantin von Griechenland und sein Ministerpräsident Venizelos im Streit um die Position gegenüber Bulgarien. Der König habe die Vorbereitungen zur Mobilmachung von drei Armeekorps befohlen.
1915-09-22-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Neurath referiert die Presseberichte zum Kriegsanfang gegen Serbien.
1915-09-22-DE-011     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt bittet, die Pforte anzumahnen, ihren erlassenen Weisungen Nachdruck zu verleihen.
1915-09-22-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
In diesem Bericht wiederholt Wandel, daß die Jungtürken eine Politik der Ausrottung der osmanischen Armeniern verfolgen. Er glaubt, daß diese nationalistische und fremdenfeindliche Politik wahrscheinlich zu einem "nationalen Selbstmord" führen wird. Der Bericht behandelt auch die deutsche Mitverantwortung für den jungtürkischen Extremismus und die angespannten türkisch-deutschen Beziehungen. Schließlich versucht Wandel einen Überblick über interne Dynamik, die Ziele und Feinde der wahren Regierung des Osmanischen Reich d.h. des Zentralkomitee der CUP, zu geben sowie über deren wichtigsten Mitglieder.
1915-09-23-DE-001     "Daily Chronicle"
Der Daily Chronicle nennt Armenien den siebten Alliierten, beschreibt den Einsatz der Armenier in den alliierten Armeen, weist auf die Geschichte der Reformen hin und beklagt, daß in Großbritannien das Interesse für die Armenier so gering sei.
1915-09-23-DE-002     Walther Berghaus an Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Walther Berghaus fragt nach, ob über das Verbleiben Terdjemanians etwas bekannt geworden sei. Sollte er nach Angora verschickt worden sein, so Mordtmann, dürfte es kaum möglich sein, etwas über sein Schicksal zu erfahren.
1915-09-23-DE-003     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Jagow schlägt dem Kaiser einen Antworttext an den König Griechenlands vor.
1915-09-23-DE-004     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der griechische König, so Mirbach, würde sich vielleicht doch zu einer Mobilmachung entschließen, die aber nicht Krieg bedeuten würde.
1915-09-23-DE-005     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Nach der allgemeinen Mobilmachung Bulgariens schlug das griechische Kabinett ebenfalls Mobilmachung vor, die der König genehmigte.
1915-09-24-DE-001     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Alle Armenier der deutschen Anstalt in Harunije haben Ausweisungsbefehle erthalten. Nach Intervention der deutschen Botschaft sollen Lehrer bleiben dürfen, nicht aber Diener. Der Vali von Adana weigert sich aber, diese Befehle durchzuführen, was auch Winkler von der Bagdadbahn bestätigt.
1915-09-24-DE-002     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
In Katma, meldet Rößler, soll unter den 20000 im Freien lagernden Deportierten die Cholera ausgebrochen sein. Dem Gesundheitsamt in Konstantinopel sei nichts bekannt.
1915-09-24-DE-003     Alliance - Filiale Konstantinopel (Courtelly) an Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Die Alliance bittet um Geleitscheine für ihre armenischen Angestellten in Konstantinopel.
1915-09-24-DE-004     Firma Lucks & Plathner an Botschaft Konstantinopel
Die deutsche Firma Lucks & Plathner braucht dringend für ihren armenischen Betriebsleiter eine Sondergenehmigung, um weiterhin Schwellen für die Anatolische Eisenbahn zu produzieren, da der deutsche Spezialist dafür zur Armee abgestellt werden mußte.
1915-09-24-DE-005     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Athen
Jagow übermittelt Mirbach das englische Angebot an die Türkei vom Oktober 1914, um zu zeigen, wie schnell die Entente Versprechungen brechen kann.
1915-09-24-DE-006     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Athen
Jagow rät Griechenland dringend von der Mobilmachung ab.
1915-09-24-DE-007     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Sofia
Eine mögliche Mobilisierung Griechenlands richte sich nicht gegen Bulgarien sondern die Entente
1915-09-24-DE-008     Großes Hauptquartier (Treutler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
In einem persönlichen Brief an den griechischen König begründete Wilhelm II die deutsche Haltung, warnt vor einem Krieg an der Seite der Entente und dankt für einen zweiten Brief Konstantins, in dem der das Versprechen abgibt, Doiran und Gewgeli nicht zu betreten.
1915-09-24-DE-009     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Die Signale aus Griechenland seien widersprüchlich, je nachdem wer Anordnungen trifft. König Konstantin erhofft von Bulgarien Hilfe, Venizelos zu beseitigen.
1915-09-25-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die Deportationen gingen trotz der Befehle der osmanischen Regierung weiter. Talaat habe bereitwillig Abhilfe zugesagt, doch glaube der Botschafter nicht, daß die Befehle der Zentrale eine Besserung der Lage der Armenier herbeiführen würden.
1915-09-25-DE-002     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn hält die griechische Mobilmachung für sehr gefährlich und fragt, ob das griechische Heer nicht gegen Ablbanien marschieren könne, damit wäre Bulgarien einverstanden. Treutler empfielt schnelle Trennung von Venizelos. Der griechische Gesandte Theotoky gibt zu bedenken, daß ein Einmarsch in Albanien zum Krieg mit Italien führen könne. Ein Bruch mit der Entente würde zur Blockade griechischer Häen führen und schweren Schaden anrichten.
1915-09-25-DE-003     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Nach der umfangreichen allgemeinen Mobilmachung Bulgariens habe er, der König in einem Schreiben an WilhelmII, auch mobiliseiren lassen, könne sich aber nach einem beruhigenden Telegramm des bulgarischen Königs vorstellen, mehrere Atersklasse bald wieder zu demobilisieren.
1915-09-25-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Bulgariens König versicherte dem griechischen, daß er von der bulgarischen bewaffneten Neutralität nichts zu befürchten habe. Serbien würde, so Radoslawoff, von Bulgarien überhaupt nicht angegriffen werden.
1915-09-25-DE-005     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
In Bulgarien sei die Mobilmachung positiv aufgenommen worden.
1915-09-25-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Hohenlohe berichtet über die Reaktion der türkischen Presse auf die bulgarische Mobilisierung.
1915-09-26-DE-002     Gesandtschaft Athen (Grancy (Marineattaché)) an Admiralstab der Marine
Die griechische Presse spreche von Versprechungen der Entente: starke finanzielle Unterstützung und 150000 Mann Truppen, die in Saloniki gelandet würden.
1915-09-26-DE-003     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Dem griechischen König wüchsen die Ereignisse über den Kopf, so Mirbach. Venizelos gegenüber sei er zu vertrauensselig, beklagte die Königin.
1915-09-26-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
In Fortsetzung früherer Berichte weist Wandel nach, wie sich die Beziehung zwischen der n osmanischen Führung auf der einen Seite und den päpstlichen und spanischen Vertretern auf der anderen verschlechtert haben. Der Grund dafür ist, daß angesichts der Zielvorstellung der osmanischen Behörden, das Imperium - wie Wandel sich ausgedrückt - von "Ausländern" zu reinigen, die Verfolgung der Katholiken im Reich zunimmt.
1915-09-27-DE-001     Oberhofprediger (Dryander) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Drynader übermittelt zwei Berichte über "außerordentliche und schreckliche Vorkommnisse" in der Türkei.
1915-09-27-DE-002     Deutsche Bank Filiale Konstantinopel an Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Die Deutsche Bank setzte sich für einen zur Deportation bestimmten Armenier eines Kunden in Mersina ein, dessen Mitbesitzer der deutsche Vizekonsul Christmann ist. Das Innenministerium lehnte ab, weil der Armenier ein "sehr schlechter Mensch" sei.
1915-09-27-DE-014     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg)
Der deutsche Konsul berichtet über das Elend von Deportiertenzügen, die durch Aleppo kamen und die Beerdigung der Toten und Sterbenden. Ferner berichtet er über das Schicksal der übrigen Christen besonders aus der Region um Mardin. In Marasch seien 18 Personen gehängt worden. Der Aufstand in Suediye sei noch nicht beendet.
1915-09-28-DE-001     Sektion Politik im Generalstab des Feldheeres (Nadolny) an Auswärtiges Amt
Scherif Pascha stünde hinter der Pro-Armenia-Bewegung in der Schweiz.
1915-09-28-DE-002     Übersetzungs- und Nachrichtenstelle für den Orient (Schabinger von Schowingen) an Auswärtiges Amt (Wesendonk)
Auf die Frage, ob eine "genaue Darstellung der Armeniermetzeleien" angebracht sei, antwortet Schabinger, "daß eine Erörterung der armenischen Frage in der deutschen Presse zur Zeit nicht in Frage kommen kann".
1915-09-28-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Venizelos erwecke den Anschein, so Mirbach, als ob er den Standpunkt des Königs teile. In Wahrheit aber habe der König vor Venizelos kapituliert. "Bezüglich des Ganges der auswärtigen Politik", so Mirbach, "eröffnet sich mit dieser Wendung die unerfreulichste Perspektive."
1915-09-28-DE-005     Gesandschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Schriftsteller Kutschbach berichtete in Sofia über die Lage in Serbien.
1915-09-28-DE-006     Gesandtschaft Athen (Grancy (Marineattaché)) an Admiralstab der Marine
Marineattaché Grancy gibt Berichtet der griechischen Diplomaten verschiedener Länder wieder.
1915-09-29-DE-001     Konsulat Erzerum (Schulenburg) an Botschaft Konstantinopel
Bitte um Reisemöglichkeit für die Erzerumer Schwestern der armenisch-katholischen Kongregation der unbefleckten Empfängnis nach Konstantinopel.
1915-09-29-DE-002     Österreich-ungarische Botschaft Konstantinopel an Deutsche Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Die österreichisch-ungarische Botschaft bittet um Hilfe für eine Reisegenehmigung der armenisch-katholischen Mechitaristen und Schwestern in Erzerum nach Konstantinopel.
1915-09-29-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Angeblich unsichere Griechen verschiedener Dörfer der Provinz Rodosto seien, wegen des Attentats auf Hadji Adil, nachts verhaftet und außerhalb der Stadt gebracht worden. Insgesamt 30000 bis 40000 lagerten nun an der Bahnlinie.
1915-09-29-DE-004     Firma Lucks & Plathner an Botschaft Konstantinopel
Die deutsche Botschaft verhilft der Firma Lucks & Plathner zu einer Reiseerlaubnis für ihren armenischen Mitarbeiter Serkis Jakubian.
1915-09-29-DE-005     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Wangenheim berichtet über ein Gespräch mit Bratianu, nach dem sich Rumänien den Zentralmächten allenfalls nach einem vernichtenden Schlage gegen Rußland anschließen könne. Rumänien wolle sich aber nicht aus der Neutralität rausdrängen lassen.
1915-09-29-DE-006     Gesandtschaft Athen (Grancy (Marineattaché)) an Admiralstab
Marineattaché Grancy gibt die griechische Zirkularnote an die verschiedenen diplomatischen Vertretungen wieder des Landes.
1915-09-30-DE-001     "The Times"
Ein Sonderkorrespondent der „Times“ berichtete über das systematische Massaker der ganzen armenischen Bevölkerung und verlangte von der britischen Regierung klar zu machen, daß die gesamte türkische Regierung, Großwesir, Talaat und andere Minister eingeschlossen, für ihre Schändlichkeiten mit dem Leben zahlen müßte.
1915-09-30-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Die Pforte habe telegraphisch die Belassung der armenischen Lehrer in der deutschen Anstalt in Harunije angeordnet.
1915-09-30-DE-003     Verein deutscher Zeitungsverleger (Friedrich Faber) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Faber weist auf Schweizer Zeitungen und die in ihnen enthaltenen ihm verdächtig vorkommenden Aufrufe an deutsche Christen hin. Nach seinem Eindruck versuche man von der Schweiz aus "bei unseren frommen, politisch ahnungslosen Missionsleuten den Hebel zur Sprengung unserer Freundschaft mit der Türkei anzusetzen versucht". Er biete um Mitteilung, in welchem Sinn er die deutsche Presse warnen soll, "auf die Sache hineinzufallen".
1915-09-30-DE-004     "The Westminster Gazette"
Der Kairoer Korrespondent berichtet von den Deportationen der Armenier. Auch deutsche Konsuln, beispielsweise Rößler, hätten persönlich die Vorgänge in Aintab geleitet.
1915-09-30-DE-005     Franz Apell-Dörr an Botschaft Konstantinopel
Der Schwiegervater ist erschüttert über den Tod von Roupen Tschilinguirian und erkundigt sich nach dem Aufenthaltsort seiner Frau und Tochter.
1915-09-30-DE-006     Konsulat Samsun (Kuckhoff) an Botschaft Konstantinopel
Der deutsche Vizekonsul in Samsun teilt das Ergebnis seiner Recherchen im Fall Mourad Khérian mit.
1915-09-30-DE-007     Aufwärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Athen
Der deutsche Konsul in Kanea (Kreta) meldet Ausschreitungen von griechischen Reservisten gegen muslimische Einrichtungen, jedoch keine tätlichen Angriffe gegen Muslime. Venizelos wolle offenbar, so Jagow, Griechen in der Türkei provozieren, um einen Kriegsgrund zu haben.
1915-09-30-DE-008     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der über Sofia nach Konstantinopel zurückreisende Botschafter Wangenheim berichtet über ein Gespräch mit dem bugarischen Zaren, den er sehr bedrückt vorfand. Wangenheim rät, Bulgarien über die militärischen Ereignise besonders in Frankreich zu informieren.
1915-09-30-DE-009     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Ententefreude wie Take Jonesco hoffen auf Angriff Griechenlands gegen Bulgarien.
1915-09-30-DE-010     Botschaft Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an Auswärtiges Amt
Türken verstärken Front gegen die Engländer
1915-10-01-DE-001     Tyszka) an den Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der deutsche Journalist Tyszka berichtet ausführlich über seine Recherchen.
1915-10-01-DE-002     Konsulat Erzerum (Schulenburg) an Botschaft Konstantinopel
Die türkische Armee habe Leder und Felle des Eigentums der deportierten Armenier in der Kirche requiriert.
1915-10-01-DE-003     "The Westminster Gazette"
Die Deportationen der Armenier gingen weiter und habe bereits 800000 Opfer gekostet. Deutsche Konsuln hätte in vielen Städten die Organisation mit übernommen.
1915-10-01-DE-004     Auswärtiges Amt (Rosenberg)
Der Legationssekretär im Auswärtigen Amt zu Berlin notiert, daß er dem türkischen Botschaftsrat Edhem Bey eindringlich besonders die wirtschaftlichen Gründe vor Augen geführt habe, die für eine schonende Behandlung der Armenier spreche. Dieser habe ihn darauf hingewiesen, daß die Armenier im Rücken der Türken 180000 Moslems umgebracht hätten. Der Abtransport der Armenier sei aus rein militärischen Gründen erfolgt.
1915-10-01-DE-005     Gesandtschaft Bern (Romberg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Romberg berichtet von Artikeln in der Schweizer Presse über die Deportationen der Armenier und regt an, der Schweizer Presse Material zur Verfügung zu stellen, aus dem zu ersehen sei, "dass die fraglichen Vorgänge in Armenien zum mindesten nicht unsere Bewilligung" fänden.
1915-10-01-DE-006     Konsulat Adana (Büge) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Büge gibt zwölf Berichte über die Deportationen weiter, die Beamte des Konsulats auf Grund von Ereignissen im Amtsbezirk oder von Aussagen durchreisender Armenier aufgezeichnet haben.
1915-10-01-DE-007     Gesandschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Venizelos arbeite immer noch auf einen Krieg mit Bulgarien hin.
1915-10-01-DE-008     Gesandtschaft Athen (Grancy (Marineattaché)) an Admiralstab
Sollte Griechenland Bulgarien angreifen, wäre die Versorgung deutsche U-Boote in Griechenland gefährdet.
1915-10-02-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Missionsstation Mamuret-ul-Aziz (Johannes Ehmann)
Djambulat beschwerte sich über das armenierfreundliche Verhalten von Johannes Ehmann.
1915-10-02-DE-002     Deutsche Orientbank Konstantinopel an Botschaft Konstantinopel
Die Bank übermittelt über die Botschaft dem Konsulat Erzerum eine Liste mit allen armenischen Schuldnern zumeist aus Erzerum, die durch die Deportationen betroffen seien. Die Gesamtforderung belaufe sich auf etwa 9000 türkische Pfund.
1915-10-02-DE-003     Thilo von Westernhagen an Botschaft Konstantinopel
Im Westen seien die Armenier verschwunden, berichtet Westernhagen, fast alle Ortschaften ohne Apotheker und Ärzte, Handwerker fehlten überall, auf den türkischen Felder wachse fast nichts. Die Umgebung des Großvesirs sei chauvinistisch und man habe ihm zugegeben, "daß die Armenier bis zum letzten Kinde ausgerottet werden müssen". Auch der Kaukasus und Ägypten sollten türkisch werden.
1915-10-02-DE-004     Generalkonsulat Konstantinopel (Daehnhardt) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der stellvertretende Generalkonsul gibt die wichtigsten Passagen aus dem Enteignungsgesetz für armenische Vermögen wieder.
1915-10-02-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Nur 40 wohlhabende armenische Familien sollten aus rodosto ausgewiesen werden.
1915-10-02-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Humann ) an Admiralstab der Marine
Verteidigungsminister Enver biete Bulgarien Truppenunterstützung an. Der türkische Chauvinismus wolle die griechische Frage so lösen wie die armenische, urteilt Humann. Colmar von der Goltz soll eine Armee nach Persien führen, da er immer Indien über Persien angreifen wollte. Eine neue Armee unter Wehib Pascha ist ohne deutsche Offiziere für den Osten vorgesehen. Militärbevollmächtigter von Lossow: "Vielleicht ganz gut, wenn Türken sehen, wie weit sie kommen, wenn sie ganz auf eigenen Füssen stehen wollen."
1915-10-02-DE-007     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der Aufmarsch der bulgarischen Armee verzögert sich um einige Zeit.
1915-10-02-DE-008     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Englischer Stab in Saloniki eingetroffen. Die griechische Regeirung habe protestiert.
1915-10-02-DE-009     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Griechenland, so König Konstantin, könne die Landungen der Entententruppen ncht verhindern, nehme sie aber nur unter Protest hin.
1915-10-03-DE-001     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Bulgarien sorgt sich, ob Vorgänge in Frankreich Deutschlands Angriff auf Serbien verzögere.
1915-10-03-DE-002     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Frankreich kündigt GRiechenland an, Truppen in Saloniki zu landen. Selbst Venizelos protestiert, so Mirbach, "gegen eine solche flagrante Verletzung der griechischen Neutralität".
1915-10-03-DE-003     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Frankreich beginnt in Saloniki mit der Ausschiffung von insgesamt 70000 Mann Tuppen.
1915-10-03-DE-004     Gesandtschaft Athen (Grancy (Marineattaché)) an Admiralstab
Der griechische Generalstab habe offiziell noch keine Nachricht von der Landung der Ententetruppen erhalten. Der gegen die Landung eingestellte griechische Gouverneur von Saloniki bekam Befehl, keine Gewalt anzuwenden.
1915-10-03-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Der Bericht beschreibt, wie das neue "temporäre Gesetzes" vom 26 September bezüglich der Beschlagnahme von armenischen Vermögenswerten in Verbindung mit dem Deportationsgesetz vom 27 Mai 1915 und den anschließenden Verfolgungen zum vollständigen Ruin der osmanischen Armenier führt. Beigefügt ist dem Bericht die französische Versionen der Gesetze vom 27 Mai und vom 26 September.
1915-10-04-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Verein deutscher Zeitungsverleger (Friedrich Faber)
Zimmermann verteidigt das Vorgehen der Türken. Maßnahmen gegen die Armenier seien erst ergriffen worden, "als im Rücken der gegen Aserbeidschan marschierenden türkischen Truppen der armenische Aufstand losbrach, dem in wenigen Tagen mehr als 150000 Muhammedaner zum Opfer fielen." Dieses "Blutbad", wie Zimmermann es nennt, würde "aus naheliegenden Gründen in der feindlichen und neutralen Presse mit dem christlichen Mantel verzeihenden Schweigens bedeckt." Der Unterstaatssekretär findet es "in höchstem Grade bedauerlich, wenn unsere Missionsvereinigungen und die deutsche Presse sich als Sturmbock in der Armenierfrage vorschieben liessen". Er hoffe, daß Lepsius bei Konferenzen im Oktober "kein allzugrosses Unheil angerichtet wird."
1915-10-04-DE-002     Deutscher Hülfsbund für christliches Liebeswerk im Orient (Friedrich Schuchardt) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Schuchardt macht darauf aufmerksam, daß im Ausland immer häufiger von der Beteiligung deutscher Konsulate an den Deportationen die Rede ist und macht dafür die deutsche Presse verantwortlich, die über die Massaker schweige.
1915-10-04-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
in Saloniki seien französische Truppen gelandet.
1915-10-04-DE-005     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Die Landung der Ententetruppen, so der bugarische General Jekow, könne nur mit Einvernehmen Griechenlands erfolgt sein.
1915-10-04-DE-006     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Am 2. Oktober habe der Oberbefehlshaber der Entent-Landungstruppen auf Gallipoli, General Hamilton, die griechische Regierung benachrichtigt, er werde französische Truppenlandenlassen, die den Serben zu Hilfe kommen sollen.
1915-10-05-DE-001     Johannes Ehmann an Botschaft Konstantinopel
Ehmann möchte seine Arbeit fortführen.
1915-10-05-DE-002     Hohe Pforte an Deutsche Botschaft Konstantinopel
Es sei nicht möglich, den armenischen Lehrer Sinanian von der Deportation auszunehmen. Im Falle des Botschaftsangestellten Agabalian könne die Lokalbehörde von einer Abschiebung absehen, wenn er künftig keine Bezeihungen mehr zu deportierten Armeniern unterhalte.
1915-10-05-DE-003     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel
Der von Österreich-Ungarn in Rodosto eingesetzte armenische Konsularagent werde sich, so der deutsche Vizekonsul Ziemke, keine Geltung verschaffen können.
1915-10-05-DE-004     Deutsxche Botschaft Konstantinopel an Türkisches Außenmnisterium
Die deutsche Botschaft protestiert beim türkischen Außenmnisterium gegen das Liquidationsgesetz, durch das die deutschen Gläubiger keineswegs geschützt würden. In einem Schreiben an den Reichskanzler beklagt Neurath, daß das armenische Eigentum bereits zuvor verschleudert oder sonstwie dem Zugriff der Gläubiger entzogen worden sei. Die Handelswelt in Konstantinopel würde das Gesetz als "Legalisierung des Raubes" bezeichnen.
1915-10-05-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Deutsche Zweifel über Stellung für Colmar von der Goltz als Armeechef in Persien. Zustimmung für türkische Waffenhilf an Bulgarien.
1915-10-05-DE-006     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Die Entente stellt Bulgarien ein Ultimatum, die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland und Österreich-Ungarn abzubrechen und alle deutschen Offiziere auszuweisen.
1915-10-05-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Weil ein Widerstand sinnlos unmöglich gewesen sei, habe die griechische Regierung die Erlaubnis zur Landung erteile, berichtet der türkische Militär-Attaché aus Athen.
1915-10-05-DE-008     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Venizelos habe "im Eifer der Debatten die eigentlichen Ziele seiner Politik so vollständig entschleiert", so Mirbach, "dass der Zwiespalt zwischen ihm und der Krone klar an den Tag gelegt sei." Der König wolle sich noch am gleichen Tag entscheiden, Venizelos also entlassen. Allerdings sei er, Mirbach, sich nicht sicher, ob er das auch täte.
1915-10-05-DE-009     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der König spräche von den Landungen der Franzosen in Saloniki wie von etwas Unabänderlichen, berichtet Mirbach.
1915-10-05-DE-010     Albin Hugo Kutschbach
Der deutsche Journalist und ehemalige Reichstagsabgeordnete Albin Hugo Kutschbach berichtet über die Lage in Serbien. Die serbischen Truppen sollen im Norden den Deutschen und Österreichern entgegen gestellt werden, während die Verteidigung Mazedoniens den Entententrupen überlassen werden soll.
1915-10-05-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der Generalkonsul Mordtmann habe Nachforschungen zum Schicksal des Arztes Tschilinguirian angestellt.
1915-10-05-DE-012     Konsulat Saloniki (Walter) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der deutsche Konsul in Saloniki berichtet über die ersten Truppenlandungen in Saloniki. Ursprünglich hätte die griechische Armee Widerstand leisten wollen, doch dann aus Athen Befehle bekommen, die Landungen unter Protest zuzulassen. Die Einwohner der Stadt sympathisierten mit der Entente.
1915-10-06-DE-001     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Endlich sei der Minister weg, so die Königin.
1915-10-07-DE-001     Konsulat Erzerum (Schulenburg) an Botschaft Konstantinopel
Die armenisch-katholischen Ordensschwestern in Erzerum würden 100 Pfund für die Reise brauchen und bitten um Reisegenehmigung.
1915-10-07-DE-002     Anatolische Eisenbahngesellschaft (Arthur Gwinner) an Deutsches Auswärtiges Amt
Der Verwaltungsratsvorsitzende der Anatolischen Eisenbahngesellschaft übersendet den Text vom "Loi provisoire" über die armenischen Güter mit einem Kommentar der Generaldirektion, der ganze Text hätte sich klarer in zwei Artikeln ausdrücken können: 1. Alle Güter der Armenier sind konfisziert; 2. Die Regierung kassiert die Guthaben der Deportierten und zahlt (oder zahlt nicht) deren Schulden.
1915-10-07-DE-004     Pastor Strahl an Botschaft Konstantinopel
Für die deportierten armenischen Protestanten wird sich vorerst nichts mehr machen lassen, so die deutsche Botschaft, da die türkische Regierung prinzipiell eine Rückkehr ablehnt.
1915-10-07-DE-005     Firma Belar-Lanz an Botschaft Konstantinopel
Die Schweizer Firma Belart-Lanz bedankt sich für die Bemühungen, hat aber ihre armenischen Mitarbeiter mit eigenen Mitteln frei bekommen.
1915-10-07-DE-007     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Ob er Protest auch gegenüber der neuen Regierung ausdrücken solle, will Mirbach wissen. In der Öffentlichkeit immer, so Jagwo, intern könne er die Gründe dafür andeuten.
1915-10-07-DE-008     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die Diplomaten und Pressevertreter der Entente verlassen Sofia.
1915-10-07-DE-009     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Nach dem Rücktritt von Venizelos sei die Lage klarer, so König Ferdinand, aber der Druck der Entente sei enorm.
1915-10-07-DE-010     Griechische Regeirung (Zaimis) an Auswärtiges Amt
Griechenland habe von der Entente die Zusicherung, daß Aivali, in der viele Griechen leben, nicht wieder beschossen würde.
1915-10-08-DE-001     Joseph Marquart an Nachrichtenstelle für den Orient (ax von Oppenheim)
Marquart lehnt die von Oppenheim gewünschte Übersetzung armenischer Brief mit der Begründung ab, eine Übersetzung solcher Privatbriefe würde zweifellos als "einseitige Spionage in türkischen Diensten erscheinen", nachdem den Türken erlaubt worden sei, "die schauerlichen Metzeleien der letzten Zeit unter den Armeniern in einer völlig entstellten und erlogenen Weise darzustellen".
1915-10-08-DE-003     Auswärtiges amt an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Begleitbrief
1915-10-08-DE-004     Österreichisch-ungarische Handelskammer an Österreich-ungarische Botschaft Konstantinopel
Die österreich-ungarische Handelskammer analysiert das Liquidationsgesetz und kommt zu dem Schluß, daß das Resultat eine Verschleuderung der Aktiva "zum Nachteile der Gläubiger und des Schuldners" sei. Zu beachten sei, daß "der Schuldner resp. der Verschickte, also die Hauptperson, mindestens die Hauptauskunftsperson, nicht gehört, sondern als nichtexistent behandelt wird."
1915-10-08-DE-005     Botschaft Konstantinopel an Konsulate
Die Botschaft schickt ihren Konsuln den Wortlaut des Liquidationsgesetzes. Deutschland müsse wohl die türkische Regierung für die Schäden verantwortlich machen, so Neurath, die den deutschen Gläubigern durch die Deportation der Armenier erwachsen.
1915-10-08-DE-006     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Wien
Mit dem griechischen König spräche Deutschland, schon wegen der verwandtschaftlichen Beziehungen, stets anders als mit der griechischen Regierung, so Jagow zu der Bitte Burians, den König zu schonen.
1915-10-09-DE-001     "Wolff's Telegraphisches Büro"
Im englischen Oberhaus sei behauptet worden, deutsche Konsularbeamte hätten in Kleinasien die türkische Bevölkerung zu Greueltaten gegen die Armenier angehalten. Damit wolle England von seinen völkerrechtswidrigem Vorgehen in Griechenland ablenken.
1915-10-09-DE-002     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Jagow bezeichnet die Presseberichte und die im englischen Oberhaus erhobenen Vorwürfe, daß die Deutschen Mitschuldige und Anstifter der Ausschreitungen gegen die Armenier seien und beispielsweise Konsul Rößler sogar dazu ermutigt habe, als lächerliche Lügen. Er bitte den Botschafter, die osmanische Regierung zu einem Dementi zu drängen, dessen Entwurf von den Deutschen formuliert wurde, ebenso eine kurze Notiz als deutsche Stellungnahme. In dem Dementi wird auch auf die armenische Verschwörung hingewiesen, die die türkischen Maßregeln hervorgerufen haben soll. Talaat sei wegen des Dementis angesprochen worden, berichtete Mordtmann, und der amerikanische Botschafter habe einen Bericht des amerikanischen Konsuls angefordert habe. US-Botschafter Morgenthau sehe sich zu einem Dementi nicht in der Lage, habe aber zugegeben, daß deutscherseits alles geschehen sei, um die Ausschreitungen zu verhindern. Die deutsche Botschaft fordert Rößler auf, eine Erklärung seines amerikanischen Kollegen in Aleppo über seine Haltung den Armeniern gegenüber einzufordern.
1915-10-09-DE-004     Auswärtiges Amt an Botschaft Konstantinopel
Das Auswärtige Amt drängt darauf, bei der Eintreibung von Forderungen der Deutschen Bank behilflich zu sein.
1915-10-09-DE-005     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der Angriff der Deutschen und Österreicher in Serbien habe völlig überrascht, weil die Entente versichert hatte, Deutschland könne keine Truppen aus seinen Fronten herausziehen.
1915-10-09-DE-006     Gesandschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Mirbach drängt auf Freilassung der Mannschaft der "Timur Hissa". Die Vorteile könnten nicht immer bei den anderen liegen, und die Nachteile bei Deutschland, so seine Argumentation.
1915-10-09-DE-007     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Athen
Wenn Griechenland nicht passiv Widerstand übt, so Jagowq, könnte Bulgarien Vergeltung üben.
1915-10-09-DE-008     Großes Hauptquartier (Treutler) an Reichskanzler x (Bethmann Hollweg)
Wilhelm II gratuliert dem griechischen König zur Absetzung von Venizelos.
1915-10-09-DE-009     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Bulgariens Eingreifen stünde unmittelbar bevor. König von Rumänien wolle unbedingt an Neutralität festhalten.
1915-10-09-DE-011     Konsulat Aleppo (Hoffmann) an Botschaft Konstantinopel
Die armenische Bevölkerung von Urfa, so Vizekonsul Hoffmann aus Aleppo, habe vor zwei Wochen den Verschickungsbefehl erhalten und beschlossen, sich zu verbarrikadieren.
1915-10-10-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Oberhofprediger (Dryander)
Er habe die "recht betrüblichen Berichte über die Vorgänge in Kleinasien" der Botschaft in Konstantinopel mitgeteilt und "ihr ans Herz gelegt, unbeirrt durch die Verleumdungen unserer Gegner ihre Bemühungen zugunsten der Armenier fortzusetzen". Wenn allerdings die englische Presse dem armenischen Volk öffentlich als dem "siebenten Bundesgenossen" huldige, "der von Kriegsbeginn an ohne Zögern noch Feilschen auf der Seite der Entente gestanden" habe, so könne sie sich "nicht wundern, daß sie Türkei darin eine Rechtfertigung ihres Verhaltens erblickt."
1915-10-10-DE-003     Eine deutsche Bank
In einem Bankenkommentar wird das Enteignungsgesetz analysiert.
1915-10-10-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Nahe Bagdad stünden sich je 10000 Mann englischer und türkischer Truppen gegenüber.
1915-10-10-DE-005     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Bulgarien und der Entente berichtet die rumänische Zeitung "Adeverul" über die Abläufe.
1915-10-10-DE-006     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Preußische Gesandtschaft München
Die türkische Botschaft hat auf die Bitte keine Antwort gegeben. Bayern, so Zimmermanns Rat, solel den Fall des Majors Endres ruhen lassen.
1915-10-10-DE-007     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Bulgarien wolle einen Anlaß zum Krieg gegen Serbien provozieren, um als Angreifer dazustehen, "weil gewisse Abmachungen zwischen Rumänien und Serbien für den Fall bestehen sollen, daß Bulgarien der angreifende Teil ist", so Michahelles.
1915-10-10-DE-008     Gesandtschaft Athen (Massow) an Generalstab des Feldheeres
Bulgarien, so Militärattaché Massow, sei weniger gut auf den Krieg vorbereitet als 1912.
1915-10-11-DE-001     Franz Apell-Dörr an Botschaft Konstantinopel
Seine Tochter habe in Sofia erfahren, so Franz Apell-Dörr, daß ihr Mann Roupen Tschilinguirian möglicherweise noch lebe. Dies könne die Botschaft nicht bestätigen, so die Antwort.
1915-10-11-DE-002     Botschaft Konstantinopel an Generalkonsulat Konstantinopel
Die Botschaft Konstantinopel bittet das Generalkonsulat sowie die Konsulate Samsun und Adana über Angaben zu Emma Klein und ihren armenischen Mann.
1915-10-11-DE-003     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Mazedonische Banden seien unterweg, hätten aber noch nicht angegriffen.
1915-10-11-DE-004     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Griechenland danke Frankreich und England sehr viel, so Ministerpräsident Zaimi.
1915-10-11-DE-005     Großes Hauptquartier (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt
Bulgarien werde seinen Krieg gegen Serbien erst am 14. Oktober beginnen.
1915-10-11-DE-006     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Heute werde Serbeien zum Krieg provoziert, am 14. Oktober angegriffen.
1915-10-12-DE-001     Verein deutscher Zeitungsverleger (Friedrich Faber) an Auswärtiges Amt
Der Verleger der Magdeburgischen Zeitung und Schatzmeister der Evangelischen Missionshilfe R. Faber teilt Zimmermann mit, daß er alles unternommen habe, damit die Deportationen der Armenier in der deutschen Öffentlichkeit nicht behandelt würden und außerdem sein Amt als Schatzmeister zur Verfügung stellen wolle. Nach dem Vortrag von Lepsius vor Pressevertretern in Berlin würden die Verleger "mit Bestimmtheit eine neue Auslassung von mir erwarten". In Lepsius sei wohl "der Pastor in ihm mit dem Politiker durchgegangen, denn die Nachrichten der ausländischen Presse sind gewiß der unzuverlässigste Quell, aus dem man schöpfen kann". Faber bittet daher um eine Unterredung mit Zimmermann.
1915-10-12-DE-002     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel
Der Vater des armenischen österreich-ungarischen Konsularagenten wird gehindert, wegen Geschäfte nach Konstantinopel zu reisen.
1915-10-12-DE-003     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der Verspätung des Kriegseintritts lägen nur militärische Ursachen zugrunde. Es sei nicht genügend Artiellerie einsatzbereit gewesen.
1915-10-12-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Deutschland habe dem griechischen König Doiran und Gewgeli zugesprochen, nicht aber Monastir, so Jagow nach der Rede von Venizelos in der griechischen Kammer.
1915-10-13-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der Papst habe dem Sultan ein Handschreiben überreichen lassen, in dem er sein Mitleid für die verfolgten Armenier ausdrücke.
1915-10-13-DE-002     Gesandtschaft Bern (Romberg) an Auswärtiges Amt
Italien entsendet keine Truppen nach Frankreich, Dardanellen oder Saloniki.
1915-10-13-DE-003     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Vorgestern hätten die Feindseligkeiten zwischen Bulgarien und Serbien begonnen.
1915-10-13-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Die Türkei sehe die Lage als günstig an, fürchte nur, daß die Entente Griechenland auf seine Seite zieht, so Wangenheim.
1915-10-13-DE-005     Konsulat Seloniki (Walter) an Auswärtiges Amt
Konsul Walter meldet tägtliche Landungen der Entente in Saloniki, das wohl bald besetzt würde. Jagow empfiehlt, dem griechieschen König ernste Maßregeln vorzuschlagen.
1915-10-13-DE-006     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Bandenbildung in Albanien werde von Griechenland nicht gewünscht.
1915-10-13-DE-007     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der serbische Gesandte in Athen hat der griechischen Regierung mitgeteilt, daß Bulgarien das Land angegriffen habe und fragt nach der Haltung Griechenlands. Sie halte den casus foederis für nicht gegeben, antwortete die griechische Regieirung.
1915-10-13-DE-008     Konsulat Damaskus (Loytved Hardegg) an Reichskanler (Bethmann Hollweg)
Djemals Stabschef Kress von Kressenstein über die Voraussetzungen einer Ägypten-Expedition.
1915-10-14-DE-001     Gesandtschaft Den Haag (Kühlmann) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Er habe dem Grafen Bylandt geantwortet, so Kühlmann, um dem Staatssekretär eine persönliche Beantwortung zu ersparen.
1915-10-14-DE-002     Marie Bechler an Botschaft Konstantinopel
Eine deutsche Lehrerin erkundigt sich nach dem Schicksal von armenischen Freunden in Mamuret-ul-Aziz.
1915-10-14-DE-003     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Seit 14. Oktober 1915 morgens 6 Uhr befinde sich Bulgarien im Kriegszustand mit Serbien. Die Bugaren seien aufgefordert worden, die bedrängten Stammesgenossen in Mazedonienzu befreien.
1915-10-14-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Bulgarische Banden würde die Eisenbahnlinie Saloniki-Nisch zerstören und sich sofort wieder auf bulgarisches Gebiet zurückziehen.
1915-10-14-DE-005     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Bratianu hätte gern vorzeitig über Bulgariens Eingreifen informiert werden wollen. Der Krieg werde die Lage auf dem Balkan komplizieren.
1915-10-14-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Neurath berichtet über das Presseecho auf den Beginn des Krieges gegen Serbien.
1915-10-15-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der amerikanische Botschafter Morgenthau habe sich zu einem Dementi außerstande gesehen, habe ihm aber bescheinigt, so der deutsche Botschafter, daß sich die deutschen Konsuln der Armenier angenommen hätten.
1915-10-15-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Er habe bei Talaat erneut die Metzeleien in Djesireh zur Sprache gebracht, die vom Innenminister in Abrede gestellt worden seien, denn "in der Türkei kämen keine Massaker vor". Daraus schließe er, so der deutsche Botschafter, "dass es tatsächlich in Djesiré zu Ausschreitungen gekommen ist".
1915-10-15-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Nach einer Reutermeldung soll der amerikanische Botschafter nach Washington gemeldet haben, daß die Armeniermorde wieder aufgenommen worden seien. Daß dies nicht zutreffe, habe Morgenthau ihm durch Vorlage seiner Telegramme bewiesen, teilt Wangenheim mit.
1915-10-15-DE-005     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Hilfsbund-Chef Friedrich Schuchardt bittet um eine Reisegenehmigung nach Konstantinopel und erhält als Antwort, daß die Erlaubnis zur Reise ins Innere zweifellos verweigert werden würde, so daß eine Anfrage bei der Regierung besser unterbleibe.
1915-10-15-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim beschwert sich darüber, daß Heer und Marine über die Ereignisse in Athen und Bukarest informiert seien, nicht aber der deutsche Botschafter in Konstnatinopel und bittet darum. künftig direkt von den dortigen Gesandtschaften oder vom Auswärtigen Amt informiert zu werden.
1915-10-16-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Das türkische Auswärtige Ministerium habe sich zum gewünschten Dementi bereit erklärt, teilt Wangenheim mit. In zwei Aufzeichnungen schildert Mordtmann seine Verhandlungen mit dem Auswärtigen Ministerium und die wiederholte Verzögerung des Dementis.
1915-10-16-DE-002     Gesandtschaft Den Haag (Stumm) an Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Scharfenberg bittet um Nachforschungen nach dem Schicksal der näheren Angehörigen des armenischen Parlamentariers G Thoumaian.
1915-10-16-DE-003     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Begleitbrief
1915-10-16-DE-004     Deutsche Orientbank an Botschaft Konstantinopel
Die deutsche Orientbank schickt der deutschen Botschaft in Konstantinopel eine Kopie ihrer Eingabe bei der türkischen Regierung.
1915-10-16-DE-005     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt
Bethmann Hollweg bittet das Auswärtige Amt, vor Erlassen mitmilitärischen Auswirkungen bei dem Generalstabschef anzufragen.
1915-10-16-DE-006     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn sieht Griechenland nicht in der Lage, sich gegen die Truppenlandungen der Entente zu wehren und auch nicht, sich den Zentralmächten anzuschließen. Mirbach solle die Regierung zu bewegen suchen, gegen die Landungen nochmals zu protestieren. Das AA solle seine Instruktionen an Mirbach, Griechenland möge der Bedrohung seiner Küsten ernste Maßregeln entgegensetzen, revidieren, weil sie als Aufforderung zum Krieg an Seiten Deutschlands verstanden werden könnten.
1915-10-16-DE-007     Konsulat Saloniki (Walter) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die Ententetruppen richten sich in Saloniki ein.
1915-10-17-DE-001     Gesandtschaft Bern (Romberg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Begleitschreiben.
1915-10-17-DE-002     Zentralstelle für Auslandsdienst (Jäckh) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Jäckh berichtet über seine Eindrücke einer Reise nach Konstantinopel vom 30. August bis 14. Oktober 1915 und seine Gespräche mit türkischen Spitzenpolitikern. Zum Stichwort "Armenische Frage" notierte Jäckh: "Talaat machte keinen Hehl daraus, dass er die Vernichtung des armenischen Volkes als eine politische Erleichterung begrüsse."
1915-10-17-DE-003     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel
Vizekonsul in Rodoste Ziemke bittet um Intervention für seinen langjährigen Konsulatssekretär Garbet Dadigosian, der ausgewiesen werden soll. Wird wohl nichts nutzen", notiert Neurath.
1915-10-17-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Es drohe die Eroberung Bagdads. Die Presse solle laut Wangenheim die Öffentlichkeit darauf vorbereiten mit dem Argument, alle Kräfte seien auf die Dardanellenverteidigung konzentriert, dann kämen Ägypten und Mesopotamien an die Reihe.
1915-10-17-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
England habe den Gedanken, Bulgarien zu gewinnen noch nicht aufgegeben, so der griechische König.
1915-10-17-DE-006     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der griechische König hat zugesagt, die Angelegenheit der Marineangehörigen der "Timur Hissan" in die Hand zu nehmen.
1915-10-17-DE-007     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der griechische König schrecke vor einem weiteren Protest gegen die Truppenlandungen zurück, weil die Entente erklärt habe, jeden weiteren Protest als Provokation anzusehen.
1915-10-17-DE-008     Auswärtiges Amt (Jagow) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Jagow berichtet Bethmann Hollweg über die Wünsche des griechischen Generalstabs, der wohl weiterhin der Unterstützung Deutschlands bedürfe, um das Land neutral zu halten.
1915-10-17-DE-009     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn garantiert, daß bulgarische Truppen Doiran und Gewegeli nicht betreten oder sich sofort wieder zurückziehen.
1915-10-17-DE-010     Konsulat Saloniki (Walter) an Auswärtiges Amt
Konsul Walter listet die Truppen der Entente in Saloniki auf und berichtet von Kämpfen im Norden Griechenlands.
1915-10-18-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Ein Dementi der Pforte sei noch nicht fertig und in den nächsten zwei Wochen nicht zu erwarten, weshalb der Pforte der Text eines deutschen Dementis vorgelegt werden soll.
1915-10-18-DE-002     Konsulat Aleppo (Hoffmann) an Botschaft Konstantinopel
Er habe den amerikanischen Kollegen um die von der Botschaft erbetene Erklärung ersucht, dieser sei aber bekannt für seine deutschfeindliche Agitation.
1915-10-18-DE-003     Konsulat Aleppo (Hoffmann) an Botschaft Konstantinopel
Der amerikanische Konsul in Aleppo meine, so Hoffmann, die an ihn gestellte Frage zur Ehrenrettung der deutschen Konsuln der amerikanischen Botschaft vorlegen zu müssen. In seiner Notiz berichtet Botschaftsrat Neurath über eine Unterredung mit US-Botschafter Morgenthau, der vorschlug, dem State Departement in einem für die Deutschen günstigen Sinne zu telegrafieren.
1915-10-18-DE-004     Richard Müller an Botschaft Konstantinopel
Der mit einer Armenierin verheiratete deutsche Lehrer Richard Müller erbittet die Befreiung seiner Verwandten von der Deportation und die Übertragung der ihm als Hochzeitsgabe zugesagten Immobilien. Die Botschaft stellt ein Verbleiben der Verwandten in Aussicht, weil alle unverdächtigen Protestanten des Ortes bleiben dürften, sieht aber nach Auskunft des Innenministeriums keine Chance für die Übertragung von Eigentum.
1915-10-18-DE-005     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Auswärtiges Amt
Bethmann Hollweg drängt auf eine Vereinbarung zwischen Griechenalnd und Bulgarien, die Jagow fast für unmöglich hält. Zu sehr sind beide Staaten auf Zugewinne fixiert.
1915-10-18-DE-011     Konsulat Aleppo (Hoffmann) an Botschaft Konstantinopel
Die Räumung Aleppos von 20000 Deportierten sei angeordnet worden. Die Deportierten außerhalb Aleppos würden, so der türkische Direktor für politische Angelegenheiten des Vilajets, "alle sterben", weil die Regierung keine Mittel habe, sie anzusiedeln. Nicht nur alle Christen, sondern teilweise auch die Moslems würden annehmen, daß Deutschland sein Einverständnis mit dem Massenmord erkläre und beriefen sich gelegentlich auf Deutschlands Beispiel in Belgien. Auch Talaat habe darauf hingewiesen, notiert Mordtmann, daß Deutschland in Belgien 40000 Belgier umgebracht habe.
1915-10-18-DE-012     Konsulat Aleppo (Hoffmann) an Botschaft Konstantinopel
Zur "Eindämmung dieses rein wirtschaftlich betrachteten bedenklichen Massenmordens" verlangt der deutsche Vizekonsul unter anderem die Bereitstellung bedeutender Mittel. Anmerkung Mordtmanns: "Doch nicht von unserer Seite?"
1915-10-18-DE-013     Generalkonsulat Genf (Geißler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Geißler weist auf einen Aufruf hin, der im Journal de Genève erschienen sei.
1915-10-19-DE-001     Generalkonsulat Genf (Geißler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Bei den für den in der Presse veröffentlichten Aufruf zur Unterstützung der Armenier Verantwortlichen soll es sich um eine seit vielen Jahren bestehende Schweizer Wohltätigkeitsgesellschaft in Neuchâtel handeln.
1915-10-19-DE-002     Gesandtschaft Bern (Romberg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Begleitschreiben.
1915-10-19-DE-003     Generalkonsulat Konstantinopel an German Embassy Constantinople
Die Deutsche Emma Klein habe nach armenischen Ritus geheiratet und habe damit ihren Anspruch auf deutschen Schutz verwirkt. Die türkische Regeirung sei es leid, so Neurath, mit solchen Fällen befaßt zu werden.
1915-10-19-DE-005     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Vizekonsul Ziemke bittet um eine Ausnahme von der Deportationsorder für seinen armenischen Angestellten Garabet Dagighosian. Das Innenministerium gwährt sie.
1915-10-19-DE-006     Großes Hauptquartier (Luckwald) an Gesandtschaft Athen (Militärattaché)
Eine Grenzlinie für die Verfolgung feindlicher Truppen funktioniere nur, wen die Griechen zurückweichende Ententetruppen entwaffne. Bulgarien habe nicht die geringste Absicht, sich Griechenland zum Feind zu machen, so Falkenhayn.
1915-10-19-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Meldungen über die Landungen in Saloniki, die Befehlsstruktur und Vorbereitungen für weitere Operationen der Entente sowie die griechische Haltung gegenüber den Ententetruppen.
1915-10-19-DE-008     Gesandtaschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
England und Frankreich hätten Bulgarien den Krieg erkrlärt.
1915-10-19-DK-001     Det Danske Konsulat Zürich (Robert Blass) an Udenrigsministeriet København
Robert Blass, dänischer Konsul an Zürich, leitet eine Petition weiter, die er vom in Basel residierenden Schweizer Hilfs-Komitee für Armenier bekommen hat. Für den kompletten Text der Petition siehe Dok. 1915-10-17-DE-001.
1915-10-19-DK-002     Konsulat Smyrna (Alfred van der Zee) an Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel)
Alfred van der Zee berichtet über die Versetzung von griechischen Arbeitsbataillonen von Smyrna nach Adrianopel (Edirne) sowie über die Konfiszierung von osmanischem Eigentum wie auch dem der Entente sowie von Neutralen usw..
1915-10-20-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt erklärt sich mit der Vorgehensweise von Scheubner-Richter einverstanden
1915-10-20-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt erklärt sich mit der Vorgehensweise von Scheubner-Richter einverstanden
1915-10-20-DE-002     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Kavala, Seres und Drama würde Griechenland niemals abgeben. Die versprochenen Territorien in Serbisch-Mazedoneine seien hingegen wertlos.
1915-10-20-DE-003     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Entente sei sich ihrer Macht in Griechenland bewußt und nutze sie aus, so der König. Eine Entwaffnung zurückflutender Ententetruppen durch Griechenalnd sähe er nicht.
1915-10-20-DE-004     Gesandtaschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Griechenland werde Serbien im Krieg nicht, wie vertraglich zugesichert, beistehen können, so Ministerpräsident Zaimis.
1915-10-20-DE-005     Gesandtschaft Athen (Grancy (Marineattaché)) an Admiralstab der Marine
Die Entente habe Griechenland Zypern angeboten.
1915-10-21-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Wangenheim teilt den Text des mit der osmanischen Regierung abgesprochenen deutschen Dementis mit. Ferner unterrichtet er über den Stand der Dinge in Sachen Dementis der Amerikaner zum Fall Rößler.
1915-10-21-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Eine dauerhafte Verständigung zwischen Bulgarien und Griechenland sei nur möglich, wenn Griechenland Kavala abtritt.
1915-10-21-DE-003     Preußische Gesandtschaft Lugano (Mühlberg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Er habe einen Artikel im Osservatore Romano benutzt, schreibt Mühlberg, um die Intervention Wangenheims zugunsten Dolcis in Konstantinopel im Vatikan zu verwerten.
1915-10-21-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wangenheim spricht sich gegen eine Reise Schuchardt in die Türkei aus, da die Türken dahinter politische Zwecke vermuten würden.
1915-10-21-DE-005     Konsulat Aleppo (Hoffmann) an Botschaft Konstantinopel
Hoffmann fragt an, welche Anordnungen hinsichtlich der katholischen und protestantischen Armenier beständen. Es wird ihm geantwortet, daß diese, bis auf die bereits Verschickten oder Verdächtige, nicht aus ihren Wohnorten auszuweisen seien.
1915-10-21-DE-006     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Die Türkei weigert sich, den Armenier Agopovich als amtlichen Konsularvertreter Österreich-Ungarns in Rodosto anzuerkennen.
1915-10-21-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Wangenheim) an Auswärtiges Amt
Der Militärbevollmächtigte Lossow habe bei Enver veranlaßt, daß die Türkei Munitionsdepots in Saloniki angreife.
1915-10-22-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel. (Wangenheim)
Das Auswärtige Amt wolle zunächst auf ein eigenes Dementi zum Thema der Mitwirkung deutscher Konsuln an den Deportationen verzichten und das türkische abwarten. Dem amerikanischen Botschafter Morgenthau solle gesagt werden, daß die Agitation in der Presse vor allem den Armeniern schade. Das mit Halil verabredete Dementi sei zu matt und von Morgenthau's Telegramm verspreche sich das Auswärtige Amt wenig Wirkung. Das von Mordtmann mit Halil ausgearbeitete Dementi enthalte etliche Änderungen, insbesondere die Rechtfertigung der Deportationen der Armenierin in jene Regionen, „wo ihre Niederlassung keine Gefahr“ darstelle.
1915-10-22-DE-003     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Der amerikanische Konsul in Aleppo wolle sich nur auf Befehl seiner Botschaft zur Armenierfrage äußern. Rößler verweist aber auf zwei für ihn günstige Briefe der amerikanischen Mission.
1915-10-22-DE-004     Generalkonsulat Konstantinopel (Daehnhardt) an Botschaft Konstantinopel
Personalie Josephine Emilie Klein
1915-10-22-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Die Deportationen der Armenier aus Rodosto werden fortgesetzt.
1915-10-22-DE-006     Konsulat Smyrna (Humbert) an Botschaft Konstantinopel
Das Warenlager Avédiaks sei nicht gefährdet, so Konsul Humbert.
1915-10-22-DE-007     Gesandrtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
In Sofia glaubt man nicht, daß die Entente derzeit zu einem Angriff auf Bulgarien in der Lage sei.
1915-10-23-DE-002     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel
Der Befehl an Adrianopel beziehe sich nur auf Haig Effendis Schwester.
1915-10-23-DE-003     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel
Nur der Schwester des Hilfsdragomans der Botschaft, Haig Efendis, sei Bleiberecht zugestanden.
1915-10-24-DE-001     Konsulat Beirut (Mutius) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Mutius berichtet, daß der syrische Patriarch von Antiochien ihm berichtet habe, auch die unierten Syrer würden in Kleinasien und Mesopotamien getötet und deportiert, obwohl sie „nach Kultur und Rasse vollständig von den Armeniern verschieden seien“. Er bitte um ein Eintreten der deutschen Regierung für ihn. Er, Mutius, habe ihm jedoch keine Hoffnung gemacht.
1915-10-24-DE-002     Konsulat Erzerum (Schulenburg) an Botschaft Konstantinopel
Das Innenministerium habe die Reise der Mechitaristen und Schwestern aus Erzerum nach Konstantinopel gestattet.
1915-10-24-DE-003     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Generalstab-Oberst Metaxa gibt seine Meinung zu den militärischen Problemen wieder.
1915-10-25-DE-011     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel (Wangenheim)
Mit Briefen weist der deutsche Konsul in Aleppo nach, daß die in der "Westminster Gazette" gegen ihn erhobenen Vorwürfe unberechtigt seien. Das Mißverständnis ginge vermutlich auf einen Höflichkeitsbesuch zurück, den er in Marasch dem türkischen General Fakhri Pascha abgestattet habe, als der in Begleitung von Graf Wolffskeel auf Inspektionsreise unter anderem nach Marasch und Zeitun gewesen sei. Der Konsul stelle anheim, ob es zweckmäßig sei, daß ein deutscher Offizier an einer Expedition gegen einen inneren türkischen Feind teilnehme.
1915-10-26-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Um den Verdächtigungen bestimmter türkische Kreise, Deutschland wolle sich bei seiner künftigen Türkei-Politik auf Fremdvölker stützen, entgegenzutreten, sollten die Hilfsleistungen für die Armenier niedrig gehalten werden.
1915-10-26-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel
Zimmermann fragt an, ob der Besuch Schuchardts unter Verzicht auf eine Reise ins Innere unbedenklich sei. Die Botschaft bejaht dies, wenn Schuchardt nur seine Geldangelegenheiten regeln und armenische Kreise vermeiden würde.
1915-10-26-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
In Rodosto gingen die Deportationen der Armenier weiter.
1915-10-26-DE-004     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Kavala sei gegenwärtig kein Thema mehr, so der bulgarische König und der Kronprinz.
1915-10-26-DE-005     Albin Hugo Kutschbach
Der deutsche Journalist, Balkanexperte und frühere Reichstagsabgeordente Albin Hugo Kutschbach berichtet über die Lage in Serbien.
1915-10-27-DE-001     Helene Maria Anna Tschilinguirian an Deutsche Botschaft Konstantinopel
Frau Tschilinguirian bittet nochmals Druck auf die türkische Regierung zu machen, die Deportationen einzustellen.
1915-10-27-DE-002     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Griechenland will jeden Zwischenfall mit Bulgarien vermeiden. Eine Besetzung ganz Mazedoniens ist nicht geplant.
1915-10-27-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Auswärtiges Amt
Im Westen stünden sofort vier Divisionen bereit, melde Lossow.
1915-10-27-DE-004     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Ein Abgesandter Envers bot den Bulgaren an, im Falle eines Krieges Bulgariens gegen Griechenland die mazedonische Bevölkerung zu einem Aufstand zu bewegen. Jagow dazu: "Derartige Anwandlungen entsprechen leider dem jetzigen chauvinistischen Größenwahn der Türken."
1915-10-28-DE-002     Deutsche Orient-Mission (Roedenbeck) an Auswärtiges Amt
Nachdem die Deutsche Orient-Mission bereits Anfang Oktober von dem Massaker in Urfa erfahren habe, sei sie aufgrund eines türkischen, in der "Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" veröffentlichten Communiqués beunruhigt und wolle sich nun nach dem Schicksal ihrer Mitarbeiter und ihrer Besitztümer in Urfa erkundigen.
1915-10-28-DE-003     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel
Vizekonsul Ziemke mahnt die Entscheidung für seinen armenischen Angestellten Garabet Dagighosian an. Mordtmann verweist auf das Telegramm, das die Genehmigung enthält.
1915-10-28-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Auswärtiges Amt
Zwei Divisionen für den Westen stünden sofort zur Verfügng, zwei weitere zehn Tage später. Enver sei mit jeder Verwendung einverstanden, nur Verpflegung müsse anderweitig erfolgen.
1915-10-29-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Der Katholikos von Sis bitte, ihn nicht in das Tscherkessendorf Membidj zu verbannen sondern wenigstens in eine Stadt. Er, Rößler, habe seine Intervention für untunlich erklärt, fragt aber an, ob der Patriarch sich nicht für ihn einsetzen könne.
1915-10-29-DE-002     Gesandtschaft Kristiania (Oslo) (Oberndorff) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der Gesandte teilt mit, daß sich Fräulein Thora Wedel-Jarslberg, die früher in Armenien tätige Missionarin und Pflegerin, ihm angeboten habe, in der Presse den englischen Verleumdungen der deutschen Konsuln entgegenzutreten, da sie die Verhältnisse kenne und empört darüber sei, die Konsuln der Mitschuld an den Armenierverfolgungen zu verdächtigen. Um die Frage nicht öffentlioch erneut zu erörtern, habe er jedoch davon abgesehen. Diesen Bericht ließ Zimmermann an die verschiedenen deutschen Vertretungen verteilen.
1915-10-29-DE-003     "Norddeutsch Allgemeine Zeitung"
Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung nimmt zu dem Ausspruch von Lord Bryce Stellung, die deutsche Regierung sei ein Meister der Verlogenheit, indem sie einzelne englische Übergriffe der Vergangenheit gegenüber den Greueln an den Armeniern anführt.
1915-10-29-DE-004     Schweizer Société de Transports Internationaux an Botschaft Konstantinopel
Die Schweizer Société de Transports Internationaux bitte um Überweisung an Balekdjian und Zusendung dessen Geburtsscheins. Mordtmann rät, dergleichen Dienste, die nur ganz indirekt deutsche Interessen berühren, künftig abzulehnen.
1915-10-29-DE-005     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Von einer Mißstimmung gegen Deutschland könne in Bulgarien keie Rede sein.
1915-10-29-DE-006     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der Donauweg nach Bulgarien sei frei.
1915-10-30-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Konsulat Mossul
Neurath erkundigt sich nach der Anzahl der in Mossul konzentrierten Verschickten und ob Bedenken bestehen, Hilfsgelder für diese durch das Konsulat verteilen zu lassen.
1915-10-30-DE-002     Anatolische Eisenbahgesellschaft an Botschaft Konstantinopel (Neurath)
Begleitbrief zu den Deportationsbestimmungen für die armenischen Angestellten der Bagdadbahn.
1915-10-30-DE-003     Botschaft Konstantinopel
Die Botschaft rät von eine administrativen Behandlung des Warenlagers Avédikians ab. Die Deutsche Bank empfhiehlt aber die formelle Verpfändung an ihre Filiale Konstantinopel.
1915-10-31-DE-001     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Der Kaiser teilt dem König Bulgariens mit, daß der Donauweg frei sei.
1915-10-31-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Auswärtiges Amt
Bei einer Landung im Golf von Alexandrette stünden kaum Abwehrkräfte bereit. Eine in Adana stationierte Reserve könnte sowohl für Mesopotamien als auch für Palästina gebildet werden.
1915-10-31-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Deutschland wünsche, so Falkenhayn, keine Probleme zwischen Bulgarien und Greichenland. Darüber solle Enver informiert werden.
1915-10-31-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Griechen und Franzosen würden sich am Vardar beschießen.
1915-11-01-DE-001     Bagdad-Eisenbah-Gesellschaft (Franz Johannes Günther) an Botschaft Konstantinopel (Neurath)
Günther übersendet einen Augenzeugenbericht über die Deportationen und das Schicksal der Deportierten.
1915-11-01-DE-002     Botschaft Konstantinopel an Generalkonsulat Konstantinopel
Massendeportationen (etwa 10000 Personen) aus Rodosto sowie Adrianopel und Tschorlu über Rodosto nach Anatolien hielten an.
1915-11-01-DE-003     Senatssitzung vom 1. November 1915
Ahmed Riza erkundigt sich, was für die Unglücklichen geschehe, die in den Bergen Anatoliens herumirrten. Die Regierung unternehme alles, um ihr Wohlbefinden zu sichern, so der Senatspräsident.
1915-11-01-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Die Bulgaren wollen auch nach der Besetzung von Doiran und Gewgeli durch die Entente ein Betreten der Orte vermeiden.
1915-11-01-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Es habe kein offizielles Angebot der entente für Zypern gegeben, so Zaimis.
1915-11-02-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Göppert)
Die Deportationen der Armenier aus Adrianopel sollen, nach österreichischen Berichten, auf deutsche Initiative zurückgehen. Neurath bittet seinen Konsul, diesen "unrichtigen Behauptungen" energisch entgegenzutreten.
1915-11-02-DE-002     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die deutsche Missionarin Magdalena Ditszun in Hadjin läßt Konsul Rößler drei Telegramm zukommen, die von den Behörden unterdrückt wurden. Darin schildert sie die weitgehende Deportation der Armenier von Hadjin.
1915-11-02-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Auswärtiges Amt
Eine Abtretung des Dodekanes lehnt die türkische Führung völlig ab.
1915-11-02-DE-004     Konsulat Saloniki (Walter) an Auswärtiges Amt
Konsul Walter schildert die Lage in Saloniki.
1915-11-03-DE-001     Deutches Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
General von Falkenhayn habe an Enver Pascha appelliert, der Bagdadbahngesellschaft ihr geschultes Personal zu erhalten, was "durch Deportierung der armenischen Verstoßenen während des Krieges schwer gefährdet" würde.
1915-11-03-DE-002     Konsulat Erzerum (Schulenburg) an Botschaft Konstantinopel
Die Mechitaristen und Schwestern aus Erzerum wollen abreisen.
1915-11-03-DE-003     Konsulat Erzerum (Schulenburg ) an Botschaft Konstantinopel
Deutsche Forderungen an armenische Waren könnten schon deshalb nicht verfolgt werden, weil es an Rechtsanwälten fehlt, seit die Armenier deportiert seien.
1915-11-03-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Konsulat Aleppo (Rößler)
US-Konsul Jackson soll ein chiffriertes Telegramm über die deutschen Knäle schicken dürfen.
1915-11-03-DE-005     Konsulat Erzerum (Schulenburg) an Botschaft Konstantinopel
Die Fillial Erzerum der Banque Ottoman bittet um Urschriften der Wechsel von armenischen Kunden.
1915-11-03-DE-006     Heinrich Janson an Botschaft Konstantinopel
Der mit einer Armenierin verheiratete Deutsche Heinrich Janson, Werkmeister bei der Bagdadbahn, bittet um Schonung und Rückkehr seiner Schwiegereltern nach Eskischehir. Die Pforte lehnte trotz Fürsprache der Botschaft ab.
1915-11-03-DE-007     Konsulat Erzerum (Schulenburg) an Botschaft Konstantinopel

1915-11-03-DE-008     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Englands Flotte beherrscht griechische Küsten. Entwaffnung von zurückflutenden Entententruppen in Mazedonien könnte zum Krieg mit der Entente führen. Der griechische Generalstab fragt, was Deutschland und Österreich-Ungarn dem - beipsielsweise an U-Booten und schwerer Artillerie - entgegenstellen und ob sie die Ernährung Griechenlands gewährleisten könnten.
1915-11-03-DE-009     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn lehnt eitgehende Ansprüche Bulgariens auf einen Adriazugang ab.
1915-11-03-DE-010     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der "Tanin" feiert die Eröffnung des Transitweges Berlin-Konstantinopel, vor allem dank der türkischen militärischen Beteiligung.
1915-11-03-DE-011     Generalstab
Umfangreicher Bericht über die miltiärische Lage im Südosten.
1915-11-03-DK-001     Gesandtskabet Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Ein detaillierter Bericht über die deutsch-osmanische Beziehungen, die politischen Intrigen und Manöver innerhalb der osmanischen Führung sowie denen zwischen dem Osmanischen Reich und ihrem Hauptverbündeten Deutschland.
1915-11-04-DE-001     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
Er habe gehört, so Holstein, daß Feldmarschall von der Goltz der 4. Armee befohlen habe, mit Truppen den Aufstand bei Midiat zu unterdrücken. Es handele sich jedoch nicht um einen Aufstand, sondern darum, daß syrische und armenische Christen, die vor den Massakern hätten flüchten können, sich in die Berge zurückgezogen hätten, um sich zu verteidigen. Um Blutvergießen zu vermeiden, schlage er vor, mit den Belagerten zu verhandeln. Militär-Attaché Lossow stimmt diesem Vorschlag im Wesentlichen zu, allerdings habe v.d.Goltz eine Einmischung des in die Region abgereisten deutschen Offiziers (und Verwesers in Erzerum) Scheubner-Richter abgelehnt. Holstein hatte auch seine eigene Teilnahme angeregt, der der Vali von Mossul ursprünglich zugestimmt hatte, sie dann aber ablehnte, weil die durchzuführende Operation eine „ganz interne“ Angelegenheit der türkischen Regierung sei.
1915-11-04-DE-002     Konsulat Smyrna (Humbert) an Botschaft Konstantinopel
Armenier Smyrnas, die aus anderen Orten kommen, werden ausgewiesen.
1915-11-04-DE-003     Deutsche Bank Filiale Konstantinopel an Botschaft Konstantinopel
Die Botschaft Konstantinopel bittet das Konsulat Genf, künftig Gefälligkeiten abzulehnen und an die türkischen Konsulate zu verweisen.
1915-11-04-DE-004     Helene Maria Anna Tschilinguirian-Apell an Deutsche Botschaft Konstantinopel
Die Frau von Roupen Tschilinguirian verlangt von der türkischen Regierung Schadensersatz für die Tötung ihres Mannes und Hinrichtung der Mörder. Ihr Mann sei bis zu seinem Tod osmanischer Staatsbürger gewesen und deshalb, so die Antwort der Botschaft, könne Deutschland nicht intervenieren.
1915-11-04-DE-005     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel
Der österreichische Konsularagent armenischer Herkunft solle innerhalb von drei Tagen das Land verlassen
1915-11-04-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Die deutsche Firma Brockzieper bemüht sich, ihren Mitarbeiter Avedis Avedisof freizubekommen.
1915-11-04-DE-007     Colmar von der Goltz an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Colmar von der Goltz gibt eine Vorschau auf seine Absichten in Mesopotamien und Persien.
1915-11-04-DE-008     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Enver gibt seine Einschätzung der militärischen Lage. Lossow ergänzt sie.
1915-11-04-DE-009     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Griechenland sei für Verständigung mit Bulgarien. Venizelos behauptet immer wieder, Deutschland beabsichtige Ausrottung der Griechen in Kleinasien. Serbische Truppen würden bei Grenzübertritt entwaffnet.
1915-11-04-DE-011     Konsulat Mossul (Holstein) an Botschaft Konstantinopel
Ein Oberst aus dem Stabe Halils habe ihm erklärt, daß er auch die Armenier Mossuls "niedermachen müsse". Der deutsche Konsul erbittet dringenden Befehl an Halil, weitere Massaker zu verhindern.
1915-11-05-DE-001     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel (Neurath)
Die Türkei fordert den armenischen Konsularagenten Österreich-Ungarns in Rodosto auf, zusammen mit seinem Bruder und Vater das Land innerhalb von drei Tagen zu verlassen, weil Armenier "nicht geduldet werden können".
1915-11-05-DE-002     Konsulat Adrianopel an Botschaft Konstantinopel
Die Vilajetsregierung habe bezüglich Arutians keine Weisung erhalten.
1915-11-05-DE-003     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel
Die Frist zur Abreise für Agopovich sei um eine Woche verlängert worden.
1915-11-05-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Sofia (Michahelles)
Griechenland wünscht Verständigung mit Bulgarien.
1915-11-05-DE-005     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel
Jagow bittet die Botschaft dringend darum, daß die Griechen in der Türkei vor Verfolgungen geschützt werden, weil Venizelos immer wieder behauptet, die Deutschen stünden hinter dem Ausrottungsprogramm.
1915-11-05-DE-012     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Konsulat Mossul
Der türkische Außenminister habe den Kriegsminister ersucht, so der deutsche Geschäftsträger, die Militärbehörden in Mossul anzuweisen, nichts gegen die dortigen Armenier zu unternehmen.
1915-11-06-DE-002     L. Landgrebe an Botschaft Konstantinopel
Der Unternehmer Landgrebe bittet um Unterstützung, damit jene Armenier zurückkehren können, die Schulden bei ihm haben. Die Botschaft lehnt ab.
1915-11-06-DE-003     Konsulat Adrianopel an Botschaft Konstantinopel
Vermutlich hoffte der Vali von Adrianopel, daß Arutian bereits deportiert sei.
1915-11-06-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Eine militärische Abmachung zwischen Griechenalnd und Bulgarien wäre erwünscht, so Jagow, wenngleich eine Anerkennung der Integrität Griechenlands "bis zum Kriegsende" delikat sei.
1915-11-06-DE-006     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der griechische König sieht in der Einschränkung Jagows, bulgarische Truppen am Eindringen in Griechenalnd nicht zu hindern, wenn Griechenland Truppen Serbiens und der Entente beim Zurückfluten nicht entwaffnet, einen Vertragsbrauch.
1915-11-06-DE-007     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Mirbach empört sich in einem Zusatztelegramm zum Bericht des Militärattachés (1915-11-06-DE-006) nach dessen Gespräch mit Metaxa über die Anmaßungen des greichischen Königs.
1915-11-06-DE-008     Gesandrtschaft Athen (Grancy (Marineattaché)) an Admiralstab der Marine
Bei einer Verfolgung von Ententetruppen in Griechenland durch Bulgarien müsse mit einem Anschluß Griechenlands an die Entente gerechnet werden, so Marine-Attaché Grancy.
1915-11-06-DE-011     Auswärtiges Amt an Botschaft Konstantinopel (Neurath)
Das Auswärtige Amt übermittelt einen Brief des deutschen Arztes Neukirch aus Erzinjian.
1915-11-06-DE-012     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Mordtmann referiert Aussagen der schwedischen Schwester in deutschen Diensten, Alma Johansson, über die Ereignisse in Musch.
1915-11-07-DE-001     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Völliger Schutz Griechenland durch U-Boote kann ncht gewährleitet werden, so Falkenhayn, materielle Unterstützung der U-Boote nicht notwendig, unbeschränkter Aufenthalt in geschützten Buchten aber erwünscht.
1915-11-07-DE-002     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Anders als vom Militärattaché gemeldet werde Bulgarien auf keinen Fall auf Monastir verzichten, auch weil von dort hohe Mazedonier kommen, die wichtige Funktionen in der bulgarischen Regierung einnehmen.
1915-11-07-DE-003     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Griechenland, so Metaxa, werde erneut Schritte zur Neutralisierung der Ententetruppen unternehmen.
1915-11-08-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der deutsche Konsul in Aleppo spricht über die sogenannten Aufstände von Urfa, Suediye und Fundadjak, für die er keine Einwirkungen von außen sieht. Die Deportationen gingen "mit dem schrecklichsten Ergebnis" weiter. Die vielen Leichen hätten Seuchen zur Folge gehabt, was bei der strategischen Bedeutung von Aleppo Folgen habe.
1915-11-08-DE-002     Botschaft Konstantinopel an Generalkonsulat Konstantinopel
Die amerikanische Botschaft beabsichtigt, einen Beamten nach Angora zu schicken, um die Lage der dorthin gebrachten armenisch-russischen Gefangenen zu observieren.
1915-11-08-DE-003     Botschaft Konstantinopel an Konsulat Rodosto
Der Schwager von Haig Efendi, Arutian, könne mit Familie nach Konstantinopel reisen, so der Vali.
1915-11-08-DE-004     Großes Hauptquartier (Gruenau) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn versichert, daß weder deutsche noch bulgarische Truppen Griechenland betreten werden, wenn das Land Schritte unternimmt, die Entententruppen zu neutralisieren.
1915-11-08-DE-005     Großes Hauptquartier (Falkenhayn) an Auswärtiges Amt
Falkenhany legt großen Wert darauf, daß die Verbindung nach Suez durch eine eventuelle Entente-Landung bei Alexandrette nicht gestört wird.
1915-11-08-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Auswärtiges Amt
Talaat habe zugegeben, daß Griechen aus Thrazien zur Auswanderung veranlaßt worden seien. Die Verfolgungen der Griechen in Herakleia habe er, so Neurath, in seiner gegenwart telegraphische untersagt.
1915-11-08-DE-007     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Entente würde sich Entwaffnungsversuchen wiedersetzen, wenn ihre Truppen nach Griechenland abgedrängt würden, und Griechenland sei in dem Fall machtlos.
1915-11-08-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Neurath)
Halil Bey habe erklärt, der Ministerrat habe beschlossen, von weiteren Abschiebungen, insbesondere der Armenier Konstantinopels abzusehen.
1915-11-09-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Neurath)
Zimmermann beschwert sich über eine Veröffentlichung der Allgemeinen Missions-Zeitschrift über die Armenierverfolgung. Dies widerspräche der mit Herrn Schuchardt getroffenen Verabredung, keinen Gebrauch von den diesem überlassenen Berichten zu machen, auf die sich der Artikel teilweise stützt. In ihrem Antwortschreiben berichtet die Botschaft, daß Herr Schuchardt versichert habe, mit der Veröffentlichung nichts zu tun gehabt zu haben, aber annehme, daß die darin verwerteten Berichte auf anderem Wege zu der Zeitschrift gelangt sei.
1915-11-09-DE-002     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel
Haig Efendis Schwager Agop Arutian könne nach Konstantinopel abreisen.
1915-11-09-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Auswärtiges Amt
An der Bahn Odessa-Kiew sei eineSprengng vorgenommen worden.
1915-11-09-DE-004     Gesandtschaft Bern (Romberg) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Romberg hat Nachrichten über die Verteidigung des Suezkanals auf englischer Seite.
1915-11-09-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Auf dem Weg von Erzerum nach Mossul, so der deutsche Geschäftsträger, habe Scheubner-Richter alle früher von Armeniern bewohnten Dörfer leer und zerstört vorgefunden. Lebende männliche Armenier habe er nicht mehr gesehen. Obgleich der Weg für seinen Ritt geräumt worden war, habe der Vizekonsul von Erzerum viele Leichen von Männern, Frauen und Kindern gesehen. Auch die schwedische Schwester Alma Johansson habe berichtet, daß von den Armeniern der Musch-Ebene nichts übrig geblieben sei.
1915-11-10-DE-001     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der bulgarische König befürwortet eine Verständigung mit Griechenland, doch sei Bulgarien, so Militärattaché Massow, nach den militärischen Erfolgen nicht mehr bereit, besondere Zugeständnisse zu machen.
1915-11-10-DE-002     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Rumänien würde sich einem versuchten Durchzug russischer Truppen mit Waffengewalt widersetzen, so Bratianu.
1915-11-10-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Die rumänische Bevölkerung stünde gegen Ungarn und damit gegen die Zentralmächte. Ein russischen Verlangen nach Truppendurchzug würde kategorisch abgewiesen, so Bratianu.
1915-11-10-DE-004     Großes Hauptquartier (Gruenau) an Auswärtiges Amt
Deutschland, so Falkenhayn, hätte zusammen mit Bulgarien das Saloniki-Unternehmen der Entente leicht beenden können. Der Generalstabschef bittet Wilhelm II zu überprüfen, ob die Rücksichtsnahme auf den griechischen König militärisch noch angebracht sei.
1915-11-10-DE-005     Botschaft Madrid (Ratibor) an Auswärtiges Amt
Ein große Operation Englands gegen die Türkei in Kilikien und Syrien stünde bevor, so Prinz Ibrahim Hassan von Ägypten.
1915-11-10-DE-006     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die griechische Regierung habe Schritte zur Neutralisierung von zurückweichenden Ententetruppen eingeleitet, so der griechische König.
1915-11-10-DE-011     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Botschaft Konstantinopel (Neurath)
Bethmann Hollweg weist Neurath an, bei der Hohen Pforte seinen Einfluß zugunsten der Armenier geltend zu machen und sein Augenmerk drauf zu richten, daß die Maßregeln nicht auch noch auf andere Teile der christlichen Bevölkerung ausgedehnt würden.
1915-11-11-DE-001     Max Bachmann an Botschaft Konstantinopel
Der Unternehmer Bachmann erbittet die Freilassung eines Angestellten, die Mordtmann besorgt.
1915-11-11-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Auswärtiges Amt
Außenminister Halil stellt dem deutschen Geschäftsträger die Erwebungen vor, die die Türkei von diesem Krieg erwartet, darunter die griechischen Inseln Lemnos, Imbros und Chios.
1915-11-11-DE-003     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der bulgarische König hätte gern deutsche Truppen in Süd-Mazedonien.
1915-11-11-DE-004     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Griechenland werde der Entente die Benutzung der Eisenbahnen in Süd-Mazedonien nicht gestatten, so Metaxa.
1915-11-12-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die türkische Regierung, so der deutsche Geschäftsträger, wolle auch die Konstantinopeler Armenier deportieren lassen, zumindest vor Beendigung des Kriegs.
1915-11-12-DE-002     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Reichstag (Matthias Erzberger)
Die Reichsregierung werde es als ihre vornehmste Pflicht ansehen, ihren Einfluß dahingehend geltend zu machen, daß christliche Völker nicht ihres Glaubens wegen verfolgt würden.
1915-11-12-DE-003     Deutscher Hülfsbund für christliches Liebeswerk im Orient (Friedrich Schuchardt) an Auswärtiges Amt (Rosenberg)
Der Direktor des Hilfsbundes berichtet, daß er seinem Aufenthalt in Konstantinopel auf Bitten des Leiters des American Board auch zu einem Besuch des amerikanischen Botschafters benutz habe. Über weitere Einzelheiten wie über die von Schwester Alma Johansson berichteten "Ruhmestaten unserer Verbündeten am armenischen Volke" oder über gefälschte Depeschen aus dem Innern wolle er in einem späteren Bericht das A.A. informieren.
1915-11-12-DE-004     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel
Nach Auskunft des Mutesarrifs seien die Deportationen aus Rodosto beendet, der Militärkommandant hingegen wolle sämtliche Armenier deportieren.
1915-11-12-DE-005     Großes Hauptquartier (Gruenau) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn fragt in Sofia nach, unter welchen Bedingungen eine Vereinbarung zwischen Griechenland und Bulgarien getroffen werden könnte.
1915-11-12-DE-006     Gesandtschaft Den Haag (Kühlmann) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Kühlmann analysiert die Rolle der deutschen Orientpolitik und den Einsatz Lord Kitcheners im Mittelmeerraum.
1915-11-12-DE-011     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich)
Der Staatssekretär des Auswärtigen Amts bittet, den beiliegenden Niepage-Bericht zum Anlaß zu nehmen, um bei der Pforte "gegen die grausame Behandlung der Armenier Verwahrung einzulegen". Die Anlage könne nur "mit Vorsicht verwendet werden", notiert Mordtmann.
1915-11-12-DE-012     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Deutsche Evangelischen Missions-Hilfe (A. W. Schreiber)
Bethmann Hollweg versichert dem Direktor der Deutschen Evangelischen Missions-Hilfe, Schreiber, alles zu tun, was in seiner Macht stünde, um den Sorgen Rechnung zu tragen.
1915-11-12-DE-013     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Von der Goltz hatte ursprünglich Befehl gegeben, gegen die Christen vorzugehen, die sich im Verein mit Armeniern zwischen Mardin und Midiat verschanzt hatten. Konsul Holstein hatte gewünscht, daß Scheubner-Richter an den Verhandlungen teilnehme, aber Goltz wünschte nicht, daß sich deutsche Offiziere in diese internen Angelegenheiten einmischten.
1915-11-13-DE-001     Pfarrer Strahl an Botschaft Konstantinopel
Alle Protestanten würden aus Eskischehir ausgewiesen werden, meldet Pfarrer Strahhl. Das widerspreche dem Zirkularerlaß der Regierung, so Mordtmann.
1915-11-13-DE-002     Konsulat Smyrna (Humbert) an Botschaft Konstantinopel
Kontroverse um die vorsorgliche Verpfändung des Warenlagers der Firma Avédikian Frères in Smyrna.
1915-11-13-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Auswärtiges Amt
Auf Anrregung seines deutschen Stabschef beschwert sich Enver über geringe Vertrauenswürdigkeit von Bulgaren und Griechen - mit dem Ziel, Enver solle zu den Punkten gezwungen werden, Farbe zu bekennen. Jagow hält das für wenig opportun.
1915-11-13-DE-004     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Bussche über die möglichen Folgen eines Durchmarsches russischer Truppen durch Rumänien.
1915-11-14-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Wolff-Metternich besprach mit dem bulgarischen König und Radoslawoff die Lage auf dem Balkan. der bulgarische König verlangte - ebenso wie Wilhlem II - die Vernichtung Serbiens, während Wolff-Metternich für einen zwar verkleinerten, aber intakten serbischen Staat plädierte, dem er sogar den Zutritt zur Adria zugestehen wollte.
1915-11-14-DE-002     Gesandrtschaft Athen (Falkenausen) an Generalstab des Feldheeres
Militärattaché Falkenhausen teilt dem Generalstab die Ideen des griechischen Königs mit, den Krieg auf dem Balkan in deutschem Interesse zu führen, ohne griecischen Boden zu betreten.
1915-11-14-DE-003     Gesandtschaft Bern (Berchem) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
In den Kreisen der Entente, so Jesuitengeneral Graf Ledochowski, gäbe es keine ernsthafter Friedensströmung
1915-11-15-DE-002     Großes Hauptquartier (Jagow) an Auswärtiges Amt
Wenn Ententetruppen sich über die griechische Grenze zurückzögen, gelte die Haager Konvention, so Skuludis gegenüber dem französischen Gesandten. Als Griechenland anderntag auf seiner Neutralität beharrte, hätten die wirtschaftlichen Repressalien begonnen.
1915-11-15-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn sei, so Treutler, sehr vom bulgarischen Abgesandten im Großen Hauptquartier, Gantschew, beeinflußt. In Wahrheit wolle Bulgarien Krieg mit Griechenland und Falkenhayn neige dazu, die Interessen Griechenlands zu vernachlässigen. Für Treutler ist das Ziel der deutschen Balkanpolitik, den Weg nach Sofia und damit Konstantinopel zu beherrschen, bereits erreicht. Alle Gebietswünsche der Bulgaren, Griechen und Türken sollten auf der Friedenskonferenz gelöst und nicht heute schon präjudiziert werden.
1915-11-15-DE-004     Konsulat Saloniki (Walter) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Konsul Walter gibt einen genauen Überblick über die Entente-Truppen und ihre Tätigkeiten in Saloniki.
1915-11-16-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der von den Türken lancierten Darstellung der "Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" stellt der deutsche Konsul in Aleppo seine Darstellung gegenüber, die auf Zeugenaussagen beruhe. Danach seien die Kämpfe in Urfa reine Abwehrkämpfe der Armenier gewesen, die sich keineswegs der Stadtteile der Moslems bemächtigt und diese niederzumetzeln begonnen hätten.
1915-11-16-DE-002     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Rößler übersendet einen Augenzeugenbericht über die Etappenstraße von Aleppo nach Deir-es-Zor, die durch Flecktyphus verseucht sei. Der deutsche Oberstabsarzt Dr. Schacht, der den Flußweg benutzt habe, schreibe ihm aus Deir-es-Zor: "Ich habe unterwegs viel Böses gesehen. Es ist schon wahr, was man erzählt hat."
1915-11-16-DE-003     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Der amerikanische Missionar Leslie, meldet Rößler, habe sich das Leben genommen.
1915-11-16-DE-004     Botschaft Konstantinopel an Konsulat Aleppo
Der Arzt Boghossian habe Genehmigung zur Rückkehr erhalten. Konsul Rößler solle sie betreiben.
1915-11-16-DE-005     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich)
Zwar soll der K.u.K. Botschafter Markgraf Pallavicini einen Befehl erwirkt haben, den Armenier Agopovich als Konsulatagent in Rodosto zu belassen, doch die Lokalregeirung versucht weiterhin, Agopovich loszuwerden, weil er seiner Regierung "angenehm" sein möchte.
1915-11-16-DE-006     Konsulat Rodosto (Ziemke) an Generalkonsultat Konstantinopel (Daehnhardt)
Nach den Armeniern, deren Deportationen derzeit gestoppt sind, sollen vermutlich die Griechen ausgewiesen werden.
1915-11-16-DE-007     Botschaft Konstantinopel an Türkisches Außenministerium
In einem Memorandum bittet die deutsche Botschaft darum, der Deutsch-Levantinischen Baumwoll-Gesellschaft in Adana die Immobilien jener deportierten Armenier anzubieten, die Schulden bei der deutschen Firma haben, damit sie durch deren Verkauf einen Teil der Außenstände hereinholen kann.
1915-11-16-DE-008     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Meutereien im englischen Heer hätten einen englischen Sieg bei Kut verhindert.
1915-11-17-DE-001     Konsulat Damaskus (Loytved Hardegg) an Botschaft Konstantinopel
Zwei Bandenführer seien in Damaskus wegen Mißhandlung und Beraubung der Armenier gehängt worden, meldet Konsul Loytved und stellt anheim, „diese politisch geschickte Maßnahme von Djemal Pascha“ in der deutschen Presse zu verwerten.
1915-11-17-DE-002     Deutsche Bank Filiale Konstantinopel an Botschaft Konstantinopel
Die Deutsche Bank benennt Vertreter an den verschiedenen Orten, um ihre Interessen gegenüber den Liquidationskommissionen wegen der armenischen Vermögenswerte zu vertreten und bittet die Botschaft um Unterstützung durch die Konsulate. Die Botschaft fordert ihre Konsuln dazu auf.
1915-11-17-DE-003     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die Besitztümer der deutschen Orientmission, so Rößler, seien zwar unbeschädigt, das armenische Personal aber sei deportiert worden. Der deutsche Geschäftsträger Neurath berichtet über die Ereignisse in Urfa anhand einer Aufzeichnung des Leiters der Nachrichtenstelle für den Orient, Baron von Oppenheim, der sich auf Aussagen des deutschen Artillerie-Offiziers Wolffskeel beruft. Für die armenischen Angestellten und Pfleglinge der deutschen Anstalten seien keine Ausnahmen von der Deportation zu erlangen. Weil die Armenier Urfas "besonders belastet erscheinen", habe er von einer Demarche bei Enver abgesehen.
1915-11-17-DE-004     Konsulat Aleppo (Rüßler) an Botschaft Konstantinopel
Diakon Jacob Kuenzler aus Urfa berichtet über jene Armenier in seiner Obhut, die deportiert worden sind.
1915-11-17-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn lehnt den Plan des griechischen Königs ab, das Kriegsgebiet zu beschränken und bietet eine militärische Defensivkonvention an.
1915-11-17-DE-006     Gesandtaschaft Den Haag (Kühlmann) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Kühlmann referiert eine Debatte im englischen Unterhaus.
1915-11-18-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel
Begleitschreiben zu Abschriften von zwei Schriftstücken, dem von Böttrich unterschriebenen Kommissionsbeschluß über die "Entfernung der armenischen Bahnangestellten" und die Stellungnahme des stellvertretenden Direktors der Gesellschaft dazu.
1915-11-19-DE-002     Deutsche Evangelischen Missions-Hilfe (August Wilhelm Schreiber ) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Schreiber bedankt sich für die Rückgabe des Entwurfs einer Antwort Bethmann Hollwegs auf eine Eingabe.
1915-11-19-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Der bulgarische König moniert, daß Deutschland die Bulgaren gehindert hätten, Doiran und Gewgeli zu besetzen, wozu die Bulgaren, so Treutler, damals wohl noch nicht in der Lage gewesen wären. Ferner informiert Treutler das AA über die Intrigen des Sofioter Militärattachés Ewald von Massow, der selbst gern Gesandter werden würde.
1915-11-19-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhany habe Massow geraten, sich nicht gegen den Gesandten Michahelles zu stellen.
1915-11-19-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
AA-Chef Halil habe gegenüber dem österreichischen Botschafter Grenzberichtigungn in Thrazien gefordert, die Palavicini und Metternich ablehnten.
1915-11-19-DE-006     Gesandtschaft Bern (Romberg) an Auswärtiges Amt
Entente erwartet Italiens Kriegserklärung an Deutschland.
1915-11-19-DE-007     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Falls es Griechenland nicht gelingt, die Entente zum Abzug aus Saloniki zu bewegen, wäre die Verfolgung von Ententetruppen nach Griechenland hinein durch deutsche Truppen noch zu tolerieren, nicht aber durch bulgarische.
1915-11-19-DE-008     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der Vizekonsul von Dedeagatsch berichtet über die Zerstörung der Stadt durch Bombardement von Ententeschiffen und Flugzeugen.
1915-11-20-DE-002     Deutscher Reichstag (Matthias Erzberger) an Auswärtiges Amt (Rosenberg)
Erzberger bittet dafür zu sorgen, daß sich verfolgte armenische Patres nach Wien zurückziehen dürfen. Der Abt-Primas der Benediktiner habe gebeten, bei der türkischen Regierung die Erlaubnis zur Rückreise nach Wien für die zehn Patres zu erwirken, die Armenien verlassen mußten und sich z.Z. in Pera aufhalten. Mordtmann notiert, daß es sich wohl um die Patres aus Erzerum handeln würde. In seiner Antwort weist die Botschaft darauf hin, daß für diese Patres bereits die Erlaubnis zur Rückreise erlangt wurde. Sollte es sich allerdings um die Mechitaristen handeln, käme für sie eine Rückkehr nach Wien nicht in Betracht, da sie zu dem Benediktinerkloster in Venedig gehörten.
1915-11-20-DE-003     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Neurath)
Schon ein Anschneiden der Kavalafrage seitens der Türkei würde Griechenland in die Armee der Entente treiben, so Zimmermann.
1915-11-20-DE-004     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Ein russischer Durchmarsch durch Rumänien würde auf bewaffneten Widerstand stoßen, so der rumänische König
1915-11-20-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn neigt eindeutig Bulgarien zu, das AA und auch der Kanzler drängen ihn, auch griechische Interessen zu berücksigtigen.
1915-11-21-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Begleitschreiben Neuraths zu zwei nicht in den Akten nicht befindlichen Schreiben des Syrischen Patriarchen von Antiochien, worin dieser den Erzbischof von Köln und den päpstlichen Nuntius in München bittet, sich bei der deutschen Regierung dafür einzusetzen, daß diese sich bei der Pforte für ihn, seinen Klerus und seine Gemeinde verwendet. Neurath befürwortet eine solche Verwendung nicht, da sie den Christen seiner Meinung nach eher schaden als nützen würde.
1915-11-21-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Ein Bittgesuch für zwei armenische Schwestern der Eisenbahnschule in Eski-Schehir wird vom Innenministerium abgelehnt.
1915-11-21-DE-003     Konsulat Erzerum (Schulenburg) an Botschaft Konstantinopel
Konsul Schulenburg half einer Gruppe Wiener Mechitaristen.
1915-11-21-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
England brauche noch drei Jahre, um zu siegen, so Kitchener. Den griechischen König bretachte die Entente als Deutschen.
1915-11-21-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der griechische König hat Kitchener gesagt, daß Ententetruppen, die auf griechisches Gebeit ausweichen, nicht mehr an militärischen Operationen teilnehmen dürften und abziehen müßten. Würde die Entente Gewalt gegen Griechenland anwenden, würde er deutschen Truppen freie Handgeben.
1915-11-21-DE-006     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Bulgarische Truppen, so der griechische König, dürften auf keinen Fall in Griechenland einrücken.
1915-11-21-DE-007     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Die Bulgaren stünden in schwerem Kampf um Monastir. Das sei nicht der Augenblick, so Falkenhany, über die Besitzverhältnisse der Stadt zu sprechen.
1915-11-21-DE-008     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die englische Gesandtschaft in Athen verhängt Wirtschaftssanktionen, die sie nur bei bestimmten Zusagen wieder aufheben werde.
1915-11-21-DE-009     Konsulat Alexandrette (Hoffmann-Fölkersamb) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die Stadt Alexandrette sei weitgehend geräumt, so Konsul Hoffmann.
1915-11-22-DE-001     Deutscher Hülfsbund für christliches Liebeswerk im Orient (Friedrich Schuchardt) an Auswärtiges Amt (Rosenberg)
Schuchardt übersendet Rosenberg zwei Augenzeugenberichte und teilt ihm mit, daß er die beiden Anlagen Mordtmann zu den Akten gegeben habe.
1915-11-22-DE-002     Nicolai an Auswärtiges Amt
Der Rechtsanwalt Nicolai bittet darum festzustellen, ob die deutsche Regierung "an einer gerechten Behandlung und wohlwollenden Förderung der in der Türkei lebenden Armenier aus außerpolitischen und innerpolitischen Gründen ein großes Interesse hat".
1915-11-22-DE-004     Konsulat Erzerum (Schulenburg) an Botschaft Konstantinopel
Mechitaristen und Schwestern aus Erzerum sind abgereits und in Kaissarie gut angekommen.
1915-11-22-DE-005     Deutsche Bank (Schultz) an Außenministerium (Jagow)
Die Deutsche Bank legt ihre Bedenken gegen das Enteignungsgesetz vor und bittet den Staatssekretär des Äusseren, über die Botschaft Druck auf die türkische Regeirung auszuüben, was der auch versucht.
1915-11-22-DE-006     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der griechische König fragt Wilhelm II, ob bei einer Demobilisierung der griechischen Truppen Deutschland garantieren könne, daß Bugarien Griechenland nicht angreifen würde.
1915-11-23-DE-001     Konsulat Erzerum (Schulenburg) an Botschaft Konstantinopel
Es habe sich keine Persönlichkeit gefunden, die die deutschen Forderungen gegen die deportierten Armenier in Erzerum vertreten kann.
1915-11-23-DE-002     Admiralstab der Marine (Koch) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Der griechische Generalstab fragt an, ob Deutschland bei Bedrohung der griechischen Küste Minen und Untereseeboote zur Verfügung stellen kann. Deutschland sagt teilweise zu.
1915-11-23-DE-003     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Entente versuche, Griechenland in den Krieg gegen die Zentralmächte zu treiben. König droht mit Demobilisierung.
1915-11-23-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Entente überreichte eine Kollektivnote, in der sie Sicherheit für die Ententetruppen verlangt und widrigensfalls mit einem Handelsboykott droht.
1915-11-24-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Neurath) an Auswärtiges Amt
Konsulat Mossul meldet, daß Angelegenheit der Aufständischen sich erledigt habe. In Saudschubak seien Armenier und Nestorianer eingerückt.
1915-11-24-DE-002     Großes Hauptquartier (Treutler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der Kaiser rät dem König von Griechenland von der Demobiliserung ab, weil davon nur die Entente profitiere.
1915-11-24-DE-003     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Entente verlangt alle Bewegungsfreiheiten für ihre Truppen und erhält sie pratisch auch.
1915-11-24-DE-004     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Die ängstlichen Könige Griechenlands und Bulgariens wünschen in Notzeiten eine Verständigung, von der Bulgarien aber sofort abrückt, wenn sich militärische Erfolge einstellen.
1915-11-25-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Djemal wünsche der Bagdadbahn wieder die armenischen Arbeiter zu verschaffen, der Innenminister sei jedoch dagegen, so Djemals Stabschef Kress von Kressenstein.
1915-11-25-DE-002     Graf Lüttichau an Johannes Mordtmann
Eine protestantische Armenierin bittet den Botschaftsprediger Graf Lüttichau um Hilfe zur Rückkehr ihrer Verwandten.
1915-11-25-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Wenn Griechenland die Ententetruppen beim Rückzug neutralisiert, werden weder bulgarische noch deutsche Tuppen das Land zu betreten brauchen, so Falkenhayn.
1915-11-25-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Bagdad wäre beinahe eingenommen worden.
1915-11-25-DE-005     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Rumänien soll den Russen den Durchmarsch nicht gestattet haben.
1915-11-25-DE-006     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Bratianu eregte sich, weil Österreich-Ungarn, unter Hinweis auf einen russischen Transport, die Donau auch dort mit Kriegsschiffen befahren will, wo beide Seiten rumänisch seien.
1915-11-25-DK-001     Gesandtskabet Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Der Bericht publiziert die Übersetzung des zusätzlichen Enteignungsgesetzes vom 26. September 1915 und analysiert das Gesetz. Untersucht werden die möglichen Folgen des Enteignungsgesetzes für dänische und andere ausländische Firmen, die Forderungen gegen armenische Geschäftspartner haben, sowie die Möglichkeiten, diese Forderung über türkische Liquidierungskommissionen einzutreiben.
1915-11-26-DE-001     Konsulate Erzerum (Schulenburg) an Botschaft Konstantinopel
Die Banque Ottomane in Erzerum weigere sich auf Befehl aus Konstantinopel, Forderungen der deutschen Orientbank gegenüber dem in der Kirche gelagerten Eigentum armenischer Deportierter zu vertreten.
1915-11-26-DE-002     Richard Müller an Botschaft Konstantinopel
Seine Verwandten seien auf Anordnung des Innenministeriums von der Deporation befreit, meldet Eisebahnschullehrer Richard Müller aus Eski-Schekir.
1915-11-26-DE-003     Bulgarische Gesandtschaft Konstantinopel (Koloucheff) an Botschaft Konstantinopel
Der bulgarischwe Gesandte erbittet die Reiseerlaubnis für einen Armenier zu seiner deutschen Verlobten nach Berlin.
1915-11-26-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Enver habe nichts über Verhandlungen mit Griechenland oder Bulgarien verlauten lassen, so Falkenhayn.
1915-11-26-DE-006     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Enver stellte Deutschland die türkische Armee zur Verfügung, um mit einem Schlag Frankreich oder Russland zu besiegen.
1915-11-26-DE-007     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn dränt auf Abtransport zweier Divisionen nach Sysrien.
1915-11-26-DE-008     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Ententekreise sind überzeugt, daß russische Truppen durch Rumänien nach Serbien marschieren werden. Italien ist mit der englisch-französischen Balkanexpedition nicht einverstanden.
1915-11-26-DE-009     Botschaft Konstantinopel (Humann) an Admiralstab der Marine
In Saloniki soll es ernste Meinungsverschiedeneheiten unter den Ententegeneralen geben. Die Türkei erwartet als Lohn für den Krieg Gebietserweiterung in Europa.
1915-11-27-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Metternich bittet um Weiterleitung eines Telegramms eines Pfarrers Kunze aus Beirut an Lepsius, der fragt, was Lepsius unternehme, um die Vernichtung des armenischen Volkes zu verhindern. Die Zensurbehörde lehnte Weitergabe des Telegramms an Lepsius ab.
1915-11-27-DE-002     "Nordeutsche Allgemeine Zeitung"
Antwort Bethmann Hollwegs auf die Eingabe der Vertreter der evangelischen Kirche.
1915-11-27-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Über zwei Vertreter bat der armenische Patriarch in Konstantinopel um Hilfe der Botschaft, um der Vernichtung der Armenier "Einhalt zu bieten".
1915-11-27-DE-004     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Büge erbittet Klärung der Schutzfunktion für die in den an Bulgarien gefallenen Gebieten lebenden Armenier.
1915-11-27-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Schilderung der Truppenlandungen und griechischen Proteste.
1915-11-27-DE-006     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Entente verlangt von Griechenland praktscih volle Verfügungsgewalt. Falkenhayn rät zu lautem, öffentlichen Protest besonders in der US-Presse. Wenn England sich in Saloniki festsetze wie in Gibralta sei das für Deutschland unannehmbar.
1915-11-27-DE-007     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Originalfassung der Ententeforderungen.
1915-11-27-DE-008     Gesandtschaft Athen (Grancy (Marineattaché)) an Admiralstab der Marine
Griechenland wird zurückweichende Ententetruppen weder entwaffnen noch internieren. Von Deutschland erhofft sich der König, daß dessen Truppen nicht nachrücken, wenn Ententetruppen nach Griechenland ausweichen.
1915-11-27-DE-009     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Bericht Wolpmanns über Saloniki, Kavalla und Doiran.
1915-11-27-DE-010     Gesandtschaft beim Heiligen Stuhtl (Mühlmann) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der Vatikan glaubt, daß es von Vorteil ist, daß Deutschland auf Ansprüche in Albanien verzichtet.
1915-11-28-DE-001     Deutscher Reichstag (Matthias Erzberger) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Erzberger bittet erneut, sich für die Patres der Benediktiner einzusetzen.
1915-11-28-DE-002     Generalkonsulat Konstantinopel (Ziemke) an Botschaft Konstantinopel
Der neue Mutessarif von Rodosto bemühe sich, so Vizekonsul Ziemke, sowohl die Muhadjirs aus den an Bulgarien abgetretenen Gebieten als auch die aus den Grenzgebieten vertriebenen Griechen gut unterzubringen. Er habe die Anweisung, den Griechen entgegenzukommen.
1915-11-28-DE-003     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Nur deutsche und österreich-ungarische, aber keinesfalls bulgarische Truppen dürften die Ententetruppen vertreiben, verlangt der griechische König - dessen Haltung Jagow eine "Illusion" nennt.
1915-11-28-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Athen
Wenn Griechenland der Ententen Atkionsfreiheit im Land gewährt, so Jagow, müsse das für Deutschland auch gelten.
1915-11-28-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärriges Amt
Nachdem die Türken die Schlacht um Bagdad schon verloren gegeben hatten, zogen sich die Engländer unter hohen Verlusten zurück.
1915-11-28-DE-006     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Metaxa will der Entente mit dem Eingreifen Bulgariens in Mazedonien drohen, bittet Deutschland aber, einen solchen Angriff zu verhindern.
1915-11-29-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich)
Der Staatssekretär des Auswärtigen Amts bittet seinen Botschafter in Konstantinopel, bei der Pforte vorstellig zu werden. Es sei nicht im Interesse der Türkei, sich eines für die Wirtschaft des Landes wichtigen Bevölkerungsteils zu berauben. Außerdem erwarte die deutsche Regierung, daß die Türkei den Gerüchten entgegenträten, Deutschland habe die Türkei zu den Armenierverfolgungen angestiftet.
1915-11-29-DE-002     Deutsch-Armenische Gesellschaft (Johannes Lepsius) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der Vorsitzende der Deutsch-Armenischen Gesellschaft übermittelt dem Reichskanzler eine Nachricht des armenischen Komitees in Sofia, nach der die Deportation der Armenier Konstantinopels begonnen habe.
1915-11-29-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Begleitbrief.
1915-11-29-DE-004     Konsulat Alexandrette (Hoffmann) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Nunmehr würden auch die Witwen und Waisen der armenischen Soldaten verschickt. Diese Maßnahme würde allgemein als unnötige Grausamkeit empfunden, weil die Deportierten umkommen würden. Selbst nichtarmenische Christen würden annehmen, daß Deutschland "diesen Auswüchsen" zustimme.
1915-11-29-DE-005     Gesandtschaft Bukarest (Bussche-Haddenhausen) an Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich)
Der deutsche Gesandte bittet um eine Besuchserlaubnis eines Armeniers aus Konstantinopel für seine kranke Mutter, der diese aber ablehnt.
1915-11-29-DE-006     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der griechische König zeigt sich enttäuscht von der deutschen Reaktion auf die griechische Antwort gegenüber der Ententen und deren Forderungen.
1915-11-29-DE-007     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Athen (Mirbach)
Der griechische König gäbe sich Illusionen hin, wenn er nur deutsche Truppen als Verfolger von Truppen der Entente akzeptiert. Deutschland habe gar nicht mehr genügend Truppen in Serbien und die Bulgaren würden sich kaum abhalten lassen.
1915-11-29-DE-008     Großes Hauptquartier (Gruenau) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn fordert Griechenland auf, energisch gegen die Erpressung der Entente zu protestieren, seine Truppen aus Saloniki zurückzuziehen, aber nicht zu demobilisieren.
1915-11-30-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Begleitbrief zu Zeugenberichten. Er habe in den letzten Monate häufig dergleichen Berichte gehört, schreibt Rößler, aber dazu geschwiegen, weil er keine glaubwürdigen Zeugen gehabt hätte. Das sei nun mit Manukian anders, "der wohl als einwandfreier Zeuge gelten" könne.
1915-11-30-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel
AA-Unterstaatssekretär Zimmermann erkundigt sich nach dem Befinden der Deutschen in den Missionsanstalten.
1915-11-30-DE-003     Mission Mamuret-ul-Aziz (Johannes Ehmann) an Botschaft Konstantinopel
Missionsleiter Ehmann bittet die Botschaft um weitere Unterstützung, die ihm zugesagt wird.
1915-11-30-DE-004     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Enver möchte Griechenland in den Krieg gegen die Entente hineinziehen, ist aber nur bereit, dafür Albanien anzubieten. Jagow hält eine griechische Neutralität für die beste Lösung und bittet, Envers Forderung zwar nicht abzulehnen, aber auf Eis zu legen.
1915-11-30-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Türkisches Presseecho auf die griechische Antwort auf die Entente-Note.
1915-12-01-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Treutler)
Die von Bulgarien bei einer Blockade der Entente möglicherweise gelieferten Getreidemengen reichten bei weitem nicht aus.
1915-12-01-DE-002     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Die Verbündeten Deutschland, Österreich-Ungarn und Bulgarien würden von griechischem Territorium aus angegriffen, so Falkenhayn, und sich deshalb gemeinsam verteidigen. Sie würden aber die Integrität und die Hoheitsrechte Griechenlands schon deshlab beachten, weil die Trupen unter deutschem Oberbefehl stünden.
1915-12-01-DE-003     Generalstab des Feldheeres (Falkenhayn) an Gesandtschaft Athen (Falkenhausen)
Deutsche wie Bulgaren würden die griechische Neutralität achten, so Falkenhayn.
1915-12-01-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Gesandtschaft Athen (Mirbach)
Durch fortgesetztes Nachgeben habe sich Griechenland, so Jagow, selbst in seine schwierige Lage begeben.
1915-12-01-DE-005     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn sieht es als normal an, daß auch bulgarische Truppen die Ententetruppen verfolgen, garantiert aber die griechische Integrität.
1915-12-01-DE-011     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich)
Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt bittet Wolff-Metternich darum, zwischen den Christen syrischer Konfession Mardins und Midiats, die sich in die Berge zurückgezogen hätten und den Türken zu vermitteln. Der deutsche Botschafter antwortet, daß die Schwierigkeiten auf Vermittlung des Freiherrn von der Goltz behoben seinen.
1915-12-02-DE-001     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
In Adana lehnen die türkischen Behörden jede Intervention des Konsulats zugunsten deutscher Forderungen ab. Gegen protestierende deutsche Bankangestellte werden Strafverfahren eingeleitet.
1915-12-02-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Die Türkei ist wirtschaftlich am Ende und verlangt von Deutschland höhere Subsidien. Die Bagdadbahn steht durch die türkische Kriegsführung vor dem Ruin.
1915-12-03-DE-001     Deutscher Hülfsbund für christliches Liebeswerk im Orient (Friedrich Schuchardt) an Auswärtiges Amt
Schuchardt macht auf die Zwangislamisierungen in Anatolien aufmerksam und bittet um Intervention der deutschen Regierung.
1915-12-03-DE-002     Konsulat Saloniki (Walter) an Auswärtiges Amt
Kitchener habe die Besetzung Salonikis befohlen
1915-12-04-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Bericht über die Deutschen in Urfa.
1915-12-04-DE-002     Auswärtiges Amt an Botschaft Konstantinopel
Nach Mitteilung des armenischen Komitees in Sofia sollen nunmehr auch die Armenier Konstantinopels vertrieben werden. Zimmermann bittet um "nachdrückliche" Vorstellen, wenn die Nachricht zutreffe.
1915-12-04-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Es sei wichtiger, daß Griechenland neutral bleibe als auf Seiten der Zentralmächte in den Krieg einzutreten. Der Gefechtswert der griechischen Armee, so Falkenhayn, sei sehr gering.
1915-12-04-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach-Harff) an Botschaft Konstantinopel
Der Griechische General Petalas erkundigt sich nach dem Verbleiben de Familie Photios Exarchos
1915-12-04-DE-006     Gesandrtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Der bulgarische König sorgt sch um die Lage in Griechenland.
1915-12-04-DE-007     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Viele türkische Soldaten erfrieren an den Dardanellen und laufen deshalb zum Feind über. Liman fordert aus Deutschland 150000 Uniformen und Schuhwerk.
1915-12-04-DE-008     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Die Engländer ziehen sich in Mesopotamien zurück.
1915-12-05-DE-001     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Den Schwenk deutscher Truppen in Serbien hatten die Griechen als einen Angriff auf das Moravatal gehalten. Mit einem Abzug deutscher Truppen für einen anderen Kriegsschaupatz hatten sie nicht gerechnet. Jetzt wächst die Furcht vor einem Einmarsch bulgarischer Truppen noch mehr.
1915-12-05-DE-002     Konsulat Saloniki (Walter) an Auswärtiges Amt
Saloniki soll besetzt werden, so Konsul Walter.
1915-12-05-DE-011     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich)
Nach Mitteilungen des armenischen Komitees in Sofia habe nun auch die Ausweisung der Armeniern Konstantinopels begonnen. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amts bitte um nachdrückliche Vorstellungen.
1915-12-06-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die militärischen Aktionen in Urfa seien beendet, die Lage der Mission gut.
1915-12-06-DE-002     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Metternich solle Lossow einbeziehen, wenn es um militärische Angelgeneheiten geht und sich nicht auf Österreichs Militärattaché Pomiankowski verlassen, von dem Falkenhayn nichts hält.
1915-12-06-DE-003     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Auf Dauer sei nicht zu verhindern, so Falkenhayn, daß bulgarische Truppen in Griechenland (Mazedonien) einmarschieren
1915-12-06-DE-004     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Die Entente provoziere regelrecht einen Angriff der Zentralmächte auf Griechenland, so Falkenhayn, bei dem die bulgarischen Truppen schon wegen der Stärkeverhältnisse nicht ausgeschlossen werden könnten.
1915-12-06-DE-005     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Die Einnahme von Monastir habe in Sofia großen Jubel ausgelöst.
1915-12-06-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Wandel berichtet, wie die türkische Tageszeitung "Tasfiri Efkiar," ein Organ Talaat Beys und der türkischen nationalistisch-chauvinistischen Bewegung, auf ein Gesetz drängt, nach dem Türkisch die einzig anerkannte Sprache für die Verwaltung bestimmter Schlüsselgesellschaften und im besten Fall aller Gesellschaften im Reich wird. Die Ziele des vorgeschlagenen Gesetzes seien, wie Wandel glaubt, absolut unrealistisch und basierten auf der falschen Prämisse, durch sprachliche und ökonomische "Säuberung" den "ausländischen" Einfluß im Reich zu beschränken und Platz für Türken und Muslime in den Firmen zu schaffen.
1915-12-07-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Er habe wegen der Deportationen mit den führenden türkischen Politikern "eine äußerst scharfe Sprache" geführt, schreibt der deutsche Botschafter an den Reichskanzler, glaube aber, daß Proteste nichts nutzen und türkische Ableugnungen, daß keine Deportationen mehr vorgenommen würden, wertlos seien. "Um in der Armenierfrage Erfolg zu haben, müssen wir der türkischen Regierung Furcht vor den Folgen einflößen", fordert er und formuliert einen möglichen Artikel in der "Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", in dem auf die Bemühungen der Deutschen hingewiesen werde, die Abstellung der Maßnahmen zu verlangen. Die deutsche Presse solle ihren Unmut über die Deportationen äußern, so sein Vorschlag, und "mit Lobhudeleien der Türken aufhören". Denn die Leistungen der Türkei seien in Wahrheit deutsche Leistungen, "ohne unsere Hülfe fällt der geblähte Frosch in sich zusammen". AA-Unterstaatssekretär Zimmermann notiert, eine Veröffentlichung sei wohl notwendig, aber zu mildern. Staatssekretär Jagow mahnt, namentlich den Schluß des Artikels freundlicher für die Türkei zu halten. Kanzler Bethmann Hollweg lehnt alles ab. Einziges Ziel sei es, die Türkei "bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig, ob darüber Armenier zu Grunde gehen oder nicht."
1915-12-07-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Metternich teilt mit, daß die Austreibung von Armeniern aus Konstantinopel entgegen früherer Versprechungen der türkischen Regierung in mäßigem Umfang stattfindet.
1915-12-07-DE-003     Botschaft Konstantinopel an Konsulat Adrianopel
Der Vizekonsul solle sich in "nicht amtlicher Form" für einen armenischen Firmanangehörigen einsetzen. Alle Armenier würden ausgewiesen, ob sie verdächtig seien oder nicht, informiert die Botschaft die Firma.
1915-12-07-DE-004     Wiener Bank-Verein Filiale Konstantinopel an Botschaft Konstantinopel
Der Wiener Bank-Verein bedankt sich für die Waren-Liste as Erzerum.
1915-12-07-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Er bespräche militärische Fragen stets mit Lossow, so Metternich.
1915-12-07-DE-006     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Bratianu wies entschieden zurück, daß Russland um Truppendurchzug gebeten habe.
1915-12-07-DE-007     Großes Hauptquartier (Treutler) an Auswärtiges Amt
Falkenhayn habe vier Divisionen aus Serbien an die Donau beordert, um gegen Rumänien gerüstet zu sein. Deshalb sei es unmöglich, daß nur deutsche Truppen in Griechenland einrückten.
1915-12-07-DE-008     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Griechische Grenztruppen hätten Befehl, auf bulgarische Truppen zu schießen, wenn die die Grenze übertreten würden, nicht aber auf deutsche und österreichische.
1915-12-08-DE-001     Botschaft Konstantinopel
Roupen Tschilinguirian sei am 15. August überfallen worden und sein Tod sei durch eine Schußwunde eingetreten.
1915-12-08-DE-002     Konsulat Smyrna (Humbert) an Botschaft Konstantinopel
Der Berliner Bruder Avedikians gibt der Deutschen Bank zu bedenken, daß durch die Übertragung des Warenlagers das Misstrauen der Türken erweckt werde.
1915-12-08-DE-003     Grossenhainer Webstuhl- und Maschinen-Fabrik an Botschaft Konstantinopel
Das deutsche Unternehmen „Grossenhainer Webstuhl- und Maschinen-Fabrik“ versucht über die Botschaft Auskunft über den Verbleib der Familie ihres Mitarbeiters Oundjian und deren Vermögen zu bekommen.
1915-12-08-DE-004     Willy Seegers an Botschaft Konstantinopel (Schmidt)
Willy Seegers appelliert an den Botschaftsdragoman Schmidt, seine deportierten Verwandten zu finden und zurückzuholen. Konsul Rößler kann nur den Tod der Schwiegermutter melden.
1915-12-08-DE-005     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Bulgarien regt die Absteckung einer neutralen Zone zwischen griechischem und bulgarischem Gebiet an.
1915-12-08-DE-006     Colmar von der Goltz an Oberste Heeresleitung
Die Engländer hätten sich nach Kut el Amara zurückgezogen, so der deutsche Heereführer Colmar von der Goltz aus Bagdad.
1915-12-08-DE-007     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
König Konstantin berichtet dem Kaiser, daß die Entente-Führer entgegen ihren vorherigen Aussagen nunmehr bebsichtigen, Saloniki als Operationsbasis einzurichten.
1915-12-09-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der deutsche Botschafter berichtet, er habe mit dem Großwesir "die Armenierfrage in ernster Weise" besprochen und auch die Gerüchte besonders in Anatolien, die Deutschen würden die Armenierverfolgungen begünstigen. Der Großwesir habe darauf hingewiesen, ganze Distrikte seien zum Aufstand organisiert gewesen. Djemal, der, so Metternich "auch zu den Türken gehört, die sich schämen", habe für die Armenier aber gewisse Erleichterungen verlangt, so dürften die Armenier in Aleppo in der Nähe bleiben und die bei der Bagdadbahn beschäftigten Armenier seien von der Deportation zurückgerufen.
1915-12-09-DE-002     Deutsche Evangelische Missions-Hilfe (August Wilhelm Schreiber) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Begleitbrief zum Artikel der Warte über die Erklärung Bethmann Hollwegs zur Frage der Deportationen.
1915-12-09-DE-003     Willy Seeger an Botschaft Konstantinopel
Schriftwechsel zwischen Willy Seeger, der Botschaft, dem Innenministerium und dem Konsulat Aleppo, um nach dem Tod der Eltern während der Deportation den beiden Schwägerinnen von Seeger die Reise nach Konia zu erlauben, dem das Ministerium zugestimmt habe.
1915-12-09-DE-004     Auswärtiges Amt (Jagow) an Großes Hauptquartier (Gruenau)
In Kavalla drohe eine Landung von Entententruppen. Wenn die von den Griechen nicht verhindert würde, so Jagow, könnten die Bulgaren von Angriff nicht abgehalten werden.
1915-12-10-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich)
Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt stellt seinem Botschafter anheim, auch den Bericht eines Deutschen über das Schicksal der nach Deir-es-Zor deportierten Armenier zur Kenntnis der türkischen Regierung zu bringen.
1915-12-10-DE-002     Reichstag (Matthias Erzberger) an Auswärtiges Amt (Rosenberg)
Das Mitglied des Reichstags, Matthias Erzberger, referiert ein Schreiben des deutschen Paters Straubinger, nach dem der päpstliche Delegat in Konstantinopel, Monsignore Dolci, Hilfe für möglich erachte, wenn, wie ihm vom Außenminister versprochen, die katholischen Armenier zurückkehren dürften.
1915-12-10-DE-003     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Mit militärischen Gesprächen über die Modalitäten in Saloniki wollen die Griechen Zeit gewinnen.
1915-12-10-DE-004     Großes Hauptquartier (Gruenau) an Auswärtiges Amt
Erst in drei Wochen würden die deutschen Truppen zum Einmarsch nach Griechenland bereit sein, bis dahin würden die bulgarishen Truppen stillhalten. Erst dann müsse entschieden werden, ob die Truppen einmarschieren und Saloniki ein Ziel sein soll.
1915-12-11-DE-001     Konsulat Adana (Büge) an Botschaft Konstantinopel
Zwei bulgarische Armenierinnen ersuchen um Schutz durch die bulgarische Gesandtschaft.
1915-12-11-DE-002     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Auswärtiges Amt
Die russischen Truppen in Reni seien nach Norden abgezogen.
1915-12-12-DE-002     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich)
In einem Brief habe ihm der Direktor des Deutschen Hülfsbundes für christliches Liebeswerk im Orient, Friedrich Schuchardt, mitgeteilt, so der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt an seinen Botschafter, daß die türkische Regierung gewaltsam versuche, die Überreste des armenischen Volkes zu islamisieren. Er bäte um Intervention bei der Pforte.
1915-12-13-DK-001     Udenrigsministeriet København an Handelsministeriet København
Sich auf Dok. 1915-11-25-DK-001 beziehend, erinnert Wandel daran, daß sich die letzte Frist für die Anmeldung von Ansprüchen an deportierte Armenier nähert.
1915-12-14-DE-001     Auswärtiges Amt (Zimmermann) an Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich)
Türkische Behörden hätten sich gegenüber deutschen Firmen unfreundlich verhalten, moniert Zimmermann und bittet seinen Botschafter, die türkische Regierung darauf anzusprechen. Dergleichen sei bei der Hohen Pforte mehrmals erfolglos besprochen, erwidert der Botschafter, die türkische Regierung nehme aber „in der Lösung der Armenierfrage“ weder auf ihre eigenen noch auf fremde Interessen Rücksicht.
1915-12-14-DE-002     Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (Adolf von Harnack) an Auswärtiges Amt (Zimmermann)
Begleitschreiben zu der Anlage sowie Antwort Zimmermanns, daß die Botschaft in Konstantinopel sich dauernd für die Schonung der Armenier einsetze und die Bemühungen Wolff- Metternichs zu Hoffnungen Anlaß geben.
1915-12-14-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Entente-Schiffe würden griechische Banden an den Küsten absetzen, behauptet die türkische Regeirung, um nach den strengen Gegenmaßnahmen der Türken Verstimmungen in Athen hervorzurufen.
1915-12-14-DE-004     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Die Ententetruppen hätten große Verluste erlitten und seien nach Griechenland geflohen, wo sie Stellungen ausbauen, so bulgarische Augenzeugen. Die bulgarische Heeresleitung glaubt, daß die Bulgaren Saloniki hätten erobern können, wenn sie nicht an der Grenze hätten Halt machen müssen.
1915-12-14-DE-005     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Russland, so ein Informant, würde keine Aktion auf dem Balkan unternehmen,
1915-12-15-DE-002     Gesandrtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Die griechische Regierung habe Bulgarien die Absteckungs einer neutralen Zone zwischen den beiden Ländern vorgeschlagen.
1915-12-15-DE-003     Gesandtschaft Sofia (Michahelles) an Auswärtiges Amt
Die Konsuln österreich-Ungarns und Deutschlands in Saloniki bereiten sich auf die Ausreise nach Monastir vor.
1915-12-15-DE-004     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Bratianu bestätigte, daß er sich einen Truppendurchzug der Russen verbeten habe.
1915-12-15-DE-005     Gesandtschaft Bukarest (Bussche) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Bussche berichtet über die heutige Sicht des geheimen Abkommens von 1913 zwischen Rumänien, Griechenland, Serbien und Montenegro.
1915-12-15-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Metternich berichtet über eine Reise an die Dardanellen und über de allgmeine Lage in der Türkei.
1915-12-15-DE-007     Konsulat Kairo (H. Paulus) an Auswärtiges Amt
Der weibliche Dragoman des deutschen Konsulats in Kairo über die Lage in Ägypten und am Suezkanal.
1915-12-15-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Der apostolische Delegat, Dolci, überreicht einen Brief des Papstes an den Sultan, in welchem er über die verfolgten Armenier spricht. Wandel geht davon aus, daß Dolci die üblichen höflichen und ausweichenden Antworten der osmanischen Behörden bezüglich der Massaker an den Armeniern erhalten habe.
1915-12-16-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wolff Metternich) an Osmanisches Kriegsministerium (Enver Pascha)
Begleitschreiben, mit dem der Botschafter dem Kriegsminister Enver Pascha Abschriften der Eingaben der deutschen Protestanten und Katholiken, des Bericht des Lehrers Niepage sowie der Schilderung eines Deutschen über seine Reise nach Der Zor zugehen läßt.
1915-12-16-DE-002     Gesandtaschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die Entente bilde in Mytilene Banden aus kleinasiatischen Flüchtlingen, die sie in die Türkei schicken eill.
1915-12-16-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Die weiblichen Mitglieder der armenischen Familien, deren Männer umgekommen seien, würden auf moslemische Dörfer verteilt, notiert der Armenien-Spezialist der deutschen Botschaft. Auch sollten sämtliche Armenier im Heeresdienst per Befehl des Kriegsministeriums Moslems werden. Aus Konstantinopel seien bereits etwa 5000 Armenier, die aus Anatolien zugewandert seien, deportiert worden.
1915-12-16-DK-001     Gesandtskab Konstantinopel (Carl Ellis Wandel) an Udenrigsministeriet København (Erik Scavenius)
Wandel erhält vom früheren Gouverneur des Libanon, dem in Konstantinopel geborenen griechisch-katholischem Yusuf Franko Pascha detaillierte Information über die libanesische Angelegenheiten. Grundsätzlich besagt die von Franko gegebene Auskunft, daß die CUP und die osmanische Regierung mit Methode daran gehen, die „Spezial-Vereinbarung“, die der Provinz von Berg-Libanon eine relative Unabhängigkeit verschafft hat, abzuschaffen und aus ihr einen weiteren rein türkisch/muslimisch beherrschten Verwaltungsdistrikt zu machen.
1915-12-17-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Der Arzt Boghossian habe Rückkehrerlaubnis, vertrete aber noch für zwei Monate den Stadtarzt.
1915-12-17-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges a
Metternich hält nichts von einem Besuch Mackensens, solange die Dardanellenschlacht noch nicht gewonne ist.
1915-12-18-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Talaat habe ihm erklärt, berichtet der deutsche Botschafter, er habe umfassende Maßnahmen zur Ernährung der Armenier getroffen und Vergehen gegen Eigentum und Leben der Armenier bestrafen lassen. Erst kürzlich seien 20 Personen hingerichtet worden, die sich dergleichen Vergehen schuldig gemacht hätten. Die katholischen und protestantischen Armenier, die sich im großen und ganzen als nicht revolutionär gezeigt hätten, würden, soweit dies möglich sei, in ihre Heimat zurückkehren. Den Gerüchten, die Deutschen hätten die Verfolgungen der Armenier begünstigt, sei er entgegengetreten. In einem ähnlichen Falle allerdings, so Talaat, hätten die Deutschen eine revolutionäre Bewegung in Deutschland doch ebenfalls mit Gewalt ausgerottet, eine "merkwürdige Auffassung", so Metternich, die er auch bei Talaats Kollegen vorgefunden habe.
1915-12-18-DE-002     Generalkonsulat Konstantinopel (Mertens) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die amtlichen Bestimmungen über die Liquidierungskommissionen.
1915-12-18-DE-003     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Talaat habe erklärt, neue Maßnahmen gegen Armenier seien nicht beabsichtigt. Falls die angeregte Veröffentlichung in der "Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" aus innerpolitischen Gründen und als Rechtfertigung vor der Welt unerwünscht seien, so der Botschafter, rate er von Veröffentlichung seines Artikelentwurfs ab. "Nicht veröffentlichen", notierte Kanzler Bethmann Hollweg an das Schreiben.
1915-12-18-DE-004     Wilhelm II an Konstantin von Griechenland
Es sei unmöglich, die Ententetruppen nur durch deutsche und österreichische Truppen anzugreifen, so Wilhlm II.
1915-12-18-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Wolff-Metternich findet bei Talaat keine griechenfreundliche Einstellung vor. Bulgarien, so Jagow, wird Monastir nie an Griechenland abtreten.
1915-12-19-DE-001     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Der griechische Oberst Pallis habe dem französischen General Sarrail erklärt, daß Griechenland keine Konzession machen könne, die seine Neutralität beeinträchtigen.
1915-12-19-DE-002     Konsulat Varna (Franoux) an Auswärtiges Amt
Konsul Joseph Franoux schildert die Ankunft deutscher Truppen in der bulgarischen Hafenstadt und ihre Aufnahme.
1915-12-20-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Rößler antwortet auf zwei Artikel der "Frankfurter Zeitung". Diese unterdrücke die Wahrheit und kämpfe nur gegen Exzesse, also Nebenerscheinungen. Vier Fünftel aller Armenier würden deportiert und das Ziel sei "ein Armenien ohne Armenier", wie es der vom Ministerium des Innern entsandte Verschickungskommissar offen erklärt habe. Die Berichterstattung in Deutschland entspräche nicht einmal den eigenen Zensurbestimmungen, nach denen sich Tatsachen auf Dauer nie verheimlichen ließen.
1915-12-20-DE-002     Konsulat Aleppo (Rößler) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Rößler setzt sich mit den Anschuldigungen auseinander, die gegen ihn von amerikanischer Seite erhoben worden waren.
1915-12-20-DE-003     Präsident des Reichstags (Kaempf) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Kaempf informiert Bethmann Hollweg über die bevorstehende Anfrage Liebknechts.
1915-12-20-DE-004     Deutscher Reichstag (Reinhardt Mumm) an Auswärtiges Amt (Jagow)
Mumm schlägt vor, die Anfrage Liebknechts dahingehend zu beantworten, daß auf die Antwort des Reichskanzlers verwiesen wird, die er aufgrund der von einer Reihe evangelischer Männer unternommenen Schritte gegeben hat.
1915-12-20-DE-005     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Die türkische Regierung sei erregt über die Forrm der deutschen Vorschläge, so Metternich, der es mit 4 Millionen Mark Bakschisch versuchen möchte.
1915-12-20-DE-006     Botschaft Konstantinopel (Lossow) an Generalstab des Feldheeres (Falkenhayn)
Die Türkei arbeitet bedingungslos für Deutschland, so Enver, sie möchte aber nicht von Großmächten bevormundet werden.
1915-12-21-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Auswärtiges Amt
Metternich gibt das Resultat der Verhandlungen zwischen Sommer und den Armeniern in Teheran weiter, welches Sommer an die Botschaft telegraphiert hat: Schaffung eines autonomen Armeniens nach Beispiel eines deutschen Bundesstaates oder eines Schweizer Kantons. Antwort Jagow: Verhandlungen einschlafen lassen.
1915-12-21-DE-004     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Nach überstandenem Typhus gehe es den Deutschen in Urfa gut.
1915-12-21-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Bis auf einen kleinen Abschnitt sei Gallipoli bei geringen Verlusten von den Engländern verlassen worden, so der englische Militärattaché in Athen.
1915-12-21-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Der Generalkonsul stellte Islamisierungen in verschiedenen Regionen fest.
1915-12-22-DE-002     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Zwischen Griechen und Bulgaren sei an einer Stelle eine neutrale Zone eingerichtet worden.
1915-12-22-DE-003     Gesandtaschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Da deutsche Truppen allein nicht Saloniki angreifen würden, stelle sich erneut die Frage nach den Konsequenzen eines bulgarischen Einmarsches.
1915-12-23-DE-001     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Der deutsche Botschafter legt die erstmalige schriftliche Äußerungen der Pforte auf verschiedene deutsche Vorstellungen vor, von denen einige durch Reklamationen deutscher Interessenten veranlaßt worden seien.
1915-12-23-DE-002     Reichskanzler (Bethmann Hollweg) an Stabschef (Falkenhayn)
Enver sei "mit allen Mitteln" zu stützen, doch weil der Vertrag vom Großwesir unterzeichnet und vom Sultan ratifiziert sei, "dürften politische Abmachungen zum Schutz gegen die Folgen eines Wechsels im türkischen Kabinett kaum noch in Frage kommen". Es wäre denkbar, "die Unterstellung der türkischen Armee unter deutschen Oberbefehl anzustreben", doch würde das Envers Stellung noch mehr untergraben.
1915-12-23-DE-003     US-Botschaft Konstantinopel (Morgenthau) an Botschaft Konstantinopel
Der amerikanische Botschafter Henry Morgenthau informiert die deutsche Botschaft, daß in Aleppo die Deportaionen begonnen hätten und bittet dort nachzufragen, ob das stimme.
1915-12-23-DE-004     Botschaft Konstantinopel an Bulgarian Legation Constantinople
Die deutsche Botschaft erkundigt sich bei der bulgarischen Gesandtschaft, ob es stimme, daß der Arzt Rupen Tschilinguirian einem bulgarischen Mittelsmann mitgeteilt habe, er sei noch am Leben. Die Gesandtschaft teilt mit, daß sie mit Tschilinguirian niemals etwas zu tun gehabt habe
1915-12-23-DE-005     Generalkonsulat Konstantinopel (Voigt) an Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Eine deutsche Firma hatte sich für ihren armenischen Angestellten eingesetzt. Die Botschaft lehnte Hilfe ab, weil der Armenier russischen Staatsbürger war.
1915-12-23-DE-006     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
König Ferdinand von Bulgarien sei in deutscher Hand, so der MIlitäattaché in Athen Massow, dem bugarischen Ministerpräsidenten sei das gleiche Vertrauen nicht entgegenzubringen.
1915-12-23-DE-007     König von Girechenland (Konstantin) an Griechische Gesandschaft Berlin (Theotoki)
Der griechische König stellt Bedingungen für einen Einmarsch deutscher Truppen nach Griechenland.
1915-12-23-DE-008     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Mirbach gibt in Deutsch den Erlaß des Königs Konstantin an seinen Gesandten in Berlin wieder.
1915-12-24-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Die in Aleppo ansässigen Armenier seien nicht deportiert, wohl aber die zugewanderten.
1915-12-24-DE-002     Großes Hauptquartier (Luckwald) an Auswärtiges Amt
Falkenhany Antwort auf die von König Konstantin gestellten Bedingungen für deutsche und bulgarische Truppenbewegungen sowie die erwarteten Gebietskonzessionen.
1915-12-24-DE-003     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Mirbach kritisiert die Geistesverfassung der Autoren der Weisung an Théotoky (1915-12-23-007).
1915-12-25-DE-001     Auswärtiges Amt an Wilhelm II
Wilhelm II lehnt die meisten Bitten und Vorschläge seines Schwagers und griechischen Königs Konstantiin glatt ab.
1915-12-26-DE-001     Auswärtiges Amt (Jagow) an Botschaft Konstantinopel
Konstantins Bedingungen würden geprüft, so Jagow, seien aber weitgehend unerfülltbar
1915-12-26-DE-002     König Griechenlands (Konstantin) an Gesandschaft Griechenlands in Berlin (Théotoky)
Deutschland müsse absolut garantieren, dass weder der bulgarische König noch seine Söhne in Saloniki auftauchen würden.
1915-12-26-DE-003     Nachrichtenabteilung Generalstab West an Auswärtiges Amt
In den verlassenen Dardanellen-Stellungen der Engländer bei Anaforta und Ariburnu wurden große Mengen an Material und Munition vorgefunden, jedoch keine Truppen mehr.
1915-12-27-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Reichskanzler (Bethmann Hollweg)
Die Zusage an den päpstlichen Delegaten Dolci, die katholischen Armenier würden nicht mehr deportiert, sei nicht eingehalten. Von weiteren Vertreibungen sei nur deshalb keine Rede mehr, weil die Deportation der Armenier in der Hauptsache beendet sei. Die Forderung Dolcis nach Wiedereröffnung der gesperrten Kirchen und Rückkehr der Geistlichen habe die Regierung als Einmischung in die inneren Angelegenheiten abgetan. Hilfsleistungen für die Armenier in den Konzentrationslagern würde wohl nur dazu führen, daß auch die letzten von ihnen noch nach Mesopotamien abgeschoben würden. Eine Rückkehr der Armenier, so das Innenministerium in einem Fall, sei schon deshalb unzulässig, weil sie kein Eigentum mehr vorfänden, das sich inzwischen im Besitz der Liquidationskommission befände.
1915-12-27-DE-003     Gesandrtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Saloniki würde stark ausgebaut, so der französische General Castelnau gegenüber König Konstantin.
1915-12-27-DE-004     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Die serbische Armee bestünde nur noch aus 80000 Mann.
1915-12-28-DE-001     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Der Korrespondent der Deutschen Orientbank in Aintab ist nach Der-es Zor deportiert worden.
1915-12-29-DE-001     Willy Seeger an Botschaft Konstantinopel
Willy Seeger erinnert die Botschaft an die diversen Vesuche, seine armenischen Verwandten zu retten - bislang ohne Erfolg.
1915-12-29-DE-002     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Seine einzige Hoffnung bilde die Anwesenheit der Ententetruppen in Saloniki, so Venizelos.
1915-12-29-DE-003     Gesandtschaft Griechenlands in Berlin (Theotoky) an Auswärtiges Amt
Theotoky bedankt sich beim deutschen außenministerium dafür, sich für die deportierten Griechen in Thrazien eingesetzt zu haben, worauf die Bewohner Tchorlus in ihr Dorf zurückkehren durften.
1915-12-30-DE-001     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Eine deutsche Fligerbombe hätte fast die griechischen Truppen um Saloniki getroffen.
1915-12-31-DE-001     C. Adolf Bratter
Ein von der deutschen Regierung als sehr wichtig erachteter Langer Bericht des in Wien lebenden deutschstämmigen amerikanischen Bürgers Bratter, der den Völkermord weitgehend verharmlost, zum Teil verleugnet.
1915-12-31-DE-002     Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)
Der Vorsteher der einheimischen protestantischen Armenier habe ihn um Verwendung für die protestantischen Armenier in Aintab gebeten, denen nun die Ausweisung drohe, nachdem man zunächst nur 500 der angesehenen Armenier verschickt hatte.
1915-12-31-DE-003     Botschaft Konstantinopel an Konsulat Mossul (Holstein)
Auf Anfrage der Botschaft nach dem Schicksal des Stepan Tschiradjian teilt Holstein mit, dass darüber nichts bekannt sei, dass aber keiner der aus Diarbekir verbannten Armenier Mossul erreicht habe. Der Wali habe ihm erklärt, dass "von den Armeniern aus Diarbekir keiner am Leben geblieben" sei.
1915-12-31-DE-004     Konsulat Aleppo (Rößler) an Botschaft Konstantinopel
Eingaben Rößlers für den armenischen Lehrer Manukian brachten kein Ergebnis.
1915-12-31-DE-005     Gesandtschaft Athen (Mirbach) an Auswärtiges Amt
Mit Griechen und türkischen Liberalen soll in der Türkei ein Aufstand ins Leben gerufen werden.
1915-12-31-DE-011     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich)
Der amerikanische Botschafter habe ihm mitgeteilt, daß 4000 protestantische und katholische Armenier in Aintab von der Deportation bedroht seien. Wer nicht Moslem werde, würde verschickt. Talaat habe dem US-Botschafter, so der deutsche Botschafter, wie auch ihm selbst versprochen, daß die protestantischen und katholischen Armenier in Ruhe gelassen würden.
1915-12-31-DE-012     Botschaft Konstantinopel (Wolff-Metternich) an Konsulat Aleppo (Rößler)
Der Botschafter erbittet Drahtbericht über die Lage der protestantischen und katholischen Armenier in Aintab.