1915-07-31-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/R14086
Zentraljournal: 1915-A-23244
Erste Internetveröffentlichung: 2000 März
Edition: Genozid 1915/16
Praesentatsdatum: 08/06/1915 p.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr. 477
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der Botschafter in außerordentlicher Mission in Konstantinopel (Hohenlohe-Langenburg) an den Reichskanzler (Bethmann Hollweg)

Bericht



Nr. 477

Pera, den 31. Juli 1915

Seit Anfang dieses Monats hat der Wali von Diarbekir, Reschid Bey, mit der systematischen Ausrottung der christlichen Bevölkerung seines Amtsbezirks, ohne Unterschied der Rasse und der Konfession, begonnen. Hiervon sind u.a. besonders die katholischen Armenier von Mardin und Tell Ermen und die chaldäischen Christen und nicht unierten Syrer der Bezirke Midiat, Djeziret ben Omer und Nisibin betroffen worden.

Infolgedessen hat sich nach Meldungen des Konsulats Mossul die christliche Bevölkerung zwischen Mardin und Midiat gegen die Regierung erhoben und die Telegraphenlinien zerstört.

Gleichzeitig haben aufständische Schammararaber den Post- und Reiseweg Mossul - Ras el Ain in der Gegend von Nisibin besetzt und den Verkehr unterbrochen, sodaß die Regierung ihre Munitionstransporte wegen Gefahr der Beraubung in Nisibin angehalten hat.

Ein anderer Aufstandsherd hat sich in Djebel Sindjar westlich von Mossul, gebildet, wo die Jeziden zu den Waffen gegriffen haben.

Endlich soll der bekannte, in russischem Solde stehende Kurdenführer Abdurrezzak Bedrhan von Bajezid aus mit Kurden und Armeniern auf Seert marschieren und unterwegs durch die Kurden, die sich ihm anschließen, Verstärkungen erhalten.


Hohenlohe


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