1915-07-16-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/R14086
Zentraljournal: 1915-A-21763
Erste Internetveröffentlichung: 2003 April
Edition: Genozid 1915/16
Praesentatsdatum: 07/18/1915 p.m.
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der Direktor des Deutschen Hülfsbundes für christliches Liebeswerk im Orient Friedrich Schuchardt an das Auswärtige Amt

Privatschreiben



Frankfurt a. Main, den 16. Juli 1915
In Beantwortung Ihres Schreibens vom 14. Juli überreichen wir Ihnen eine Liste unserer Anstalten in Türkisch-Armenien, einschliesslich des deutschen Personals.

Ich nehme an, dass die Schwestern in Musch die Station nicht verlassen werden, da sie dort ein kleines Hospital für 20 verwundete Soldaten eingerichtet haben, das auch belegt ist; ausserdem soll die Zahl der Erkrankten eine unglaublich hohe sein.

Ergebenst


F. Schuchardt
Anlage

Übersicht über die Arbeit des Deutschen Hülfsbunds für christliches Liebeswerk im Orient E. V. in Frankfurt a. M. vor Ausbruch des Krieges.1

Waisenhäuser:


In unseren Waisenhäusern in Marasch, Mamouret-ul-Asis, Harunije, Wan und Musch waren mehr als 1500 Kinder untergebracht.

Schularbeit:

Auf unseren 5 Hauptstationen und 29 Nebenstationen wurden 3361 Kinder von 109 Lehrern unterrichtet.

Mamouret-ul-Asis: Lehrerseminar mit 21 Schülern. Lehrerinneseminar mit 10 Schülerinnen. Evangelistenschule mit 6 Schülern.
Marasch: Krankenhaus mit 33 Betten. Apotheke. Bibelfrauenschule mit 15 Schülerinnen.
Harunije: Ärztliche Station (Krankenarbeit und Frauenhilfe).
Musch: Ärztliche Station (Krankenarbeit und Frauenhilfe). Jetzt Lazaret mit 20 Betten.
Nebenstation Arabkir: Ärztliche Station (Krankenarbeit und Frauenhilfe).


Personal:

Die Hauptstationen des Deutschen Hülfsbundes für christliches Liebeswerk im Orient E. V. sind Marasch, Mamouret-ul-Asis, Wan, Harunije und Musch.

Auf den Stationen befinden sich:

In Marasch (Vilajet Aleppo): Herr Karl Blank und Familie; die Schwestern Hedwig Büll, Adele Herold, Beatrice Rohner, Anni Rohner, Hedwig Seidler, Helene Stockmann und Marie Timm.
In Mamouret-ul-Asis: Herr Prediger Joh. Ehmann und Familie; die Schwestern Jenny Jensen, Helene Laska, Hansine Marcher, Katharine Mader, Klara Pfeiffer und Verena Schmidli.
In Wan (Vilatet Wan): Herr Prediger Joh. Spörri und Frau; die Schwestern Käthe Ehrhold, Anna Greiner, Marta Kleis (z. Zt. Bitlis, Garnisons-Lazarett) und Irene Spörri.
In Harunije (Vilajet Adana): Herr B. von Dobbeler und Familie; die Schwestern Paula Schäfer und Marie Wachhals.
In Musch (Vilajet Bitlis): die Schwestern Bodil Biörn, Christiane Dürer und Alma Johansson.

Auf Urlaub in Deutschland sind:

Aus Marasch: Herr Joh. Storck und Familie z. Zt. im Feld; die Schwestern Käthe Jorken und Marie Lewonian; Herr Pastor Zeller und Frau.
Aus Mamouret-ul-Asis: die Schwestern Mina Ensslen, Klara Füssle, Anna Jensen, Laura Möhring und Lisa Reyer.
Aus Wan: Schwester Anna Abegglen.
Aus Arabkir bei Mamouret-ul-Asis: die Schwestern Julie Andersen und Elisabeth Rutz.

Im Jahr 1914 sollten zur Aussendung kommen:

1 Diplomingenieur, 1 Lehrer, 1 Missionar, 2 Missionslehrerinnen, 2 armenische Lehrerinnen (in Deutschland ausgebildet), 1 armenischer Maurermeister mit deutschem Diplom.


1 Die optische Gestaltung des Berichts ist verändert.



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