1915-07-06-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/R14086
Zentraljournal: 1915-A-20929
Erste Internetveröffentlichung: 2003 April
Edition: Genozid 1915/16
Praesentatsdatum: 07/08/1915 p.m.
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der Direktor des Deutschen Hülfsbundes für christliches Liebeswerk im Orient Friedrich Schuchardt an das Auswärtige Amt

Schreiben



Frankfurt a. Main, den 6. Juli 1915

Während mir bei meinem Besuch Ende Juni bei der türkischen Botschaft versichert wurde, dass die Stadt Wan nicht von den Russen eingenommen worden sei, erhielt ich eben bestimmte Nachrichten, dass am 18. Mai der Einzug der Russen in Wan stattfand. Auch ist mir ein genauer Bericht zugegangen über die der Einnahme von Wan vorangehenden Tage, in denen auch unsere Missionsstation vom türkischen Militär unter Feuer genommen wurde. Begreiflicherweise möchte ich gern darüber Nachricht haben, ob die Russen noch in Wan sind und wäre Ihnen für einen bestimmten Bescheid dankbar.

Ich werde voraussichtlich nächste Woche wieder nach Berlin kommen und möchte bitten, dass mir seitens des Auswärtigen Amtes Tag und Stunde bestimmt wird, an dem ich vorsprechen kann.

Hochachtungsvoll


F. Schuchardt
[Antwort Auswärtiges Amt 14.7.1915]

Ew. pp. werden inzwischen das Schreiben der Kaiserlichen Botschaft in Constantinopel vom 29. Juni d.J. erhalten haben, das die gewünschten Informationen über die Besetzung Wan’s durch die Russen enthält. Weiteres hierüber ist auch dem A.A. nicht bekannt.

Wie der Kaiserliche Botschafter in Constantinopel neuerdings telegraphiert, sollte der Abtransport der Armenier aus Musch am 12. d.Mts. beginnen. Da die Pforte die Abreise des weiblichen Personals des Waisenhauses nach Mamuretul Aziz im Interesse seiner Sicherheit als geboten bezeichnete, hat Frhr. v. Wangenheim der Leitung des Waisenhauses telegraphisch anheimgestellt, diesem Rat nachzukommen. Einem Wunsch des Botschafters entsprechend, darf ich Ew. pp. bitten, mir zur Weitergabe nach Constantinopel baldmöglichst eine Liste der Anstalten des Hülfsbundes in türkisch Armenien und ihres Personals zu übersenden.


[Antwort Schuchardt 17.7.]

Wir bestätigen Ihr gefl. Schreiben vom 16. Juli und haben uns mit der Kaiserlich Deutschen Botschaft wegen unserer Krankenschwestern direkt in Verbindung gesetzt.

Hochachtungsvoll


F. Schuchardt



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