1916-09-08-DE-003
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Quelle: DE/PA-AA/R14093
Zentraljournal: 1916-A-25283
Erste Internetveröffentlichung: 2003 April
Edition: Genozid 1915/16
Praesentatsdatum: 09/18/1916 p.m.
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/01/2014


"Berliner Morgenpost"

Die Armenier als türkische Landesverräter.
Telegraphischer Bericht.


Konstantinopel, 6. September. Aus den Aktenzusammenstellungen über die revolutionären Anschläge der Armenier werden jetzt weitere Mitteilungen gemacht, denen folgendes zu entnehmen ist:

Vor Eintritt der Türkei in den Weltkrieg faßten die armenischen Komitees von Taschnak, Hintschak und Ramgavar gemeinsam den Beschluß, für den Fall, daß der Sieg sich der osmanischen Seite zuneigen sollte, einen allgemeinen Aufstand anzuzetteln, die öffentlichen Gebäude und Aemter mit Bomben und den seit Jahren angehäuften Waffen anzugreifen, Metzeleien und Feuersbrünste hervorzurufen, die Fahnenflucht der armenischen Soldaten zu erleichtern, mit einem Wort, den Russen den Sieg zu verschaffen und mit Hilfe Rußlands ein unabhängiges Armenien zu errichten.

Von der feindlichen Flotte wurden an der kleinasiatischen Küste Armenier gelandet, um für Rechnung Englands zu spionieren. Sie wurden bei Deurt Yol und Alexandrette festgenommen und vor ein Kriegsgericht gestellt. In Develu wurden in der armenischen Kirche und Schule sowie auf dem Friedhofe neunzig große Bomben, hunderte von Gewehren, mit Pulver gefüllte Blechgefäße, ein armenisch-englich-französisches Chiffren-Buch, revolutionäre Schriften gefunden. Es wurde festgestellt, daß der armenische Bischof in Develu der Anstifter dieses Anschlages war. Die Beschuldigten gestanden auch, daß die Bomben für den zur Unabhängigkeit Armeniens geplanten Aufstand bestimmt waren.

Die Aufstandsgelüste der Armenier sind schon älteren Datums. Daß der Weltkrieg sie von neuem hat aufleben lassen, begreift sich. Jahrelang haben es die Armenier trotz ihrer aufrührerischen Bestrebungen, die sie früher vielfach ganz offen betrieben, verstanden, sich als die unschuldig Verfolgten darzustellen. Dank den antitürkischen russischen Einflüssen glaubte ganz Europa an diese Erzählungen von den grausamen Verfolgungen der unschuldigen Armenier, wenngleich schon früher einzelne Reisende, die sich an Ort und Stelle von der provokatorischen Tätigkeit der Armenier überzeugen konnten, gegen sie und für die vielfach zu unrecht beschuldigten Türken Partei ergriffen hatten, wie z.B. Pfarrer Friedrich Naumann, der jetzige Reichstagsabgeordnete. Daß die Armenier die Rache der erregten türkischen Bevölkerung zuweilen heftig zu spüren bekamen, braucht nicht bestritten zu werden. Nur muß man sich immer vergegenwärtigen, daß sie selbst die Urheber der gegen sie gerichteten Bewegung gewesen sind.



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