1917-01-22-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/R14095
Zentraljournal: 1917-A-02824
Erste Internetveröffentlichung: 2003 April
Edition: Genozid 1915/16
Praesentatsdatum: 01/25/1917 p.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: A.J.Nr. 315/Nr. 88
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der Gesandte in Stockholm (Lucius von Stoedten) an den Reichskanzler (Bethmann Hollweg)

Bericht



A.J.Nr. 315 / Nr. 88
Stockholm, den 22. Januar 1917
In „Svenska Dagbladet“ vom 21. Januar 1917 veröffentlichte Gustaf Stridsberg einen Aufsatz über Balfours Depesche an den Präsidenten Wilson, in dem er u.a. erklärte, die Verfolgungen der Armenier in Kleinasien bildeten, so bedauerlich sie auch seien, keinen passenden Hintergrund für die Forderung der Entente, dass die europäische Türkei verschwinden müsse.

Diese Worte veranlassen Branting am 22. Januar 1917 im „Socialdemokraten“ zu einer erregten Erwiderung, in der die Behandlung der Armenier in den schwärzesten Farben geschildert wird. Zuletzt gipfeln Brantings Ausführungen in folgenden Worten: „Ein Gedanke scheint am allernächsten zu liegen, wenn man sich vor Augen hält, dass die Grausamkeiten zum grössten Teil unheimliche Tatsachen sind. Das ist die Frage: Wie kann Deutschland, dessen Kaiser immerzu von dem „alten deutschen Gott“ spricht, vor der Menschheit verantworten, dass von Seiten seiner Bundesbrüder ein derartiger Ausrottungskrieg gegen ein christliches Volk jahrelang durchgeführt wird? Die Welt wird sich niemals etwas anderes denken können, als dass ein einziges kräftiges Wort aus deutschem Munde das Blutbad der Türken beendigt und hunderttausend der Ermordeten gerettet hätte. Warum wurde dieses Wort niemals ausgesprochen? Aber eine solche Frage interessiert Herrn Stridsberg nicht. Sie taucht niemals in „Svenska Dagbladet“ auf.“


Lucius



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