1918-05-15-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/R14100
Zentraljournal: 1918-A-23115
Erste Internetveröffentlichung: 2000 März
Edition: Genozid 1915/16
Praesentatsdatum: 06/01/1918 p.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: K. Nr. 54/Nr. 1039
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der Konsul in Aleppo (Rößler) an den Reichskanzler (Hertling)

Bericht



K. Nr. 54 / Nr. 1039
Aleppo, den 15. Mai 1918

Im Anschluß an den Bericht vom 3. Mai - K.Nr. 50 Nr. 9501

Wie mir erst jetzt bekannt wird, sind Mitte März auf Befehl des Kommandeurs des 4. Korps Ali Ihsan Pascha in seinem Bereich insbesondere im Wilajet Mamuret-ul-Aziz wieder Massregeln gegen den Rest der noch vorhandenen Armenier ergriffen worden. So sind aus den Ortschaften Pertak und Peri etwa 300 Frauen und Kinder nach Mamuret-ul-Aziz gebracht worden. Die halbwüchsigen Jungens waren gefesselt und wurden gesondert hinterher gebracht. Der Wali von Mamuret-ul-Aziz hat die Frauen und Kinder unbehindert gelassen, die Knaben aber sind in das Gefängnis gebracht worden.

Hungersnot herrscht in weiten Gebieten der östlichen Wilajets zum Beispiel in Diarbekr, Meya-Farkin, Mardin und anderen Orten.

Näher über diese Verhältnisse sind die deutschen Offiziere aus jenen Gegenden unterrichtet. So zum Beispiel Oberstabsarzt Dr. Asbeck welcher am 16. ds.Mts. von Aleppo nach Konstantinopel abreist, um sich nach Deutschland zu begeben. Er gehört zur Flotte und ist durch das Reichsmarineamt zu erreichen.

Gleichen Bericht lasse ich der Kaiserlichen Botschaft in Konstantinopel zugehen.


Rößler
[Auswärtiges Amt an Botschaft Konstantinopel 3.6. (No. 883)]

Bitte Inhalt des abschriftlich dort vorliegenden Berichts des Kaiserlichen Konsuls in Aleppo vom 15.5.18 ohne Quellenangabe beim Großwesir verwerten.

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