1918-10-30-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/R 11058
Zentraljournal: 1918-A-48812
Erste Internetveröffentlichung: 2000 März
Edition: Kaukasus Kampagne
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: J.N. 3546
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der Leiter der deutschen Delegation im Kaukasus (Kreß von Kressenstein) an den Reichskanzler (Prinz Max von Baden)

Bericht



J.N. 3546
Tiflis, den 30. Oktober 1918. 1

Euerer Großherzoglichen Hoheit beehre ich mich, in der Anlage das Hauptsächlichste über die Baku-Massakres mir zugegangene informatorische Material für die Akten des Auswärtigen Amts gehorsamst zu übersenden.

Desgleichen füge ich den Schrift- und Notenwechsel bei, welcher zwischen der Kaiserlichen Delegation und den türkischen Befehlshabern bzw. Diplomaten und der Aserbeidschanischen Regierung in der gleichen Angelegenheit entstanden ist. Ich halte es für angezeigt, daß sich dieses Material bei den Akten des Auswärtigen Amts befindet, damit die Kaiserliche Regierung über die Maßnahmen unterrichtet ist, die die hiesige Kaiserliche Vertretung im Interesse der Menschlichkeit und zum besonderen Schutze der in Baku lebenden Deutschen unternommen hat.

Wenn die von mir vorgeschlagenen Maßnahmen nicht alle zur Ausführung gelangt sind, so trägt daran einzig und allein die ablehnende Haltung der Türken die Schuld, gegen die ich keine Machtmittel besaß.

Die Entsendung des Barons von der Goltz erfolgte zum Teil ebenfalls aus dem Grunde, um wenigstens einen moralischen Druck auf die höheren türkischen Heerführer ausüben zu können.


Frhr. von Kreß.

Anlage 1.

Türkische Heeresgruppe 0st.
Chef des Generalstabes
Osmanischer Oberstleutnant Paraquin.

Tiflis, den 26. 9. 1918.
An Generalleutnant von Seeckt, Exzellenz.

Vorgänge in Baku nach der Einnahme am 16. und 17. 9. 19l8.


Am 16. 9. vorm. begaben sich Halil und Nuri Pascha mit ihrer Begleitung von Puta mit der Bahn nach Baku.

Bei Baladschari lagen 10 bis 12 tote weisse Engländer am Bahndamm. Der Bahnhof war nach der Wegnahme durch die Türken abgebrannt. Der Bahnkörper war auf der ganzen Strecke unbeschädigt.

Über der schwarzen Stadt hingen mächtige Rauchwolken. Türkische Artillerie hatte am 15. 9. vorm. einen Massut-Tank in Brand geschossen. Nuris Behauptung, er habe selbst gesehen, dass ein kleines russisches Kriegsschiff die schwarze Stadt beschossen habe, ist falsch. Ich habe in Baku deutsche und russische Zeugen, vor allem auch die Vertreter der russischen Flotte gesprochen. Da Südwestwind herrschte, schien der Brand eine grosse Gefahr für die Fabrikstadt zu bedeuten. Doch sprang der Wind am Nachm. um. Es wurden nur 3 bis 4 grosse Tanks vom Feuer erfasst, deren Inhalt am Abend des 17. noch nicht ausgebrannt war.

Es bedurfte einer längeren Darlegung, um dem Pascha klar zu machen, dass die Besitznahme der Erdölquellen in der Umgebung Bakus nicht ginge, sondern dass ebenso wichtig der sofortige Schutz der Fabrikanlagen [unleserlich] sei. Meine Darlegungen wurden mit der [unleserlich] beantwortet, dass alles [unleserlich] des Direktors der Kabelwerke, der sich am 16. abends persönlich durch mich an Nuri um Schutz wandte, wurde in derselben Weise beantwortet.

Noch am Vormittag des 17. war die schwarze Stadt von keinem türkischen Soldaten betreten worden! An diesem Tage kamen aus der schwarzen Stadt von verschiedenen Seiten Hilferufe. Die Tataren waren eingedrungen und plünderten. Die Gefahr, dass durch die Schiessereien oder andere Zwischenfälle ein Brand mit verhängnisvollen Folgen eintreten könne, war gross. Es bedurfte trotzdem nochmaliger energischer Vorstellungen des Majors Mayr bei dem zum Stadtkommandanten bestimmten Generalstabschef Nuris, bei Nasim Bey, um endlich zu erreichen, dass am 17. mittags ein Inf. Rgt. mit dem Schutze der wertvollen Anlagen betraut wurde, durch deren Zerstörung die ganze Wegnahme Bakus ihre wirtschaftliche Bedeutung einbüssen würde.

Die Fahrt durch die Aussenstadt auf das Kampffeld bot einen seltsamen Anblick. Die Strassen waren fast menschenleer. Die Läden und Häuser waren nahezu ausnahmslos geplündert. An verschiedenen Stellen waren Haufen von geraubten Gegenständen zusammengetragen, die anscheinend den tatarischen Plünderern abgenommen und teilweise von einzelnen türkischen Soldaten bewacht wurden. Die an sich zweckmässige Massnahme kam jedoch nicht zur beabsichtigten Wirkung, da Soldaten und Tataren ungehindert in dem Haufen herumwühlten und wegtrugen, was ihnen beliebte. Schon auf dieser Fahrt zeigten sich die unverkennbaren Spuren schwerer Ausschreitungen. Zwei ermordete Kinder lagen am Wege, dicht neben uns krachte in einer Seitengasse ein Schuss, aus einem Fenster schrieen Frauen in höchster Verzweiflung um Hilfe. Unsere Autos hielten, wir eilten in das Haus, allein die Übeltäter waren nach rückwärts entflohen. Trotzdem damals schon allgemein die Überzeugung herrschte, dass in der Stadt jede Zucht und Ordnung aufgehört und die christliche Bevölkerung geplündert, vergewaltigt und gemordet werde, wurde die Fahrt auf das Kampffeld fortgesetzt, wo eine stundenlange Parade vom 6. Inf. Rgt. und den übrigen Waffen stattfand.

Nuri Pascha, der in Baku der Höchstkommandierende war, hat es unterlassen rechtzeitig und ausreichend Massnahmen zum Schutze des bedrohten christlichen und europäischen Lebens und Eigentums zu treffen. Ich bitte als Beweis für meine Behauptung folgende Punkte aufführen zu dürfen:

1.) Am 23. 8. sagte mir Mürsel Pascha in Güsdek, dass die Tataren offen aussprächen, sie würden die Armenier massakrieren, sobald die Türken Baku nähmen. Ich habe diese Äusserung Nuri Pascha mitgeteilt, und ihn rechtzeitig mehrfach um vorbeugende Massnahmen gebeten.

2.) Ich habe sowohl Mürsel als Nuri Pascha gegenüber an Hand meines Bädeckers und des Stadtplanes von Baku dargelegt, wie die Massnahmen zur Besetzung einer grossen Stadt zu treffen seien, einmal zur eigenen Sicherheit, dann zum Schutze fremden Lebens und Besitzes. Ich schlug die Anfertigung vervielfältigter Stadtskizzen und die genaue Einweisung der Regimenter in ihre Aufgaben vor. Von allem ist nichts geschehen.

3.) Der grösste Teil der Tataren wohnt in Baku in einem durch eine 2 km lange hohe Mauer abgeschlossenen Stadtteile. Nichts wäre einfacher gewesen, als die Zugänge zu besetzen. Damit wäre einem grossen Teil des Mordgesindels die Möglichkeit zu Ausschreitungen genommen gewesen. Bis zuletzt wurde diese Massnahme nicht durchgeführt.

4.) Von vornherein mussten in Gensche oder Tiflis Plakate vorbereitet werden, die das Standrecht verkündeten und jede Plünderung mit dem Tod bedrohten. Als das Gemetzel unvermindert den dritten Tag anhielt, entschloss man sich endlich zu dieser Massnahme.

5.) Nach der Flucht des Feindes wurde am 15. 9. ein Inf. Rgt. zu kaum l000 Mann, das 56. Inf. Rgt., in die Viertelmillionen-Stadt mit ihrer gewaltigen Ausdehnung entsendet. Es bedarf keiner Ausführung, dass diese Besetzung völlig unzureichend war.

6.) Der Rest der Truppe wurde nicht etwa zur taktischen Sicherung der Stadt verwendet. Die Truppe lagerte friedensmässig auf den Höhen, hörte unten in der Stadt die ununterbrochenen Schiessereien in den Häusern und hielt am 16. 9. vorm. eine Parade vor dem Pascha zu Ehren des hohen mohammedanischen Festtages, des Kurban-Beiram. Auf meine dringenden Vorstellungen, die ich an Halil Pascha als Mensch und Freund richtete, befahl Nuri, dass noch ein zweites Regiment in die Stadt rücken solle. Ich hielt mich für verpflichtet, sofort aufmerksam zu machen, dass diese Massnahme nicht ausreichend sei. Nuri erwiderte, er hielte sie für genügend.

7.) Als wir im Saale des Hotel Metropol versammelt waren, stürmten von allen Seiten telephonische und persönliche Hilferufe auf uns ein. Die neutralen Konsuln, an ihrer Spitze der dänische, erschienen und beschwerten sich in bitteren Worten über die Untätigkeit der Türken, der es allein zu verdanken sei, dass Gemetzel und Plünderung andauerten. Der dänische Konsul zeigte auf Nasim Bey und fragte mich, wer dieser Herr sei. Als ich ihm gesagt, es sei Nuris Generalstabschef, sagte der gewiss einwandfreie Zeuge: „Das ist ein gefährlicher Mensch. Er will nicht handeln und ist immer gegen uns.“ Naturgemäss wendeten sich alle Deutschen und deutschen Schutzbefohlenen an mich, aber auch die Konsuln und andere Persönlichkeiten baten mich als Deutschen um Vermittlung und Unterstützung. Ich brachte sie zu Nuri Paschas Kenntnis. Vor allem ersuchte ich, da ein amtlicher deutscher Vertreter fehlte, um den Schutz deutschen Lebens und Eigentums. Ich erbat die sofortige Gestellung von Schutzposten vor die deutschen Quartiere.

8.) Statt mit allen Mitteln an die Herstellung der Ordnung in der Stadt zu gehen, trieben sich die Paschas, der Stadtkommandant, die gesamten Generalstabsoffiziere müssig in den Sälen des Hotels umher. Wenn Klagen und Bitten an Nuri oder den Stadtkommandanten kamen, so wurden sie mit jener inneren Teilnahmslosigkeit abgefertigt, die sofort erkennen lässt, dass jeder ernste Eifer und Wille fehlt. Ein grosses Festmahl schloss sich an, dem sämtliche Generäle und die Stäbe mit dem Stadtkommandanten beiwohnten. Das Kaukasuslied wurde gespielt. Mit unverhohlenem Triumph wurde mir der Inhalt verdeutscht, dass nunmehr die Türkei sich ihr altes Eigentum, den Kaukasus, wieder holen werde. Während und nach der Tafel ging in der Stadt Mord und Plünderung weiter. Die Türken liessen sich dadurch in ihrer Untätigkeit nicht stören.

Ich kann die vielfach offen ausgesprochene Ansicht nicht unerwähnt lassen, dass die türkische Führung den Tataren die Gelegenheit zur Rache an den Armeniern geben wollte. Dass Nuri das Gegenteil behauptet, beweist nichts. Ich habe türkische Offiziere vielfach mit so glatter Stirne lügen gesehen, dass ich Worten nicht traue. Die Taten zeigen aber zumindestens eine so völlige Unfähigkeit der Lage Herr zu werden, dass die Rolle des 25jährigen Generalleutnants und Armeeführers Nuri ausgespielt sein müsste, wenn er nicht der Bruder Enver Paschas wäre.

Zwischen 5 und 6 Uhr nachmittags erschien der dänische Konsul in grosser Erregung im Saale des Hotel Metropol, wo sich unentwegt das ganze freie Treiben abspielte, und teilte mir mit, dass erneut deutsche Häuser geplündert und die Bewohner mit Waffen bedroht würden. Ich ging auf Nuri Pascha zu und sagte mit lauter erhobener Stimme ungefähr folgendes: "Exzellenz, ich bitte Sie nun endlich wirksame Massnahmen zum Schutze der Deutschen zu treffen. Ich bin sonst gezwungen, der deutschen Botschaft in Konstantinopel zu berichten, wie wenig Sie deutsches Leben und deutsches Eigentum schützen." Nuri erwiderte etwas verdutzt, er habe doch alles getan. Ich antwortete, dass dies nicht stimme. Man hätte eine Parade gehalten, während Mord und Plünderung herrschten. Es stünden immer noch 5 Regimenter untätig vor der Stadt, ausserdem sitze der Stadtkommandant noch immer untätig im Saale. Von den Führern und Generalstabsoffizieren habe noch keiner das Hotel verlassen, um selbst einzugreifen. Ich bäte ihn nochmals dringend, nun endlich die Sicherheit der Deutschen zu gewährleisten. Ich persönlich würde mich nun mit den 3 deutschen Offizieren in die Stadt begeben, um nach Möglichkeit selbst den Deutschen zu helfen. Daraufhin wandte ich mich ab und verliess den Saal.

Die ganze Auseinandersetzung konnte natürlich den im Saale Anwesenden nicht verborgen bleiben. Dass ich, wie Nuri später behauptete, mit dem Fusse gestampft hätte, ist eine Lüge. Ich habe mit scharfer Betonung gesprochen, aber kein Wort und keine Geste gebraucht, die im geringsten beleidigend sein könnte. Der Tragweite meines Schrittes war ich mir wohl bewusst. Es war nicht zu zweifeln, dass der Hochmut der Orientalen sich getroffen fühlen würde. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass ich in der gegebenen Lage nach all dem Vorausgegangenen so handeln musste, wenn nicht die deutschen und neutralen Vertreter die Anschauung gewinnen sollten, dass der Schutz deutschen Lebens und Eigentums in ungenügender Weise von mir vertreten würde, da höfliche Ersuchen nicht zum Ziele geführt hatten. Wenn Nuri sich natürlich auf seinen guten Willen beruft, so muss man dem entgegenhalten, dass persönliche Unfähigkeit nicht einen Freibrief für alle Unterlassungen und Verfehlungen bilden kann.

Sachlich trug mein Auftreten jedenfalls Früchte. Der Stadtkommandant wurde sofort seiner Stelle enthoben. Kasim Bey wurde zum Stadtkommandanten ernannt und richtete sich nun eine Arbeitsstätte in einem anderen Hotel ein. Offiziere wurden mit Autos in die Stadt entsandt. Neue Truppen wurden in die Stadt gezogen. In diesen Massnahmen dürfte das beste Eingeständnis der bisherigen Unterlassungen liegen. Selbstverständlich wird der türkische Dünkel nicht zugeben, dass diese Massnahmen unter meinem Druck erfolgt sind. Er wird behaupten, dass dies längst geplante Anordnungen gewesen seien, die ohnehin durchgeführt worden wären.

Ich hatte an einige deutsche Häuser türkische Posten aufgestellt und war auf Ersuchen einer deutschen Familie mit Major Mayr zu einem jungen armenischen Rechtsgelehrten gefahren, der von den Tataren mit dem Tode bedroht wurde. Ich stellte vor das Haus ebenfalls einen Posten und nahm den Mann mit in das Hotel. Es war Nacht geworden. Als wir heimfuhren, krachten von allen Seiten die Schüsse. Das Feuer wurde immer lebhafter. Es klang, als ob in der Stadt ein erbitterter Kampf ausgefochten würde. Nuri Pascha meinte, es sei Festschiessen zu Ehren des Kurban-Beiram. Auf jeden Fall war das Schiessen ein willkommener Deckmantel für die Fortsetzung des Gemetzels.

Am nächsten Morgen, 17. 9., ging die Plünderung ruhig weiter. Nun wurde vor unserem Hotel ein Plünderer aufgehängt. Die Türken erzählten uns, auch andere Hinrichtungen würden jetzt vollzogen, um die Plünderer abzuschrecken. Als ich am 17. 9. abends Baku verliess, war in der Nähe des Bahnhofs noch eine lebhafte Schiesserei. Die Ordnung war in der Stadt noch nicht hergestellt.

Die Ausschreitungen spielten sich meist im Innern der Häuser ab. Daher lagen auf den Strassen verhältnismässig wenig Leichen. Sie waren meistens in Winkeln zusammengetragen, so dass man oft erst durch den Geruch aufmerksam wurde. An einer Stelle sah ich sieben Leichen, meist nackt, übereinander liegen, darunter mehrere Kinder und eine Wöchnerin. Die Leichen waren nahezu alle mit blutunterlaufenen Stellen, die von Kolbenschlägen herrührten und mit Stichen bedeckt. Aus Kellern schlug Leichengeruch entgegen. Ich muss betonen, dass ich nur wenig Zeit hatte, den Spuren des Gemetzels nachzugehen, da ich von allen Seiten um Hilfe bestürmt wurde. Doch schon auf meinen kurzen Gängen traf ich auf diese handgreiflichen Beweise der Metzeleien. Der Eindruck der Plünderung ganzer Strassenzeilen vom Keller bis unter das Dach drängte sich ohne weiteres beim Passieren der Strassen auf. Als ein türkischer Major am 17. abends von einem Rundgang zurückkam, sagte er unaufgefordert zu mir: "Sie haben recht. In der Stadt ist es schrecklich zugegangen. Man kann es nicht leugnen." Vor anderen Zeugen erzählte mir ein Deutscher, er sei mit dem Adjutanten Nuri Paschas in ein Haus gekommen, in dem 13 Grusinier ohne Unterschied des Geschlechts und Alters ermordet lagen. Als er darauf hinwies, dass es sich um Grusinier, also deutsche Schutzbefohlene handle, sagte Nuris Adjutant achselzuckend: "Man hat sie eben für Armenier gehalten."

Der dänische Konsul bemühte sich, die Erschiessung der beiden Deutschen aufzuklären. In ihrem Hause hatten sich armenische Soldaten verteidigt, die bei der Annäherung der Türken flohen. Obwohl beide ohne Waffen waren, und sich als Deutsche bezeichneten, wurde sie ohne weitere Prüfung des Sachverhaltes an die Wand gestellt und erschossen.

Aus der Fülle tragischer Erlebnisse und erschütternder Eindrücke möchte ich ein Vorkommnis herausgreifen. Eine deutsche Dame mit drei Töchtern teilte mir mit, dass ihr Schwiegersohn - ein Armenier - getötet worden und ihre Tochter - eine Deutsche - mit 2 Kindern weggeschleppt worden sei. Da ich hoffte, sie befänden sich vielleicht in einem der Schutzlager, in die die Armenier seit 17. vorm. mit Kolbenstössen und Peitschenhieben zusammengetrieben und wie Viehherden zusammengepfercht wurden, so ging ich mit ihr von Lager zu Lager. Die Verlorene war nirgends zu finden. Am Heimweg sagte die Dame unter Tränen zu mir: „Wenn Vater Wilhelm unser Elend sähe, er würde uns gewiss deutsche Hilfe schicken.“ Dies Wort gibt die Stimmung weitester Kreise, man kann wohl sagen aller nicht türkisch-tartatischer in Baku wieder. Alles hofft auf Deutschland. Vom Auftreten der Türken hat man genug.

Ich halte es für dringend nötig, schon zum Schutze der riesigen wirtschaftlichen Interessen, dass deutsches Militär und deutsche Sachverständige nach Baku kommen. Die Türken betonen natürlich mit Nachdruck, dass sie alles machen können und dass sie uns nicht brauchen. Allein diese Fiktion einer Türkei, die Deutschland gleichgestellt und ebenbürtig ist, bricht eben immer vor der Wirklichkeit in dass Nichts zusammen.

Den türkischen Versuchen gegenüber, die schweren Verfehlungen und widerlichen Vorgänge in Baku als harmlos und als im Zusammenhang mit der Erstürmung der Stadt hinzustellen, möchte ich nochmals betonen, dass das Gemetzel schon vor Wochen angekündigt und ohne jeden Zusammenhang mit taktischen Vorgängen durchgeführt wurde. Auch der Einwurf, man habe die Truppen nicht in die Stadt gelassen, da man ihrer nicht sicher gewesen sei, ist nicht stichhaltig. Allerdings durfte man nicht, wie es vielfach geschah, die Soldaten in kleineren Patrouillen durch die Stadt schicken. Wo dies geschah, beteiligte sich die türkische Soldateska lebhaft am Plündern und Schänden. Hätte man sie bataillonsweise auf den grossen Plätzen aufgestellt und von dort Züge unter Offizieren entsendet, so hätte sich Ordnung schaffen lassen und die Truppe wäre in der Hand behalten worden.

Aus der Fülle von Zeugen, die weit besser wie ich über die schweren Ausschreitungen berichten können, möchte ich den dänischen, schwedischen und persischen Konsul, einen Herrn von Dassel neben zahlreichen Deutschen, deren Namen mir entfallen, dann Major Hartmann, Major Mayr, Oberstabsarzt Brokelmann, Leutnant Uttermarck des bayerischen Jägerregiments Nr. 15 nennen. Der russische General Ali Pascha erzählte mir, dass sogar seinen beiden alten Schwestern 600 Rubel in der Wohnung abgepresst wurden, da man ihnen vorhielt, sie seien Christinnen, obwohl sie den Koran vorzeigten. Ich würde es für richtig halten, dass in Baku eine deutsche Kommission gebildet wird, bei der alle Ausschreitungen gegen Deutsche und deutsche Schutzbefohlene angemeldet werden.

Bis zum 17. 9. abends war es trotz mehrfacher Bitten von mir und der deutschen und österreichisch-ungarischen Gefangenenkommission den türkischen Führern noch nicht gelungen, von sich aus Verbindungen zu den Gefangenen auf Nargin aufzunehmen. Die für unsere deutschen Begriffe unfassliche Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit der herrschenden Klasse gegen ihre Untergebenen hinderten vom 15. bis 17. 9. tatkräftige Schritte. Die Lage war nicht ganz geklärt, da die russischen Kriegsschiffe Kars und Ardaghan noch hinter Nargin lagen. Da Nuri aber mit diesen Schiffen schon seit einiger Zeit wegen Ankaufs verhandelte, hätte es nur des Entschlusses bedurft, um einen Parlamentär auf einer Barkasse zu entsenden. Der Lebensmittelmangel auf Nargin war gross. Die Türken taten nichts, lehnten aber die Anerbieten der neutralen Konsuln, von sich aus die Gefangenen, wie bisher zu versorgen, hochmütig ab. Daher schickte der deutsche Hauptmann Schneider am 17. 9. ein Boot mit Lebensmitteln unter Begleitung einer schwedischen Krankenschwester nach Nargin.

Am Nachmittag des 17. kamen auf einer Barkasse unter dem Schutz der weissen Flagge 2 Parlamentäre der russischen Flotte, der Adjutant des Befehlshabers, ein jüdischer Leutnant Dagl und ein lettischer Marineoffizier Blumenfeld. Sie überbrachten das Angebot der russischen Flotte, die 3 – 4000 Gefangenen auf Nargin unverzüglich auszuliefern, wenn wir die wenigen rein russischen (nicht armenischen) Gefangenen dagegen austauschten. Den etwas schwächlichen Versuch, auch die englischen Gefangenen in dieses Übereinkommen einzuschlissen, erstickte ich im Keime. Nuri nahm die Bedingung an. Aber obwohl es erst 4 Uhr nachm. war, erklärte er, es sei zu spät, um noch irgend etwas zu unternehmen. Da ich am 17. abends Baku verliess, kenne ich den weiteren Verlauf nicht.

Die russischen Delegierten bezeichneten sich als die „wahren Russen“, die den Brester Vertrag nicht anerkennen. Sie arbeiten mit den Engländern zusammen, die ihnen für die Verteidigung Bakus starke Kräfte versprochen hatten. Sie waren sehr erstaunt von mir zu hören, dass Miljukow mit dem rechten Flügel der Kadetten eine Annäherung an Deutschland suche. Sie meinten, solange Baku in türkischem Besitz bleibe, sei eine Verständigung zwischen Deutschland und Russland unmöglich.

Die Delegierten gehörten zu der Kriegsdiktatur, die Baku nach dem Sturz der Bolschewisten beherrschte. Diese Kriegsdiktatur hatte die unter dem Schutze des roten Kreuzes reisende deutsche Gefangenenkommission (Oberstabsarzt Dr. Brokelmann, Hauptmann Schneider, Herr [unleserlich]) mit ihrem Begleiter, dem Vertreter der Sowjetregierung in Moskau, Herrn Paul Abramowitsch sofort ins Gefängnis geworfen. Ich hielt ihnen das Schimpfliche ihres Schrittes vor und sagte ihnen, dass unser Verhalten ihnen gegenüber nunmehr zeigte, wie einwandfrei trotz aller englischen Verleumdungen von deutscher Seite gehandelt werde. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass eine geschickte deutsch Propaganda auf diese Leute Einfluss gewinnen könnte, die meine Anspielung, dass sie nur Werkzeuge englischer Politik seien, mit gekränkter Miene ablehnten.

Im Hotel Metropol war das englische Hauptquartier gewesen. Es ist bezeichnend für den türkischen Nachrichtendienst, dass die vom englischen Stab innegehabten Zimmer nicht durchsucht wurden. In einer Pause stöberte ich selbst im Hotel umher und fand im Zimmer des englischen Fliegerkommandeurs einen Haufen zerrissener Papiere und Karten, in einem Schrank auch Zeitungen, Briefe und Propagandaschriften. Anscheinend war die Flucht Hals über Kopf gegangen. Leider war bereits ein Zimmermädchen mit dem Aufräumen beschäftigt, sodass ein Teil der Papiere fehlte. An Einzelheiten konnte ich feststellen: [folgen unzusammenhängende militärische Details und größtenteils unleserliche Namen].

8.) In der Anlage füge ich ein Stück der für die Türken im Kaukasus bestimmten Propagandaschrift bei. Diesen Türken, die durch die russische Herrschaft auf ein weit höheres Kultur-Niveau als die Türken des osmanischen Reiches gehoben wurden, soll gezeigt werden, wie Deutsche selbst über ihre Bundesgenossen denken. Die Urteile des Verfassers, eines alten [unleserlich], des Leutnants d. R. Langenegger, sind zutreffend. Die Schrift ist den Türken nicht in die Hände gefallen. Ich habe einige Stücke entnommen, den Rest vernichtet.

Als ich am 17. 9. abends mich von Nuri Pascha verabschiedete, reichte er mir die Hand. Obwohl es bekannt war, dass bei Baladschari ein Zusammenstoss zweier Züge erfolgt war und die Strecke gesperrt sei, fuhren wir los. Vielleicht käme man doch durch. Die Folge war, dass wir fast 24 Stunden vor Baladschari liegen blieben. Die Station Kyschli war ebenfalls geplündert. In der Gegend im Nordosten Bakus zeigten sich Reitergruppen, zahlreiche Schüsse fielen, Staubwolken tauchten auf. Was wirklich vorging, war nicht zu erkennen.

Am l8. vorm. erschien der Adjutant Halil Paschas und überreichte mir, ohne dass vorher ein Wort zwischen Halil und mir gewechselt oder irgend eine Reibung erfolgt wäre, folgendes Enthebungsschreiben, datiert vom 17. 9.:

Votre tenue et vos paroles d’hier contre S. E. Noury Pascha, le commandant en Chef de l'armée Islam, devant une foule amie et étrangère et par conséquence la plainte officielle de S. E. à moi m'obligent définitivement de mettre un terme à votre Mission de Chef d'Etat-Major chez moi.

Je vous ai mis à la disposition du grand quartier Général auquel je l'ai télégraphié.


[Halil]

Lieutenant-Général et commandant en Chef du groupe d’armées d'Est.

Der schroffe Inhalt des Schreibens machte es mir unmöglich, die Geschäfte bis zur Antwort des Gr. H. Qu. weiterzuführen. Sie wurden vom Sous-Chef, Oberstleutnant Bassri Bey, übernommen.


[Paraquin]
Oberstleutnant.


Anlage 2. 2
Tiflis, le 20. Septembre 1918.
Très urgent!

Télégramme.


Je tiens d'une source absolument sure que lors des massacres, qui malheureusement ont eu lieu a Bacou après la prise de la ville, plusieurs sujets ou anciens sujets Allemands sont aussi tombés victimes des atrocités et leurs biens dévastés. Par conséquent vu le fait que Votre Excellence n’était pas a même de protéger suffisamment les vies et les intérêts des citoyens Allemands, je vous adresse au nom de l'Empire Allemand la demande officielle e' formelle de donner des a présent votre consentement a l'envoi d'un bataillon Allemand qui sera exclusivement charge de la sauvegarde des dits intérêts de mes connationaux. En ce qui concerne les crimes, qui ont été déjà commis contre des sujets Allemands je me réserve d'y revenir plus tard après avoir reçu les instructions y relatives de mon Gouvernement. Veuillez répondre, Excellence, par retour du courrier, et agréez l’assurance de ma haute considération.

Général v. Kress.

A Son Excellence Noury Pascha
Général de division Impérial Ottoman a Bacou.



Anlage 3.

Délégation Impériale Allemande au Caucase.

J.No.D. 1000


Tiflis, le 20 septembre 1918.

Excellence,

En vous faisant parvenir ci-jointe la copie d'un télégramme que je viens d'adresser à Son Excellence Noury Pascha, je ne manque pas de prier aussi Votre Excellence instamment de faire valoir toute votre influence auprès de votre Gouvernement et auprès du commandanten-chef de l'armée Islam afin qu'il consente à la demande que j'ai du lui exprimer. Comme représentant de l'Allemagne le plus rapproché des événements de Bacou je porte toutes les responsabilités pour la protection des sujets Allemands de cette ville vis-à-vis de mon Gouvernement ainsi que de la nation Allemande toute entière.

En même temps je crois pouvoir recourir à vos sentiments de haute justice et de l’humanité pour obtenir l'intervention de Votre Excellence en faveur des pauvres gens qui en ce moment souffrent si terriblement de la fureur des Tatares et qui ne sauraient être sauvés que par une puissante protection des troupes régulières Ottomanes.

D’après les renseignements absolument sûrs que je viens de recevoir, les Tatares ont commencé immédiatement après l’entrée dans la ville des troupes Ottomanes à se livrer à toutes sortes de cruautés, de pillages et de massacres. En première ligne ces atrocités furent dirigées contre les Arméniens, mais il y en a aussi des sujets des autres nations, qui sont tombés victimes eux-mêmes et leurs biens propres.

Quoique Noury Pascha disposât d'un nombre suffisant de troupes régulières pour mettre immédiatement fin à ces cruautés, il n'a pas pris pour des raisons qui ne me sont pas connues à temps des mesures énergiques de sorte que même le soir du 17 l'ordre a Bacou ne fut pas encore rétabli.

C'est en ma qualité de collègue et d'Allié que je me permets d'adresser cet appel au représentant d'une grande nation civilisée. En particulier je me base sur les promesses que Votre Excellence a bien voulu me donner au sujet des efforts que vous avez fait pour arriver à un resserrement des relations cordiales entre nos deux puissances.

Je saisis l'occasion pour renouveler à Votre Excellence l'assurance de ma très haute considération.


v. Kreß.

Son Excellence Abdoul Kerim Pascha,
Représentant Impérial Ottoman
près du Gouvernement de la République Géorgienne a Tiflis.


Anlage 4.

Kaiserlich Deutsche Delegation im Kaukasus.

Tiflis, den 20. September 1918.

Herr Diplomatischer Vertreter!

Ich erfahre soeben aus absolut zuverlässiger Quelle, daß nach der Eroberung Bakus durch die türkischen Truppen tatarische Banden und Teile der tatarischen städtischen Bevölkerung Gemetzel größten Umfangs angezettelt haben, dem auch einige Deutsche zum Opfer gefallen sind.

Indem ich mir vorbehalte, auf einzelne Geschehnisse zurückzukommen, sobald ich im Besitz entsprechender Instruktionen meiner Regierung bin, bitte ich Euere Exzellenz schon heute, Ihrer Regierung mitteilen zu wollen, daß ich genötigt sein werde, volle Genugtuung für die Gewalttaten zu fordern, denen wehrlose Deutsche oder unter deutschem Schutz stehende Personen von seiten der Tataren ausgesetzt gewesen sind.

Genehmigen Euere Exzellenz die erneute Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung.


[Kreß]

Seiner Exzellenz Herrn Djafaroff,
Diplomatischen Vertreter der Aserbeidschanischen Republik
bei der Georgischen Regierung in Tiflis.


Anlage 5.
Tiflis, le 21. Septembre 1918.

A Son Excellence
le Représentant du gouvernement de l’empire Allemand
Général Von Kress
Excellence,

J‘ai l‘honneur de vous informer sur les soi-disantes atrocités et attaques sur les vies et bénéfices des sujets allemands pendant l'occupation de Bacou. Cela a été avisé a Votre Excellence par une idée tout a fait exagérée et pour les Arméniens aussi il n'a pas été commis aucun excès et aucune cruauté. Quant aux petits événements qui soi-disant euent lieu pendant l’occupation de la ville, ils peuvent être considérés comme des accidents attachés aux anciens événements et cela peut arriver partout, mais c'est bien sur que sur la chute d'une position de défense, qui a passée des scènes sanglantes, dans le passé et dans le présent, quelques petits accidents peuvent surgir, mais ils n'ont absolument aucun sens de massacre. Et surtout de pratiquer volontairement une attaque contre les sujets allemands, peut rester tout à fait en dehors de la vérité. C'est absolument impossible admettre de la part de l’armée et du peuple ottoman d'une telle action vis-à-vis de son allié et ami, Etat et peuple d'Allemagne. On peut réparer toujours les petits dégâts qui soi-disant ont eu lieu pendant le courant des événements de Bacou et en même temps s'il y a eu de tels incidents appartenants à ce temps là, ce sera bien possible d’empêcher définitivement leurs répétitions et de maintenir la discipline et l’ordre, d’établir aussi la tranquillité et la paix et je crois que jusqu'à maintenant toutes ces choses là sont faites. C'est pour cela que je ne vois d’après moi aucun besoin d'envoyer un autre bataillon pour une ville qui a été prise avec tel prix de sang et des pareils sacrifices.

Parce que c'est bien sur que les officiers supérieurs, les officiers et les troupes ottomanes qui se trouvent à Bacou savent que toutes sortes de droits de leurs confrères allemands sont aussi honorés et sacrés au même degré de leurs propres droits. C'est ce que j’appuie sur les idées et les jugements de n'envoyer sans nécessité un bataillon allemand a Bacou, c'est fondé sur la raison qui ne consiste aucun danger pour l’Empire ottoman et pour les armées devant nos ennemis communs ainsi que pour les sujets allemands et à façon d'agir en envoyant le susdit bataillon aura peut-être quelques inconvénients et des rumeurs nuisibles dans les sphères qui nous entourent.

Cependant en parlant du texte de votre lettre, Excellence, je l'ai communique au Gouvernement et au Commandant de l’armée de l'Islam et j'ai ajouté de ma part qu'il soit apporté de la part des troupes ottomanes le concours essentiel avec une attention spéciale, et s’il existe des nécessiteux, il faudrait pour ces pauvres aussi, par grâce, prêter le concours immédiat.

En joignant mes respects, Excellence, j'ai l'honneur d'appuyer sur notre alliance remplie d’honneur et de gloire communs et nos liens et amitiés et aussi les créances que votre Excellence porte pour le gouvernement et le peuple ottoman et ainsi que pour l’armée remplie d’héroïsme.

Veuillez agréer, Excellence, l'assurance de ma haute considération.


Représentant Diplomatique et Militaire du gouvernement Impérial ottoman,
Abdul-Kerim


Anlage 6.
Bakou, le 25-9-34

Excellence,

J'ai reçu votre télégramme et votre honoré du 20. 9. 18 informant les événements arrivés à Bakou.

Ces nouvelles ne peuvent être de si authentique comme d'annonce.

Le premier jour de l'offensive générale de nos troupes contre Bakou, la résistance de l'ennemi n’avait pas été rompu tout a fait.

Le lendemain, par suite de la défense et durable et définitive de l'ennemi, l’armée a été obligée d'entrer en combat à la ville.

Plusieurs musulmans déjà chagrinés du massacre des musulmans fait par les arméniens en date 18 Mars 1918, et surtout les gaspilleurs ouvriers Persans, profitèrent instantanément de l'occasion présentée et se mirent a commettre quelques offenses.

Ces événements a pu se rétablir en sûreté par les preuves et les mesures énergiques prit par l’armée et par la condamnation a mort de centaines de musulmans coupables de ces atrocites.

Des lors, la ville possède une sphère extraordinaire de sorte qu'aucun du peuple ne porte plaint.

Les renseignements que vous venez de recevoir sur les sujets allemands tombés victimes des atrocités ne sont pas ni vrais et ni réels, s’ il y a de même des offenses commis envers les sujets allemands, le Gouvernement Azerbaydjanien est oblige de dédommager les pertes désignées.

Les troupes turcs ont déjà rétabli l'ordre et la sûreté public. Violà pourquoi il ne serait pas nécessaire d'envoyer les troupes allemandes pour la sauvegarde des sujets allemands.

C'est un de mes spéciaux devoirs la charge de protéger les vies et les intérêts des sujets allemands.


Noury, Général de Division.

Son Excellence le Général von Kress,
Délégué Impérial Allemand Tiflis.


1Das Anschreiben sowie Anlage 6 befindet sich nicht bei den Akten. Wortlaut nach Lepsius „Deutschland und Armenien“, Dok. 442.
2Der Text dieser Anlage ist aus „Deutschland und Armenien“ übernommen, da er im Original praktisch nicht mehr lesbar ist.



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