1916-07-12-DE-002
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Quelle: DE/PA-AA/R14092
Zentraljournal: 1916-A-18876
Erste Internetveröffentlichung: 2000 März
Edition: Genozid 1915/16
Praesentatsdatum: 07/17/1916 p.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: K. Nr. 187/Tagb. Nr.G 559
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der Konsul in Genf (Geißler) an den Reichskanzler (Bethmann Hollweg)

Bericht



K. Nr. 187 / Tagb. Nr.G 559
Genf, den 12. Juli 1916

Die hiesigen Vertreter des Schweizerischen Hilfswerks für die Armenier, der Schweizer Bürger Herr Leopold Favre und der ehemalige Pastor der deutsch-evangelischen Gemeinde von Genf Herr Adolf Hoffmann (Reichsangehöriger), haben mir mitgeteilt, daß ihr Komitee die Absicht habe den auf türkischem Gebiet lebenden notleidenden Armeniern aufs neue Geldunterstützungen zukommen zu lassen. Das Hilfskomitee würde es mit Dank begrüßen, wenn es für dieses Unternehmen bei den Kaiserlichen Konsularbehörden in Kleinasien Unterstützung finden würde und wenn es sich ermöglichen ließe, die von dem Komitee für den angegebenen Zweck gesammelte Geldsumme durch die Vermittlung unserer Konsuln unter die hilfsbedürftigen Armenier zu verteilen. Das Komitee würde auch, wenn es zweckmäßig sein sollte, eine eigene Abordnung zur Ausführung des geplanten Liebeswerks nach Kleinasien entsenden. Herr Pastor Hoffmann, der sich zur Erledigung persönlicher Angelegenheiten gegen Ende dieses Monats einige Tage in Berlin aufhalten wird und den ich davon unterrichtet habe, daß der Kaiserliche Konsul in Damaskus sich bereit erklärt hat Geldspenden für die dortigen notleidenden Armenier in Empfang zu nehmen und an zuverlässige Mittelspersonen weiterzugeben, möchte seinen Aufenthalt in Berlin gern dazu benützen, die Ausführung der von dem schweizerischen Komitee geplanten Hilfsaktionen mit dem für die Angelegenheit in Betracht kommenden Beamten des Auswärtigen Amts persönlich eingehender zu erörtern.

Euerer Exzellenz geneigtem Ermessen darf ich gehorsamst anheimstellen, dem Wunsche des Pastors Hoffmann, der dem Generalkonsulat wiederholt nützliche Dienste geleistet hat und ein Mann von guter deutschen Gesinnung ist, entsprechen und mir so bald als tunlich eine bezügliche Weisung zugehen lassen zu wollen.

Die Kaiserliche Gesandtschaft in Bern erhält von hier aus eine Abschrift dieses Berichts.


Geißler


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