1915-11-27-DE-002
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Quelle: DE/PA-AA/R14089
Zentraljournal: 1915-A-34418
Erste Internetveröffentlichung: 2003 April
Edition: Genozid 1915/16
Praesentatsdatum: 11/27/1915 p.m.
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


"Norddeutsche Allgemeine Zeitung"

Zur armenischen Frage



Etwa 50 angesehene Vertreter der evangelischen Kirche, der theologischen Wissenschaft und der Mission haben kürzlich dem Reichskanzler eine Eingabe unterbreitet, die im christlich-humanitären Interesse ihren Sorgen und Wünschen in der armenischen Frage Ausdruck gab. Hierauf hat der Reichskanzler folgende Antwort erteilt:
“Die Kaiserliche Regierung wird wie bisher, so auch in Zukunft es stets als eine ihrer vornehmsten Pflichten ansehen, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß christliche Völker nicht ihres Glaubens wegen verfolgt werden. Die deutschen Christen können darauf vertrauen, daß ich alles, was in meiner Macht steht, tun werde, um den mir von Ihnen vorgetragenen Sorgen und Wünschen Rechnung zu tragen.”

Die Kriegskorrespondenz des Evangelischen Presseverbandes für Deutschland bemerkt dazu: Wir sind überzeugt, daß diese Erklärung in weiten Kreisen Deutschlands mit Genugtuung begrüßt werden wird. Während die Ententemächte christliche Untertanen des Osmanischen Reiches zur Unbotmäßigkeit verleitet und dadurch ihre gegenwärtige Lage mitverschuldet haben, ist die deutsche Regierung in freundschaftlicher Fühlung mit der türkischen dauernd bemüht gewesen, die Lage der christlichen Untertanen der Türkei zu fördern. Die deutschen Christen dürfen sich darauf verlassen, daß auch fernerhin alles seitens der deutschen Regierung geschieht, was diesem Zweck dienen kann, und daß ihre humanitären Bestrebungen zur Linderung bestehender Not nachdrückliche Unterstützung finden werden.



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