1916-09-07-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/R14093
Zentraljournal: 1916-A-24237
Erste Internetveröffentlichung: 2003 April
Edition: Genozid 1915/16
Praesentatsdatum: 09/07/1916
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/01/2014


"Wolff’s Telegraphisches Büro"

Nichtamtlich.



Konstantinopel, 6. September. Aus den Aktenzusammenstellungen über die revolutionären Anschläge der Armenier werden jetzt weitere Mitteilungen gemacht, denen folgendes zu entnehmen ist:

Vor Eintritt der Türkei in den Weltkrieg faßten die armenischen Komitees von Taschnak, Hintschak und Ramgavar gemeinsam den Beschluß, für den Fall, daß der Sieg sich der osmanischen Armee zuneigen sollte, einen allgemeinen Aufstand anzuzetteln, die öffentlichen Gebäude und Ämter mit Bomben und den seit Jahren angehäuften Waffen anzugreifen, Metzeleien und Feuersbrünste hervorzurufen, die Fahnenflucht der armenischen Soldaten zu erleichtern, mit einem Wort, den Russen den Sieg zu verschaffen und mit Hilfe Rußlands ein unabhängiges Armenien zu errichten. Sofort nach Veröffentlichung des türkischen Mobilisierungsdekrets machten die Armenier gemeinsame Sache mit der Entente und forderten in feurigen Aufrufen alle Armenier auf, die Russen mit Gut und Blut zu unterstützen. Über tausend armenische Türken waren von politischen Agenten Frankreichs und Englands zur Desertion verleitet und mit armenischen Notabeln über Bulgarien, Rumänien und Ägypten nach der Kaukasusfront befördert worden. Der berüchtigte Agitator Antranik und der Deputierte von Erzerum Fasdir Madjian stellten sich an die Spitze von Banden und verübten unsagbare Grausamkeiten gegen die muselmanischen Bewohner von Bayarid sowie der Ortschaften an der türkisch-persischen Grenze und der Gegend von Adjara. Auf Befehl des Erzbischofs [unlerserlich] gründete ein gewisser Boghos Nobar einen Ausschuß zur Unterstützung der armenischen Kaukasusfreiwilligen. Im Februar 1915 bildeten die Armenier bewaffnete Banden, welche den mit der Rekrutierung betrauten Gendarmen wochenlang regelrechte Gefechte lieferten. Im Dorfe Küssen bei Musch wurden hierbei 9 Gendarmen getötet. In Musch selbst töteten die armenischen Aufrührer, die sich im Kloster Arak verschanzt hatten, den Befehlshaber der Gendarmerieabteilung und seine Leute. Derartige Fälle wiederholten sich in verschiedenen Ortschaften. Von der feindlichen Flotte wurden an der kleinasiatischen Küste Armenier gelandet, um für Rechnung Englands zu spionieren. Sie wurden bei Deurt Yol und Alexandrette festgenommen und vor ein Kriegsgericht gestellt. In Develu wurden in der armenischen Kirche und Schule sowie auf dem Friedhofe neunzig große Bomben, hunderte von Gewehren, mit Pulver gefüllte Blechgefäße, ein armenisch-englisch-französisches Chiffren-Buch, revolutionäre Schriften gefunden. Es wurde festgestellt, daß der armenische Bischof in Develu der Anstifter dieses Anschlages war. Die Beschuldigten gestanden auch, daß die Bomben für den zur Unabhängigkeit Armeniens geplanten Aufstand bestimmt waren.


[Unter der Überschrift „Die armenischen Anschläge.“ am 8.9. von der „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ vollständig übernommen.]



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