1915-03-02-DE-003
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Quelle: DE/PA-AA/R 22404
Zentraljournal: 1915-A-7728
Erste Internetveröffentlichung: 2012 April
Edition: Die deutsche Orient-Politik 1911.01-1915.05
Telegramm-Abgang: 03/02/1915 01:56 PM
Telegramm-Ankunft: 03/02/1915 07:25 PM
Praesentatsdatum: 03/02/1915 p.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr. 508
Zustand: A
Letzte Änderung: 06/17/2017


Der Botschafter in Konstantinopel (Wangenheim) an das Auswärtige Amt

Telegraphischer Bericht



Nr. 508.

Pera, den 2. März 1915

Abschrift

In Rede bei Sessionsschluß hervorhob Kammerpräsident Erfolge türkischer Waffen, die den Feind schließlich zu dem verzweifelten Versuch Angriff auf Dardanellen veranlaßten. Zweifellos werde ottomanische Tapferkeit dem Feind, dessen fünftägiges Bombardement minimales Ergebnis gehabt, schwerste Wunden schlagen. Sollte, was unwahrscheinlich, Forcierung gelingen, so würde dadurch nur Entschlossenheit Willenskraft der Türken erhöht werden, alle Vorbereitungen getroffen. Russen wähnen die Zeit für Einnahme Konstantinopels gekommen, können aber sicher sein, daß ottomanische, deutsche, austroungarische Waffen, deren Bund auf Schlachtfeldern gefestigt mit Gottes Hilfe morgen wie heut siegen werden. Türkischer Soldat, der bei Konstantinopel und in Anatolien wacht, ist zugleich tapferer Schützer Berlins, Wiens, Budapests, ebenso wie deutsche, austroungarische Krieger zugleich Beschützer Konstantinopels. Wenn Feinde immer erklären, Integrität Türkei verbürgt zu haben, so braucht nur an Schicksal Persiens erinnert zu werden. Aber Persien braucht nicht zu verzweifeln, sondern wird jetzt von seinem tyrannischen Joch befreit werden. Lebhafter Beifall.


[Wangenheim]



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