1916-01-01-DE-002
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Quelle: DE/PA-AA/R 20038
Zentraljournal: 1916-A-00079
Erste Internetveröffentlichung: 2017 Juni
Edition: Die deutsche Orient-Politik 1915.06-1916.12
Telegramm-Abgang: 01/01/1916 10:30 PM
Telegramm-Ankunft: 01/02/1916 02:50 AM
Praesentatsdatum: 01/02/1916 a.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr. 1
Zustand: A
Letzte Änderung: 11/19/2017


Der Gesandte in Athen (Mirbach) an das Auswärtige Amt

Telegraphischer Bericht


Athen, den 1. Januar 1916

Für Chef des Generalstabes des Feldheeres:

Aus sicherer Quelle:

Griechischer Gesandter Berlin berichtet v. 30./12:

Ich sah Exzellenz v. Jagow; er vermied politische Diskussion. Ich fragte: wie weit ist man mit der Prüfung der von meinem König vorgeschlagenen Punkte (vergl. mein Tel. Nr. 133 von 23./12.). Er antwortete auf ziemlich verlegene Art, daß er an alles denke und die Lage prüfe. Auf meine Frage, was General v. Falkenhayn sagt, antwortete er, daß der General sich noch nicht bestimmt geäußert habe. Auf meine Frage, ob er es für nützlich halte, daß ich unmittelbar mit Exzellenz v. Falkenhayn spreche, antwortete Exzellenz v. Jagow verneinend und schloß mit der Bemerkung, daß, falls eine Liste der nur schwer annehmbaren Forderungen aufgestellt werden sollte, diese Liste wohl sehr lang werden würde und daß er nicht wisse, ob es unter diesen Umständen nicht besser sei, den Angriff (gegen Saloniki) für den Augenblick aufzugeben.

Nach allem diesem habe ich den Eindruck, daß sich vielleicht die Bulgaren weigern zu marschieren, oder daß Deutschland vielleicht lieber 200000 Mann der Entente in Salonik als im Kampf in Frankreich sieht. Zweifellos sucht man die Angelegenheit zu verschleppen …. (offene Stelle).“

Da König und Generalstab und Regierung auf unsern baldigen Angriff hoffen, wirken derartige Nachrichten stets etwas deprimierend. Ich kann auch heute meinen in Tel. Nr. 147 v. 29./12. gemachten Vorschlag nur wiederholen, um so mehr, als nach Mitteilung des griechischen Generalstabs die Wahlprüfungen nunmehr beendet sind.

Unterschrift: Militärattaché Athen.


[Mirbach]



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