1915-03-21-DE-004
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Quelle: DE/PA-AA/R 19967
Zentraljournal: 1915-A-10267
Erste Internetveröffentlichung: 2012 April
Edition: Die deutsche Orient-Politik 1911.01-1915.05
Telegramm-Abgang: 03/21/1915 05:40 PM
Telegramm-Ankunft: 03/21/1915 08:19 PM
Praesentatsdatum: 03/22/1915 a.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr. 614
Zustand: A
Letzte Änderung: 06/17/2017


Der Botschafter in Konstantinopel (Wangenheim) an das Auswärtige Amt

Telegraphischer Bericht



Nr. 614. [muß 714 sein]

Pera, den 21. März 1915

Enver mitteilt über die Vorgänge vor Smyrna:

Der englische Seebefehlshaber hat nach den ersten erfolglosen Unternehmungen einen Parlamentär zum Wali mit der Forderung geschickt, die Geschütze der Befestigungen zu vernichten und die Minensperren wegzuräumen. Er würde dann mit seinen Schiffen als Freund in den Hafen kommen und die so lange entbehrte Zufuhr aus See gestatten und fördern.

Auf diesen Vorschlag hat der Wali Ramiz Bey im Auftrage der hiesigen Regierung ablehnend geantwortet. Zugleich ist die Anweisung nach Smyrna ergangen, daß derartige Verhandlungen nicht durch den Wali sondern durch den Militär-Gouverneur zu führen seien.

Auf die Ablehnung hat der englische Seebefehlshaber mit einem neuen Angebot geantwortet: Die Werke und Geschütze sollen unangetastet und die Minensperren liegen bleiben. Türkischerseits solle nur die bindende Zusicherung abgegeben werden, daß Smyrna keinesfalls als Basis irgend maritim-militärischer Unternehmungen benützt werde. Dann würde keine militärische Aktion mehr gegen Smyrna unternommen und die verbündete Flotte zurückgezogen werden.

Türkische Antwort auf diesen Vorschlag steht noch aus. Enver Pascha verhandelte heute Nachmittag mit Admiral Souchon.


[Wangenheim]



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