1915-02-25-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/R 20178
Zentraljournal: 1915-A-7151
Erste Internetveröffentlichung: 2012 April
Edition: Die deutsche Orient-Politik 1911.01-1915.05
Telegramm-Abgang: 02/25/1915 04:30 PM
Telegramm-Ankunft: 02/25/1915 11:55 PM
Praesentatsdatum: 02/26/1915 a.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr. 209
Zustand: A
Letzte Änderung: 06/17/2017


Der Gesandte in Athen (Mirbach) an das Auswärtige Amt

Telegraphischer Bericht



Nr. 209.

Athen, den 25. Februar 1915

Der König, der noch vor 3 Tagen Frage bulgarischer Manöver nicht berührt hatte, äußerte heute plötzlich diesbezügliche Besorgnis.

Sowohl gewählter Termin (März) als auch Stärke der Verbände (etwa 120 Bataillone) ließen die „Manöver“ als verschleierte Mobilmachung erscheinen.

Eine solche würde aber, im gegenwärtigen Zeitpunkt, auch Griechenland mit teilweiser Mobilmachung beantworten müssen, deren Kosten indes aus eigenen Mitteln nicht zu bestreiten seien.

Deutschland werde begreiflicherweise wegen griechisch-serbischem Vertrag keinerlei Mittel vorstrecken, Ententemächte aber verlangten für finanzielle Beihilfe Eintreten Griechenlands in den Krieg auf ihrer Seite.

Um Griechenland die Durchführung seines festen Willens zur Neutralität zu ermöglichen, sollten nach Ansicht Seiner Majestät Deutschland und Österreich-Ungarn in Sofia dahin wirken, daß „Manöver“ unterbleiben.

Annehme, daß Herr Theotokis und griechischer Gesandter Wien demnächst entsprechende Demarche machen werden.


[Mirbach]
[Zimmermann am 26.2. an Gesandtschaft Sofia (Nr. 149)]

Der Ks. Geschäftsträger in Athen telegraphiert:
Bitte von gewünschter Einwirkung absehen aber drahten was dem König zur Beruhigung gesagt werden könnte.



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