1915-03-21-DE-003
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Quelle: DE/PA-AA/R 20181
Zentraljournal: 1915-A-10602
Erste Internetveröffentlichung: 2012 April
Edition: Die deutsche Orient-Politik 1911.01-1915.05
Praesentatsdatum: 03/24/1915 p.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr.
Zustand: A
Letzte Änderung: 06/17/2017


Der Gesandte in Bukarest (Bussche) an den Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt (Zimmermann)

Privatbrief


Bukarest, den 21. März 1915.

Lieber Zimmermann!

Ich weiss nicht, welche Entschlüsse man im Hinblick auf das Scheitern der Munitionsdurchfuhr für die Türkei fassen wird. Ich möchte aber darauf aufmerksam machen, dass ein Ultimatum an Rumänien meines Erachtens - diese Ansicht teilt auch Czernin - zu einem Kriege mit Rumänien führen würde. Da erscheint mir ein Stoss durch den nordöstlichen Zipfel Serbiens, wie Halil wünscht, immer noch weniger kostspielig und besser. Es war ein nicht wieder gutzumachender Fehler Falkenhayns, dass er sich hartnäckig gegen eine Hilfe Österreichs in Serbien sperrte. Ich habe, wie Sie wissen, immer darauf hingewiesen, dass wir nur auf dem Wege durch Serbien die Verbindung nach der Türkei sicher haben würden. Möglich ist, dass wir infolge dieses Fehlers auch Bulgarien verlieren. Wir müssen in Sofia sehr auf der Hut sein. Vielleicht wäre es gut gewesen, die Griechen hätten losgeschlagen, denn dann würden die Bulgaren wohl [Anmerkung Rosenberg: zweifelhaft; hätten sie es getan, wäre ein neuer Angriff auf Bulg. wahrscheinlich die Folge gewesen] gegen die Griechen vorgegangen sein.

Wann wird endlich in Galizien die Sache vorangehen? Hier heisst es immer: „ja, die Deutschen, die siegen immer, aber die Oesterreicher sind so schwach“.


Mit herzlichem Gruss in Eile
Ihr
Bussche.



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