1915-02-23-DE-002
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Quelle: DE/PA-AA/R 19958
Zentraljournal: 1915-A-6854
Erste Internetveröffentlichung: 2012 April
Edition: Die deutsche Orient-Politik 1911.01-1915.05
Telegramm-Abgang: 02/23/1915 12:40 PM
Telegramm-Ankunft: 02/23/1915 06:35 PM
Praesentatsdatum: 02/23/1915 p.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr. 433
Zustand: A
Letzte Änderung: 06/17/2017


Der Botschafter in Konstantinopel (Wangenheim) an das Auswärtige Amt

Telegraphischer Bericht



Nr. 433.

Pera, den 23. Februar 1915

Die türkische Beobachtung an den Dardanellen hat nunmehr festgestellt, daß unter den feindlichen Schiffen, die am 20. d.M. die Außenforts beschossen, sich auch die beiden in England bestellten türkischen Dreadnoughts befunden haben. Die Lügenhaftigkeit des englischen Communiqués über die Beschießung ergibt sich u.a. auch daraus, daß einwandfrei durch deutsche Offiziere verschiedene türkische Volltreffer beobachtet worden sind. Namentlich ist einer der englischen Dradnoughts, wahrscheinlich Queen Mary, am Turm mit nachfolgender Explosion so stark beschädigt worden, daß zur Rettung des Schiffes zahlreiche Torpedoboote herbeieilen mußten. Man rechnet hier noch mit einem bevorstehenden Forzierungsversuch. Gegen ihn spricht das Mißlingen der letzten Beschießung und die nach der Bukarester Meldung zweifellos vorhandene Abneigung Englands und Frankreichs, die Meerengen für Rußland frei zu machen. Sollte der Durchbruch wider alles Erwarten gelingen, so würde die gegnerische Hoffnung, daß die Türkei sich dann zu einem Sonderfrieden entschließen würde, voraussichtlich eine Enttäuschung erfahren. Die Gegner würden hier keine zum Verhandeln bevollmächtigten Unterhändler, sondern nur die Armeeoberleitung antreffen, die entschlossen wäre, die Hauptstadt bis zum äußersten zu verteidigen und jede Truppenlandung zu verhindern

[Wangenheim]



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