1915-01-07-DE-003
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Quelle: DE/PA-AA/R 20175
Zentraljournal: 1915-A-00814
Erste Internetveröffentlichung: 2012 April
Edition: Die deutsche Orient-Politik 1911.01-1915.05
Telegramm-Abgang: 01/07/1915 11:30 PM
Telegramm-Ankunft: 01/08/1915 02:30 AM
Praesentatsdatum: 01/08/1915 a.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr. 62
Zustand: A
Letzte Änderung: 10/22/2017


Der Botschafter in Konstantinopel (Wangenheim) an das Auswärtige Amt

Telegraphischer Bericht



Nr. 62.

Pera, den 7. Januar 1915

Großwesir erhielt heute durch türkischen Botschafter aus Berlin Nachricht, daß Deutschland nicht geneigt sei, in Serbien einzugreifen. Lebhaft beunruhigt wandte er sich deshalb an Feldmarschall Frhr. v.d. Goltz. Das Eingreifen sei durch die Lage auf der Balkanhalbinsel, die sich nach Räumung von Belgrad verschlechtert, dingend notwendig geworden. Der Feldmarschall erklärte die Nachricht als unzutreffend; er sei zwar zu bestimmter Zusage nicht befugt, wisse aber, daß man bei unserer obersten Heeresleitung gesinnt sei, im Februar einzugreifen, wenn Österreich mitgehe und hinreichend Kräfte verfügbar wären. Großwesir, dadurch beruhigt, erklärte, daß die Türkei noch 500000 Mann aufstellen könne, wenn Weg durch Serbien für Waffenzufuhr frei wäre. Er wolle durch türkischen Botschafter in Wien auf starke Aktion in Serbien hinwirken und ersuchte den Feldmarschall, nach Berlin zu telegraphieren.

[Wangenheim]



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