1914-07-28-DE-004
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Quelle: DE/PA-AA/R 1913
Zentraljournal: 1914-A-15013
Erste Internetveröffentlichung: 2012 April
Edition: Die deutsche Orient-Politik 1911.01-1915.05
Telegramm-Abgang: 07/28/1914 06:40 PM
Telegramm-Ankunft: 07/29/1914 12:50 PM
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr. 369
Zustand: A
Letzte Änderung: 06/17/2017


Der Botschafter in Konstantinopel (Wangenheim) an das Auswärtige Amt

Telegraphischer Bericht



Nr. 369
Constantinopel (Therapia), den 28. Juli 1914.

Großwesir sagte mir, daß er am Dienstag zur Begegnung mit Venizelos über Rumänien nach Brüssel reisen werde. Trotz der kritischen Lage und der voraussichtlichen Ergebnislosigkeit der Reise - auf ein Bündnis werde er sich keinesfalls einlassen - sei er dem österreichischen Rate, auf die Reise zu verzichten, nicht gefolgt. Der Verzicht könne ihm von Rußland und Frankreich als vorzeitige Parteinahme für Österreich und Bulgarien ausgelegt werden.

Im gegenwärtigen Moment müsse die Türkei ebenso wie Bulgarien strikteste Neutralität wahren, damit der Konflikt lokalisiert bleibe. Seine Wünsche bezüglich Regelung der türkischen Beziehungen zum Dreibund werde er mir noch heute unterbreiten. Gern hätte er auf seiner Reise Berlin berührt. Er könne dies aber nicht tun, da ihn Bompard bereits gefragt habe, ob er über Berlin reise und ihn für diesen Fall gebeten habe, auch am Quai d’Orsay vorzusprechen.


[Wangenheim]



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