1916-01-10-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/R 20040
Zentraljournal: 1916-A-00859
Erste Internetveröffentlichung: 2017 Juni
Edition: Die deutsche Orient-Politik 1915.06-1916.12
Telegramm-Abgang: 01/10/1916 07:25 AM
Telegramm-Ankunft: 01/10/1916 07:15 PM
Praesentatsdatum: 01/10/1916 p.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr. 728
Zustand: A
Letzte Änderung: 11/19/2017


Der Gesandte in Sofia (Michahelles) an das Auswärtige Amt

Telegraphischer Bericht


Sofia, den 10. Januar 1916

Unter Bezugnahme auf Telegramm Nr. 13 {A 517} und Nr. 18 {A 728}.

Hier sind keinerlei Anzeichen dafür zu entdecken, daß zwischen Bulgarien und England Fäden angesponnen werden. Als der bulgarische Konsul in Salonik gefangen genommen wurde, wollte man hier sofort den zur Bewachung des englischen Gesandtschaftsgebäudes zurückgebliebenen englischen Vizekonsul verhaften, worauf letzterer zum amerikanischen Geschäftsträger flüchtete. Von Seiten Bourchiers, der in Bukarest verweilt, ist niemand mit Aufträgen bei der hiesigen Regierung eingetroffen. Da vielleicht zwischen der englischen und bulgarischen Gesandtschaft in Athen Anknüpfungen versucht werden könnten, so sondierte ich bei Radoslawow, ob zwischen beiden Gesandten etwa Beziehungen existieren. Radoslwow hält dies für ausgeschlossen. Passaroff würde ohne Zweifel ihm oder dem König direkt Meldung erstattet haben, falls englischerseits ein Verkehr angebahnt worden wäre. Der Ministerpräsident legt großen Wert auf die gemeinsame Aktion gegen Salonik und fragt mich bei jedem Besuch, was ich über den Beginn der Operationen erfahren hätte.

Sollte nicht in Athen der Wunsch bestehen, bei uns Mißtrauen gegen Bulgarien hervorzurufen?


[Michahelles]



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