1913-07-08-DE-004
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Quelle: DE/PA-AA/R 14080
Zentraljournal: 1913-A-13752
Erste Internetveröffentlichung: 2017 November
Edition: Armenische Reformen
Telegramm-Abgang: 07/08/1913 11:30 PM
Telegramm-Ankunft: 07/09/1913 04:58 AM
Praesentatsdatum: 07/09/1913 a.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr. 374
Zustand: A
Letzte Änderung: 11/19/2017


Der Botschafter in Konstantinopel (Wangenheim) an das Auswärtige Amt

Telegraphischer Bericht


Therapia, den 8. Juli 1913

Antwort auf Telegramm Nr. 222.1

Schönbergs Antrag hat nur taktische Bedeutung. An seine Annahme ist nicht zu denken, da die Tripelentente das russische Projekt als ein ensemble a laisser ou a prendre behandelt. Fällt der russische Antrag, so wird Pforte Reformwerk auf Grund ihrer Zoneneinteilung weiterführen. Für die cilicische Zone hatte schon Mahmud Schewket auf englische Reformer verzichtet (cfr. Telegramm Nr. 275 und 286); ich glaube erreichen zu können, daß dort und für Syrien ein türkischer Generalinspekteur bestellt wird. Dagegen würde es nicht unbedenklich sein, deutsche Reformer gerade für dieses Gebiet zu verlangen, da die äußerlichen Kennzeichen der deutschen Interessensphäre entsprechende Forderungen Frankreichs für Syrien, Rußlands für Armenien und Englands für Golfgebiet etc. zur Folge haben würden. Pforte würde sich einer solchen administrativen Verteilung des Landes an die Interessenten auf das äußerste widersetzen. Die Anzahl der deutschen Reformer einschließlich Offiziere innerhalb des ganzen Reformgebiets dürfte in jedem Falle größer werden als die der Reformer irgendeines anderen Landes.

Es ist unmöglich, gleichzeitig die Schaffung einer russischen Interessensphäre zu bekämpfen und diejenige einer deutschen vorzubereiten.


[Wangenheim]
[Antwort Jagow 9.7. (Nr. 222)]

An deutsche Reformer ist unsererseits gar nicht gedacht. Mit Türken einverstanden.

1 A 13678 [Dok. 1913-07-07-DE-001].



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