1916-01-28-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/R14090
Zentraljournal: 1916-A-02894
Erste Internetveröffentlichung: 2000 März
Edition: Genozid 1915/16
Praesentatsdatum: 02/03/1916
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr. 39
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/28/2012


Der Botschafter in außerordentlicher Mission in Konstantinopel (Wolff-Metternich) an den Reichskanzler (Bethmann Hollweg)

Bericht



Nr. 39

Pera, den 28. Januar 1916

(Vorbericht Nr. 29)

Ein weiteres sicheres Beispiel für die Islamisierung der Armenier wird vom Kaiserlichen Konsul in Aleppo gemeldet. Auf Antrag des Herrn Roessler stand die Kaiserliche Botschaft im Begriff, sich für den Arzt und den Apothekergehilfen des von der deutschen Orientmission in Urfa unterhaltenen Spitals zu verwenden, welche von den Behörden verhaftet worden waren und von denen der letztere bereits zum Islam übergetreten war. Nunmehr zeigt Herr Roessler hier an, daß auch der Arzt, ein gewisser Abuhajatian, mit dem gesamten übrigen männlichen Personal des Spitals Mohammedaner geworden sei und den Namen Arif angenommen habe. Trotzdem ist er vom Kriegsgericht verurteilt worden. Die von den Behörden in Urfa gesammelten Waisen sind ebenfalls dem Islam zugeführt worden. Nach Ansicht des Herrn Roessler würde ein weiteres Eintreten für die auf diese Weise Bekehrten nur zur Folge haben, daß sie verschickt und unterwegs aus dem Wege geräumt werden.

Endlich wird in einem Briefe aus Konia bestätigt, daß die dort konzentrierten Armenier allmählich weiter ins Innere abgeschoben werden, wo sie auf türkische Dörfer verteilt und zur Annahme des Islam genötigt werden.


Metternich


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