1916-04-10-DE-003
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Quelle: DE/PA-AA/R 20063
Zentraljournal: 1916-A-9362
Erste Internetveröffentlichung: 2017 Juni
Edition: Die deutsche Orient-Politik 1915.06-1916.12
Telegramm-Abgang: 04/10/1916 12:00 PM
Telegramm-Ankunft: 04/10/1916 11:50 PM
Praesentatsdatum: 04/11/1916 a.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr. 264
Zustand: A
Letzte Änderung: 11/19/2017


Der Gesandte in Athen (Mirbach) an das Auswärtige Amt

Telegraphischer Bericht


Athen, den 10. April 1916

Wie mir Herr Skulidis soeben sagte, haben Sir Francis Elliot und Herr Guillemin ihm heute vormittag eröffnet, daß sich die Entente „aus gebieterischen Notwendigkeiten“, sowohl zu ihrem eigenen Schutz, wie auch zur Sicherung der griechischen Schiffahrt (!) gezwungen sehen, den Hafen von Argostoli (auf Kephallenia) zu sperren.

Der Ministerpräsident hat energisch protestiert, für die der griechischen Schiffahrt entgegengebrachte Fürsorge ironisch gedankt und hinzugefügt, die Sperre von Argostoli bedeute wohl die erste Etappe für den Transport der Serben von Korfu nach Salonik durch den Isthmus.

In diesem Zusammenhang hat der Minister den Ententegesandten erklärt daß, falls sie auf jenen Transportweg beständen, der Kanal sofort unpassierbar gemacht werden würde. Nötigenfalls würde auch die Bahn Patras-Athen gesprengt werden.

Die beiden Gesandten hätten sich sehr betroffen gezeigt; Sir Francis Elliot habe geäussert die eben gehörten Worte seien die schwerwiegendste Erklärung, welche, seit Ausbruch des Weltkrieges, von griechischer Seite jemals abgegeben worden sei, und Herr Guillemin habe ausgerufen: „Mais c’est la guerre que vous nous faites!“


[Mirbach]



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