1915-08-31-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/BoKon 96/Bl. 116-120
Botschaftsjournal: 10-12/1915/6977
Erste Internetveröffentlichung: 2010 April
Edition: Deportationsbestimmungen
Telegramm-Abgang: 08/31/1915 09:50 AM
Telegramm-Ankunft: 08/31/1915
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der deutsche Pfarrer Strahl an die Botschaft Konstantinopel

Telegramm



fuer bis hierher gelangte ausgewiesene armenische protestantische circa 100 familien fortgesetzt kleinlichste schaebigste [nicht entziffert]streitigkeiten gleichzeitig unterkommen und reisevesika verweigerung trotz beglaubigung eigener protest pfarrer christen nicht als protestanten anerkannt leute halb verzweifelt zuständiger instanzhilfe unmoeglich

strahl pfarrer
[Anmerkung Mordtmann 1.9.]

[Folgende Eingabe] Vom armenisch kath. Patriarchen uns überreicht.

Es handelt sich um 100 kath. Und 200 prot. Familien aus Ismid, Adabazar, Bagdschedjek u. Guvé.


[Eingabe des armenisch-katholischen Patriarchen 1.9.]

Les Arméniens Catholiques et Protestants, qui avaient reçu du gouvernement central et des autorités locales l’ordre de retour dans leurs foyers ont été chassés de nouveau par le gouvernement d’Ismidt.

Ainsi deux prêtres d’Ismidt qui se trouvaient à Eskischehir et une partie des Catholiques qui se trouvaient à Eregli, sont arrivé à Ismidt vendredi le 27 d’août avec leur papier en règle et ont été renvoyés à Eskischehir le dimanche 29 du même mois.

De même un grand nombre de Protestants, qui sont retournés à Adapazar ont été renvoyé hier le 31 d’août à Eskischehir par ordre du gouverneur d`Ismidt, qui déclare de ne pas reconnaitre les ordres du gouvernement central.

Maintenant le gouverneur d’Eskischehir déclare qu’il ne peut pas retenir chez lui les retournés d’Ismidt et il les oblige de partir vers Konia. Les Protestants et les Catholiques qui avaient loués par permission du gouvernement des chambres dans la ville, ont été chassé à coup de fouet de leurs chambres et se trouvent maintenant sur les champs, mêlés dans les autres déportés et maltraités comme les autres malheureux.


Nos Demandes

Nous prions de trouver les moyens de persuader ou d’obliger le gouverneur d’Ismidt qu’il accepte les retournés dans les villes et les villages de sa province.

Si cela n’est pas possible, donner un ordre spécial au gouvernement d’Eskischehir, qu’il laisse s`établir dans sa ville les Catholiques et les Protestants comme citoyens d’Eskischehir.

Comme sur le papier d’identité de quelques Catholique et Protestant n’est pas signé que Chrétien les autorités font de difficultés de leur donner de passeport. Qu’on arrange cette difficulté par les listes, qu’ont déjà présenté au gouvernement les autorités ecclésiastiques Catholiques et Protestants d’Eskischehir.

Pera, 1 Septembre 1915.


[Eigene Übersetzung]

Die katholischen und protestantischen Armenier, die von der Zentralregierung und den lokalen Behörden den Befehl bekommen hatten, in ihre Heimat zurückzukehren, sind erneut von der Regierung von Ismidt ausgewiesen worden.

So sind zwei Pfarrer aus Ismidt, die sich in Eskischehir aufhielten, sowie ein Teil der Katholiken, die sich in Eregli befanden, am Freitag, den 27. August in Ismidt angekommen und wurden, obgleich ihre Ausweispapiere in Ordnung waren, nach Eskischehir zurückgeschickt.

Desgleichen wurde eine große Anzahl von Protestanten, die nach Adapazar zurückgekehrt waren, am 31. August auf Befehl des Gouverneurs von Ismidt, der erklärte, die Befehle der Regierung nicht anzuerkennen, nach Eskischehir zurückgeschickt.

Jetzt erklärt der Gouverneur von Eskischehir, daß er die Rückkehrer aus Ismidt nicht aufnehmen könne und zwingt sie, Richtung Konia weiterzuziehen. Die Protestanten und Katholiken, die sich mit Genehmigung der Regierung in der Stadt Zimmer gemietet hatten, sind mit Peitschenhieben aus ihren Zimmern herausgejagt worden, und befinden sich jetzt in den Lagern, zusammen mit den anderen Deportierten und werden wie diese Unglücklichen mißhandelt.


Unsere Forderungen

Wir bitten Sie, Mittel und Wege zu finden, um die Regierung von Ismidt zu überzeugen oder zu zwingen, die Rückkehrer in ihrer Stadt oder den Dörfern ihrer Provinz zu akzeptieren.

Wenn das nicht möglich ist, bitten wir darum, dem Gouverneur von Eskischehir einen speziellen Befehl zukommen zu lassen, daß sich die Katholiken und Protestanten in seiner Stadt als Bürger Eskischehirs niederlassen können.

Weil in ihren Ausweispapieren einige Katholiken und Protestanten nur als Christen aufgeführt werden, machen die Behörden Schwierigkeiten, ihnen Pässe auszustellen. Diese Probleme können durch Listen behoben werden, die von den katholischen und protestantischen Kirchenbehörden der Regierung bereits vorgelegt worden sind.


Pera, den 1. September 1915.

[folgt osmanischer Text]


[Botschaft an Pfarrer Strahl 6.9.]

Hochehrwürden.

Die in Ihrem Telegramme vom 31. August geschilderten Zustände, über die auch von anderer Seite Nachrichten vorlagen, sind diesseits auf dem Ministerium des Innern zur Sprache gebracht worden. Angeblich ist inzwischen von der Pforte an die Provinzialbehörden Weisung ergangen, die aus ihren Wohnsitzen vertriebenen katholischen und protestantischen Armenier in ihre Heimat zurückzubefördern; es wäre mir erwünscht festzustellen wie weit diese Befehle wirklich ausgeführt sind und bitte Sie gegebenenfalls um weitere Nachrichten über diese Angelegenheit.


i.A. [Göppert]



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