1917-04-07-DE-002
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Quelle: DE/PA-AA/BoKon 101
Botschaftsjournal: 10-12/1917/II 1899
Erste Internetveröffentlichung: 2010 April
Edition: Deportationsbestimmungen
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der Generalkonsul in Konstantinopel (Mertens) an die Botschaft Konstantinopel

Schreiben



[II 1899]
Pera, den 7. April 1917
J.Nr. 2824.

Urschriftlich nebst 1 Anlage der Kaiserlichen Botschaft hier mit dem Anheimstellen der weiteren Veranlassung ergebenst übersandt.

Von der Weiterleitung seiner Eingaben dorthin ist der Antragsteller in Kenntnis gesetzt.


Mertens
Anlage

[Verein vom Roten Kreuz Frankfurt/Main an die Botschaft Konstantinopel 21.3.]


[II 3024]

T.Nr. Him/11.450. Z.B.

Wir gestatten uns, heute wiederum Ihre Gefälligkeit in Anspruch zu nehmen, indem wir höflichst bitten uns, falls angängig, Nachricht zukommen lassen zu wollen über den Verbleib und das Befinden des:

Ohannes Zamarian, Tabakhändler an der ottomanischen Regie und Familie, bestehend aus seiner Frau, einem 21jährigen Sohne und zwei Töchtern. Zamarian selbst ist 66 Jahre alt und katholischer Armenier. Die Familie wohnte noch im Mai 1915 in Tokat (Kleinasien) und war wohl bekannt.

Seit dem genannten Zeitpunkt hat der in der Schweiz als Assistenzarzt lebende andere Sohn keine Nachricht mehr von den Seinen, obwohl er unzählige Male nach Hause geschrieben hat. Drei eingeschriebene Briefe kamen aus Tokat mit dem Vermerk zurück: „Familie abgereist, ohne Adresse zu hinterlassen.“

Für Ihre Bemühungen in der Sache sagen wir schon im Voraus verbindlichsten Dank und sehen einem Bescheid gerne entgegen.


Frankfurter Verein vom Roten Kreuz
[Unterschrift]
[Notiz Botschaft]

betr. Ermittelung nach Ohannes Zamarian in Tokat † nach Artin Kouchorkian, Minas Moutafian, Osanna Aralanian auf Antrag des Vereins vom + [Roten Kreuz] Frankfurt a./M.

[Botschaft an Konsulate Siwas und Aleppo 10.4.]


Urschriftlich [an Aleppo: nebst einer Anl.] unter Rückerbittung dem Kaiserlichen Konsulat in Siwas mit dem Ersuchen ergebenst übersandt, sofern keine Bedenken bestehen, die erbetenen Auskünfte einzuziehen und das Ergebnis hierher mitzuteilen.

[Waldburg]
[Konsulat Siwas an Botschaft 23.5.]

Urschriftlich Seiner Exzellenz dem Kaiserlichen Botschafter Herrn v. Kuehlmann unter Bezugnahme auf den Bericht vom heutigen Tage J.Nr. 201 ergebenst zurueckgereicht.

Bergfeld
[Generalkonsulat an Mordtmann 18.4.]

[II 2118]

Hochverehrter Herr Generalkonsul.

Können sie mir vielleicht mitteilen wer über die anliegenden Anfragen Auskunft geben kann. Es handelt sich scheinbar in beiden Fällen um armenische Verbannte.


Mit herzl. Dank im voraus u. Ausdruck der Verehrung
Ihr H. Schwörbel

[Notiz Mordtmann 18.4.]


Bitte um VA betr. Victor Balit. Victor Balit ist im April 1916 in Hama †. s. obige Akten Bl. 67; über Zamarian hier nichts bekannt.


[Mordtmann an H. Schwörbel (Generalkonsulat) 19.4.]

Lieber Herr Dr.

In Erwiderung Ihrer Anfrage von 18. d.Mts., deren eine Anlage anbei zurückfolgt, beeile ich mich Ihnen mitzuteilen, daß Victor Balit, früherer Honorardragoman des Kais. Vizekonsulats Alexandrette im April 1916 in Hama (nicht Homs) verstorben ist; die Anfrage betr. Ohannes Zamarian habe ich an das Konsulat Siwas weitergeleitet und dazu Wiedervorlage nach 3 Monaten verfügt.


Mit bestem Gruß ihr ergebenster
Mordtmann
[Botschaft an Konsulat Siwas 19.4.]

das tit ersuche ich erg., sofern keine Bedenken bestehen, über den Verbleib der in der Anl. benannten Persönlichkeit Erkundigungen einziehen und das Ergebnis hierher berichten zu wollen.

W[aldburg]

[Konsulat Erzerum (z.Z. Siwas) an Botschaft 23.5. (J. Nr. 201)]

Auf d. Erl. v. 19. v.M. J. Nr. B.Nr. II 2118

Nach den eingezogenen Erkundigungen ist Ohannes Zarmarian nebst Familie im Sommer 1915 aus Tokat deportiert worden. Ueber sein weiteres Schicksal war nichts zu ermitteln.


Bergfeld.
[Mordtmann an Schwörbel (Generalkonsulat) 7.6.]

Lieber Herr Dr.!

Unter dem 18. April übermittelten Sie mir zwei Anfragen, von denen die eine den Verbleib eines gewissen Victor Balit betraf und die ich Ihnen am 19. dess[elben] Mts. mit der gewünschten Auskunft zurücksandte; die zweite sandte ich urschriftlich an das Konsulat in Siwas, von wo sie nicht zurückgekommen ist; könnten Sie aus Ihrem Journal feststellen, von wem sie herrührte und welche Persönlichkeit sie betraf und mir das Ergebnis baldmöglichst mitteilen? Zu unsren Akten habe ich damals keinen diesbezüglichen Vermerk zurückbehalten.


Mit bestem Gruß
Ihr ergebenster
Mordtmann
[Notiz Mordtmann 23.6.]

Wie Hr. Dr. Schwörbel telefonisch mitteilt, sind die Vorgänge im G. Konsulat nicht festzustellen.

[Botschaft an Frankfurter Verein vom Roten Kreuz 23.6. (auf 1899)]


Auf Ihre vom Kais. Generalkonsulat hier abgegebene Anfrage vom 21. März d.Js. Him/11.450 betr. den Tabakhändler Ohannes Zamarian und Familie aus Tokat erwidere ich ergebenst, daß nach Auskunft des Kais. Konsuls in Siwas die Genannten im Sommer 1915 aus Tokat deportiert wird [wurden]; über ihr weiteres Schicksal war nichts zu ermitteln.

[Waldburg]
[Schwörbel (Generalkonsulat) an Mordtmann 26.6. (II 3024)]

Hochverehrter Herr Generalkonsul

Die seinerzeitige Anfrage betraf einen gewissen Ohannes Zamarian. Die Anfrage rührte von der gemeinnützigen Hilfs- und Beratungsstelle für die Angehörigen unserer Heeresmannschaften - Caritas in Freiburg, Breisgau her.


Mit besten Grüßen in Verehrung
Ihr erg. H. Schwörbel
[Notiz Mordtmann 27.6.]

Am 27.6. H. Dr. Schwörbel Antwort aus Siwas mit Anheimstellen Caritas zu benachrichtigen mitgeteilt.



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