1915-07-16-DE-011
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Quelle: DE/PA-AA/BoKon/169
Botschaftsjournal: A53a/1915/4245
Erste Internetveröffentlichung: 2000 März
Edition: Genozid 1915/16
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der Botschafter in Konstantinopel (Wangenheim) an den Vizekonsul in Samsun (Kuckhoff)

Telegraphischer Bericht




Pera, den 16. Juli 1915

Ich bestätige ergbst. Ihren gefl. Bericht vom 4. d.Mts. No. 345, von dessen Inhalt ich mit lebhaftem Interesse Kenntnis genommen habe. Mit Ihrer Haltung und Ihren Ausführungen erkläre ich mich einverstanden. Ihre Telegramme vom 25. u. 28. v.M. sind hier eingegangen und mit den beiden abschriftlich beifolgenden Telegrammen vom 29. v.M. beantwortet worden.

Meine wiederholten Bestrebungen das Schicksal derjenigen Ausgewiesenen zu mildern, welchen keine strafbaren Handlungen zur Last gelegt werden, versprechen zu meinem Bedauern nur geringe Aussicht auf Erfolg.

Ihrer weiteren Berichterstattung bezüglich der Sicherstellung der deutschen Interessen darf ich entgegensehen.


[Wangenheim]

Anlage


Abschrift.

Telegramme vom 29. 6. 15 an Vizekonsulat Samsun.

I. Behufs Abwicklung der geschäftlichen Angelegenheiten der ausgewiesenen Armenier ist diesseits Verlängerung der Frist für deren Abreise beim Ministerium des Innern nachgesucht worden, welches seinerseits zustimmte. Bitte Notwendigkeit der Verlängerung auch dortigen Behörden vorstellen.


[Wangenheim]

II. Setzen Sie sich in Verbindung mit dortigem Gouverneur und Direktor Ottoman Bankfiliale und versuchen Sie im Einverständnis mit diesen eine Kombination zu finden, um die Waren der ausgewiesenen Personen und ihrer Gläubiger sicher zu stellen. Drahten Sie Ergebnis und veranlassen Sie Bankdirektor ebenfalls an seine hiesige Generaldirektion welche von Angelegenheit unterrichtet ist, zu telegraphieren.


[Wangenheim]


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