1915-11-17-DE-002
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Quelle: DE/PA-AA/BoKon 98/Bl. 1-3
Botschaftsjournal: 10-12/1915/10054
Erste Internetveröffentlichung: 2010 April
Edition: Deportationsbestimmungen
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Die Filiale Konstantinopel der Deutschen Bank an die Botschaft Konstantinopel

Schreiben


Konstantinopel, den 17. November 1915

Die Kaiserlich Deutsche Botschaft beehren wir uns ergebenst zu benachrichtigen, dass wir unsere Geschäftsfreunde in der Provinz beauftragt haben, auf Grund des türkischen Gesetzes von 13. September 1331 unsere Forderungen an die deportierten Armenier bei den von der Regierung eingesetzten Kommissionen anzumelden und zu vertreten. Soweit an einzelnen Plätzen die Filialen der Ottomanbank die Vertretung nicht selbst übernehmen können, haben wir sie gebeten, eine ihnen geeignet erscheinende Vertrauensperson damit zu beauftragen.

Angesichts der grossen deutschen Interessen, die auf dem Spiele stehen, und unbeschadet unserer eventuellen Regressansprüche, möchten wir an die Kaiserliche Botschaft die ergebene Bitte richten, wenn eben möglich, die Konsulate in den betreffenden Bezirken ersuchen zu wollen, die Schritte unserer Beauftragten im Bedarfsfalle unterstützen und sich der Wahrung unserer Interessen annehmen zu wollen.

Zu diesem Zwecke fügen wir eine Liste der von uns beauftragten Stellen in der Provinz ergebenst bei.

Indem wir für die gefällig Unterstützung im voraus unseren verbindlichsten Dank aussprechen, zeichnen wir mit vorzüglicher Hochachtung


Deutsche Bank Filiale Konstantinopel
[Unterschriften]

[Botschaft an I) Konsulate (Vizekonsulate) 1) Adana, 2) Aleppo, 3) Adrianopel, 4) Erzerum, 5) Samsun, 6) Trapezunt, 7) Smyrna, 8) Rodosto; II) Kais. G. Konsulat 22.11.]

Auf Grund des türkischen Gesetzes vom 13./26. September betreffend die Liquidation der Vermögensmassen der verschickten Personen hat die hiesige Zweigniederlassung der Deutschen Bank ihre Geschäftsfreunde in der Provinz mit der Anmeldung ihrer Ansprüche bei den betreffenden Liquidationskommissionen betraut, und zwar in erster Linie die Filialen der Ottoman Bank, oder, wo diese die Vertretung nicht übernehmen können, die von diesen zu beauftragenden Persönlichkeiten. Gleichzeitig hat die Bank die Bitte hier ausgesprochen, die Kaiserlichen Konsulate anzuweisen, die Schritte der von ihr bestellten Vertreter im Bedarfsfalle zu unterstützen.

Angesichts der großen deutschen Interessen, die auf dem Spiele stehen, ersuche ich das Kais. Konsulat (Vizek.) ergebenst, den Ansuchen der Bank nach Möglichkeit entsprechen zu wollen und bemerke, daß die Bank für den dortigen Amtsbezirk

bei 1) Filialen der Deutschen Orientbank in Adana und Mersin und der Ottomanbank in Tarsus;

bei 2) die dortige Filiale der deutschen Orientbank und die Filialen der Ottomanbank in Aintab und Diarbekir;

bei 3) die dortige Zweigniederlassung der Deutschen Orientbank;

bei 4) die Zweiniederlassungen der Ottomanbank in Erzerum, Bitlis, Mamuret ul-Aziz und Van;

bei 5) die Firma Hochstrasserr Co. bezw. die Banque de Salonique in Samsun, Stavro J. Fryda in Ineboli, und die Zweigniederlassungen der Ottomanbank in Kastamuni, Siwas und Kaisssarié;

bei 6) die Zweigniederlassungen der Ottoman Bank in Trapezunt, Ordu und Kerassunt;

bei 7) außer der Banque de Salonique in Smyrna die Zweigniederlassungen der Ottoman Bank in Afion-Karahissar und Kjutahja;

bei 8) die dortige Firma G. C. Theodorides

mit der Wahrung ihrer Interessen betraut hat.

II Kais. G. Konsulat, hier ab1. wie oben zu I); sodann

Angesichts der großen deutschen Interessen, die auf dem Spiele stehen, darf ich dem Kais. Generalkonsulate ergebenst anheimstellen dem Ansuchen der Bank nach Möglichkeit entsprechen zu wollen, und bemerke, daß die Bank im näheren Amtsbezirk des Kais. GKonsulats die Zweiniederlassungen der Ottoman Bank in Biledschik, Angora und Adabazar, ferner für Konia die anatolische Industrie u. Handels A.G. , für Brussa die Deutsche Orient Bank A.G., für Ismit die Firma Patrikios et Fils und für Panderma die Firma Sokrates J. Hiliadis & Co mit der Wahrung ihrer Interessen betraut hat.


[Neurath]


[Botschaft Konstantinopel an die Deutsche Bank Filiale Konstantinopel 23.11]

Mit Bezug auf das gef. Schreiben vom 17. d Mts teile ich Ihnen erg. mit, daß die Kaiserlichen Konsularämter zu Adana (wegen Mersina, Tarsus, Adana), Aleppo (wegen Aleppo, Aintab, Diarbekir), Adrianopel, Erzerum (wegen Erzerum, Bitlis, Mamuret ul-Aziz und Van), Samsun (wegen Samsun, Kastamuni, Ineboli, Siwas, Kaissarie), Trapezunt (wegen Trapezunt, Ordu und Kerrasunt), Smyrna (wegen Smyrna, Afion-Karahissar und Kjutahja) und Rodosto entsprechende Weisungen erhalten haben.

Was die übrigen in Ihrem Schreiben erwähnten Lokalitäten anbetrifft, so habe ich dem Kais. Generalkonsulate hierselbst, zu dessen näherem Amtsbezirke sie gehören, anheim gestellt, nach Möglichkeit Ihrem Ansuchen Rechnung zu tragen.


[Neurath]
Anlage

Deutsche Bank Filiale Konstantinopel


Liste de nos correspondants en Province auxquels nous avons envoyé des Bordereaux aux fins d’enregistrement.

Banque Impérial Ottoman à Diarbekir, Bilédjik, Afion-Kara-Hissar, Aintab, Kutahia, Tarsous, Angora, Kérassunde, Ada-Basar, Eski-Chéhir, Van (?), Trébisonde, Ordou, Césarée, Castamouni, Bitlis, Mamouret-ul-Asis, Sivas, Erzeroum;

Deutsche Orient Bank A.G. [à] Alep, Andrinople, Adana, Mersine, Brousse;

Anatolische Industrie und Handels A.G. [à] Konia;

G.C. Théodorides [à] Rodosto;

Banque de Salonique [à] Smyrna, Samsoun;

Stavro J. Fryda [à] Inéboli;

N. Patrikios & Fils [à] Ismidt

Socrate J. Hiliadis & Co [à] Panderma



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