1915-11-04-DE-003
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Quelle: DE/PA-AA/BoKon 97/Bl. 175-176
Botschaftsjournal: 10-12/1915/9668
Erste Internetveröffentlichung: 2010 April
Edition: Deportationsbestimmungen
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Die Filiale Konstantinopel der Deutschen Bank an die Botschaft Konstantinopel

Schreiben


Konstantinopel, den 4. November 1915.

Der Kassenverwaltung der Kaiserlich Deutschen Botschaft beehren wir uns den Empfang des sehr gefaelligen Schreibens B. Nr. 9316 vom 30. vor. Mts. anzuzeigen, demzufolge wir heute telegraphisch an das Kaiserlich Deutsche Vizekonsulat in Samsoun, durch Vermittlung der Firma Nemli Zade Frères, Samsoun Ltq 86.86 abzueglich Spesen ueberweisen.

Wir bitten die Kassenverwaltung dagegen, bei uns laut beifolgender Abrechnung Ltq. 86.86 einzahlen zu wollen und das Kaiserliche Vizekonsulat in Samsoun zur Entgegennahme des Geldes wie gewohnt drahtlich anzuweisen.


Mit vorzüglicher Hochachtung
Deutsche Bank Filiale Konstantinopel
[Unterschriften]
[Botschaft an Konsulat Samsun 8.11.]

Auf Ber. v. 30. Sept. Nr. 381.

Deutschbank überwies Ihnen durch Firma Nemli Zade Frères 86 86/100 Türkpfund für Balekdjian durch Botschaft.


[Notiz Mordtmann 9.11.]

Nach Abgang: Schrb. a. Kons. Genf im Sinne der Ausführung der Kosten.

[Botschaft an Konsulat Genf 10.11.]

Auf Telegr. vom 28. v.Mts. in S[achen] Kherian.

Die 2000 Frcs. sind durch Vermittelung der hiesigen Filiale der Deutschen Bank dem Ksl. Vizekonsulat in Samsoun zur Auszahlung an Balekdjian telegraphisch überwiesen worden. Was die Beschaffung des Geburtsscheins des Mourad Kherian betrifft, so teilt der Ksl. Vizekonsul in Samsoun mir mit, daß seine Versuche, einen solchen zu erhalten, bisher erfolglos gewesen seien.

Ich bemerke hierzu vertraulich, daß die Ksl. Botschaft schon mit so vielen derartigen Anliegen, die nur ganz indirekt deutsche Interessen betreffen, befaßt ist, daß es geboten erscheint, in Zukunft alle derartigen Anliegen abzulehnen.

Der deutsche Vizekonsul in Samsoun befindet sich in der gleichen Lage.

Das Ksl. Konsulat ersuche ich demgemäß erg., Herrn Kherian bzw. die Société des Transports wegen Beschaffung des Geburtsscheins des Mourad Kherian an das zust. türkische Generalkonsulat dort zu verweisen.



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