1915-06-29-DE-016
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Quelle: DE/PA-AA/BoKon/169
Botschaftsjournal: A53a/1915/3967
Erste Internetveröffentlichung: 2000 März
Edition: Genozid 1915/16
Telegramm-Abgang: 06/29/1915 06:00 PM
Telegramm-Ankunft: 06/29/1915 08:30 PM
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: No. 20
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der Konsul in Aleppo (Rößler) an die Botschaft Konstantinopel

Telegraphischer Bericht



No. 20

Aleppo, den 29. Juni 1915

Die beiden bekannten armenischen Abgeordneten Zohrab und Wartkes Effendi befinden sich gegenwärtig auf dem Transport hier um nach Diarbekir verschickt zu werden. Nach allem was von dort bekannt muß angenommen werden daß dies ihren sichern Tod bedeutet. Außerdem ist Zohrab herzleidend die Frau von Wartkes hat eben geboren.

Stelle anheim gehorsamst ein Wort für sie einzulegen daß sie in Aleppo bleiben dürfen. Ich schreibe dieses Telegramm auf Verwendung eines hochstehenden Muhamedaners, der ungenannt bleiben möchte.


[Rößler]

[Notiz Mordtmann 12. 7.]


Nach dem Bericht des Katholikos von Sis aus Aleppo vom 18. d.Mts. befanden sich dort außer Zohrab u. Vartkes noch Dr. Dagavarian, Agnuni, Zartarian, (Chefredakteur des Azadamart) und Hajak (Mitarbeiter Azadamart). Wie mir der Patriarch neulich erzählte geht es in Diarbekir schlimm zu: ein Duzend Armenier sind in der Voruntersuchung zu Tode geprügelt worden, der dortige Arm. Bischof hat aus Verzweiflung Selbstmord begangen. Varkes E. hatte s. Z. während der Gegenrevolution den bekannten Halil bej mehrere Wochen bei sich versteckt. "Es geschieht ihm ganz Recht" meinte der Patriarch.



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