1915-08-13-DE-002
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Quelle: DE/PA-AA/BoKon 96/ Bl. 70-72
Botschaftsjournal: 10-12/1915/6336
Erste Internetveröffentlichung: 2010 April
Edition: Deportationsbestimmungen
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Die Filiale Konstantinopel der Deutschen Orientbank an die Botschaft Konstantinopel

Schreiben


Konstantinopel, den 13. August 1915

Wir erlauben uns hierdurch ergebenst mitzuteilen, dass zwei unserer hiesigen armenischen Klienten:

G. & M. Herbekian, Katerdjoglou Han, Stambul,

Karekine Atamian, Ralli Han, Stambul

von der türkischen Regierung angeblich wegen politischer Umtriebe in Haft genommen worden sind. Wir wären der Kaiserlich Deutschen Botschaft sehr verbunden, wenn sie an zuständiger Stelle zum Schutze unserer Interessen und Sicherstellung unserer Forderungen, welche sich auf mehrere Tausend Pfund belaufen, intervenieren wollte.

Mit verbindlichstem Dank im voraus zeichnen wir


Hochachtungsvoll
Deutsche Orientbank
[Unterschriften]

[Anmerkung Mordtmann 15.8.]


sind wie ich höre am 12. dMts. aufgehoben. [zu Herbekian]: kommt aus Erzerum. Bedri bej, den ich heute danach fragte, hatte keine Kenntnis; will morgen Haig Efendi Bescheid sagen.

[Antwort vom 18. August 1915]

Nach Auskunft des Polizeipräfekten sind die Inhaber der Firmen G & M Herbekian und Karekine Atamian auf Ersuchen der Behörden von Ismid festgenommen und dorthin geschafft worden. Da, soweit bekannt, die Regierung das Vermögen dieser beiden Firmen nicht beschlagnahmt oder unter Zwangverwaltung gestellt hat, so sind vorläufig besondere Schritte der Kais. Botschaft zur Sicherung Ihrer Forderungen nicht angebracht.

N[eurath]
[Notiz Botschaft]

Haig Ef. ist krank, und kann daher seine anliegende Anzeige nicht weiter erläutern.

[Notiz Haig Efendi 18.6.]

Monsieur le Docteur,
Bédri Bey m’a dit que sur la demande d’Ismidt Mess. Atamian et Kherbekian y ont été envoyés. Si les banques ont à recevoir quelque chose, elles n’ont qu’à s’adresser aux fondés de pouvoirs de ces Messieurs. [Eigene Übersetzung: Herr Doktor Bedri Bey hat mir gesagt, daß die Herren Atamian und Kherbekian auf Verlangen von Ismidt dorthin geschickt worden sind. Wenn die Banken etwas zu erhalten haben, brauchen sie sich nur an die Prokuristen dieser Herren zu wenden.]



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