1915-10-16-DE-002
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Quelle: DE/PA-AA/BoKon 97/Bl. 115-119
Botschaftsjournal: 10-12/1915/8819
Erste Internetveröffentlichung: 2010 April
Edition: Deportationsbestimmungen
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der deutsche Gesandte in den Haag (Stumm) an die Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)

Telegramm



bitte um erkundigung nach verbleib brueder und angehoerigen aus mersifun des armenischen deputierten thoumaian gruesse stumm kaiserlich deutsche gesandtschaft

[Scharfenberg, an Mordtmann 17.10]

Herrn Generalkonsul Mordtmann mit der freundlichen Bitte sich erg. nach dem Verbleib der im anliegenden Telegramm genannten Familie Thoumian erkundigen zu wollen.

[Botschaft an Gesandtschaft Den Haag 30.10.]

Sämtliche Angehörige des G. Toumazian sind ins Innere verschickt, ausgenommen Frau Zaghik.

[Anlage (Quelle nicht angegeben)]

Recherche d’Arméniens. Perdus des plus respectables.

Madame Thoumaian, (connue comme la „Dame de Paix“) épouse du membre du Parlement Ottoman, Professeur G. Thoumaian, demande que, en toute justice, la famille de son mari de Mersifoun, soit retrouvée et ramenée en parfaite santé à demeure.

C’est une famille parfaitement tranquille et responsable de commerçants et il n`y avait absolument aucune excuse pour les traiter ainsi qu’il est à craindre qu’ils aient été traité, (on dit que presque tous les Arméniens de la ville ont été exterminés).

Les principaux membres de la famille sont les deux frères du professeur et membre du Parlement Monsieur G. Thoumaian; leurs noms sont:

Messieurs Gregor et Sarkis Thoumaian, leurs épouses, enfants et petits-enfants.

Ensuite la veuve du frère ainé M. Nersoz Thoumaian, ses enfants et petits-enfants.

Enfants du frère ainé mort, Nishan et Berguzar et leurs enfants.

Enfants du second frère Hohannes et Takouhi (la dernière mariée).

Enfants du troisième frère, Sirouhie (mariée) et d’autres.

Le Cousin Hagob Thoumaian, homme déjà agé aussi, dont le but de la vie semblait toujours d’amener la paix entre tous les Frères Ottomans, ce que d’ailleurs était la disposition de toute la famille.

Et voilà comment ils ont été récompensés!

Et voilà ce qu’il advient à Madame Thoumaian, qui a prouvé par ses articles dans les journaux de Turquie, et de diverses façons, comme Hakki Pacha, Ahmed Riza Bey, Mahmud Pacha, et d’autres messieurs Ottomans le savent bien, que son but a été (ne pourra-t-il plus l’être à l’avenir?) d’unir en une même Sainte Turquie tous les frères Ottomans dans la paix! Elle a toujours travaillé pour la concorde entre les nations. Et cela pour son bien à elle, la Turquie, tout d‘abord.

Ne pas reconnaître ceci, ne pas cesser cette politique destructive pour elle-même, la Turquie, amènera sans manque ce qui serait déplorable LA PERTE DE L’EMPIRE OTTOMAN COMME EMPIRE OTTOMAN.

Le Bien seul produit le Bien.

Nous répétons que la demande ci-dessus en faite au nom de la justice. Elle est faite par la Turquie d’abord et pour l’amour de la Turquie aussi.

Nous demandons donc une réponse rapide, claire et nette nous rassurant sur le sort de nos chers parents, pour laquelle nous remercions d’avance.

Outre cela il y a encore de nombreux parents et amis, [handschriftlich eingefügt: environs 30 personnes] - entre autres les cousins Torikian, dans un autre endroit. Point de nouvelles.


[Eigene Übersetzung]

Nachforschung nach Armeniern. Verlust der Ehrwürdigsten.

Frau Thoumaian (bekannt als „Frau des Friedens“), Gattin des Mitglieds des osmanischen Parlaments Professor G. Thoumaian, fordert billigerweise, daß die Familie ihres Mannes aus Mersifun aufgefunden und völlig gesund in ihre Heimat zurückgebracht wird.

Es handelt sich um eine friedliche und geachtete Kaufmannsfamilie und es gibt absolut keine Entschuldigung, sie so zu behandeln, wie sie, so ist zu befürchten, behandelt worden ist (es ist die Rede davon, daß alle Armenier der Stadt vernichtet worden sind).

Die wichtigsten Mitglieder der Familie sind die beiden Brüder des Mitglieds des osmanischen Parlaments, Professor G. Thoumaian, Gregor und Sarkis Thoumaian, ihre Ehefrauen, Kinder und Enkelkinder.

Sodann die Witwe des älteren Bruders Herrn Nersoz Thoumaian, seine Kinder und Enkel; die Kinder Nishan und Berguzar des verstorbenen älteren Bruders sowie ihre Kinder; die Kinder Hohannes und Takouhi (letztere verheiratet) des zweiten Bruders; die Kinder Sirouhie (verheiratet) und andere des dritten Bruders; sowie der Cousin Hagob Thoumaian, auch er schon älter, dessen Lebensziel immer darin bestand, daß die osmanischen Brüder miteinander in Frieden lebten, was auch der Ansicht der ganzen Familie entsprach.

Und so wird es ihnen gedankt!

Und nun trifft dieses Schicksal jene Frau Thoumaian, die durch ihre Artikel in den Zeitungen der Türkei und auf andere Art und Weise bewiesen hat, was Leute wie Hakki Pascha, Ahmed Riza Bey, Mahmud Passcha und andere sehr genau wissen, daß ihr Ziel immer war (wird es das Zukunft nicht mehr sein können?), in der einen heiligen Türkei alle osmanischen Brüder in Frieden zu vereinen. Sie hat immer für die Eintracht der verschiedenen Völkerschaften der Türkei gearbeitet - zuallererst für das Wohl der Türkei.

Wenn die Türkei das nicht erkennt, wenn sie diese destruktive Politik für sich selbst nicht beendet, dann führt das direkt zum Verlust des Osmanischen Reichs als Osmanisches Reich.

Nur das Gute schafft Gutes.

Im Namen der Gerechtigkeit erneuern wir unsere oben erhobene Forderung. Wir erheben sie für die Türkei und aus Liebe zur Türkei.

Wir erwarten eine schnelle, klare und eindeutige Antwort über das Schicksal unsterer Verwandten, wofür wir uns im voraus bedanken.

Es gibt noch weitere Verwandte und Freunde (etwa 30 Personen), so die Cousins Torikian, die sich an einem anderen Ort befinden. Keinerlei Nachrichten.


[Notiz Mordtmann 22.10.]

Herr Schemavonian (Dragoman der Amerikanischen Botschaft) hat versprochen dem Haig E. einen Armenier aus Marsuvan (Mersifun) vorzustellen, der während der Armeniervertreibungen dort war, und evtl. Auskunft geben kann; die Zusammenkunft soll Montag 25. d.Mts. stattfinden; Hr. Sch. hat die später eingegangene Liste zunächst behalten.

[Notiz Mordtmann 29.10.]

1) Der von H. Schemavonian ausfindig gemachte Gewährsmann hat erklärt, daß sämtliche Angehörige des H. Thomajan verschickt sind, mit Ausnahme einer gewissen Frau Zaghik (Vorname; Familienname unbekannt), die, weil schwanger, zurückbleiben durfte.

2) Aus einem Berichte des Katholikos von Sis vom 6. Juli a.St., das hier s.Z. durchging, habe ich nur notiert, daß seit dem 4. Juni a.St. dort 78 „Höinste“[?] d.i. Familien aus Tschork-Marsuvan, im Ganzen 216 Männer und 195 Frauen angekommen sind, von denen ein Teil (116 Personen) nach Bab, der andere nach Membidj (Vil. Aleppo) weiter transportiert worden ist. (Bab ca. 40 km, Membidj 110 km von Aleppo).

3) Prof. Thomajan lebt seit Jahren in England, wo er ein armenisches Waisenhaus gegründet hat; er ist mit einer Holländerin oder Amerikanerin verheiratet. Er schrieb Artikel für das hiesige arm. Blatt Pujantion, und wurde dann in das zweite Parlament gewählt; verlies aber später wieder die Türkei.



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