1917-07-20-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/BoKon 102
Botschaftsjournal: 10-12/1918/II 5651
Erste Internetveröffentlichung: 2010 April
Edition: Deportationsbestimmungen
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Das Generalkonsulat Konstantinopel an die Botschaft Konstantinopel

Schreiben



[II 4032]

Konstantinopel, den 20. Juli 1917

Abschriftlich Herrn Generalkonsul Mordtmann mit der Bitte um Auskunft ergebenst übersandt.

Schwörbel.

Abschrift

Caritas Gemeinnützige Hilfs- und Beratungsstelle für die Angehörigen unserer Heeresmannschaften.


Freiburg i.B., den 7. Juli 1917

An das Kaiserliche Generalkonsulat Konstantinopel

Für die uns gefälligst gegebene Auskunft über Ohannes Zamarian aus Tokat, Klein-Asien (J.Nr. 5560) danken wir Ihnen verbindlichst. Ungefähr gleichzeitig damit erhielten wir ein Schreiben aus Zürich, wonach - nach Aussage des Sohnes - die Töchter Zamarians, Therese und Viktoria, von Tokat nach einem kurdischen Dorf bei Malatia, Türkei, verbracht worden seien. Der Schutz und die Befreiung der beiden jungen Mädchen werden uns ganz besonders anempfohlen und wir möchten Sie deshalb höflichst bitten, erneut Nachforschungen nach den Vermissten anzustellen und ihnen allenfalls nötige Hülfe angedeihen lassen.

Für Ihre geschätzten Bemühungen sprechen wir schon im Voraus den besten Dank aus und zeichnen mit vorzüglicher Hochachtung


Caritas Gemeinnützige Hilfs- und Beratungsstelle für die Angehörigen unserer Heeresmannschaften.
[Kuenzer]
[Botschaft an Konsulat Siwas 29.7.]

Mit Bezug auf Schreiben vom 23. Mai d.Js. No. 201.

Der Verein Caritas teilt nunmehr hierher mit, daß nach Angaben aus anderer Quelle die Töchter des Tabakhändlers Ohannes Zamarian aus Tokat, Namens Therese und Victoria nach einem kurdischen Dorfe bei Malatia verschleppt worden sein sollen. Hieran wird die Bitte geknüpft, erneute Nachforschungen nach den Vermißten anzustellen und ihnen gegebenenfalls Unterstützung und Schutz angedeihen zu lassen.

Bei dem Mangel anderer Verbindungen mit Malatia bitte ich zu diesem Zwecke die Hilfe des Herrn Pastor Christoffel in Malatia in Anspruch zu nehmen, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß sich eine sichere Gelegenheit bietet, ihm Kenntnis von Vorstehendem zu geben und daß ihm selber keine Ungelegenheiten daraus erwachsen sollten.

Von dem Ergebnis bitte ich s.Z. hierher Mitteilung zu machen.


[Notiz Mordtmann 3.8.]

W.v. nach Abgang wegen evtl. Vorbescheides an die Caritas habe ich heute Herrn Dr. Schwörbel das diesseits Veranlaßte mitgeteilt.

[Botschaft an Konsulat Siwas 16.11.]

Das Kais. Konsulat ersuche ich mit Bezug auf das diesseitige Schreiben vom 29. Juni No. II 4032 um gef. Mitteilung ob die fraglichen Nachforschungen zu einem Ergebnisse geführt haben.

[Botschaft an Konsulat Siwas 16.1.1918]

Die Erledigung des diesseiten Schreibens vom 16. November v.Js. II 4032 wird erg. in Erinnerung gebracht.

Stempel
[Konsulat Erzerum (z.Z. Siwas) an die Botschaft 9.1.1918 (J.Nr. 545)]

[II 468 (1918)]

Auf den Erlass II 4032.

Auf die beiden Anfragen vom 29. Juli und 16. November ds. [v.] Js. beehre ich mich gehorsamst zu berichten, dass diesseits an Pastor Christoffel geschrieben worden ist, ohne dass eine Antwort betreffend die Töchter des Tabakhändlers Ohannes Zamarian aus Tokat eingegangen ist. Da die Verbindung mit Malatia von hier nur sehr schwierig ist, stelle ich anheim, einen Versuch mit dem Kaiserlichen Konsulat in Aleppo zu machen. Durch deutsche Militärs scheint von dort eine öftere Verbindung mit Malatia zu bestehen.


Hesse
[Botschaft an Konsulat Aleppo 30.1.18 (II 468)]

Auf Bitten des Frankfurter Vereins vom Roten Kreuz und des Vereins Caritas in Freiburg i. B. ist die Kais. Botschaft schon seit längerer Zeit mit Nachforschungen nach dem Verbleib und Befinden des Tabakhändlers Ohannes Zamarian aus Tokat und seiner Familienangehörigen (Ehefrau, 21jähriger Sohn und zwei Töchter) befaßt, die bis zum Mai 1915 in Tokat ansässig gewesen waren und dann unbekannt wohin verschickt worden sind; nachträglich wurde dann von den Interessenten hierher mitgeteilt, daß die Töchter Zamarians, Therese und Victoria nach einem kurdischen Dorfe bei Malatia verschleppt worden seien.

Um die letztere Spur weiter zu verfolgen hatte die Kais. Botschaft dem Konsul Hesse in Malatia anheimgestellt, die Hilfe des Pastors Christoffel in Malatia in Anspruch zu nehmen, jedoch nur unter der Voraussetzung daß sich eine sichere Gelegenheit böte mit diesem in Verbindung zu treten und beiden Stellen daraus keine Ungelegenheiten erwachsen sollten.

Herr Hesse teilt nunmehr hierher mit, daß er bisher ohne Antwort aus Malatia geblieben ist und schlägt vor den Versuch durch das Kais. Konsulat in Aleppo zu wiederholen, da sich von Aleppo aus durch deutsche Militärs öfter Gelegenheit böte mit Malatia zu korrespondieren.

Sollte diese Annahme zutreffen, so bitte ich unter obigen Voraussetzungen den Versuch zu machen, die Nachforschungen nach Zamarian dort aufzunehmen und das Ergebnis hierher mitzuteilen.


[Botschaft an Konsulat Aleppo 29.4.]

Die Erledigung des diesseitigen Schreibens vom 30. Januar d.Js. wird erg. in Erinnerung gebracht.

[Generalkonsulat Konstantinopel an Botschaft Konstantinopel 3.5.]

Sehr geehrter Herr Generalskonsul

Ist über Zamarian seit dem 30. Januar d.J. wo die Botschaft an das Konsulat in Aleppo schrieb, nichts mehr bekannt geworden. Für eine liebenswürdige Mitteilung wäre ich Ihnen sehr verbunden


Mit herzlichen Grüßen
Ihr stets getreuer
H. Schwörbel.
[Notiz Mordtmann 6.5.]

Kanzlei, bitte beifolgendes Schreiben, durch das Anfrage erledigt wird, zu expedieren. Frist läuft!

[Botschaft an Konsulat Aleppo 29.7.]

Mit Bezug auf die diesseitigen Schreiben vom 30.1. u. 30.4.d. Js. II 468 wird um Mitteilung über den Stand der Sache erg. ersucht.

Stempel
[Konsulat Aleppo an Botschaft 12.8.1918 (Nr. 1702)]

[II 5651]

Auf den Erlass vom 30. v.Mts. II 468.

Sogleich nach Eingang des dortigen Erlasses vom 30.I. d.J. II 468 war die darin enthaltene Anfrage nach dem Verbleib und Befinden des Tabakhändlers Ohannes Zamarian von hier aus dem Pfarrer Christoffel in Malatia auf dem üblichen Wege über das Waisenhaus in Mamuret-ul-Aziz übermittelt worden. Da eine Antwort nicht einging, wurde die Anfrage unter dem 20. v.Mts auf demselben Wege wiederholt.

Sobald die Antwort eingeht, werde ich nicht verfehlen sie dorthin weiterzugeben.



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