1916-01-03-DE-003
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Quelle: DE/PA-AA/BoKon/98, Bd.3/Blatt 33
Botschaftsjournal: 10-12/1916/635
Erste Internetveröffentlichung: 2010 April
Edition: Deportationsbestimmungen
Zustand: B
Letzte Änderung: 03/23/2012


Helene Maria Anna Tschilinguirian-Apell an die Deutsche Botschaft Konstantinopel

Privatschreiben



Lausanne, d. 3. Januar 1916.

Die beiden nötigen Papiere, für die ich dem türkischen Konsulat 40 Franken zahlen mußte, übersende ich hierdurch der deutschen Botschaft und bitte zugleich Herrn Geheimrat Mordmann um die Liebenswürdigkeit, die Sachen entgegenzunehmen und sie mir zuzusenden, damit ich mich persönlich überzeugen kann, daß es tatsächlich diejenigen meines Mannes sind.

Zweifellos ist es nun auch leicht zu erfahren, auf welche Weise und um welche Zeit sich der Überfall auf meinen Mann abspielte und was aus seiner Leiche geworden ist.

Dieses bitte ich inständigst mir noch mitteilen zu wollen.


Helene Tchilinkirian-Apell


Declaration

Le notaire soussigné atteste que le Docteur Rupen Tchilinkirain, fils de Hadji Hohanes et Arraveli Krapoussian, né à Selivri près Constantinople le 28. février 1885, marié le 16. Juillet 1910 à Lausanne (Suisse) à Hélène Maria Anna Apell d’Erfurt (Prusse) et décédé le 15/18 août 1914 [richtig : 1915] en Turquie, laisse pour seuls et uniques héritiers :

Sa veuve, prénommée et ses deux enfants mineurs : Léon Vahaken né à Lausanne (Suisse) le 1er août 1912 et Semiramis, née le 10 Juillet 1914 à Constantinople, issus de son mariage avec Hélène Apell.

Lausanne, le vingt et un décembre quinze.

[2 Beglaubigungs-Stempel vom 28. bzw. 30. Dezember 1915 einer Kanzlei und des tükischen Generalkolsuls]

Vollmacht

Ich, Unterzeichnete Helene Maria Anna geborene Apell, Witwe des Rupen Tchilinkirian, [nicht entziffert] gegenwärtig in Lausanne wohnhaft erteile hiermit Vollmacht an Herr Geheimrat Mordmann bei der Kaiserlichen deutschen Botschaft in Konstantinopel um, in meinem Namen und im Namen meiner beiden unmündigen Kinder, Leon Vahaken Tchilinkirian geboren in Lausanne den 1ten August 1912 und Semiramis, geboren in Konstantinopel den 10ten Juli 1914, die meinem verstorbenen Ehemann geraubten nun aufgefundenen und bei der Gerichtsbehörde hinterlegten Sachen entgegenzunehmen .... zukommen zu lassen, und bei dieser Angelegenheit [nicht kopiert] Maßregeln treffen u. Quittungen geben bis zur [nicht kopiert]

Lausanne, den 21.ten Dezember [nicht kopiert]

Helene Tschili[nicht kopiert]

[2 Vignetten-Stempel und Erklärung des Notars.]

No. 537 Le notaire Voursigian atteste la vérité de la signature apposée ici par Helène Tschilinkirian, de lui comme de sa présence, Lausanne le vingtetun décembre mil neuf cent quince.

[2 Beglaubigungsstempel: einer Kanzlei und des türkischen Generalkonsuls vom 22. bzw vom 30. Dezember ]


[Notiz Botschaft Konstantinopel 20.9.]

betr. Nachlaß Tschilingirian an Djamboladbej. [folgen osmanische Schriftzeichen] unter 20. Eilul meldet Ankara, daß von 1 nichts gefunden sei.

1 Okt. nach Kastamuni geschr.


[Botschaft Konstantinopel an das Generalkonsulat Konstantinopel, 21.1.1916]


Auf 653.

In der dort bekannten Angelegenheit der Frau Dr. Helene Tschilinguirian-Apell aus Lausanne hatte das Ministerium des Innern Anf. Dezember v. Js. hierher mitgeteilt, daß ein Teil der Sachen, die Ihrem auf der Reise von Tschangri nach Ayasch ermordeten Manne geraubt waren, wieder aufgefunden worden sind und der Witwe anheimgestellt, behufs Empfangnahme dieser Sachen eine hier ansässige Persönlichkeit mit Vollmacht zu versehen. Da die daraufhin von der Frau Tschilinguirian bevollmächtigte Person nicht in der Lage ist, das Mandat zu übernehmen, bitte ich das Kais. Gkslt. um Namhaftmachung von geeigneten Persönlichkeiten, die auch gewillt sind, die nötigen Schritte in der Sache bei den türkischen Behörden zu tun, eventuell unter Angabe des beanspruchten Honorars.


[Neurath]


[Notiz Neurath]

Gksl Mordtmann. Haben Sie Bedenken, die Sachen schriftlich für die Botschaft anzufordern?



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