1915-06-22-DE-014
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Quelle: DE/PA-AA/BoKon/169
Botschaftsjournal: A53a/1915/3822
Erste Internetveröffentlichung: 2000 März
Edition: Genozid 1915/16
Telegramm-Abgang: 06/22/1915 08:30 AM
Telegramm-Ankunft: 06/23/1915 10:00 AM
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: No 42
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der Verweser in Erzerum (Scheubner-Richter) an die Botschaft Konstantinopel

Telegraphischer Bericht



No 42

Erzerum, den 22. Juni 1915

Antwort auf Telegr. Nr. 12.

Habe instruktionsgemäß Wali Vorstellungen gemacht.

Derselbe gab Schmachvolles der Vorgänge zu, sprach Bedauern aus und versprach sein möglichstes zur Vermeidung von Wiederholung solcher Vorfälle zu tun.

Er betonte ferner, daß er Armee-Oberkommandierenden wiederholt auf Unsicherheit der Wege infolge Ansammlung von Kurden und Gesindel hingewiesen und gebeten habe Maßregel der Deportation Armenier bis zur Säuberung der Wege aufschieben zu dürfen. Armeeoberkommando jedoch bestand und besteht auch jetzt auf sofortige Ausweisung, ohne Militär zum Schutz Ausgewiesener zu entsenden.

Gendarmerie ungenügend zumal dieselbe meist aus gänzlich unausgebildeten Leuten besteht, welche davonlaufen. Wali meinte daß er infolgedessen nur formell verantwortlich sei, die eigentliche Verantwortung den Militärbehörden zufalle.

Habe Wali ersucht Armmeoberkommando von meinen Vorstellungen in Kenntnis zu setzen.


[Scheubner]


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