1915-09-11-DE-003
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Quelle: DE/PA-AA/BoKon 97/Bl. 28-29
Botschaftsjournal: 10-12/1915/7450
Erste Internetveröffentlichung: 2010 April
Edition: Deportationsbestimmungen
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der deutsche Unternehmer Walther Berghaus an den Generalkonsul in der Botschaft Konstantinopel (Mordtmann)

Schreiben


Constantinopel, den 11. September 1915.

Sehr geehrter Herr Generalskonsul!

Ich nehme höflichst Bezug auf mein Ergebenes vom 20. Juli und Ihr. gefl. Erwiderungsschreiben vom 4. August ds.Js., B-No. 5692, in Angelegenheit meines von hier nach Ayasch ausgewiesenen Angestellten Kevork Terdjemanian, und möchte mir hierdurch erlauben, die Bitte an Sie zu richten, frdl. doch nochmals an zuständiger Stelle Nachforschungen einleiten zu wollen, um wenigstens darüber Gewissheit zu erlangen, ob sich der Mann überhaupt noch am Leben befindet.

Er ist nämlich, wie ich von seinen Angehörigen erfahre, vor einiger Zeit von Ayasch nach Angora gebracht worden, um dort zur Untersuchung seines Falles vor das Kriegsgericht gestellt zu werden. Seit mehr als drei Wochen hat man aber trotz aller Anfragen auch nicht mehr das geringste Lebenszeichen von ihm erhalten.

Die Angehörigen Terdjemanians befinden sich daher in der grössten Aufregung und auch mir selbst geht das Schicksal des jungen Mannes sehr nahe, da er seit mehreren Jahren zu meiner vollsten Zufriedenheit bei mir gearbeitet hat und ich seiner auch für späterhin dringendst bedarf.

Ich hoffe gerne, dass es Ihnen möglich sein wird, meiner ergebenen Bitte Folge zu leisten und indem ich Ihren geschätzten Nachrichten entgegensehe, begrüsse ich Sie, sehr geehrter Herr Generalkonsul, Ihnen im voraus für Ihre Mühewaltung verbindlichst dankend,


mit vorzüglicher Hochachtung!
Walther Berghaus



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