1916-03-17-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/BoKon 99/Bl. 139-140
Botschaftsjournal: 10-12/1916/3103
Erste Internetveröffentlichung: 2010 April
Edition: Deportationsbestimmungen
Zustand: A
Letzte Änderung: 03/23/2012


Der deutsche Unternehmer Walther Berghaus an die Botschaft Konstantinopel (Mordmann)

Schreiben


Constantinopel, den 17. März 1916.

Sehr geehrter Herr Generalkonsul!

Ich nehme höflichst Bezug auf meine beiden Ergebenen vom 11. und 23. September v.Js. in Angelegenheit meines von hier ausgewiesenen Angestellten Kevork Terdjemanian und gestatte mir, Ihnen ergebenst mitzuteilen, dass aus zwei verschiedenen Quellen verlautet, Terdjemanian befinde sich im Gefängnis von Puzanti.

Aus diesem Grunde möchte ich mir die höfl. Bitte erlauben, doch frdl. an zuständiger Stelle Nachforschungen einleiten zu wollen, um, wenn eben möglich, festzustellen, ob die obenerwähnten Nachrichten auf Wahrheit beruhen und Terdjemanian sich am Leben befindet. Dann liesse sich wohl auch seine Befreiung erwirken?

Ich sage Ihnen im Voraus für alle Mühewaltung meinen verbindlichsten Dank und begrüsse Sie in Erwartung Ihrer geschätzten Nachrichten


mit vorzüglicher Hochachtung
Walther Berghaus
[Botschaft an Konsulat Adana 21.3.]

Im August v.Js. wurde ein gewisser Kevork Terdjemanian, langjähriger Angestellter der bekannten deutschen Firma Walter Berghaus, mit anderen hiesigen Armeniern von der türkischen Polizei aufgegriffen und nach Anatolien verschickt. Auf Bitten des H. Berghaus hat die Kais. Botschaft, da die türkischen Behörden die Freilassung des Terjemanian ablehnten, versucht, wenigstens dessen Verbleib festzustellen und erhielt vom Ministerium des Innern die Auskunft, daß der Genannte s.Z. nach Deir Zor dirigiert worden sei. Nun teilte Hr. Berghaus letzthin hier mit, daß nach Angaben, die ihm aus zwei verschiedenen Quellen zugegangen sind, der H. Terdjemanian sich im Gefängnis von Puzanti befinden solle.

Auf Bitte des H. Berghaus ersuche ich das kais. Konsulat ergebenst, soweit möglich, feststellen und hierher berichten zu wollen, ob die oben erwähnten Angaben auf Wahrheit beruhen und Terdjemanian noch am Leben ist.


[Neurath]
[Botschaft an Konsulat Aleppo 21.3.]

Im August v.Js. wurde ein gewisser Kevork Terdjemanian, langjähriger Angestellter der bekannten deutschen Firma Walter Berghaus, mit anderen hiesigen Armeniern von der türkischen Polizei aufgegriffen und nach Anatolien verschickt. Auf Bitten des H. Berghaus hat die Kais. Botschaft, da die türkischen Behörden die Freilassung des Terjemanian ablehnten, versucht, wenigstens dessen Verbleib festzustellen und erhielt vom Ministerium des Innern die Auskunft, daß der genannte s.Z. nach Deir Zor dirigiert worden sei.

Da nach den jüngst hierher gelangten Nachrichten die Möglichkeit zu bestehen scheint, durch die Schwestern des Hilfsbunds direkte Verbindung mit Der Zor zu haben, so darf ich das Kais. Konsulat erg. ersuchen, sofern unbedenklich, auf diesem Wege Erkundigungen nach dem Schicksal des Terdjemanian einziehen und das Ergebnis hierher mitteilen zu wollen.

Ich bemerke hierzu, daß nach einer andren Angabe. Terdjemanian sich in Puzanti im Gefängnis befinden soll.


[Neurath]



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